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Meine Mutter und der Wein

 
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Wie soll das funktionieren????   •    Woher kommt die Hoffnung  
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JungeFrau25
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 17.10.2010
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 18.10.2010, 10:07    Titel: Meine Mutter und der Wein Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,
ich bin 25 und stehe mometan kurz vor den Abschlussprüfungen meines Studiums.
Meine Mutter trinkt seit 20 Jahren. Früher war mir das natürlich noch nicht so bewusst, jetzt kriege ich das alles natürlich mit. Ich habe eine Wohnung in meinem Studienort, komme aber oft nach Hause, da ich auch meinen Freund hier habe.

Meine Mutter ist wohl das, was man einen Quartalstrinker nennt. Mein Vater hat es einfach aufgegeben, sich zu bemühen.. was ich nach 20 Jahren Alkohlsucht durchaus verstehen kann.

Seit es letztes Jahr "eskaliert" ist und meine Mutter mitten am Tag vollkommen betrunken war, nimmt sie an einer ambulanten Therapie teil. Trotzdem kann man die Uhr danach stellen, dass sie regelmäßig um den April und den Oktober zur (Wein)flasche greift. Jetzt hat sie vor 2 Wochen einige Tage lang getrunken und heute Abend war sie wieder total voll. Sie sieht überhaupt nicht, ein, dass das für uns (meinen Vater, meine Schwester, micht) alles sehr schwer und belastend ist. Sie kann nach eigenen Angaben auch nicht erklären, warum sie trinkt. Sie tut es einfach und streitet es dann ab. Sie steht schwankend vor mir und nuschelt, sie habe nicht getrunken.

Einerseits möchte ich hier weg, um mich auf meine Prüfungen zu konzentrieren, andererseits fällt es mir schwer, nicht hier zu sein. Ich habe - so lange ich hier bin - immer das Gefühl, noch eingreifen zu können. Das ist natürlich nicht wahr und ich sollte mich, auf meinen Abschluss konzentrieren, aber da mein Vater zur Zeit auch eher der Ansicht ist, sie machen zu lassen, da es eh nichts bringt, kümmert er sich auch gar nicht..
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JungeFrau25 hat zum Thema: Meine Mutter und der Wein geschrieben
JungeFrau25
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 17.10.2010
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 18.10.2010, 10:56    Titel: Ein neuer Tag.. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Heute ist meine Mutter also wieder nüchtern und schleicht durchs Haus.. Ich frage mich, ob man nach einem Rückfall einfach wieder aufhören kann zu trinken. Sie selbst sagt mir, wenn sie den heutigen Tag ohne Alkohol schafft, dann wäre es gut. Eine Entgiftung im Krankenhaus lehnt sie ab.

Sie hat das letzte Mal im April getrunken, dann vor 2 Wochen und dann gestern.. Ich weiß nicht, was ich ihr glauben kann und habe Angst, dass sie heute oder morgen wieder zur Flasche greift.
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JungeFrau25 hat zum Thema: Ein neuer Tag.. geschrieben
dorothea
Moderatorin
Moderatorin


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 26.08.2006
Beiträge: 7472
Alter: 48
Wohnort: Salzgitter

BeitragVerfasst am: 18.10.2010, 16:04    Titel: Re: Meine Mutter und der Wein Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo jungefrau25

dein vater hat leider recht. ihr könnt nichts tun wenn deine mutter nicht will. du mußt für dich lernen hier abstand zu halten, schau das es dir gut geht. deine mutter ist erwachsen und darf ihr leben leben wie sie es möchte. daran kann niemand etwas ändern. das ist leider so.

doro
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dorothea hat zum Thema: Re: Meine Mutter und der Wein geschrieben
zampano78
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 21.01.2010
Beiträge: 25
Alter: 33

BeitragVerfasst am: 18.10.2010, 20:36    Titel: Re: Meine Mutter und der Wein Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo junge Frau,
ich kann dich gut verstehen....aus eigener Erfahrung..........
http://www.forum-alkoholiker.de/ftopic20362-0.html
Ich habe auch lange versucht meiner Mutter zu helfen.
Aber Fakt ist, das habe ich mittlerweile gelernt, wenn sie trinken will trinkt sie und es gibt niemanden der sie davon abhalten kann.
Das klingt hart aber vertrödel nicht dein Leben damit, ihr helfen zu wollen.
Fahre nach Hause und lerne für deine Prüfungen und kümmere dich um DEIN Leben. Ich weiß selber das das nicht einfach ist!
Trotzdem alles gute für dich!
Lg
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zampano78 hat zum Thema: Re: Meine Mutter und der Wein geschrieben
kossi
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 08.01.2010
Beiträge: 325
Alter: 48
Wohnort: südlich von münchen

BeitragVerfasst am: 18.10.2010, 22:25    Titel: Re: Meine Mutter und der Wein Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo junge Frau,
bin selbst trockener Alkoholiker. Schau auf Dich selbst, Du bist wichtig. Deine Mutter wird immer wieder trinken und Du kannst nichts dagegen machen. Solange Deine Mutter nicht akzeptiert das sie Alkoholkrank ist, wird sie weiter trinken. Meine Frau hat mir vor 3 Jahren gedroht mich zu verlassen wenn ich nicht mit dem trinken aufhöre. Meine Familie war mir wichtiger.

Viel Kraft und erfolgreiche Prüfungen,
Wolfgang
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kossi hat zum Thema: Re: Meine Mutter und der Wein geschrieben
bergchen85
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 08.10.2010
Beiträge: 15
Alter: 35

BeitragVerfasst am: 21.10.2010, 23:58    Titel: Re: Meine Mutter und der Wein Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Junge Frau, ich kenne deine Situation aus eigener Erfahrung, es ist wirklich hart, vor allem fällt es dir bestimmt auch schwer dich zu konzentrieren...Mir hat auf jeden Fall der räumliche Abstand geholfen. Da du schon eine Wohnung an deinem Studienort hast, kann ich dir nur raten während der Prüfungszeit dort zu bleiben. Du kannst dich dort wahrscheinlich besser konzentrieren als zu Hause. Zu Hause hast du jeden Tag die aktuelle Problematik mit deiner Mutter vor Augen, das ist nicht gut. Dein Freund kann dich ja evtl. auch an deinem Studienort besuchen. Du brauchst jetzt vor allem Kraft für deinen Abschluss, so hart wie es klingen mag, aber die Probleme mit deiner Mutter rauben zu viel Kraft, konzentriere dich jetzt nur auf Dich!!!! Nach den Prüfungen kannst Du dich wieder intensiver mit Co-Abhängigkeit etc. beschäftigen...Liebe Grüße, Du schaffst die Prüfungen!!!!!
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bergchen85 hat zum Thema: Re: Meine Mutter und der Wein geschrieben
Nisa.K.
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 17.11.2009
Beiträge: 44

BeitragVerfasst am: 25.10.2010, 13:36    Titel: Liebe Jungefrau25 Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Guten Tag, ich habe Deine Zeilen gelesen und dachte sofort an meinen Schwiegerpapa der sich regelrecht totgesoffen hat. Nein, man kann nichts tun, auch ihr nicht, wenn die Mama oder eben damals der Schwiegerpapa nicht wollen. Man kann nur aufpassen dass man selbst nicht unter die Räder kommt. Ich weiss das denn ich stand kurz davor ebenso zu werden - private Probleme ...

Du musst dich auf deine Prüfung konzentrieren. Also geh der Mama am besten aus dem Weg. Ich weiss das ist schwer, also bleib in deiner Wohnung und versuche dich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren.

Ich drücke dir die Daumen!

Liebe Grüße von Nisa
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Nisa.K. hat zum Thema: Liebe Jungefrau25 geschrieben
co-Elfi
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 22.10.2010
Beiträge: 1206

BeitragVerfasst am: 29.10.2010, 08:36    Titel: Re: Meine Mutter und der Wein Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

>Sie sieht überhaupt nicht, ein, dass das für uns (meinen Vater, meine Schwester, micht) alles sehr schwer und belastend ist. Sie kann nach eigenen Angaben auch nicht erklären, warum sie trinkt. Sie tut es einfach und streitet es dann ab. Sie steht schwankend vor mir und nuschelt, sie habe nicht getrunken.>

Es ist eine Krankheit, leider eine die sie alleine durchstehen muss indem du ihr NICHT hilfst.

>Einerseits möchte ich hier weg, um mich auf meine Prüfungen zu konzentrieren, andererseits fällt es mir schwer, nicht hier zu sein. Ich habe - so lange ich hier bin - immer das Gefühl, noch eingreifen zu können. >

Also wenn es meine Mutter wäre, würde ich bestimmt nicht wieder zu ihr ziehen um im Notfall präsent zu sein. Ich würde ihr eine Notrufnummer geben und meine Telefonnummer, für Notfälle.

>Das ist natürlich nicht wahr und ich sollte mich, auf meinen Abschluss konzentrieren, aber da mein Vater zur Zeit auch eher der Ansicht ist, sie machen zu lassen, da es eh nichts bringt, kümmert er sich auch gar nicht..

Es ist hart. Es kehrt alles um, was wir über Krankheiten gelernt haben:
"wer krank ist braucht Hilfe und Zuwendung. Je mehr desto schneller wird er/sie wieder gesund"

Hier ist es leider umgekehrt.
Je mehr Zuwendung und Hilfe Alkoholiker bekommen, desto mehr verlängert man die Krankheit.
So lange jemand da ist und den Laden am laufen hält,
genau so lange können sie sagen: ich trinke nicht, ich bin nicht krank.

Erst wenn sie merken: ich bin allein, niemand hilft mir, mir geht es dreckig, ich muss jetzt was tun
erkennen sie, dass sie Hilfe brauchen.

Lass ihr einfach Adressen da, wo sie sich hinwenden kann und Telefonnummern. Sie ist erwachsen und muss selbst auf die Idee kommen, dass sie zum Arzt muss wenn sie krank ist.

Noch ein Gedanke:
Wenn du sagst: ich weiß besser was dir fehlt und was gut für dich ist,
stellst du dich über deine Mutter, sagst quasi, du bist hilflos und ich bin stark, du bist kleiner als ich.

Sie ist deine Mutter. Sie ist ihres eigenen Glückes Schmied.

Ich wünsche dir Gelassenheit und innere Stärke.
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co-Elfi hat zum Thema: Re: Meine Mutter und der Wein geschrieben

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