| ...ohne Worte.. • Was würdet ihr tun? |
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judith98 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 03.10.2010 Beiträge: 5 Alter: 60
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Verfasst am: 05.10.2010, 23:18 Titel: co-abhängigkeit verstehen |
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habe in den vergangenen tagen schon viele der hier beschriebenen erfahrungen gelesen, die ich auch genauso hätte schreiben können;
ich bin vor ein paar monaten endlich aus der ehelichen wohnung ausgezogen, die 12 jahre lang mein zuhause war und versuche gerade mit therapeutischer hilfe zu begreifen, warum ich diesen mann wollte und warum ich so lange geblieben bin und mich all dem ausgesetzt habe, was ich auch in anderen lebensverläufen hier finde.
es fällt mir sehr schwer, meinen mann mit abstand zu betrachten - ihn nicht als den zu sehen, von dem ich mir etwas gewünscht und erhofft habe, was er nicht erfüllt hat - sondern zu sehen, dass ich vielleicht auch etwas in ihn hineingesehen habe, was er gar nicht ist, nie war, nie konnte. vielleicht kann co-abhängig nur jemand werden, der eine ganz bestimmte persönlichkeitsstruktur hat - jemand mit einer anderen persönlichkeitsstruktur würde einfach gehen?!ich z.b. habe durch meine kindheit große angst vor nähe und verlassenwerden gleichzeitig große sehnsucht nach nähe. ich frage mich, ob ich unbewußt als ich meinen mann kennenlernte schon begriffen habe, dass mir von ihm keine wirkliche nähe "droht". er war trocken als ich ihn vor 20 jahren kennenlernte - wir waren ein paar jahre zusammen - ich trennte mich von ihm, weil er sich nicht wirklich für uns entscheiden konnte. wir verloren uns vollständig aus den augen und dann trafen wir uns auf sonderbare weise nach 3 jahren wieder ud es war uns beiden sofort klar, wir gehören zusammen. zu dem zeitpunkt trank er schon wieder, was ich aber wegen wochenendbeziehung nicht wirklich wahrnahm.
der weitere verlauf war dann wie üblich. aber zurück zu meiner ausgangsfrage: werden nur bestimmte menschen co-abhängig?  |
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| judith98 hat zum Thema: co-abhängigkeit verstehen geschrieben
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Goddess neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.10.2010 Beiträge: 10 Alter: 32
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Verfasst am: 06.10.2010, 07:35 Titel: Re: co-abhängigkeit verstehen |
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| Das mit den Verlassensängsten kann ich nur unterschreiben - das ist für mich ein unüberwindbares Hindernis. Wobei ich glaube, dass es jeden treffen kann, denn der Drang anderen zu helfen, Empathie etc. ist in jedem von uns. |
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| Goddess hat zum Thema: Re: co-abhängigkeit verstehen geschrieben
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dagmar007 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.05.2008 Beiträge: 2896
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Verfasst am: 06.10.2010, 07:36 Titel: Re: co-abhängigkeit verstehen |
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Ich kann nun leider nicht Deine Frage beantworten, ob nur spezielle Menschen co-abhängig oder beziehungssüchtig werden.
Ich denke aber, im Rahmen einer Suchtbeziehung wird früher oder später jede-/r coabhängig. Da gilt es auf der einen Seite die sozialen Anforderungen von Beziehung zu erfüllen, gemeinsam durch dick und dünn und und und. Davon mal abgesehen, ist man/frau mal in einer Beziehung sollte man/frau ja nicht gleich alles hinschmeissen.
Alkoholismus beginnt schleichend, ebenso schleichend zog ich mich von der Außenwelt zurück, ebenso schleichend verändert sich meine Optik ins negative. Durch meine Selbstisolation wurde die Beziehung noch weniger besser, der Alkoholspiegel meines Exxi wurde (wie eben Sucht ist) immer größer und sein Handeln immer sozial unverträglicher.
Wir sind es nach gewisser Zeit gewöhnt uns um andere zu kümmern und nicht mehr um uns. Wir werden daran gewöhnt, dass es uns schlecht geht, wir sind es gewohnt gefühlsmäßig Achterbahn zu fahren .... wir (ich) sind oder waren schon so naiv zu meinen das ist normal.
Dir wünsche ich viel Kraft aus dem Teufelskreis raus zu kommen.
Lieben Gruß von Dagmar |
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| dagmar007 hat zum Thema: Re: co-abhängigkeit verstehen geschrieben
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Melinak sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.12.2008 Beiträge: 5012 Alter: 40
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Verfasst am: 06.10.2010, 07:47 Titel: Re: co-abhängigkeit verstehen |
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Guten morgen judith, | Zitat: | | werden nur bestimmte menschen co-abhängig? | Ich könnte es mir vorstellen. Denn wenn ich hier im Forum lese sind die Grundvorraussetzungen von den meissten hier sehr ähnlich. Ich meine damit eben Erfahrungen die Kinder machten durch die Eltern. Häufiger sind Berichte zu lesen von Kindern, die Liebe und Zuwendung nicht oder nur selten bekommen haben oder diese nicht spühren konnten.Dabei spielen dann materielle Ebenen keine Rolle. So lese ich von gut sittuierten Menschen, die trotzdem Probleme mit Nähe haben oder von so.zial Schwachen, die sehr viel Liebe und Zuwendung bekommen haben und dadurch nicht zu Co Abhängigen geworden sind.Ich habe mich sehr damit ausseinander gesetzt. Es ist nicht wichtig woher du kommst, aus welcher Schicht. Wichtig ist wie deine Eltern dich gefördert und geliebt habe und ob sie dir das haben auch spüren lassen.
Abhängigkeit ist immer ein Ersatz von etwas was einem fehlt.
Da habe ich so meine Probleme, ich habe das Gefühl meine Eltern sind zwei Eisklötze, Wärme, Nähe und Geborgenheit gab es nicht. Dennoch meine Sehnsucht danach, weil die als Grundbedürfniss in jeden Menschen steckt. Als Kind nie gelernt damit umzugehen habe ich jetzt als Erwachsene Frau ein Problem damit. Das Bedürfnis nach Nähe ist vorhanden, doch es zu leben fällt schwer. Ich selbst bin auf den Weg mir das zuzugestehen, es zu leben und fange mehr und mehr an zu begreifen, zu spühren, zu fühlen was mir damals versagt worden ist......vor allem aber die Eigenliebe zu entdecken und die Wertschätzung stabilisiert einen da ungemein.
Es ist denk ich mir aber nur ein Teilstück eines ganzen Puzzles, das man zusammen fügen kann...
Lieben Gruß melanie |
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| Melinak hat zum Thema: Re: co-abhängigkeit verstehen geschrieben
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Gotti sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.02.2008 Beiträge: 3354 Alter: 51 Wohnort: Bayern
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Verfasst am: 06.10.2010, 07:59 Titel: Re: co-abhängigkeit verstehen |
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Hallo und Herzlich Willkommen Judith!
Wenn es danach geht, passe ich nicht in das Schema. Ich war eigentlich schon ein von den Eltern geliebtes Kind.
Vlt. nur zu streng behütet. Aber schon geliebt.
Ist doch auch egal was war. Oder nicht?
Ich habe bei meiner Verarbeitung gemerkt, dass das was hinter mir liegt, eben vorbei ist. Daran kann ich, kann keiner mehr was ändern.
Das HEUTE zählt. Jetzt kann ich was anders machen. Mein Leben anders leben.
Und das ich wichtig.
Du hast schon etliches in die Wege geleitet. Finde ich sehr mutig und stark von dir und wünsche dir ganz viel Durchhaltevermögen, dass es so bleiben kann!!!
Liebe Grüße von Gotti. |
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| Gotti hat zum Thema: Re: co-abhängigkeit verstehen geschrieben
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dagmar007 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.05.2008 Beiträge: 2896
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Verfasst am: 06.10.2010, 08:31 Titel: Re: co-abhängigkeit verstehen |
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Das denke ich eben auch, liebe Gotti: losmarschieren und beginnen. Klar, manchesmal wird das eine oder andere klarer, wenn die Grundvoraussetzungen bekannt sind. Auch meine Eltern waren Eisklötze und ich habe wohl immer nach Liebe gesucht bei Menschen, die unerreichbar waren. Ich denke, da geht es mir ähnlich wie Melanie.
Nur... es war eine falsche Auswahl - sie tat mir nicht gut - ich muss bemüht sein mir selber das zu geben, was ich in anderen suche.... Langsam gelingt es mir ...
Lieben Gruß von Daggi |
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| dagmar007 hat zum Thema: Re: co-abhängigkeit verstehen geschrieben
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silberkralle sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.12.2009 Beiträge: 4502 Alter: 60 Wohnort: Wilkau-Haßlau
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Verfasst am: 06.10.2010, 08:42 Titel: Re: co-abhängigkeit verstehen |
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glück auf judith schön das du da bist
| judith98 hat Folgendes geschrieben: | | vielleicht kann co-abhängig nur jemand werden, der eine ganz bestimmte persönlichkeitsstruktur hat - jemand mit einer anderen persönlichkeitsstruktur würde einfach gehen | ich hab keine ahnung - obs an der stuktur liegt - ich denk aber s stimmt dass nur bestimmte menschen krank werden + ja die anderen gehen rechtzeitig
kraftbäckel + schönen mittwoch
matthias |
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| silberkralle hat zum Thema: Re: co-abhängigkeit verstehen geschrieben
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Emma2010 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 06.10.2010 Beiträge: 164
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Verfasst am: 06.10.2010, 13:55 Titel: Re: co-abhängigkeit verstehen |
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Hallo Judith,
dein Beitrag berührt mich, denn genau die gleichen Gedanken gehen mir auch durch den Kopf.
Ich war knapp 7 Jahre mit einen "alkoholabhängigen Partner" zusammen und obwohl wir immer noch mehr und noch schlimmere Auseinandersetzungen hatten, wollte ich nicht aufgeben. Dachte mir, jetzt habe ich schon dieses und jenes erlitten, warum nicht dann gleich bis zum Ende durchhalten.
Jetzt einige Monate nach der Trennung trifft es mich wie einen Schlag auf den Kopf, wie blöd, wie verblendet ich eigentlich all die Jahre war. Wohl wissend, daß ich aufgrund meiner eigenen Familiengeschichte auch so manche Defizite in mir trage, habe ich mir (natürlich unbewußt) einen Partner gesucht, der mir doch glatt diese Defizite - Wärme, Nähe, Aufmerksamkeit, etc. ergänzt hat. Das hat mir promt so geschmeichelt, daß ich dafür nichts ahnend seine Alkoholkrankheit in Kauf genommen habe.
Wäre ich klug gewesen, dann hätte ich zu meinen Schwächen/Defiziten gestanden und diese mal bewußt analysiert, aber nein, so habe ich immer die unangehmen Gefühle verdrängt.
Sehenden Auges bin ich in eine Beziehung gegangen, wissend, daß dieser Mann Alkoholprobleme hat. Und wieder habe ich nicht geschaltet, den als aufgeklärter Mensch, dem alle Auskunftsmedien zur Verfügung stehen, hätte ich wissen müssen, daß Alkoholismus eine Sucht ist, er nicht einfach zu trinken aufhören kann, daß meine Forderungen nur Spannungen erzeugen und eben, weil krank er nicht erfüllen kann. Aber trotzdem haben ich ständige Kritik geübt, an einen Kranken, an seinen Trotzreaktionen und seiner Rückfälle .
Alles wurde von Jahr zu Jahr unerträglicher.
Mein Partner war mir nüchtern der liebste Mensch, aber genauso wie ich, hatte er eine Vergangenheit, die ihn irgendwann in die Alkoholsucht getrieben hat.
Ich erlaube mir zu sagen, daß einem Alkoholiker der klare Durchblick fehlt, er hat sich ja nur entsprechend seiner Krankheit eine Partnerin gesucht, die ihn unterstützt und seiner Krankheit dienlich ist.
Da ich diejenige bin, die nicht trinkt, war ich immer davon überzeugt, daß mein Weg für uns der Richtige ist. Dennoch habe ich mich als gehorsame Co-Abhängige zur Verfügung gestellt.
Erst seit wir getrennt sind, erledigt er wieder seine Angelegenheiten für sich und vollführt keine Schritte der Selbstheilung.
Ich hoffe, daß ich mir diese Fehler irgendwann mal verzeihen kann.
LG Emma |
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| Emma2010 hat zum Thema: Re: co-abhängigkeit verstehen geschrieben
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