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Was würdet ihr tun?

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Emilie
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Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 05.10.2010
Beiträge: 9
Alter: 28

BeitragVerfasst am: 05.10.2010, 19:49    Titel: Was würdet ihr tun? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Habe mich hier im Forum registriert, in der Hoffnung, hilfreiche Ratschläge u. Erfahrungsberichte zu bekommen.

Was ich mit bekommen habe, wird hier im Forum darauf hingewiesen, dass man nur über sich selbst, und nicht über andere Personen schreiben soll.
Nun, ein bisschen was, muss ich euch aber doch von meinem Freund erzählen, weil ich sonst nicht wüsste, wie ich mein Problem beschreiben sollte.

Nun zu meiner Geschichte:

Bin seit mehreren Jahren mit meinem Freund zusammen, der schon seit seiner Jugend Kiffer war. Zugegeben hab ich damals auch noch gekifft, allerdings eher gelegentlich.

Irgendwann wurde ich überraschend schwanger, und da war es mir sehr wichtig, dass wir unser Leben kindergerecht ändern.
Natürlich habe ich, seit dem Tag als ich von der Schwangerschaft erfahren habe, nie mehr wieder gekifft, und wollte auch mit allem Zwang meinen Freund dazu bringen aufzuhören.

Dass er nicht besonders begeistert davon war, könnt ihr euch vorstellen. Er hat mir oft versprochen aufzuhören, es aber nie geschafft. Mich immer wieder vertröstet.

Somit folgte eine lange Phase, in der wir ziemlich über das Thema gestritten haben. Eine zeitlang waren wir sogar getrennt.

Ich war wegen unseres Kindes so fixiert auf den Gedanken, ihn davon weg zu bringen, dass ich es nicht gesehen habe, dass ich uns damit noch mehr Probleme mache.

Irgendwann schaffte er es, damit aufzuhören, und wir haben wieder zueinander gefunden.

Anfangs war das total schön für mich, und ich hatte soviele Hoffnungen, dass wir eine "normale" Familie sein könnten. (Wir kommen ja beide nicht aus den besten Familienverhältnissen raus, und hätte mir für unser Kind was Besseres gewünscht)

Leider hat er ziemlich schnell einen Ersatz gefunden. Er griff immer öfters zum Alkohol. Anfangs dachte ich mir nichts dabei. Aber mittlerweile geht es schon Monate so dahin, und es gibt kaum noch Tage, wo er es ohne aushält.

Unsere Beziehung und unser Familienleben leidet natürlich darunter. Es macht mich völlig fertig. Vor allem, weil mich mir selbst die Schuld daran gebe. Es ist für mich so, als ob ICH ihm zum Alkoholiker gemacht hätte.

Ich war so fixiert darauf, eine Bilder-Buch-Familie zu haben, dass ich alles noch schlimmer gemacht habe.

Ich weiß nicht was ich tun soll, um ihn da wieder raus zu helfen. Therapie will er nicht machen.

Bin am Überlegen ihm wieder das Kiffen zu "erlauben" (Naja, erlauben ist wohl ein blöder Ausdruck). Aber ich habe sooo Angst vor den Konsequenzen. Immerhin ist es illegal. Was ist, wenn wir Schwierigkeiten deswegen kriegen?

Vielleicht red ich mir das auch selber nur ein, dass es sooo schlimm wäre zu Kiffen, wenn man Kinder hat. Vielleicht machen das mehr Eltern als man denkt. Vielleicht habe ich da total überreagiert.

Ich muss auch sagen, wenn es sich auf die Abende beschränkt hätte, hätte es mich vielleicht auch nicht gestört. Aber sein Problem war, dass er schon in der Früh damit begonnen hat.

Ich weiß momentan echt nicht mehr, was richtig oder falsch ist. Oder was normal oder abnormal ist.

Privat kann ich mit niemanden darüber reden. Weil entweder ich krieg zu hören "Selbst schuld, wennst mit einem Kiffer zusammen gehst" oder sie raten mir dazu, mich von ihm zu trennen.

Aber das kann doch nicht sein, dass das die Lösung sein soll.

Gibt es jemanden bei euch, der ähnliches durch gemacht habt? Wie habt ihr die Situation gelöst? Gibt es was, was ihr mir empfehlen würdet??
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Emilie hat zum Thema: Was würdet ihr tun? geschrieben
desperateS
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 24.03.2009
Beiträge: 403

BeitragVerfasst am: 05.10.2010, 19:54    Titel: Re: Was würdet ihr tun? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Emilie!

Lieber Kiffen statt trinken?
Das ist wie Pest oder Cholera.

Was bei ihm stattgefunden hat, ist schlichtweg Suchtverlagerung.
Und diesmal vermutlich in eine noch bedenklichere Richtung.

Du fragst, was ich tun würde?
Ganz ehrlich?

Wenn ich nicht Co wäre, würde ich mich auf soetwas im Leben nicht einlassen.
Da reicht eigentlich der gesunde Menschenverstand aus.
Aber: Ich bin Co, und ich bin auch nicht Du.

Deshalb stell doch besser Dir die Frage: Was willst Du tun, und wie stellst Du Dir Deine Zukunft vor?

LG,
DesperateS
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desperateS hat zum Thema: Re: Was würdet ihr tun? geschrieben
desperateS
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 24.03.2009
Beiträge: 403

BeitragVerfasst am: 05.10.2010, 19:57    Titel: Re: Was würdet ihr tun? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

PS:
Du sagst, Du weißt nicht mehr, was normal ist, und was nicht.
Die Frage habe ich mir früher auch gestellt.

Mal im Ernst: Spielt das überhaupt eine Rolle?
Kommt es nicht viel mehr darauf an, ob DU damit zufrieden bist?
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desperateS hat zum Thema: Re: Was würdet ihr tun? geschrieben
Emilie
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 05.10.2010
Beiträge: 9
Alter: 28

BeitragVerfasst am: 05.10.2010, 20:36    Titel: Re: Was würdet ihr tun? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

@desperateS: Danke für deine Antwort.

Mit deiner Aussage "Lieber Kiffen statt trinken? Das ist wie Pest oder Cholera." hast du sicherlich recht. Es hört sich ja auch irgendwie total blöd an.

Aber im Vergleich zu den Problemen die ich heute habe, kommen mir die Probleme von damals so mikrig vor.

Ok, er war immer eingeraucht, man konnte mit ihm nichts anfangen, weil er ständig schlapp, müde und faul war. Er half überhaupt nicht im Haushalt, geschweige denn, dass er sich einmal mit unserem Kind beschäftigt hat.

Aber trotzdem, ist es mit dem Alkohol um soooviel schlimmer.

Aber heute beleidigt er mich, ist aggressiv, behandelt mich respektlos. In der Früh ist er immer total schlecht drauf. Ich darf ihn nicht einmal ansprechen.

Ich fühle mich nicht mehr geliebt. Oft hab ich das Gefühl, dass er nur mehr mit mir zusammen ist, weil er mich braucht, um nicht alleine zu sein. Aber nicht, weil er mich liebt.

Manchmal sehne ich mich nach den Zeiten zurück, wo er "nur" gekifft hat. So blöd wie es auch klingt.

Natürlich ist das auf Dauer auch keine Lösung.

Ich will ein Leben ohne einen süchtigen Mann. Ich möchte sooo gerne "normal" sein. So gerne, eine normale Beziehung haben, eine normale Familie.

Ich sehne mich so nach Geborgenheit, die mir mein Freund schon lange nicht mehr geben kann.

Aber ich hab so Angst. Was passiert dann mit dem gemeinsamen Kind? Ich kann ihn doch nicht ohne Vater aufwachsen lassen. Aber genauso wenig, kann ich unser Kind bei einem Alkoholiker-Vater lassen (würd ich nie machen, hätte da viel zu viel Angst, dass was passiert).
Kontakt unter Aufsicht geht aber genauso wenig. Wie soll das gehen, wenn wir uns jedes Wochenende sehen sollen?

Was passiert dann aus ihn? Ich habe Angst, dass er da noch tiefer rein rutscht, wenn ich ihn verlasse. Dass er sich was antut.

In der Zeit, in der wir getrennt waren, hat er oft davon gesprochen, dass er sich das Leben nehmen will. Und ehrlich gesagt, schätze ich ihn auch so ein, dass er das tun würde.

Ich glaube heute auch irgendwie, dass ich vielleicht zu hart zu ihm war, weil ich auf so penetrante Art und Weise versucht habe, ihm vom Kiffen abzubringen. Vielleicht war das gar nicht mein Recht und ich bin da einfach zu weit gegangen.

Stimmt es denn, dass erfahrungsgemäß Alkoholiker erst aufhören zu trinken, wenn die Leidensgrenze zu groß ist? Oder gibt es Fälle, wo es anders war?
Wenn ja, dann kann ich bei ihm lange warten. Er sagt ja selbst immer, dass eigentlich nur ich ein Problem mit seiner Sucht habe. Er selbst akzeptiert es, dass er mal so ist, wie er ist.

Dass er mich im Rausch oft schlecht behandelt, weiß er am nächsten Tag sowieso nicht mehr, also ist es für ihn gar nicht mehr wahr.
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Emilie hat zum Thema: Re: Was würdet ihr tun? geschrieben
dagmar007
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.05.2008
Beiträge: 2896

BeitragVerfasst am: 05.10.2010, 21:15    Titel: Re: Was würdet ihr tun? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo, Ihr Lieben,
ich weiß nicht, ob der springende Punkt tatsächlich die Frage ist, welches Gift schlimmer ist. Denn beide sind Sucht - und beide wirken am Ende wohl ähnlich....

Ich habe viel eher den Eindruck, dass jeder Süchtige mit der Zeit seine Person verändert, ein jahrelanger Alkoholkonsument wird vom Verhalten ebenso (wie ich es erlebt habe) wie das, was Ihr von Kiffern schreibt.

Ist es denn nicht so, dass die Sucht irgendwann Kernthema wird - egal von was die Sucht gestillt wird.
Nächste Frage, wie ist es bei uns, wenn wir mit solchen Menschen zusammen sind, die uns nicht gut tun? Ist dann nicht auch unsere Sucht nach Liebe und angenommen sein auf diesen Menschen verlagert?

Lieben Gruß von Dagmar
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dagmar007 hat zum Thema: Re: Was würdet ihr tun? geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 32808
Alter: 49
Wohnort: Eberswalde

BeitragVerfasst am: 05.10.2010, 21:58    Titel: Re: Was würdet ihr tun? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

ich habe hier einige Beiträge gelöscht.
Hier ist ein Forum für suchtmittelfreies Leben und jede Verharmlosung von irgendwelchen Drogen hat hier nichts zu suchen.

Deweiteren möchte ich wiedermal daran erinnern, dass es hier ausschließlich um die Menschen gehen soll, die sich hier angemeldet haben.

Ich bitte da zu beachten.

Gruß
Karsten
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Karsten hat zum Thema: Re: Was würdet ihr tun? geschrieben
Feeli
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 27.08.2010
Beiträge: 1308
Alter: 33
Wohnort: Rheinland-Pfalz

BeitragVerfasst am: 05.10.2010, 22:10    Titel: Re: Was würdet ihr tun? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Emilie,

Ich habe drei Paare gekannt, wo es Kinder gab und wo gekifft wurde. Mir haben die Kinder immer unendlich Leid getan. Ihr Leben schien mir vorgezeichnet. Ich habe mit den Leuten seit ewigen Zeiten nichts mehr zu tun, aber ich scheine Recht zu behalten, soweit ich das aus der Distanz sagen kann.

Es gibt keine 'bessere' Droge. Es gibt nur Menschen, die von der gleichen Droge mehr oder weniger bzw. schneller oder langsamer abhängig werden. Solche, die eine (dauerhafte!!!) Psychose entwickeln und solche, bei denen das erstmal nicht passiert.

Ich denke, das mit der Kifferei ist im Moment eher deshalb Deine Erklärung, weil Du sonst keine hast. Alles Schwachsinn. du hast nichts damit zu tun. Gut möglich, dass es genauso gekommen wäre, wenn Du gar nicht da gewesen wärst. Kiffen kostet viel Geld, ist illegal und asozial. Saufen kostet Geld, macht auch körperlich abhängig und ist asozial - hey was soll denn da besser sein? Die Diskussion alleine ist zu nichts nutze.

Wenn Du hier von dem ein oder anderen Alkoholikerkind liest, wirst Du feststellen, dass die Kinder - vor allem im Rückblick - immer wollten, dass die Eltern sich trennen, einfach um in Frieden leben zu können.

Feeli
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Feeli hat zum Thema: Re: Was würdet ihr tun? geschrieben
Goddess
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.10.2010
Beiträge: 10
Alter: 32

BeitragVerfasst am: 05.10.2010, 22:20    Titel: Re: Was würdet ihr tun? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Was mir gerade durch den Kopf geht, ich glaube für das Kind ist das wichtigste, dass es dir gut geht.

Ich habe zwar selbst keine Kinder, habe mir aber Tiere als Ersatz geholt, die wohnen nun beim EX - (Achtung ich setze NIEMALS Kinder mit Tieren gleich) - aber selbst bei den Tieren habe ich so meine Zweifel, dass mein Partner diesen gerecht werden kann - d.h. bei einem Kind kann er das sicherlich überhaupt nicht.

Ich glaube das ein Kind beide Partner braucht, vorausgesetzt diese "funktionieren" wie es "normal" ist - sprich, dass man dem Kind in jeglicher Hinsicht gerecht wird. Wie du gesagt hast, du gibst dir die Antwort im Prinzip selbst, so wie ich auch. Aber was einem fehlt ist der Mut es durchzuziehen, die Angst allein zu bleiben und auch das man den Partner im Stich lässt. Ich kann dich verstehen und denke, dass es mit Kind doppelt so schwer ist.

Ich wünsche dir die Kraft das Richtige zu tun. Das Richtige für dich, dein Kind und deine Gefühle.
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Goddess hat zum Thema: Re: Was würdet ihr tun? geschrieben

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