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Denn die Hoffnung stirbt zuletzt (Achtung lang)

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inga
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 07.06.2009
Beiträge: 197
Alter: 44
Wohnort: Sachsen-Anhalt

BeitragVerfasst am: 05.10.2010, 23:46    Titel: Re: Denn die Hoffnung stirbt zuletzt (Achtung lang) Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Goddess,

hast Du mal über die Tatsache nachgedacht, daß Du mit jedem "springen wenn er ruft" an seinem Grab schaufelst? Daß Du ihm hilfst, schneller und qualvoll den Selbstmord auf Raten zu begehen? Daran möchtest Du Schuld sein?

Solche Gedanken haben bei mir langsam Klarheit geschaffen, langsam aber sicher. Ich will daran definitv keine Schuld haben! Ich will mir nicht den Rest meines Lebens Vorwürfe machen müssen, wenn er sich totgesoffen hat.

Nur mal so ganz nebenbei: Am vorigen Donnerstag ist ein Arbeitskollege von mir gestorben, er war nasser Alkoholiker und starker Raucher, es ging ihm körperlich schon seit geraumer Zeit sehr dreckig, zum Arzt ging er nicht, da er überzeugt war, kerngesund zu sein, seine Familie stand hinter ihm und hat ihn unterstützt (Du weißt wahrscheinlich was ich damit meine), am Donnerstag hat er morgens bei uns angerufen und einen Tag Urlaub genommen, weil es ihm nicht gut ginge, dennoch für ihn kein Grund zum Arzt zu gehen, er hat die Nacht nicht überlebt, seine Tochter hat ihn am Freitag gefunden, weil sie ihm zum Geburtstag gratulieren wollte.

Sehnst Du Dich eigentlich nach Deinem Leben vor ihm zurück, trauerst Du diesem Leben nach? Wie wäre es, wenn ....? Wie geht Dein Leben nach dem ersten Schritt (Dein Ausziehen) nun weiter?

lg inga
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inga hat zum Thema: Re: Denn die Hoffnung stirbt zuletzt (Achtung lang) geschrieben
Goddess
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.10.2010
Beiträge: 10
Alter: 32

BeitragVerfasst am: 06.10.2010, 07:18    Titel: Re: Denn die Hoffnung stirbt zuletzt (Achtung lang) Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Inga,

im Moment schlafe ich kaum, ich wache jede paar Minuten auf um auf mein Handy zu starren "wenigstens eine Beschimpfung" denk ich mir um zu wissen das er noch lebt. Ich schaffe es nicht mich von der Idee zu lösen Schuld zu sein wenn etwas passiert, das ich mit meinem Verhalten aber ebenso dazu beitrage... Tja das verdränge ich scheinbar.

Ja ich wohne alleine - aber allein deswegen mache ich mir Vorwürfe. Ich fühle mich der Situation gegenüber so machtlos. Meine größte Angst ist, dass etwas passiert - die ganze Welt wird mit dem Finger auf mich zeigen - vor allen Dingen seine Familie.

Ich sehe für mich auch keinen Lichtstreif am Horizont, denn jedesmal wenn ich glaubte einen zu sehen, hat mich mein Gewissen sowas von platt gemacht.

Ich habe mich zu einem kompletten Psycho entwickelt - ich erkenne das ich es allein nicht schaffe. Meine Familie hat kein Verständnis, weil wir unglaublich selbstbewusst erzogen wurden, lange war ich die mit den breitesten Schultern und dem dicksten Fell. Inzwischen schneide ich mir die Beine auf um mich zu bestrafen. Wie kann ich mich denn an jemanden wenden und um Hilfe bitten, wenn die Antwort so einfach ist - loslassen... Ich finde es unglaublich beschämend so hilflos zu sein, ich wurde einfach anders erzogen, Probleme werden in der Familie gelöst und so - du weisst sicher...

Ich glaub das ist alles etwas wirr, vor allem lenkt mich nur die Arbeit ab, aber auch dort gehen meine Leistungen Rapide abwärts. Im Moment wünsche ich mir nur Ruhe - ganz einfach nur Ruhe im Kopf - all die Vorwürfe, Ängste etc. sollen verschwinden. Aber es funktioniert einfach nicht.
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Goddess hat zum Thema: Re: Denn die Hoffnung stirbt zuletzt (Achtung lang) geschrieben
Gotti
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.02.2008
Beiträge: 3354
Alter: 51
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 06.10.2010, 07:52    Titel: Re: Denn die Hoffnung stirbt zuletzt (Achtung lang) Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Goddess!

Was ich so aus deiner Geschichte herauslese ist, dass es bei dir genau wie bei deinem Freund und allen - ich sag mal Kranken - geht:

ENTWEDER -- ODER !!

Entweder DU holst dir Hilfe, gehst zu deinem Hausarzt, suchst dir therapeutische Hilfen, traust dich zur SHG
Oder du gehst vor die Hunde.

Was du da schreibst, klingt schon sehr extrem.
Sich selbst zu verletzen, nur um eine "Erleichterung" zu spüren, zeigt mir deutlich, dass du ganz dringend irgendwas an deinem Leben ändern musst.
DU musst es tun.
Warte nicht auf ihn oder andere.

Trau dich!!!

Ich schicke dir Kraft, Mut und ganz viel Durchhaltevermögen!

Liebe Grüße von Gotti.
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Gotti hat zum Thema: Re: Denn die Hoffnung stirbt zuletzt (Achtung lang) geschrieben
Feeli
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 27.08.2010
Beiträge: 1308
Alter: 33
Wohnort: Rheinland-Pfalz

BeitragVerfasst am: 06.10.2010, 08:21    Titel: Re: Denn die Hoffnung stirbt zuletzt (Achtung lang) Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Guten Morgen,

All Deine Verhaltensweisen kannst Du hier bei all den anderen nachlesen. Du scheinst aber zu glauben, dass Du den Weg aus Deinem Irrgarten alleine schaffen musst. Irrtum.

Nicht nur, dass man es evtl. nicht alleine schaffen kann. Man muss es nicht alleine schaffen! Mann muss es nur schaffen wollen.

Mach einen Termin bei einem Psychtherapeuten aus und geh hin. Du weißt vielleicht erstmal nicht, was Du sagen sollst. Das ergibt sich aber ganz von selbst, sobald Du da bist.

Aber Du musst auf jeden Fall etwas tun.

Feeli
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Feeli hat zum Thema: Re: Denn die Hoffnung stirbt zuletzt (Achtung lang) geschrieben
desperateS
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 24.03.2009
Beiträge: 403

BeitragVerfasst am: 06.10.2010, 20:02    Titel: Re: Denn die Hoffnung stirbt zuletzt (Achtung lang) Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Goddess!

Du bist unglaublich wütend auf Dich, weil Du eine Theorie-Rakete bist, es aber in der Praxis nicht klappt.
Dafür kannst Du Dich bestrafen, klar.

Oder aber Du machst die Augen auf und siehst, dass Du schon einen wichtigen Schritt gemacht hast.
Und das sogar ohne Hilfe!

Weshalb verlangst Du von Dir, dass das alles innerhalb kürzester Zeit überstanden ist? Wie lange hast Du gebraucht, um Co zu werden?
Ging das auch von heute auf morgen??
Weshalb billigst Du Dir nicht ein wenig mehr Zeit zu? V

Wie hast Du damals Laufen gelernt? Oder Radfahren? Auto?
Hast Du losgelegt, und es hat funktioniert? Oder musstest Du ein wenig üben?

Hat Dich nicht auch anfangs jemand festgehalten, bis Du einigermaßen sicher und gefestigt warst?

Du hast soviel Hass für Dich über, Du übertriffst schon fast Deinen Partner.
Und warum?
Weil Du meinst, einen Fehler gemacht zu haben? Versagt zu haben?
Weil Du Dich ärgerst, dass Du nicht mir-nix-dir-nix von ihm loskommst?

Wie wäre es, wenn Du mal ein bißchen übst?
Mal widerstehst, wenn er wieder pfeift?
Und das immer öfter?!
Je mehr Du das übst, umso leichter fällt es Dir.

Es ist keine Schande, hinzufallen. Aber es ist eine Schande, liegen zu bleiben.

Also, komm raus aus deinem Sumpf aus Selbstmitleid. Sieh Dich um!
Du hast eine eigene Wohnung, die nur Dir ganz allein gehört!
Da kannst Du machen, was Du willst. Aber offensichtlich gefällt es Dir nicht, mit Dir selbst zu leben.
Wie denn auch, wo Dein "Mitbewohner" Dich ständig runterputzt?
Weshalb bist Du ausgezogen? Um das Spiel, dass Dein "Partner" gespielt hat, weiterzuspielen?

Nein, ich denke nicht.

Geh zur SHG. Und wenn es nur dazu da ist, um Dich vom "Springen" abzuhalten, weil Du in der Zeit nicht ans Telefon gehen kannst.
Für den Anfang ist das schon ausreichend.

Es stimmt schon:
Auch für Dich gilt: Entweder... oder!
Du hast die Wahl...
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desperateS hat zum Thema: Re: Denn die Hoffnung stirbt zuletzt (Achtung lang) geschrieben

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