| Weihnachtsmärkte und ihre Verlockungen • Alkoholismus, Leben, Partnerschaft |
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Abafazi2010 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.04.2010 Beiträge: 36 Alter: 41 Wohnort: südlich von Stuttgart
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Verfasst am: 03.10.2010, 09:39 Titel: Umgang mit dem Sterben |
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Hallo an alle,
ich habe hier schon lange nicht mehr geschrieben. Ich dachte, meine Probleme sind hier vielleicht fehl am Platz, und habe jeden Abend meine Freunde und Verwandten mit Mails bombardiert.
Jetzt aber denke ich, dass es hier sicher doch den ein oder anderen gibt, der einen Rat für mich hat.
Es geht um folgendes: mein Freund (wir sind seit 3 1/2 Monaten zusammen, kennen uns aber über 20 Jahre) ist seit dem Sommer sehr krank. Am 11.09. habe ich ihn in die Notaufnahme gefahren, er hatte immer Bauchschmerzen und seit Wochen einen komischen Husten. In der Klinik wurden Tumore entdeckt...seit 2 Wochen wissen wir, dass diese bösartig sind. Sie sind im ganzen Bauchraum sowie in Lunge und Schilddrüse verteilt. Genau genommen haben die Ärzte ihm keine große Hoffnung gemacht... Letzte Woche hat seine Chemo begonnen, die aber nur lindern soll, eine Chance auf Heilung gibt es kaum.
Für mich als Alkoholikerin ist diese Situation eine arge Herausforderung. Einerseits muss ich natürlich nüchtern und zurechnungsfähig sein, denn er braucht jetzt jede Hilfe. Andererseits möchte ich mich manchmal einfach nur noch wegbeamen und an all das nicht mehr denken.
Leider habe ich mit dem Rauchen wieder angefangen, sozusagen als Ersatz, aber das ist natürlich auch Mist. Hatte 8 Jahre nicht mehr geraucht! Ich stelle fest, dass die alten Muster wieder da sind; der Wunsch nach Selbstbestrafung und quasi dem Schicksal eine lange Nase drehen wollen.
Hat jemand schon Ähnliches erlebt? Wie kann ich mal abschalten, ohne gleich meinem Körper irgendein Gift zuführen zu wollen? In meiner Kur habe ich mir natürlich Beschäftigungsmöglichkeiten und den berühmten Notfallkoffer erarbeitet, aber in solch einer Grenzsituation greift er nicht... Wie kann ich Unkraut jäten, während mein Freund bald stirbt?
So, jetzt habe ich Euch ziemlich zugetextet. Ich wäre dankbar für ein paar Tipps, wie ich es schaffe, mit all dem umzugehen, ohne rückfällig zu werden. Mein Sohn, knapp 8 Jahre alt, braucht mich ja auch. Ich bin alleinerziehend und berufstätig...
Vielen Dank schon mal
Mit traurigen Grüßen
Abafazi |
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| Abafazi2010 hat zum Thema: Umgang mit dem Sterben geschrieben
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lilly sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.06.2008 Beiträge: 9552 Alter: 55 Wohnort: Oberbayern
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Verfasst am: 03.10.2010, 10:34 Titel: Re: Umgang mit dem Sterben |
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Hallo Abafazi,
die Erinnerung hat mich nach dem Lesen Deines posts eingeholt.
Nachdem mein 1. Mann 1997 an Lungenkrebs gestorben ist, wurde im Sommer 2005 bei meinem 2. Mann dieselbe Diagnose gestellt (Bestrahlungen, Chemo usw.). Wie schwer, wie enorm belastend diese Zeit des Hoffens, Bangens, „die richtigen Worte … finden, wenn es eindeutig ist, wohin die Reise geht“, war , das brauche ich Dir nicht zu schildern ….
Ich habe – wieder – zu Rauchen und – nach 5-jähriger Trockenheit (etwa 3 Wochen vor seinem Tod im Sommer 2007) wieder mit dem Trinken begonnen! Für mich war die Belastung zu groß – ich habe keinen anderen Ausweg mehr gesehen. Allerdings habe ich kein Kind …Ich habe dann ein knappes Jahr mit steigender Tendenz getrunken, bin im Juni 2008 auf dieses Forum gestossen und bin seit dem 12.6.2008 trocken.
Was hätte ich anders machen können?
Evtl. hätte mich die „Pflicht“ Mutter zu sein, vom Trinken abgehalten, aber nur eventuell …
Dann hast Du den Vorteil, Freunde/Verwandte zu haben, denen Du Dich mitteilen kannst, das allein hilft meiner Meinung nach schon, „Spitzen“ zu verhindern, zu reduzieren.
(Ich bin der Typ, der „alles mit sich alleine ausmachen will“, was – zumindest in solch einer Situation – falsch ist).
Was ich heute in dieser Situation wirklich anders machen würde: ich würde mich einem guten Psychotherapeuten anvertrauen und regelmäßige Gespräche über die enorme Belastungssituation führen. Er hat es gelernt, ist vom Fach und kompetent.
Liebe Abafazi, ich wünsche Dir ganz viel Kraft, trocken zu bleiben! Alkohol macht es nur noch schlimmer. Der „Notfallkoffer“ ist trotz alle dem sehr wichtig. Aber das weißt Du ja alles.
Ich fürchte, so richtig helfen konnte ich Dir mit meinen Ausführungen nicht. Lass’ die Finger vom Alkohol. Es kommen auch wieder bessere Zeiten. Ich denk’ an Dich.
Liebe Grüße
Lilly |
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| lilly hat zum Thema: Re: Umgang mit dem Sterben geschrieben
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stehauffrauchen sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.03.2007 Beiträge: 3847 Alter: 50
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Verfasst am: 03.10.2010, 10:37 Titel: Re: Umgang mit dem Sterben |
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hi aba
ich habe das gleiche durch,
bin nun 3,5 jahre trocken,
vor 2 jahren ist meine schwester gest....
sie hat 4 jahre gegen diese sch...krankheit
gekämpft und verloren,
es waren vor 2 jahren auch verdammt schwere
zeiten für mich , ich war auch gerade mal 1 jahr trocken,
ich bin an meine grenzen gestossen,
der weg zur flasche war so nahe,
aber was solls,du kannst es ja nicht ändern,
selbst wenn er geht und du wieder trinkst
fängst du wieder von vorne an,
du hilfst ihm ja damit nicht,
mir hat das schreiben hier sehr geholfen und ich bekam
viel von diesem forum zurück,,,,DANKE,,,,
sei für ihn da,höre zu was er dir sagt,
aber lasse das erste glas stehen,,es bringt nichts
ich bin leider auch selbst krebspatient und ich weiss von was
ich hier schreibe,
l.g.kerstin |
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Abafazi2010 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.04.2010 Beiträge: 36 Alter: 41 Wohnort: südlich von Stuttgart
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Verfasst am: 03.10.2010, 11:03 Titel: Re: Umgang mit dem Sterben |
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Hallo, vielen Dank für Eure Antworten!
@lilly: meine Güte, was für ein Schicksal. Du hast mir sehr wohl geholfen mit Deinen Worten; und sei es "nur", dass meine Emotionen, die ich jetzt seit Wochen unterdrücke, um funktionieren zu können, doch an die Oberfläche kommen. Ich werde jetzt gleich zu meinem Freund fahren - wir wohnen nicht zusammen, hatten das aber eigentlich geplant - und für ihn kochen. Ich komme dann erst abends zurück; mein Sohn ist bei seinem Vater. Wenn ich abends dann zur Ruhe gekommen bin, melde ich mich hier wieder an und werde vielleicht endlich alle Gefühle zulassen können. Ich bedaure jetzt schon, nicht früher hier geschrieben zu haben...
@ kerstin: wenn ich Dich richtig verstehe, hast Du es geschafft, trotz allem trocken zu bleiben. Hut ab! Das möchte ich unbedingt auch. Mir hilft es sehr zu sehen, dass es möglich ist. Mein Freund, der ja weiß, dass ich Alkoholikerin bin, sagte erst kürzlich zu mir: lass die Flaschen zu!!! Er weiß ja, was in mir vorgeht, wir reden sehr offen, zum Glück. - Ich gebe zu, ich habe noch nicht hier recherchiert und die einzelnen Profile angeschaut. Dass Du selbst jetzt Krebs hast, ist ganz fürchterlich. Aber Näheres möchte ich später dann nachlesen, bestimmt hast Du dies entsprechend irgendwo geschrieben. Lesen und schreiben hilft sehr, das merke ich jetzt sehr deutlich.
Danke nochmal!!!
Bis später
Abafazi |
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| Abafazi2010 hat zum Thema: Re: Umgang mit dem Sterben geschrieben
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stehauffrauchen sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.03.2007 Beiträge: 3847 Alter: 50
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Verfasst am: 03.10.2010, 11:14 Titel: Re: Umgang mit dem Sterben |
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hi aba
| Zitat: | | Dass Du selbst jetzt Krebs hast, ist ganz fürchterlich |
ich bin erstmal geheilt,
| Zitat: | | Aber Näheres möchte ich später dann nachlesen, bestimmt hast Du dies entsprechend irgendwo geschrieben. Lesen und schreiben hilft sehr, das merke ich jetzt sehr deutlich |
ich führe ein tagebuch seit 3,5 jahren im geschützten bereich,
und wenn es brennt schreibe hier,es hilft,
und wie dein freund sagt,lasse das erste glas stehen,
l.g.und einen schönen sonntag,,
kerstin |
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Abafazi2010 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.04.2010 Beiträge: 36 Alter: 41 Wohnort: südlich von Stuttgart
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Verfasst am: 04.10.2010, 12:58 Titel: Re: Umgang mit dem Sterben |
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Hallo zusammen,
gestern wurde mein Freund von seiner Schwester betreut; ich hatte somit "frei" und habe mir ein Verwöhnprogramm gegönnt, mit Badewanne und Duft etc....
Ich merke, dass ich sehr erschöpft bin, körperlich und auch seelisch. Und habe erstmal beschlossen, mich auch um mich selbst zu kümmern, damit ich für meinen Freund mit vollen Kräften da sein kann.
Die Idee mit dem Psychotherapeuten ist gut, jedoch ist hier in der Gegend die Warteliste immer sehr lang. Ich hatte das schon nach meiner Kur versucht, irgendwo unterzukommen - kurzfristig überhaupt nicht machbar. Aber ich denke, ich werde den Psychologen / Suchtberater der Klinik wieder aufsuchen. Der wollte mich ohnehin "gelegentlich sehen", allerdings hatte ich jetzt nach dem Urlaub alle eigenen Termine erstmal auf Eis gelegt. War vielleicht keine gute Idee.
Bis bald, wünsche allen einen schönen Tag!
Abafazi |
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| Abafazi2010 hat zum Thema: Re: Umgang mit dem Sterben geschrieben
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Tanja sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.02.2008 Beiträge: 2817 Alter: 38 Wohnort: hessen, trocken seit dem 23.3.08
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Verfasst am: 04.10.2010, 13:48 Titel: Re: Umgang mit dem Sterben |
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Hallo Abafazi,
recht am Anfang meiner Trockenheit erkrankte mein Schwiegervater an einem Hirntumor und ich kann gut nachfühlen wie es dir gerade geht.
Ich habe Stunden im Garten verbracht, wenn ich nicht bei ihm war. Mir hat das geholfen.
Gönn dir so viel wie möglich um Kraft zu schöpfen. Nur so kannst du helfen und das ganze trocken übertstehen.
Ich schick dir mal ein Kraftpacket.
LG Sabine |
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| Tanja hat zum Thema: Re: Umgang mit dem Sterben geschrieben
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Melinak sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.12.2008 Beiträge: 5012 Alter: 40
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Verfasst am: 04.10.2010, 14:43 Titel: Re: Umgang mit dem Sterben |
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Liebe,
es hilf doch nichts, sich darüber Gedanken zu machen. | Zitat: | | Wie kann ich Unkraut jäten, während mein Freund bald stirbt? | DU DARFST LEBEN!!!!Er auch, solange er noch lebt. Versucht alles , das er die letzten Monate schön und ohne Schmerzen erlebt. Du zieh dir nicht die Schuhe von ihm an. Es ist traurig und nehmt euc mal in den Arm und weint zusammen. Aber mach nicht den Fehler dich jetzt wegbeamen zu wollen!!!!!!Das bringt dir nichts und ihn auch nicht.Ich kenne die Angst, hatte auch was bösartiges in mir. Gott sei dank habe ich das überlebt. Ich hätte niemals gewollt, das jemand wegen mir wieder rückfällig wird!!!!!!!!!Gewünscht habe ich mir eine Schulter an die ich mich lehnen durfte und mich auch mal habe gehen lassen. Gefunden habe ich die bei meiner Psychologin!
Lieben Gruß melanie |
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| Melinak hat zum Thema: Re: Umgang mit dem Sterben geschrieben
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