| bin neu.. und weiss nicht weiter • Sleepless72 - Meine Mutter trinkt |
|
|
| Autor |
Nachricht |
|
|
DäKoal neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 23.09.2010 Beiträge: 4
|
Verfasst am: 23.09.2010, 19:14 Titel: Rat bei alkoholkranken Eltern |
|
|
Hallo,
ich suche Rat für den Umgang mit meinen alkoholkranken Eltern.
Das Problem ist vor allem, dass wir beiden Kinder nicht im gleichen Ort wohnen. D. h. eine Hilfe, wenn sie denn irgendwann mal angenommen werden würde, könnten wir im Alltag nicht unbedingt leisten.
Meinen Vater würde ich als sog. funktionierenden Alkoholiker bezeichnen. Aber bei der Mutter wird es immer schlimmer und peinlicher. Sie fällt halt unangenehm auf.
Das Schwierige an der ganzen Geschichte ist, dass man einerseits auch mal auf die Hilfe der Eltern angewiesen ist (z. B. Aufpassen auf die Kinder). Zum anderen wohnen meine Eltern auf dem Land und sind bei fast jedem Fest - sei es Straßenfest, Vereinsfest oder Geburtstag - vertreten und fallen entsprechend unangenehm auf. Mir ist das peinlich und man redet schon über die beiden. Früher bin ich gerne mal in mein Heimatdorf gefahren, auch wegen meiner Freunde und wegen Vereine.
Was tun?
Wenn ich meine Eltern bisher auf das Alkoholproblem angesprochen habe, habe ich natürlich Verärgerung und Unverständnis erfahren. Ich ärgere mich aber, dass ich es nicht oft genug mache und keine Konsequenzen ziehe.
Wie schafft man das?
Man will einerseits den Kontakt nicht vollständig abbrechen, ist mal auf ihre Hilfe angewiesen und kann ihnen wie oben beschrieben nicht vollständig aus dem Weg gehen. Von einer Einsicht sind beide meilenweit entfernt und ich wüsste auch nicht, wie man sie dazu bringt.
Es ist halt schwierig in der Gesellschaft meiner Eltern und in der Gesellschaft allgemein, dem Alkohol aus dem Weg zu gehen.
Zu diskutieren braucht man mit meinen Eltern oder mit Alkoholiker im allgemeinen dann nicht, wenn sie gerade trinken.
Die völlig nüchternen Momente sind bei meinen Eltern eher selten, um mit ihnen zu debattieren.
Bin für jeden Rat dankbar! |
|
| Nach oben |
|
| DäKoal hat zum Thema: Rat bei alkoholkranken Eltern geschrieben
|
|
 |
Tommibln Gast
|
Verfasst am: 03.10.2010, 10:25 Titel: Re: Rat bei alkoholkranken Eltern |
|
|
Hallo DäKoal,
die "Peinlichkeiten" Deiner Eltern sind mir wohl bekannt. Mein Vater war auch regelmäßig be- oder auch volltrunken und im gesellschaftlichen Umfeld wurde hinter mehr oder weniger vorgehaltener Hand über ihn getuschelt. Der einzige Weg für MICH aus der Situation war die absolut unverblümte Wahrheit. Ich hab ihm alles brühwarm erzählt, wie er oder die "Tuschler" sich verhalten haben. Er mußte mit seinen Handlungen glasklar konfrontiert werden, erst dann begann sich langsam (gaaanz langsam) ein Problembewußtsein zu entwickeln. Zu den "Tuschlern" bin ich übrigens hingegangen und habe sie zur Rede gestellt, warum sie nur hinter seinem Rücken über ihn reden, aber niemand offen auf ihn zugegeht, um ihm zu sagen, dass "man" befürchte, dass er ein Alkoholproblem habe und er etwas dagegen unternehmen müsse.
Liebe Grüße
tommibln |
|
| Nach oben |
|
| Tommibln hat zum Thema: Re: Rat bei alkoholkranken Eltern geschrieben
|
|
 |
dorothea Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.08.2006 Beiträge: 7472 Alter: 48 Wohnort: Salzgitter
|
Verfasst am: 03.10.2010, 12:51 Titel: Re: Rat bei alkoholkranken Eltern |
|
|
hallo däkoal
du wirst da gar nichts ändern können, ich wußte auch das die leute über mich reden, das ich nur noch peinlich bin, ich habe diese schamgefühle ersäuft. erst als ich wirklich nicht mehr konnte habe ich was unternommen weil ich es wollte. deine eltern müssen richtig auf die schnatze fallen, erst dann besteht die chance das sie wach werden. du kannst da reden bis du fransen am mund hast, es ändert nichts. nur du wirst immer kaputter und selbst krank. halte abstand, du kannst da sein wenn sie was unternehmen, alles andere ist zeitverschwendung.
hallo tommibln
| Tommibln hat Folgendes geschrieben: | | Zu den "Tuschlern" bin ich übrigens hingegangen und habe sie zur Rede gestellt, |
klasse aktion!!!
doro |
|
| Nach oben |
|
| dorothea hat zum Thema: Re: Rat bei alkoholkranken Eltern geschrieben
|
|
 |
Marcello neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.10.2010 Beiträge: 60 Alter: 41
|
Verfasst am: 11.10.2010, 21:59 Titel: Re: Rat bei alkoholkranken Eltern |
|
|
| DäKoal hat Folgendes geschrieben: | Hallo,
ich suche Rat für den Umgang mit meinen alkoholkranken Eltern.
Das Problem ist vor allem, dass wir beiden Kinder nicht im gleichen Ort wohnen. |
Das ist nicht das Problem sondern das Glück.
Deine Eltern sind erwachsene Menschen. Lass erwachsenen Menschen ihr Leben so gestalten, wie sie es möchten und misch dich da nicht mehr ein.
So mache ich das. Deine Eltern verhalten sich peinlich, nicht du. Was immer sie auch anstellen, es ist alleine ihr Problem und nicht deines. |
|
| Nach oben |
|
| Marcello hat zum Thema: Re: Rat bei alkoholkranken Eltern geschrieben
|
|
 |
DäKoal neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 23.09.2010 Beiträge: 4
|
Verfasst am: 20.10.2010, 16:19 Titel: Re: Rat bei alkoholkranken Eltern |
|
|
Danke für eure Meinungen. Das hat mir schon mal geholfen. Das heisst ich mach es richtig. Das einzige, was ich mir vorzuhalten habe, ist die Tatsache, dass ich das noch nicht klar und deutlich bei meinen Eltern angesprochen habe.
Ich bin halt ein Mensch, der solchen Problemen gerne aus dem Weg geht.
Brühwarm ist gut und die einzige Möglichkeit. Vielleicht fühl ich mich dann besser?
Zum einen ist es natürlich Glück, nicht im selben Ort zu leben. Zum anderen bin ich aber dort noch in Vereinen und krieg halt die peinlichen Momente vor allem meiner Mutter mit und weiss leider gar nicht, wie ich dann reagieren soll. Ich fühl mich da hilflos wie ein kleines Kind.
Je länger ich über das ganze Thema nachdenke, desto mehr wird mir bewusst, dass es eigentlich sehr viele Menschen mit Alkoholproblemen gibt.
Wann jemand Alkoholiker ist, lässt sich natürlich nicht so leicht sagen. Aber dass es in diesem Land viele Leute gibt, die abhängig vom Alkohol bzw. Rausch sind, ist unbestritten. |
|
| Nach oben |
|
| DäKoal hat zum Thema: Re: Rat bei alkoholkranken Eltern geschrieben
|
|
 |