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Tigger70
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 29.01.2007
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 30.10.2010, 02:05    Titel: Re: Psychisch Kranke Alkoholiker Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

ich danke euch allen erstmal für die Antworten. Es tut gut auf Gleichgesinnte zu treffen und sich auszutauschen. Ich habe mit der Sauferei meiner Psyche viel zugemutet, vielleicht zuviel. Eigentlich bin ich schon viel zu früh mit Alkohol in Kontakt gekommen, aber ich kann es nicht mehr rückgängig machen. Nur eines weiß ich. Ich trinke nie wieder einen Tropfen Alkohol.

@pfundi was du da schreibst, passt zu 100% auch auf mich. Meine Angststörung war früher weniger stark ausgeprägt. Ich glaube durch die Trinkerei wurde meine Angststörung/Panikattacken, Psychosomatische Störung erst richtig ausgelöst. Was mir dabei aber Angst macht, ist die Ungewissheit. Wie soll es mit der Erkrankung weitergehen? Schaffe ich es wieder normal Leben zu können?

Momentan komme ich auch kaum aus dem Haus. Ein Klinikaufenthalt brachte leider keinen Erfolg, weil wohl auch meine psychische Erkrankung in Kombiantion mit der Alkoholsucht unterschätzt bzw. nicht berücksichtigt wurde. Ich versuche mich zu stabilisieren, möchte bald mit der Einnahme von Antideps beginnen und dann in eine Psychosomatische Klinik gehen. Ich sehe, dass sich meine Erkrankung laaangsaaaam ohne Alkohol verbessert.

Zitat:
Die Angst oder oft auch nur erhöhte innere Anspannung ist bei mir schon lange latent vorhanden


Bei mir auch.

Ich mache mir z.Z. nur Gedanken, wie ich es anfange. Es ist ja auch nicht so einfach, die passende Therapie zu finden.

@kossi Wie kommst du mit dem Gefühl von Trockenheit und Depressionen klar? Das muss ja schrecklich sein. Bei mir sind mehr die Angst- und Panikattacken im Vordergrund. Auch quälen mich hypochondrische Ängste, weil auch psychosomatische Beschwerden vorhanden sind.

LG Tigger
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Tigger70 hat zum Thema: Re: Psychisch Kranke Alkoholiker geschrieben
Sisu
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 24.10.2010
Beiträge: 62
Alter: 42

BeitragVerfasst am: 30.10.2010, 09:22    Titel: Re: Psychisch Kranke Alkoholiker Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Tigger,

ich möchte mich auch bei Dir melden. Weiss grade nur nicht so recht wie ich anfangen soll wg. Chaos im Kopf. Cool

Meine Herkunftsfamilie ist sowohl psychisch krank als auch alkoholabhängig und das über Generationen. Ich selbst bin typisches Alki-Kind und leide noch im Erwachsenenalter sehr an meiner traumatischen Vergangenheit.

Seit meiner Kindheit leide ich unter Depressionen, psychosomatischen Erkrankungen, (Migräne, Magen-Darm-Beschwerden, chron. Bronchitis) und habe große Schwierigkeiten ein lebenswertes Leben hinzukriegen.

In der Vergangenheit habe ich über längere Zeit Therapien gemacht die mir aber nicht geholfen haben, allerdings weiss ich heute, dass ich mich nicht wirklich einlassen konnte und wollte. Antidepressiva hatte ich abgelehnt. Es gab ein paar Jahre in denen ich selbst getrunken habe, weil ich dem psychischen Druck nicht mehr stand halten konnte und keinerlei Vorteil mehr in der Nüchternheit gesehen habe. Allerdings hatte ich mein Leben noch soweit im Griff, dass ich im Aussen relativ normal funktioniert habe. Dass ich wegen meiner Vergangenheit häufig traurig war ist in meinem heutigen Umfeld bekannt gewesen und fiel somit nicht weiter auf oder ins Gewicht.

Ich habe mich jetzt entschlossen, da ich vermehrt unter Angstattacken leide in eine psychosomatische Klinik zu gehen. Das wird nächste Woche sein.

Selbst würde ich mich nicht als Alkoholiker bezeichnen, weiss aber, dass ich ein enormes Suchtpotential in mir trage, - bin z. B. Kettenraucher.

Rückblickend betrachtet würde ich sagen, dass die Mitglieder meiner Familie ebenfalls in ihrer Kindheit psychisch erkrankt sind und durch Nachahmungsverhalten zu Alkoholikern wurden bzw. in Einzelfällen auch Medikamentenabhängig.

Tigger, ich wünsche Dir, dass Du wie ich den Mut finden wirst Dir helfen zu lassen. Lieben Gruß,

Sisu
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Sisu hat zum Thema: Re: Psychisch Kranke Alkoholiker geschrieben
Kaleu
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 08.02.2010
Beiträge: 1024
Alter: 38

BeitragVerfasst am: 30.10.2010, 09:51    Titel: Re: Psychisch Kranke Alkoholiker Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

ich mag was dazu schreiben, mag aber auch vorher ausdrücklich betonen, daß das nicht auf selbst gemachten Erfahrungen basiert, sondern teils angelesen ist, teils übertragen aus eigenen Erfahrungen.

Ich hab mal gelesen, daß der Schlüssel bei Angststörungen und Panikattacken in der Akzeptanz liegt. Panikattacken gehen zurück, wenn derjenige aufhört dagegen anzukämpfen. Ähnlch ist es wohl auch mit vielen anderen psychischen Problemen.

Soll heissen, am Anfang ist da eine Panikattacke. Dann kommt eine neue und eine neue. Die beeinträchtigen das Leben in den Momenten in denen sie auftreten. Da ich nicht weiß, wie ich damit umgehen soll, fange ich an dagegen anzukämpfen. Das schürt die Angst vor neuen Panikattacken. Aus der Angst entwickelt sich die Angst vor der Angst und ein Teufelskreis beginnt der kein Ende mehr nehmen kann.

Mit dem Alkoholiker ist es ja ähnlich, irgendwann errreicht er den Punkt, an dem er trinkt um zu vergessen, daß er trinkt. Auch da ist Akzeptanz der Schlüssel zu Veränderungen, erst wenn ich akzeptiere Alkoholiker zu sein, verändert sich vieles. Auch wenn ich mein Leben lang Alkoholiker bleibe, bin ich nicht mehr gezwungen mich wie ein nasser Alkoholiker zu verhalten, der Teufelskreis ist durchbrochen. Diese Erfahrung habe ich selbst gemacht.

Eine weitere Erfahrung die ich selbst gemacht habe ist, ich bin co-abhängig. Dagegen habe ich lange angekämpft und mein psychischer Zustand verschlechterte sich dadurch merklich. Erst die Akzeptanz Co-Abhängig zu sein, veränderte sehr vieles. Akzeptanz ist dabei mehr als nur zu sagen, das hab ich sondern sich auch die Erlaubnis zu geben, das darf ich auch haben.

Bei Angststörungen soll es ähnlich sein. Das ist wie gesagt angelesen, ich könnte mir aber vorstellen, daß das zutrifft. Der erste Schritt sei wohl die Akzeptanz. Ich hab das, ich hab 'ne Panikstörung, was soll's. Der zweite Schritt ist die Beeinträchtigungen des Lebens anzusehen, und zu sagen, ok, ich habe Panikattacken, was kann ich während einer Panikattacke tun, um die halbwegs zu überstehen ohne daran zu zerbrechen. Hier setzt der erste Lernprozess ein, der Umgang mit der beeinträcghtigung. Nicht mehr Flucht oder Vermeidung sondern aktiver Umgang damit. Ich lerne also mit meiner Beeinträchtigung umzugehen. In der Folge verschwindet dadurch nach und nach die Angst vor der Angst, denn ich weiß wie ich mit meiner Attacke umgehen kann und brauche mich nicht davor zu fürchten. Lagsam und umerklich sollen auf diesem Wege irgendwann sogar die Attacken selbst nachlassen bis hin zu ganz verschwinden.

Da ich keine Angststörung habe, kann ich nicht versichern, daß das zutrifft, für mich ergibt das aber Sinn und sowohl bei Co-Abhängigkeit als auch Alkoholismus hab ich selbst erfahren daß ohne die volle Akzeptanz eine Veränderung im Grundsatz nicht möglich war.

Ich betone auch, daß ich damit nicht sage, hey, mach's doch einfach so und so, denn sicher ist das nicht mal einfach so umgesetzt. Aber Alkoholismus und Co-Abhängigkeit sind gleichermaßen Dinge die einen lebenslangen Lernprozess nach sich ziehen.

Letzten Endes entsteht die Beeinträchtigung die sich auf das gesamte Leben auswirkt immer aus der Angst vor einem persönlichen Defizit welches aber gar keine Auswirkung auf das gesamte Leben hat sondern meißt auf unangenehme Momente. Lähmend wird eigentlich erst die Angst vor diesen Momenten.

Liebe Grüße

Kaleu
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Kaleu hat zum Thema: Re: Psychisch Kranke Alkoholiker geschrieben
cduck
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 22.10.2010
Beiträge: 27

BeitragVerfasst am: 05.11.2010, 12:09    Titel: Re: Psychisch Kranke Alkoholiker Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Tigger,

mit Angststörungen kanne ich mich nicht aus. Aber ich weiß, dass es bei Psychosen integrierte Therapien gibt, die sich um beides kümmern, Psychose und Sucht.

Vielleicht gibt es soetwas ja auch bei Angststörungen. Einfach mal den Arzt fragen.

Gruß
cduck
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cduck hat zum Thema: Re: Psychisch Kranke Alkoholiker geschrieben
kraempfle
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 29.11.2010
Beiträge: 4
Alter: 62

BeitragVerfasst am: 30.11.2010, 13:17    Titel: Re: Psychisch Kranke Alkoholiker Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Tigger,
als ich in meiner Alkoholentzugsklinik war, wurde bei mir auch eine psychosomatische Störung diagnostiziert.
Durch den Alk bekam ich damals Mut und konnte meine Wut so heraus lassen. Das war nicht der richtige Weg.
In meine langen Abstinenzzeit ging es mir körperlich immer besser und die Ängste wurden immer schlimmer.
Habe mich vor 10 Jahren dann zu einem Facharz für Psychologie und Psychatrie begeben. Habe nun mehrere Krankenhausaufenthalte hinter mir und alles ist durch harte Arbeit an mir besser geworden.
Das Verhältnis zur Angst und Depri ist gut, komme immer besser zu recht.
Mir helfen auch Medikammente um ein gutes Leben führen zu können.
Was mir in diesen Jahren sehr half, war die Selbsthilfegruppe für Angst und Depression.
Es gibt viele Möglichkeiten sich helfen zu lassen und es braucht Mut dies anzugehen.
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kraempfle hat zum Thema: Re: Psychisch Kranke Alkoholiker geschrieben
Sucht2003
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 29.12.2010
Beiträge: 9
Alter: 28
Wohnort: Potsdam

BeitragVerfasst am: 29.12.2010, 12:13    Titel: Antwort psychische Krankheit vor Alkoholabhängigkeit! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Tigger,
ich leide seit meiner Kindheit an Emetophobie und an Agoraphobie mit panikattacken seit ca 6 Jahren, diese wurde mir aber auch erst bei meiner AEB bewusst- vorher konnte ich immer gut drumrumgehen oder auch die Entzugserscheinungen vorschieben wenn ich Herzrasen und Schweissausbrüche hatte. (Ich habe nur abends getrunken-verstehst was ich mein?)
Nun ja, Dpressionen habe ich schon seit meiner Jugend und nun steht auch noch an abzuklären ob es sogar eine leichte Form von Manischen Depressionen sind.
Magst dich weiter darüber austauschen?
LG
Sucht2003
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Sucht2003 hat zum Thema: Antwort psychische Krankheit vor Alkoholabhängigkeit! geschrieben

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