| Woher kommt die Hoffnung • Woher kommt die Angst |
|
|
| Autor |
Nachricht |
|
|
krapfen neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.09.2010 Beiträge: 20
|
Verfasst am: 10.09.2010, 19:46 Titel: meine mama |
|
|
Hallo willmich hier kurz vorstellen, ich bin weiblich 26 Jahre
und wohne in Berlin.
Meine Eltern wohnen in München, meine Mama trinkt abends regelmäßig alleine in der dunklen Küche 1 Flasche Wein, anschließends gehts ihr nicht gut sie weint sehr laut und teilweise zerschmeisst sie dann Teller oder sonstiges.
Sie fühlt sich alleine und macht mir dadurch auch ein schlechtes Gewissen weil ich ja nicht da bin um ihr zu helfen.
Mein Papa kann ihr bei ihren Problemen nicht helfen er hatte vor ca. 1 Jahr einen Schlaganfall
Ich hab ein paar mal versucht mit ihr darüber zu reden, aber ich bin in sowas nicht gut und wenn sie weint tut sie mir nur furchtbar leid und ich kann nichts sagen obwohl ich genau weiß, das es nur Ausreden sind. Ich höre mir alles an und versuche sie zu verstehen.
Sie sagt dann es wäre wegen meinem Vater und das sie so alleine ist und was sie denn außer einem Glas Rotwein denn schon noch großartig hätte...
Weil ich nicht klip und klar sage was ich denke bin ich dann meist danach auf mich wütend und bin fertig und traurig. Wenn ich nach Berlin zurück fahre hab ich ein schlechtes Gewissen obwohl es sich hart anhört hier geht es mir besser. |
|
| Nach oben |
|
| krapfen hat zum Thema: meine mama geschrieben
|
|
 |
Linde66 Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.10.2008 Beiträge: 13698 Alter: 46
|
Verfasst am: 11.09.2010, 10:04 Titel: Re: meine mama |
|
|
Hallo Krapfen,
willkommen hier im Forum.
Weder dein Vater noch du hat die geringste Chance, sie vom Trinken wegzubekommen. Ich dachte auch, ich könne meiner Mutter "helfen", es geht einfach nicht.
Der Alkoholiker muß selber professionelle Hilfe annehmen wollen.
Niemand kann dir dein schlechtes Gewissen ausreden. Aber du machst das einzig richtige: Abstand halten. Bleib dort, wo es dir gut geht! Und lebe dein Leben. Vielleicht erreicht sie ja ihren Tiefpunkt, wenn ihr keiner mehr ihre selbstmitleidigen Geschichten zuhört und geht endlich zum Arzt.
Lieber Gruß, Linde |
|
| Nach oben |
|
| Linde66 hat zum Thema: Re: meine mama geschrieben
|
|
 |
krapfen neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.09.2010 Beiträge: 20
|
Verfasst am: 11.09.2010, 17:48 Titel: Re: meine mama |
|
|
Hallo Lena,
danke für deine schnelle Antwort. Ja bestimmt hast du Recht
dass ich ihr nicht wirklich helfen kann, aber vielleicht
übersieht sie ja selber das es schon so schlimm ist
also ich mein vielleicht kann sie sich ja selber so belügen
und denken das sie keine Alkoholikerin ist.
Mein Bruder wohnt im gleichen Haus wie meine Eltern und er hat ihr gesagt das er sich nicht mehr mit ihr unterhält wenn sie so besoffen ist und dass sie sich ihr selbsmitleid schenken kann. Wie gesagt er bekommt das ganze natürlich dauernd richtig mit und ich nur wenn ich halt mal ne Woche in München bin.
Eigentlich glaub ich das seine Einstellung besser ist aber er geht mit ihr schon sehr hart um, irgendwie fühl ich mich dazu nicht in der Lage.
Es ist einfach schlimm zusehen zu müssen wie die eigene Mutter leidet. |
|
| Nach oben |
|
| krapfen hat zum Thema: Re: meine mama geschrieben
|
|
 |
krapfen neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.09.2010 Beiträge: 20
|
Verfasst am: 11.09.2010, 17:49 Titel: Re: meine mama |
|
|
| Entschuldigung wie komm ich jetzt auf Lena der Dank ging natürlich an Linde66 |
|
| Nach oben |
|
| krapfen hat zum Thema: Re: meine mama geschrieben
|
|
 |
Tochter40 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 06.09.2010 Beiträge: 13 Alter: 42 Wohnort: dresden
|
Verfasst am: 12.09.2010, 11:42 Titel: Re: meine mama |
|
|
Hallo Krapfen,
ich bin in einer ähnlichen Situation wie Du. Meine Mutter wohnt ca. 450km von mir entfernt und ich bekomme ihren alkoholkonsum immer nur via Telefon mit. Ich höre immer wenn sie getrunken hat. Es sind nur kleine Details in der Aussprache aber auch wenn sie noch so klein sind, sie verraten ihren Alkoholkonsum.
Sie hat mir, nach ihrem letzten Absturz gesagt, dass es so nicht mehr weitergehen kann und sie sich auf jedenfall hilfe holen will. Es gibt ja auch Vereine/hilfen, die zu den Betroffenen nach hause kommen. somit wird ihnen der erste Schritt erleichtert.
Ich weiß nicht inwieweit ich ihr glauben schenken kann.... Bin auch so ein Typ wie Du, ich kann sie nicht fallenlassen. Auch wenn ich es manchmal sage, vorstellen kann ich mir das nicht.
Es ist ja einem Mutter. Ich hoffe einfach und werde "dranbleiben"
LG Kaja |
|
| Nach oben |
|
| Tochter40 hat zum Thema: Re: meine mama geschrieben
|
|
 |
krapfen neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.09.2010 Beiträge: 20
|
Verfasst am: 12.09.2010, 14:51 Titel: Re: meine mama |
|
|
Hallo Tochter40,
ich rufe auch extra immer so um 17 Uhr an, also zu der Zeit in der meine Eltern noch Kaffee trinken, da weiß kann man mit meiner Mama noch am besten reden. Abends geht mein Papa oft weg er ist in einigen Vereinen und meine Mama raucht eine nach der anderen und trinkt dazu Wein, öfters ruft sie mich dann um 23 Uhr an oder noch später an und ich weiß dann schon was kommt. Bei meiner Mama merkt mans sofort wenn sie getrunken hat sie lallt jetzt zwar ned aber schon an dem Selbstmitleid in der Stimme und das sie nur meckert.
Also meistens was sie alles an meinem Bruder an seiner Freundin und meinem Papa stört und dass ihr keiner hilft, sie so viel Arbeit hat, und keine Freunde. Anfangs dacht ich es würd ihr helfen wenn sie sich ein Hobby sucht, bei dem sie andere Menschen kennen lernt. Vor ner Zeit hat sie im Chor gesungen und war im Tanzkurs und bei so ner Musikgruppe. Jetzt macht sie nix mehr außer ihren Garten zu arbeiten und da ist sie ja auch alleine.
Tochter40 vielleicht gehts dir da auch wie mir ich denke immer wenn ich bei ihr wäre, wär sie auch ned so alleine und naja vielleicht wärs dann besser, obwohl ich ja genau weiß das wenn ich da bin sie ja auch trinkt ich habs ja oft beobachtet. |
|
| Nach oben |
|
| krapfen hat zum Thema: Re: meine mama geschrieben
|
|
 |
Charlie sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.03.2010 Beiträge: 7250 Alter: 40 Wohnort: seit 4.1.10 trocken
|
Verfasst am: 12.09.2010, 16:05 Titel: Re: meine mama |
|
|
Hallo Krapfen,
schwierige Situation, aber da bist und wirst Du machtlos bleiben. Du musst an Dich denken und Dein Leben leben.
Nimm doch ab 22 Uhr das Telefonkabel raus. Sicher werfen Dich diese Anrufe um 23 Uhr total aus der Bahn und beeinflussen Deine Nächte. Wenn Du ein Handy hast, kann Dein Bruder Dich im Notfall immernoch erreichen.
Uns Alkoholikern räumlich näher sein ändert garnix....im Gegenteil, wir finden dann nur noch mehr Streitpunkte, um dann erst recht zu trinken. Mach Dir deswegen kein schlechtes Gewissen, Du machst Dir nur selber graue Haare.
Biete Ihr an, dass sie nüchtern jederzeit anrufen kann und wenn sie einen Arzt, SHG und Langzeittherapie macht/aufsucht, dass Du dann bereit bist, ihr beizustehen - aber erst dann, nicht vorher. Und niemals leere Worte....
Mal so, aus der Sicht eines Alkoholikers.
LG
Charlie |
|
| Nach oben |
|
| Charlie hat zum Thema: Re: meine mama geschrieben
|
|
 |
FranklinBerlin neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 12.09.2010 Beiträge: 4 Alter: 32 Wohnort: Berlin
|
Verfasst am: 12.09.2010, 16:41 Titel: Re: meine mama |
|
|
Hallo Krapfen.
Mir kommt dein Fall sehr bekannt vor. Hier daher einfach mal so ein paar Gedanken von mir zu dem Thema....das sollen keine Ratschläge oder sonst verhaltensregeln sein...einfach die Gedanken, die mir spontan dazu kommen:
Ich bin 30 Jahre alt und meine Mutter hat vor 9 Jahren den Tod Ihrer Mutter nicht verkraftet.
Es begann auch damit, das sie täglich zum Fernsehen "ein Glas Wein" getrunken hat. Sie war auch immer sehr betrübt---rückblickend würde cih sagen das sie depressiv war. Aus dem einen Glas Wein wurden dann heimlich zwei und irgendwann kam vormittags noch heimlich ein Fläschchen Piccolo Sekt dazu. Dazu kam eben immer das Selbstmittleid und die prinzipiell negative Weltsicht die sie hin und wieder überkam.
Mein Vater und ich waren fest entschlossen ihr zu helfen und ihre alle möglichkeiten zu bieten, sich da selbst zu befreien.
Wir kamen durch gute gespräche und Hilfestellungen irgendwie allerdings garnicht an sie ran....bis es irgendwann so schlimm war das sie ins krankenhaus musste
Meine Mutter kam zur einsicht----nachdem sie an den gesundheitlichen Folgen fast gestorben wäre.
Sie hat dann eine Entziehung gemacht....eine Gesprächstherapie und eine Familientheraphie zusammen mit meinem Vater.
Nach 5 jahren wurde sie wieder rückflällig.
Wieder Entzug...wieder Therapie...wieder wöchentliche Sitzungen....
Mein Vater kümmerte sich die ganze zeit rührend um sie und ich bin auch immer zu Ihr gekommen, wenn es Probleme gab (Ich wohne wie Du auch in einer anderen Stadt )
Das wichtigste überhaupt und die einzige Möglichkeit, wie Du deiner Mutter helfen kannst ist indem Du sie zu der Einsicht bringst, das sie ein Problem hat und das sie professionielle Hilfe braucht.
Und vor allem das sie sich dafür nicht schämen muss!!!
Bei uns war das grösste Problem, das sich meine Mutter so lange zeit nicht helfen lassen wollte....Zeit, die uns im nachhinein abgeht!
Ganz wichtig in solchen situation ist, das derjenige NICHT durch zusätzliche Beschuldigugenen und Vorwürfe weiter und tiefer in seine Depression reingedrückt wird. Ich weis, das ist schwer wenn so ein halb betrunkenes häufchen elend vor einem Sitzt und nach Wein riecht.
Bei meiner Mutter war es eben eine wechselwirkung aus einer depressiven grundstimmung und alkohol.
Da muss man denjenigen rausbekommen... und eben in eine professionelle therapie hinein.
Man hat als Anghöriger einfach nicht das nötige Fachwissen um alle Aspekte des Problems zu lösen..und auch nicht die Kraft---schliesslich geht einem so etwas näher als einer "neutralen" Person.
mein Tip: Erkundige dich beim blauen kreuz was du als Angehöriger tun kannst um sie zu der Einsicht zu bringen, das sie eine Therapie bzw. Entzeihung braucht. Kümmere dich gleichzeitig darum, das du einen Arzt findest, dem Du vertrauen kannst...mit dem Du die medizinischen Folgen besprechen kannst.
Ein Arzt, zu dem dann auch deine Mutter gehen kann wenn sie aus einer Reha zurück ist und der dann mit dem Fall und seinen Rahmenbedinugenen vertraut ist.
Oft schalten "normale" Ärtze, die mit dem Fall nicht vertraut sind erstmal auf bockig wenn sie von Alkoholismus hören und wollen so einen Fall schnell weg haben (zumindest meine Erfahrung)
Ich wünsche Dir und deiner Familie jedenfalls viel Kraft und viel durchhaltevermögen....und wie gesagt, betrachte meine worte einfach mal so als meine groben gedanken--nicht als handlungsanweisung.
Ich bin kein Therapeuth und auch kein Artzt...lediglich seit 10 Jahren ein Kind einer Alkoholikerin.
Und falls Du fragen hast...melde dich einfach. |
|
| Nach oben |
|
 |