| Sie hat es fast geschaft • Empathie sinnvoll nutzen - welcher Beruf passt? |
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Tochter40 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 06.09.2010 Beiträge: 13 Alter: 42 Wohnort: dresden
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Verfasst am: 07.09.2010, 19:39 Titel: Wie steht es mit Eurem Alkoholkonsum? |
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Hallo zusammen,
meine Mutter hat mir jetzt ganz dringend ans Herz gelegt, dass ich aufpassen soll. Die Trinkerei wird verebt und ich muss einfach schauen, dass ich nicht auch in den Teufelskreis gerate.
Wie sind Eure Trinkgewohnheiten? Wann trinkt ihr? Trinkt ihr überhaupt?
Gruß Kaja |
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| Tochter40 hat zum Thema: Wie steht es mit Eurem Alkoholkonsum? geschrieben
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Linde66 Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.10.2008 Beiträge: 14432 Alter: 46
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Verfasst am: 07.09.2010, 20:19 Titel: Re: Wie steht es mit Eurem Alkoholkonsum? |
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Hallo Kaja,
ich glaube nicht, daß Alkoholismus "vererbt" wird wie zum Beispiel x-Beine oder abstehende Ohren, sondern daß wir als Kinder einer suchtkranken Familie die Suchtstrukturmuster erlernen. Da gilt es genau hinzuschauen.
Ich selber trinke keinen Alkohol.
LG, Linde |
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| Linde66 hat zum Thema: Re: Wie steht es mit Eurem Alkoholkonsum? geschrieben
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Bibs Gast
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Verfasst am: 07.09.2010, 20:33 Titel: Re: Wie steht es mit Eurem Alkoholkonsum? |
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Hallo Kaja,
Ich selbst trinke ab und an zu den "üblichen" Gelegenheiten wie Geburtstagsfeiern etc. mal ein Gläschen. Auch beim Essen gehen schonmal einen Wein, aber es ist sehr selten. Aber ich müßte echt lügen, wenn ich sage, dass ich noch nie in meinem Leben betrunken war
Bei mir ist es schwierig, da ich immer mit zweierlei Maß messe...gleiches ist nicht gleich...Wenn ich was trinke ist es ok, dass heißt aber noch lange nicht, dass ich es bei anderen tollerieren kann
Auf betrunkene Fremde zu stossen macht mir keine Probleme. Wenn Bekannte, oder lose Freunde was trinken - auch ok. Das ändert sich allerdings schlagartig, wenn es sich um Menschen handelt, die mir emotional nahestehen. Gänzlich unmöglich ist es für mich im Moment noch, wenn mein Partner mehr als zwei oder drei Gläser trinkt.
Damit kann ich in keinsterweise umgehen. Sofort kommen Wut, Aggression, abgrundtiefe Verachtung, Hass - nicht mehr steuerbar - was ganz böse Ausraster unweigerlich nachsichzieht.
Lieben Gruß
Bibs |
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Tochter40 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 06.09.2010 Beiträge: 13 Alter: 42 Wohnort: dresden
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Verfasst am: 08.09.2010, 07:38 Titel: Re: Wie steht es mit Eurem Alkoholkonsum? |
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Ich habe gerade etwas in dem Thread "Merkmale EKA" gelesen...
Bin etwas durcheinander. Es gibt ja wirklich so einige übereinstimmungen mit meiner Persönlichkeit. Verdammt, was hat der Alkohol denn alles angerichtet? Ich war mir dessen gar nicht so bewusst. ABer viele Dinge, die ich in der Kinderheit gemacht habe, wie ich mich verhalten habe, werden mir klar.
Warum war ich oft still, hab mich nie was getraut? Hab immer gedacht ich bin dumm... sag lieber nix im Unterricht. Es könnte falsch sein und alle lachen mich aus. Und das Problem Alkohol wurde komplett verschwiegen.
Ich ärgere mich heute oft über die ignoranz der Mitbewohner in unserem Haus. Oft war es in der Nacht megalaut bei uns in der Wohnung. mein Vater kam betrunken nach hause und dann flogen Teller, meine Mutter schrie und ich lang in meinem Bett und hatte große Angst. mein Herz schlug mir bis zum Hals. Ich war so hilflos und dachte mir manchmal... "wenn mich mein Bett jetzt verschlucken könnte!" Dann wäre ich weg gewesen... raus aus dieser Situation. Wäre doch nur ein Bewohner des Hauses (war haben ein einem Neubaublock gewohnt, es gab also mehr als genug Nachbaren) auf die Idee gekommen und hätte die Polizei geholt!! Dann hätte mich jemand aus der Situation geholt. ABER nein, alle haben weggesehen..... Leider!!!
Mensch was richtet der Alkohol bloß alles an????
traurige grüße von Kaja |
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| Tochter40 hat zum Thema: Re: Wie steht es mit Eurem Alkoholkonsum? geschrieben
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Mada neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.04.2010 Beiträge: 29
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Verfasst am: 08.09.2010, 13:06 Titel: Re: Wie steht es mit Eurem Alkoholkonsum? |
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Hallo,
bei mir ist die Situation etwas anders, da meine Mutter erst vor einigen Jahren das Trinken anfing.
In meinem Thread "Bin wieder da" habe ich ja meine Kindheitssituation beschrieben, von daher glaube ich, daß man die Unterdrückungsmechanismen mitbekommt. Alk ist ja oft eine Übersprungsreaktion, weil man mit einer anderen Situation nicht klar kommt und dann eben auf diesem Weg sich "gut" fühlen will, vergessen will, verdrängen will.
Man lernt als Kind, daß Verdrängungsmechanismen funktionieren - und wenn es das Vorbild der Mutter ist, die immer "um des lieben Friedens willen" die Klappe gehalten hat. Und dann ist man auch schnell in so einem Verhaltensmuster drin. Sei es daß man wegschaut oder daß man eben selbst trinkt, weil man damit vielleicht die Rolle des früher Starken einnimmt. Z.B. früher war der Vater der Chef im Ring, auch und gerade wenn er getrunken hat, und jetzt übernimmt man selbst (unbewußt) das Schema.
Aktuell war ich wahrscheinlich auch auf dem Weg zum übermäßigen Alkoholkonsum. Da ich nie viel getrunken habe (es gab in meiner Jugend Sport und Leistungssport, da gehörten wilde Parties nicht hin ), habe ich nie viel vertragen. Also blieb es sehr lange bei einem Glas Wein zu einem guten Essen am Wochenende. Bier schmeckte mir erst mit Ende 20/Anfang 30, und jetzt ist es auch sehr wenig.
Als aber meine Schlafstörungen immer schlimmer wurden, habe ich auch unter der Woche ein Glas Rotwein zum besseren Einschlafen getrunken.
Nach einem halben Jahr etwa merkte ich, daß ich nunmehr 1/2 Flasche zum Einschlafen brauchte. Das war für mich dann Alarmstufe rot. Von einem auf den anderen Tag habe ich die Finger davon gelassen. Am Burn-out hat der Rotwein als Schlafmittel ohnehin nichts geändert....
Dann kam die Reha, Alkohol war in der Klinik unerwünscht (auch wenn dort keine Suchtkranken behandelt wurden). Vermißt habe ich weder Rotwein noch Whisky
Aktuelle Gewohnheiten:
- wenn es paßt (ca 2x im Monat) einen guten Single Malt Highland, abends und daheim oder bei Freunden, wenn geklärt ist, wer heimfährt
- Rotwein ca. 2x/Woche abends 1 Glas
- Bier, mal 2x/Woche abends eine Flasche statt des Rotweins, dann aber wieder monatelang gar nicht
- Cocktails, höchstens mal 1x/Jahr, dann im Urlaub, sonst ist mir das schlicht zu teuer
- Mixgetränke, Alkopops sind für mich bäääääh und gehen gar nicht
Außerdem haben wir immer eine gute Auswahl an Tees und Limonaden im Haus Bei den Kaffeesorten könnten wir mal wieder aufstocken....
Bei meinem Mann ist es ähnlich.
Wir beide sind uns einig, daß wer noch fahren muß, gar keinen Alk trinkt. Ich halte es so, seit ich Führerschein habe (seit 27 Jahren), ich habe einfach zu viele Klassenkameraden im Krankenhaus besucht, die von besoffenen Autofahrern umgebügelt wurden.
Ich denke, wir sind beide weder gefährdet noch "machen wir uns was vor".
Aus meiner Sicht ist der Alkoholismus nicht vererbbar. Erlernbar sind die Mechanismen, die dazu führen. Dessen muß man sich bewußt sein, dann rutscht man auch nicht in die Abhängigkeit bzw. erkennt früh genug, wenn man auf dem Weg dahin ist.
Kaja, die Aussage Deiner Mutter zeigt, daß sie sich um Dich Sorgen macht und ihren Alkoholismus als negativ erkennt. Deine Hoffnung ist berechtigt (Du hast ja in einem anderen Thread gezweifelt).
Gruß
Mada |
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| Mada hat zum Thema: Re: Wie steht es mit Eurem Alkoholkonsum? geschrieben
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Bibs Gast
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Verfasst am: 08.09.2010, 13:31 Titel: Re: Wie steht es mit Eurem Alkoholkonsum? |
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Hi Kaja,
ja, dieser Thread hat bestimmt vielen von uns wirkliche Aha-Erlebnisse beschert...ich lese oft darin, vieles nochmal und nochmal und nochmal,
weil es mir hilft zu glauben und zu verstehen, dass ich nicht alleine und eigentlich ganz normal bin und einfach manche Dinge nicht besser gelernt habe, oder nicht besser kann/weiß.
Durch das viele Lesen hier wird mir immer klarer, was für eine zerstörerische Macht ausgeht von den Mechanismen in einem suchtbelasteten Familiensystem, und wie mich diese - nicht nur als Kind - sondern auch heute noch ganz erheblich belasten und steuern.
Als Kinder hatten wir nie eine Wahl...Bewältigungsstrategien = Überleben.
Ich habe gestern noch in einem Artikel gelesen "Die Festung des Kindes wird für viele EKA zum Gefängnis". Man kann nur sein Bestes geben die Mauern Stück für Stück abzutragen.
Lieben Gruß
Bbs |
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| Bibs hat zum Thema: Re: Wie steht es mit Eurem Alkoholkonsum? geschrieben
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Tochter40 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 06.09.2010 Beiträge: 13 Alter: 42 Wohnort: dresden
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Verfasst am: 09.09.2010, 07:17 Titel: Re: Wie steht es mit Eurem Alkoholkonsum? |
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Hallo zusammen,
ich wollte noch ein paar Gedanken bzgl Alkoholkonsum loswerden.....
Ich trinke gern ein Glas Rotwein.... Abends wenn die kinder im Bett sind, der Kamin brennt und ich einfach die Beine hochlege. Mein Mann und ich kuscheln uns dann aneinander und genießen den Abend.
Jetzt hab ich solche Angst, dass das schon zu viel ist. Gut, wir haben manchmal auch jeden Abend unser weinchen getrunken... Ich trinke aber auch gern ein leckereren Tee am Abend. Also es muss kein Alkohol sein.
Jetzt hab ich gesagt, dass ich keinen Alkohol mehr trinken möchte. Ich hab einfach das Gefühl, dass ich abhängig werde. ich bin fast schon zum kontrollfreak geworden. Ich analysiere den Konsum von Wein und schau ganz genau drauf, ob das zu viel ist, ob das normal ist... was trinken andere.
Die Angst, einmal so zu Ende wie meine Mutter ist sooo groß. Ich habe kein Problem mit dem Alkohol... genieße halt nur einen schönen wein. 1-2gläser. Aber auch das möchte ich gar nichht jeden Tag haben. (wäre ja auch viel zu teuer mit der Zeit
Ich hab einfach das Gefühl
Hab ihr auch diese Kontrollgedanken... checkt ihr Euch auch so?
Gruß Kaja |
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| Tochter40 hat zum Thema: Re: Wie steht es mit Eurem Alkoholkonsum? geschrieben
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Linde66 Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.10.2008 Beiträge: 14432 Alter: 46
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Verfasst am: 09.09.2010, 09:42 Titel: Re: Wie steht es mit Eurem Alkoholkonsum? |
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Hallo Kaja,
Wein ist nicht "schön". Und Whisky ist nicht "gut". Das sind Eigenschaften, die man dem Alkohol zuschreibt, um den Konsum zu legitimieren.
Ich trinke keinen Alkohol, denn ich könnte genausogut Spüli oder Batteriesäure trinken, Gift ist Gift.
Wenn du schon kontrollierst, dann hört sich das sehr bedenklich an. Die Verniedlichungsform "Gläschen" oder "Weinchen" wird auch gerne genommen, um den Konsum zu verharmlosen. Auch diese Zeremonien rund um den Alkohol sind nur Tarnung, also Beine hochlegen, kuscheln, den abend genießen... Das ginge alles auch ohne Alkohol.
LG, Linde |
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| Linde66 hat zum Thema: Re: Wie steht es mit Eurem Alkoholkonsum? geschrieben
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