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Hilfe, ich ruiniere mein Leben!

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Rala
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 28.06.2010
Beiträge: 10
Alter: 26

BeitragVerfasst am: 04.09.2010, 17:36    Titel: Hilfe, ich ruiniere mein Leben! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hey...
Ich weiß gar nicht, wie ich das in Worte fassen soll...
Also zur Vorgeschichte: Aufgewachsen bin ich in alkoholkranker Familie (? wenn man das so nennen kann) und habe auch mit 18 lange Zeit eine Selbsthilfegruppe besucht... Manche Dinge besserten sich, andere wurden schlechter bzw. blieben gleich... Aus persönlichen Gründen hab ich dann irgendwann damit aufgehört und eben weiter an mir gearbeitet... Nur mittlerweile runiniere ich mein Leben und alle schütteln nur mit dem Kopf darüber... Ich bin jetzt 24, eigentlich müsste ich jetzt mitten im Leben stehen, mein Studium machen, aber ich versaue alles... Hatte heute wieder ein Gespräch mit meiner "Schwiegermama" darüber... Und bin am Boden zerstört, ich würde am liebsten nie wieder aus dem Haus gehen, so sehr hasse ich mich dafür, dass ich alles ruiniere... Komme da irgendwie nicht raus, bin mir selbst einfach nichts wert und hab auch keine Kraft mehr, für mich zu kämpfen, ich könnte nur noch heulen... Das schlimmste Muster, dass bei mir momentan läuft, ist die Verdrängung und die Ablenkung gepaart mit dem für-sich-selbst-nichts-wert-sein und das erstickt jeden Versuch sofort im Keim... Mitunter kommen dann noch negative Situationen/Reaktionen dazu und dann wars das mal wieder... Mein Vater ist seit 2 1/2 Jahren tot und zu meiner Mutter kann ich den Kontakt kaum aufrechterhalten, da sie sehr stark mit Psychoterror arbeitet... Trotzdem hab ich ganz schräge Loyalitätsprobleme mit ihr, mittlerweile hab ich den Eindruck, dass ich dasselbe Muster fahre wie sie... Ich komme einfach nicht dagegen an, ich hab kein Ziel, keinen Grund, nichts ist mir wichtig genug... Bei mir ist das leider nicht das erste Mal, dass ich versuche, wieder aufzustehen und weiter zu gehen, deshalb haben sich wohl auch einige Gründe bei mir "verbraucht", vielleicht hängt es auch einfach nur mit meinem Selbsthass zusammen... Nur weiß ich weder ein noch aus... Weiß irgendjemand hier etwas, um das zu ändern? Was war euch wichtig genug, um wieder aufzustehen? Wie habt ihr es geschafft, Verdrängung und Ablenkung als Bewältigungsstrategie aufzugeben? Bin für jede Antwort dankbar! LG Rala
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Rala hat zum Thema: Hilfe, ich ruiniere mein Leben! geschrieben
Linde66
Moderatorin
Moderatorin


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 08.10.2008
Beiträge: 13698
Alter: 46

BeitragVerfasst am: 04.09.2010, 18:51    Titel: Re: Hilfe, ich ruiniere mein Leben! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Rala,

herzlich Willkommen hier im Forum!

Was du schreibst kommt mir in Teilen sehr bekannt vor...

Wenn du magst, lies dich mal durch die paar Seiten des oben angepinnten Threads "Merkmale für ein EK". Mir hat es geholfen zu erfahren, daß ich ein ganz normales EK bin. Wenn man in der alkoholkranken Familie aufwächst, dann übernimmt man Muster. Und die hallen nach, selbst wenn wir gar keinen Kontakt mehr zum alkoholkranken oder co-abhängigen Elternteil mehr haben.

Hab Geduld mit dir! Schau weiter aufmerksam bei dir hin. Dann bist du schon mitten auf dem Weg, die alten Muster hinter dir zu lassen.

Verdrängung und Ablenkung waren zum Teil bei mir auch kindliche Überlebensstrategien, die unbewußt abliefen. Als Erwachsene ist das nicht mehr passend. Mit der Zeit verändert es sich. Ich habe mich vom Elternhaus viele Jahre ferngehalten, das hat meinen inneren Abstand wachsen und sich stabilisieren lassen. Heute kann ich bei mir bleiben, wenn ich ihnen begegne. Außerdem habe ich Therapie gemacht, das hat mir gut getan. Und hier im Forum lese ich sehr viel, das hilft mir enorm.

Liebe Grüße, Linde
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Linde66 hat zum Thema: Re: Hilfe, ich ruiniere mein Leben! geschrieben
Mainhattan
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 03.09.2010
Beiträge: 5
Alter: 31

BeitragVerfasst am: 04.09.2010, 20:18    Titel: Re: Hilfe, ich ruiniere mein Leben! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Rala
Als ich das gerade gelesen habe dachte ich das wäre ein Kurzbericht von mir von vor einigen Jahren gewesen..so exakt trifft dies auch auf mich zu.

Mein Vater starb kurz nach meinem Abitur an den Folgen des Alkohols..bis dahin schien ich alles auf die Reihe zu bekommen..war eigentlich ganz zufrieden mit mir..ich wollte unbedingt Medizin studieren das war mein großer Traum. Meine Mutter blieb wie Deine zurück und versuchte uns Kinder zu manipulieren. Sie hat mich bis heute nicht gefragt wie ich mit dem TOD klar gekommen bin..es geht immer nur um sie..die arme Witwe.
Ein paar Monate nach dem Tod meines Vaters fing ich auf einmal an an mir zu zweifeln. Ich lies mich in einem Cafe einstellen und arbeitete dort knapp 3 Jahre (in der Zeit litt unter starken Angstzuständen und zu hohem Blutdruck)..nur durch die vielen Gespräche mit meiner besten Freundin und meinem Bruder habe ich mich getraut eine Ausbildung zu beginnen mit 23..das war der schwerste Schritt in meinem Leben..die habe ich super bestanden..dann fing ich an zu arbeiten und bekam wirklich nur positives Feetback...seit 1 1/2 Jahre studiere ich jetzt Medizin und die Motivation dazu kam als ich gesehen habe zu was ich fähig bin.

Ich habe mir geschworen zu mir und meinem Körper immer gut zu sein..die Dinge die wir tun sollten wir in erster Linie für uns tun
Mein Wunsch war es immer eine eigene Familie zu haben und für meine Kinder eine bessere Mutter zu sein..das ist auch eine Motivation für mich...

Vielleicht hast Du ja ähnliche Wünsche und Vorstellugen vom Leben...vielleicht möchtest Du auch mal eine Familie gründen oder vielleicht war es schon immer Dein Traum erfolgreich zu sein...egal was es ist ich finde für seine Träume lohnt es sich auf zustehen...

Ich hoffe ich konnte Dir ein wenig helfen

Lg
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Mainhattan hat zum Thema: Re: Hilfe, ich ruiniere mein Leben! geschrieben
Mainhattan
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 03.09.2010
Beiträge: 5
Alter: 31

BeitragVerfasst am: 04.09.2010, 20:21    Titel: Re: Hilfe, ich ruiniere mein Leben! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Rala

Entschuldige bitte meine Rechtschreibfehler..habe einen langen hinter mir..Winken

Wünsche Dir noch ein schönes Restwochenende
Lg
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Mainhattan hat zum Thema: Re: Hilfe, ich ruiniere mein Leben! geschrieben
Rala
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 28.06.2010
Beiträge: 10
Alter: 26

BeitragVerfasst am: 06.09.2010, 12:09    Titel: Re: Hilfe, ich ruiniere mein Leben! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hey...

Vielen Dank für die Antworten! Sehr glücklich

Momentan geht es mir auch schon wieder deutlich besser und ich versuche, die offenstehenden Dinge anzupacken...

@ Linde66
Danke! Lese jetzt bestimmt zum 5. Mal die Merkmale für ein EKA und es beruhigt mich etwas, nicht so allein damit zu sein, wie damals in der SHG;)
Zitat:
Hab Geduld mit dir! Schau weiter aufmerksam bei dir hin. Dann bist du schon mitten auf dem Weg, die alten Muster hinter dir zu lassen.
Danke für diesen Satz, er hat mir klar gemacht, dass ich ja immer noch auf dem Weg bin... Und auch Rückschläge gehören dazu (als Sprungbrett in die Weiterentwicklung sozusagen). Ablenkung und Verdrängung sind wohl die zwei stärksten Muster, die ich durch meine Familiengeschichte erlernte und sie klappern, sobald ich auch nur 1 Stunde Kontakt zu meiner Mama habe;) Ganz furchtbar, was dann innerlich bei mir so abgeht. Wahrscheinlich hilft wirklich nur Abstand (den ich mir auch nehme, sehr zum Leidwesen meiner Mutter). Allerdings bin ich noch nicht so weit, sie ganz loszulassen, besonders nachdem sie nur noch mich hat und ihr Tod irgendwie auch im Raum steht... Werde mir auch wieder eine Therapeutin suchen (die auch mit Alkoholismus/Trauma Erfahrung hat, das letzte Mal war leider ein totaler Fehlschlag). Glücklicherweise hab ich dieses Forum hier gefunden, es tut wirklich gut, hier zu lesen:)

@Mainhattan
Dein Beitrag hat mir sehr viel Mut gemacht, meine Träume doch noch zu verwirklichen, Danke! Bei mir ist wohl auch das größte Hinderniss, dass ich an mir selbst zweifle... Nicht, dass ich es nicht könnte, aber vor lauter Zweifeln traue ich mir nichts mehr zu und dann klappt natürlich auch nichts, klar...
Zitat:
Ich habe mir geschworen zu mir und meinem Körper immer gut zu sein..die Dinge die wir tun sollten wir in erster Linie für uns tun
Damit sprichst Du etwas sehr Wichtiges an... Es ist für mich in solchen Situationen sooo schwer, etwas für mich selbst zu tun... Für andere immer und sofort, aber für mich selbst?! Wie wenn ich mich selbst einfach nicht wichtig genug nehme... Deinen Satz muss ich mir ganz tief einprägen:) Ich glaube, ich sollte auch zusehen, etwas zu finden, bei dem ich sehe, zu was ich fähig bin... In meinem Studium habe ich durchweg auch mal Erfolge, aber es ist wie ein Fass ohne Boden, ich brauche viele solcher Situationen, um alles, was nicht klappt, aufzuwiegen. Vermutlich fehlt mir hier auch etwas die Gelassenheit, eher das Positive zu sehen, mein innerer Kritiker ist häufig zu mächtig;) Du sprachst noch etwas Wichtiges an, nämlich später eine bessere Mutter für die eigenen Kinder zu sein... *Lach* So möchte ich mich keinem Kind der Welt zumuten;) Ein Grund mehr, was aus der eigenen Person zu machen und nicht ein Leben lang in die Schwierigkeiten verstrickt zu sein, die man durch das Aufwachsen in einer alkoholkranken Familie mitbekam. Es sind ja nicht nur Schwächen, sondern auch Ressourcen, wenn man weiß, wie man sie nutzen kann:)

So, ich werde hier noch weiterlesen und nur für heute meinen Tag so gestalten, dass ich einigermaßen zufrieden mit mir bin. Werde bestimmt später noch einmal schreiben... Vielen Dank für die Antworten und ich wünsche Euch einen tollen Tag!
LG Rala
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Rala hat zum Thema: Re: Hilfe, ich ruiniere mein Leben! geschrieben
Linde66
Moderatorin
Moderatorin


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 08.10.2008
Beiträge: 13698
Alter: 46

BeitragVerfasst am: 06.09.2010, 18:47    Titel: Re: Hilfe, ich ruiniere mein Leben! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Rala!

Du hörst dich schon viel besser an! Smilie

Ich habe hier schon so viele Stunden mit Lesen verbracht, das war und ist bestens investierte Zeit - in MICH investierte Zeit!


Viele Grüße, Linde
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Linde66 hat zum Thema: Re: Hilfe, ich ruiniere mein Leben! geschrieben
Rala
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 28.06.2010
Beiträge: 10
Alter: 26

BeitragVerfasst am: 10.09.2010, 11:22    Titel: Meine Mutter ist auf der Intensivstation... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hey, wollte euch mal kurz die Ereignisse der letzten Tage mitteilen...

Vorgestern Abend wurde mein Albtraum wahr:

Die Polizei informierte mich, dass meine Mutter bewusstlos in ihrer Wohnung gefunden und auf die Intensivstation verbracht wurde, nachdem eine gute Freundin von ihr die Polizei gerufen hatte, weil sie nicht mehr reagiert hätte...

Sie ist gottseidank seit gestern wach und ansprechbar; die Ärzte vermuten einen kleinen Schlag oder einen Krampfanfall. Momentan hat sie starke Halluzinationen, vermutlich aufgrund des Entzugs...

Ich war gestern in ihrer Wohnung (meinem ehemaligen Zuhause)... Unmengen von Alk und Tabletten... total verwahrlost... Sie konnte sich wohl auch aufgrund ihrer eingeschränkten Mobilität kaum bewegen und muss wohl 2-3 Tage im Bett gelegen haben... Vermute unter anderem, dass sie sich vielleicht umbringen wollte (ihr Lebenswille war die ganze Zeit schon nicht so groß).

Versuche Hilfe für sie zu finden, naja, das klappt so einigermaßen... Es kommt alles auf einmal... Sie müsste ausziehen, kann aber sich auch nicht mehr allein versorgen etc. Und ich bin die Einzige, die da Verantwortung übernehmen kann (und auch muss, leider).

Heute war der Psychiater da... Sie wurde entsprechend medikamentiert... Und geht davon aus, dass ihre Tochter gerade achtzehn wird und in Frankreich lebt Geschockt Sie kann mich auch nicht richtig zuordnen, reagiert aber positiv auf mich (wenigstens etwas). Muss jetzt wieder in die Wohnung und noch Sachen erledigen, dann fahre ich wieder hin... Uff Ausrufezeichen

Wäre für Tipps aller Art dankbar... Ich muss sehen, dass ich stabil bleibe und mir nicht gerade alles über den Kopf wächst...

Viele liebe Grüße,
Rala
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Rala hat zum Thema: Meine Mutter ist auf der Intensivstation... geschrieben
Insulaner
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 22.02.2008
Beiträge: 224
Alter: 41
Wohnort: Falkensee

BeitragVerfasst am: 10.09.2010, 12:31    Titel: Re: Hilfe, ich ruiniere mein Leben! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hey Rala,

Au, das klingt ja nicht so schön. Sieh bitte zu, dass Du Dich über dem ganzen Chaos nicht aus den Augen verlierst. Denn:

Du musst das alles NICHT TUN. Du musst die Verantwortung für Deine Mutter NICHT übernehmen.
Es ist zwar sehr lieb von Dir, dass Du Dich um alles kümmerst, aber wie gesagt, müssen musst Du das nicht.
Bitte wende Dich am besten an den Sozialdienst der Klinik, in der Deine Mutter gerade ist. Die werden sich, sofern nötig, um das meiste kümmern (Anträge bei der KK, Reha, Anträge auf Heimplatz, ggf Betreuer, usw.)
Du musst auch die Wohnung nicht aufräumen. Ich hab es so gehandhabt, dass ich nur die Sachen weggeräumt habe, die sozusagen eine Gefahr im Verzuge darstellen, will heissen alles, was gammeln und/oder stinken kann etc., den Rest hab ich so gelassen, u.a. auch deswegen, weil ich wusste, dass wenn ich alles wieder ordentlich machen würde es sowieso nach drei Monaten wieder so aussieht wie vorher.

Wie gesagt, sieh zu, dass Du möglichst viel an "die Profis" abgeben kannst, es ist ihr Job..!!
Und tu was für DICH, nimm Dir eine Auszeit, oder geniesse (sofern vorhanden) das schöne Wetter..!! Der Dreck in der Wohnung Deiner Mutter läuft nicht weg (leider)..

Ich schick Dir eine grosse Portion Kraft und Mut !!

Liebe Grüße und bis bald

Der Insulaner Winken
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Insulaner hat zum Thema: Re: Hilfe, ich ruiniere mein Leben! geschrieben

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