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Es fängt gerade an, aber wie kann ich mir sicher sein?

 
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Jody
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 20.08.2010
Beiträge: 3
Alter: 29

BeitragVerfasst am: 20.08.2010, 14:09    Titel: Es fängt gerade an, aber wie kann ich mir sicher sein? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo!
Es ist das erste Mal, dass ich etwas in ein Forum schreibe und ich hoffe, dass ich hier einen guten Ratschlag finden kann.
Dass meine Mutter und ihr Partner regelmäßig und viel trinken, wusste ich, aber darüber, dass es krankhaft sein könnte, habe ich mir erst seit kurzem Gedanken gemacht.
Ich habe seit fast einem halben Jahr keinen Kontakt zu meiner Mutter. Der Grund hierfür ist ein Streit, der total eskaliert ist. Meine Mutter war immer jemand, der sachlich und vernünftig über alles reden und diskutieren kann. Aber dieser Streit lief so aus dem Ruder, dass wir uns nur noch angeschrien haben und ich wegging. Sie war unsachlich, unfair und hat mich als größten Versager in der Familie hingestellt. Außerdem hat sie deutlich gemacht, dass ihr das andere Kind lieber ist. Das war schon verletzend genug und ich habe nicht verstanden, wie sie auf einmal so anders ist, als hätte sie ihre Persönlichkeit gewechselt.
Dass uns jeglicher Kontakt fehlt, ist, denke ich, das Hauptproblem, dass ich meine Vermutung nicht überprüfen kann. Wie ich auf meine Vermutungen komme:
Abends werden 2-3 Flaschen Sekt getrunken. Jeden Abend.
Auf Feiern, Geburtstagen, sämtlichen Anlässen, wo es was zu trinken gibt, wird getrunken, ohne Ende und ohne Hemmung, bis zum Umfallen. Das fällt im Bekanntenkreis auf und ist teilweise ziemlich peinlich, wenn dann Gefühlsausbrüche mit Tränen oder überschwänglichen Liebeserklärungen kommen.
Die Trinkerei hat keine Grenze, ich musste einmal meine Mutter in stockbesoffenem Zustand nach Hause tragen, musste mit ansehen, wie sie im eigenen Erbrochenen im Bett liegt.
Sie hat sich in den letzten Jahren zunehmend verändert. Ich weiß, dass sie mit ihrer Lebenssituation unzufrieden ist.
Eine gemeinsame Bekannte und mir sehr vertraute Person hat mich gefragt, ob sie zum Zeitpunkt des Streits getrunken hat (es fällt anderen schon auf) und ob es nicht sein kann, dass sie unzufrieden ist oder mit der Tatsache nicht klar kommt, dass ich seit fast einem Jahr mit meinem Freund in einer anderen Stadt wohne und mein Leben alleine bewerkstellige. und wir uns kaum noch sehen.
Da fing ich an, mir ernsthaft Gedanken zu machen.
Ich weiß nicht, ob ich mir das nur einrede, oder ob die Anzeichen klar und deutlich sind.
Desweiteren habe ich keinerlei Interesse an weiterem Kontakt mit meiner Mutter, sie hat mir alles genommen, auf das ich mein Leben lang vertraut habe. Andererseits ist es meine Mutter und ich fühle mich dazu verpflichtet, einzugreifen. Mit meiner Schwester kann ich darüber nicht sprechen, für sowas hat sie keine Antennen und wäre total überfordert.
Also frage ich mich, wie ich dem nachgehen kann.
Ich hoffe, das Geschriebene ist nicht allzu durcheinander und man kann erkennen, was mich beschäftigt.
Wie ich vorhin schon schrieb, will ich keinen Kontakt mehr und ich hasse es, dass ich mich dazu verpflichtet fühle, etwas zu unternehmen, nur weil es die Familie ist. Familie ist auch kein Garant für Liebe und Vertrauen und ich komme bestens ohne sie klar. Ich will mich auch nicht damit behängen müssen. Auch wenn es egoistisch ist, ich will und kann mich diesem Problem nicht annehmen, dafür bin ich selber nicht stark genug.
Die Leute in den meisten Beiträgen, die ich bisher gelesen habe, sind seit Jahren oder schon von kleinauf damit konfrontiert. Ich hoffe, mir kann jemand sagen, wie es bei den eigenen Eltern angefangen hat und wie man über Umwege Hilfe geben kann. Danke!
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Jody hat zum Thema: Es fängt gerade an, aber wie kann ich mir sicher sein? geschrieben
Hartmut
Moderator
Moderator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 13.02.2007
Beiträge: 10067
Alter: 49

BeitragVerfasst am: 22.08.2010, 22:08    Titel: Re: Es fängt gerade an, aber wie kann ich mir sicher sein? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Jody,

willkommen hier im Forum. So recht weis ich nun nicht was du wissen möchtest mit dieser Post. Ob deine Mutter Alkoholikerin ist? Gelöst hast du dich ja schon und sie ist für sich selbst verantwortlich.

Helfe mir mal das ich dich /wir besser verstehen können.

Gruß Hartmut
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Hartmut hat zum Thema: Re: Es fängt gerade an, aber wie kann ich mir sicher sein? geschrieben
Jody
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 20.08.2010
Beiträge: 3
Alter: 29

BeitragVerfasst am: 25.08.2010, 17:34    Titel: Re: Es fängt gerade an, aber wie kann ich mir sicher sein? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Hartmut!

War wohl leider doch etwas konfus, was ich geschrieben habe. Mein Problem ist, dass ich nicht weiß, wie ich herausfinden kann, ob sie Alkoholikerin ist. Wenn wir (noch) eine gesunde Beziehung führen würden, könnten wir darüber reden, wir waren uns immer sehr vertraut. Das kann ich aber nicht, weil wir ja keinen Kontakt haben.
Du hast Recht, dass ich mich bereits von ihr gelöst habe, doch steht immer noch dieses Pflichtgefühl zwischen uns, dass ich ihr helfen möchte und sie unterstützen muss, sie hat mich liebevoll großgezogen und hätte alles für mich getan.
Ich versuche, die Lage einzuschätzen. Daher habe ich den Konsum und die Ausschweifungen, sowie die Änderung der Person beschrieben, in der Hoffnung, jemand mit Erfahrung könnte mir sagen, wie ich es einordnen kann.
Darüber, wie ich weiter vorgehen könnte, um sie zu unterstützen, denke ich später nach, wenn es tatsächlich ein Problem gibt.
Danke für Deine Antwort, ich hoffe, es ist jetzt etwas klarer?
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Jody hat zum Thema: Re: Es fängt gerade an, aber wie kann ich mir sicher sein? geschrieben
kimmik
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 07.02.2010
Beiträge: 28
Alter: 35
Wohnort: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 28.08.2010, 13:37    Titel: Re: Es fängt gerade an, aber wie kann ich mir sicher sein? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Jody,
ich sage mal etwas dazu...wenn Du selber sagst, Deine Mutter hat sich verändert und wenn Du weißt, dass sie regelmäßig Alkohol trinkt, dann gehe definitiv davon aus, sie ist Alkoholikerin! Ganz typisch sind eben diese Veränderungen in der Persönlichkeit...aber was würde es für Dich für einen Unterschied machen ob sie nun Alkoholikerin ist oder nicht? Ihr Verhalten Dir gegenüber war verletzend ohne ende...soetwas muss man auch nicht mit oder wegen einer Suchterkrankung schönreden...Glaube mir, alles ist besser, als in dem Kontakt zur süchtigen Mutter zu verharren, man zerbricht daran, wir nehmen uns diese Worte die uns da zum Teil um die Ohren geknallt werden so sehr zu Herzen, hören sie aus dem Mund unserer Mutter, die wir lieben, von der wir soviele tolle Erinnerungen in uns tragen...es funktioniert einfach nicht das zu trennen, jedenfalls mir nicht und ich denke vielen anderen geht es ebenso...auf der einen Seite steht Dir da ein Mensch gegenüber, den Du liebst, auf der anderen Seite aber auch das Resultat welches aus der Sucht geboren wurde... Du kannst nichts für sie tun! Das ist im Grunde das aller aller schlimmste! Nun bist Du aber auf Grund Eures Streites schon einige Schritte weiter, als viele von uns, Du hast den Kontakt abgebrochen, zumindest insofern, als dass ihr euch nicht mehr seht...das wäre eigentlich der Schritt, der uns hier immer wieder geraten wird, wenn wir bereits am Ende unserer eigenen Kräfte sind und in einer solchen Situation den Kontakt abzubrechen ist furchtbar schwer! Ich kann Dir nur raten, bleib bei diesem Schritt, wäre sie noch so, wie Du sie in Erinnerung hast, hätte sie sich schon lange bei Dir gemeldet, es wäre niemals zu derartigen verbalen Ausbrüchen und Verletzungen gekommen!Kehre nicht zurück um eine Entschuldigung für ihr Verhalten zu suchen, es gibt keine! Tue es Dir nicht an, sie beim Untergang zu beobachten, denn mehr wäre es nicht, ein zusehen ohne aktiv helfend tätig werde zu können! Vielleicht kannst Du ihr ja einen Brief schreiben, aber erwarte keine Antwort von ihr! Lasse Dir keine Schuldgefühle einreden, Du trägst weder die Schuld an ihrem Alkoholkonsum, noch trägst Du eine Verantwortung für sie!
Ich kann das hier gerade recht locker in die Tastatur eingeben, aber in meiner Realität bin ich ein völliges Wrack, ich sah 25Jahre lang zu wie meine Mutter sich zu Grunde richtete und heute noch richtet ,damals als Kind, heute aus einer gewissen Entfernung als ERwachsene Frau!
Gehe Deinen Weg weiter, versuche bei Dir zu bleiben, zweifle nicht an der Richtigkeit Deines weggehens, es wird Dir eventuell sogar Dein eigenes Leben retten können! Ich wünsche Dir alles alles GUTE! KIM
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kimmik hat zum Thema: Re: Es fängt gerade an, aber wie kann ich mir sicher sein? geschrieben
krapfen
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 10.09.2010
Beiträge: 20

BeitragVerfasst am: 13.09.2010, 15:16    Titel: Re: Es fängt gerade an, aber wie kann ich mir sicher sein? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Jody,
deine Geschichte erinnert mich an meine, meine Kindheit war eigentlich perfekt, meine Mama war zu hause wenn wir von der Schule gekommen sind und Alkohol wurde zwar getrunken aber im Rahmen also mal ein Bier und an Geburtstagen etwas mehr.
Mit 18 bin ich dann ausgezogen und später auch nach Berlin gegangen. Meine Mama sitzt in der Küche und trinkt fast jeden abend 1 - 2 Flaschen Wein und sie ist kein Gesellschaftstrinker sie sitzt da ganz allein in der Küche und meckert über meinen Bruder und ihr Leben und tut sich selbst enorm leid. Teilweise weint sie oder sie macht anscheinend (des hab ich nicht gesehen mein Bruder hats mir erzählt) Sachen kaputt also Teller...
Ich glaube es ist gut wenn du weiter Abstand hältst nur ich hab eben ein sehr schlechtes Gewissen und das Gefühl meine Familie im Stich zu lassen obwohl ich eigentlich weiß das ich meiner Mama gerade nicht helfen kann weil sie auch nicht will.
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krapfen hat zum Thema: Re: Es fängt gerade an, aber wie kann ich mir sicher sein? geschrieben

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