Enva179 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.08.2010 Beiträge: 2 Alter: 22
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Verfasst am: 20.08.2010, 12:20 Titel: Angst vor Alkoholexzessen anderer |
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Ein liebes Hallo,
Ich selbst bin nicht alkoholabhängig, trinke garkeinen Alkohol, jedoch bin ich mein gesamtes Leben mit der Sucht von Angehörigen bzw mit Alkoholexzessen von Freunden/Bekannten konfrontiert worden und so langsam habe ich das Gefühl, dass mir völlig der Maßstab fehlt, was nun ok ist und was übermäßiger Konsum ist.
Schon als Kind lernte ich Alkohol als Grund für Streit und Hass und die Veränderung der Persönlichkeit geliebter Menschen kennen, dann später Alkohol bzw eben keinen Alkohol zu trinken, als Grund ausgeschlossen zu sein und so weiter.
Nun bin ich in einer Situation, die mich nun endgültig überfordert, da im Bekanntenkreis meines Freundes Besäufnisse anscheinend völlig normal sind, keine Feier ohne zuviel Alkohol. Ich komme damit überhaupt nicht zurecht und die Angst vor solchen Situationen verfolgt mich mittlerweile bis in den Schlaf.
Da mein Freund früher Alkoholprobleme hatte, will ich diese Situation natürlich erst recht nicht akzeptieren.
Ich muss jedoch auch zugeben, dass sich mein Freund wirklich Mühe gibt und es bei uns im Alltag überhaupt keinen Alkohol gibt und dass auch Feiern seit längerer Zeit kontrollierter verliefen. Jedoch nicht in dem Maß, dass ich mich dort entspannt gefühlt hätte, sondern eher so, dass ich das Gefühl hatte, auf ihn mitaufpassen zu müssen und so hat es dann geklappt, dass keine Besäufnisse vorkamen. Jedoch belastet es mich enorm, dass ich anscheinend dafür verantwortlich bin, bzw einen frühen Zeitpunkt finden muss, die Feier mit ihm zu verlassen, weil es sonst ausarten würde...wie gesagt, ich kann nicht einschätzen, was ok ist.
Sobald ich sehe, dass er trinkt bekomme ich einfach Angst und will nur noch weg. Ich fange an zu verachten, wenn ich merke, dass er getrunken hat. Ich ertappe mich, dass ich mitrechne was er trinkt, weil ich solche Angst vor einem Ausarten habe.
Ich komme wirklich garnicht mehr klar, mir fehlt jegliche Idee für eine Lösung, zumal es für uns schwer ist miteinander darüber offen zu reden, weil es für uns beide ein sehr wunder punkt ist - ich breche bei dem Thema fast immer in Tränen aus, und er mag irgendwann nichts mehr sagen.
Ich habe Schuldgefühle, wenn ich zum 100. Mal mit dem Thema anfange. Übertreibe ich, wenn ich das so nicht akzeptieren kann? Ich weiß es nicht.
Ich habe sehr Angst, dass unsere Beziehung unter diesem Thema leidet, weil wir es nicht schaffen, offen miteinander zu sprechen und einen Weg zu finden. Wir führen jedoch sonst in allen anderen Bereichen eine sehr erfüllte gute Beziehung und haben auch über dieses Thema noch nie gestritten, trotzdem fehlt mir die Lösung, mit der ich entspannt leben kann - ich merke, wie es mich langsam zermürbt, wie meine Gedanken darum kreisen und unter welchem Druck ich stehe, wie sehr mir diese Situation Angst macht.
Ich bin ein Mensch, der eigentlich sehr gerne unterwegs ist, gerne weggeht - aber eben ohne Besäufnis. Wenn schon sein Handy klingelt und ein Freund dran ist, dann habe ich schon Angst vor dem was kommen könnte.
Wenn er alleine weggeht und die "passenden" Leute dabei sind, kann ich nicht schlafen und verzweifel daheim.
Es ist wie gesagt nicht so, dass so etwas dauernd bei uns vorkommt....aber die manchen Male, die es passiert ist und die Tatsache, wie hier gefeiert wird, macht mir solche Angst, dass ich davon nicht loskomme und mich langsam innerlich kaputt macht.
Was mich zu dem unsicher macht, ist dass er anscheinend nicht bereit ist mit mir einen festen Deal auszumachen, dass so etwas nicht mehr vorkommen wird.
Ich kann nicht einschätzen, ob er nicht versprechen will, weil er sich nicht sicher ist, ob er es halten kann(würde auch zu seinem Charakter passen, nur Dinge zu versprechen, die auch 100% zu halten sind) oder ob er solche Events gerne immer wieder erleben würde.
Das macht natürlich für mich einen großen Unterschied - die eine Sache würde ich akzeptieren können, die andere nicht so ganz, schon garnicht mit seiner Vorgeschichte.
Ich hoffe, dass ich hier vielleicht Menschen in ähnlichen Situationen finden kann und dadurch wieder Mut finde, weiter zu machen oder den richtigen Weg zu finden.
Vielleicht hat ja jemand eine Idee.
Liebe Grüße,
Enva |
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