| Kann ich hier schreiben? • Wie ernst ist es ihm? |
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Xenica Gast
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Verfasst am: 16.08.2010, 11:30 Titel: Re: Tiefpunkt unbedeutend. |
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Weißt Du, "wir" Schwestern lernen ja schon in der Ausbildung welchen Schaden ein zu hoher und regelmässiger Alkoholkonsum im Körper anrichten kann. Ich habe es eine Zeitlang verdrängt, daß mein Alkohol mehr als die für Frauen ungefährliche Gramm-Menge liegt, aber irgendwann, wenn man genügend Männer und Frauen um sich herum hat, die ihr Hirn versoffen haben- da mußte ich einfach mal aufwachen...
Ich weiß nicht, ob man das als Tiefpunkt bezeichnen kann .. |
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| Xenica hat zum Thema: Re: Tiefpunkt unbedeutend. geschrieben
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Xenica Gast
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Verfasst am: 16.08.2010, 11:31 Titel: Re: Tiefpunkt unbedeutend. |
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sorry, Ich schreibe heute ein Mist zusammen und editieren kann man seine Beiträge ja nicht.
Es sollte heißen: ..daß meine Alkoholmenge über die für Frauen ungefährliche Gramm-Menge liegt ..
Ich hoffe, jetzt ist es verständlicher |
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| Xenica hat zum Thema: Re: Tiefpunkt unbedeutend. geschrieben
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silberkralle sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.12.2009 Beiträge: 4062 Alter: 60 Wohnort: Wilkau-Haßlau
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Verfasst am: 16.08.2010, 11:43 Titel: Re: Tiefpunkt unbedeutend. |
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| Xenica hat Folgendes geschrieben: | | "wir" Schwestern lernen ja schon in der Ausbildung welchen Schaden ein zu hoher und regelmässiger Alkoholkonsum im Körper anrichten kann. | hab ich als gesundheitshelfer beim DRK auch gelernt - "begriffen" hab ichs erst hier: http://www.forum-alkoholiker.de/viewtopic.php?p=442471#442471
hat mir sehr geholfen trocken zu bleiben < die erinnerung an den "persönlichen tiefpunkt" soll ja genau das trockenbleiben verstärken? der begriff is nur n begriff - hauptsache wir begreifens (is das jetzt n kalauer?)
glück auf
matthias |
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| silberkralle hat zum Thema: Re: Tiefpunkt unbedeutend. geschrieben
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Xenica Gast
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Verfasst am: 16.08.2010, 12:15 Titel: Re: Tiefpunkt unbedeutend. |
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| Och.. ich war ganz gut im Verdrängen. .. zumindest ne Weile. Aber ich glaube das machen alle Süchtigen. Man hört und sieht so viel wie zbsp Rauchen gesundsheitsschädlich ist. Trotzdem rauchen viele noch. (Ich auch, ab und zu) Man verdrängt es und hofft nicht zu der Personengruppe zu gehören wo das zutrifft. Sprich die von dem Suchtstoff schwer krank wird. Aber irgendwann muß man halt der Realität ins Auge sehen. Das habe ich getan. Ich glaube nicht, daß ich so einen Wunderkörper habe, der jede Menge von Alkohol folgenlos schlucken könnte... |
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| Xenica hat zum Thema: Re: Tiefpunkt unbedeutend. geschrieben
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Xenica Gast
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Verfasst am: 16.08.2010, 12:24 Titel: Re: Tiefpunkt unbedeutend. |
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ach ja.. Und noch etwas hat mich echt wachgerüttelt.
Der harte Entzug meines Mannes. Er hat echt gelitten.
Und mir war klar, daß ich als seine Frau auch nichts mehr trinken soll. Schon alleine ihm zu liebe. Daß er es leichter hat dem Stoff fernzubleiben. Meine Aufgabe habe ich darin gesehen, ihm ein alkoholfreies Zuhause zu ermöglichen. Fast alles sozialen Kontake sind ja über mich "gelaufen". Ich habe dann ihm zu liebe "Bekannte" aussortiert, die noch trinken. Ich habe sie einfach nicht mehr eingeladen oder Einladungen abgesagt. Ich bin zu den AAs. Habe dort neue, trockene Bekannte gefunden, mit denen sich mein Mann auch gut versteht
Zum Glück waren es nicht viele Bekannte, die ich "aussortieren" mußte. Nur zwei. Aber das hat mir schon wehgetan, weil ich sie als Menschen sehr geschätzt habe. Sie haben Hunde, so wie ich. Aber trinken noch. Ich glaube nicht, daß ich daran was ändern kann, sie haben schon 2-3 Mal den Führerschein weg. Ab und zu telefonieren wir noch miteinander, aber ich besuche sie nicht, damit ich ja nicht in Versuchung komme nicht nein sagen zu können. Ich kenne mich. Ich brauche dann nur mal einen schlechten Tag zu haben und dann kanns passieren. Darum schütze ich mich
Sie besuchen uns auch nicht mehr. Es gibt ja nichts mehr zu saufen. Und ich meide sie, weil ich nicht dabei sein will, wenn sie sich zuhause besaufen... |
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| Xenica hat zum Thema: Re: Tiefpunkt unbedeutend. geschrieben
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liv sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 16.05.2007 Beiträge: 3914 Alter: 37 Wohnort: CH
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Verfasst am: 16.08.2010, 22:21 Titel: Re: Tiefpunkt unbedeutend. |
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Hi zusammen,
ich denke ein Tiefpunkt ist schon bedeutsam, kann aber sehr unterschiedlich sein. Ich denke ich hatte davon ca. 4 Stufen ... die zusammen einen ganz ordentlichen Tiefpunkt ergeben.
Mein erster persönlicher Tiefpunkt war, als ich immer und immer wieder abends alleine weinend im Bett der Notschlafstelle gelegen habe; Angst die Nacht ohne Drogen und Alkohol nicht zu überleben und die Panik, was passiert wenn ich morgens aufwache und noch weiter im Entzug stecke. Das Übernachten auf öffentlichen Toiletten schiesst die Selbstachtung auch nicht in hohe Sphären. Jeden Tag derselbe Mist, dieselben Leute, dieselben Parks, dieselben Lügen und Linkereien, dieselbe Panik "wo bekomm ich jetzt sofort schnell was her?"/ "wie schaffe ich es, dass die ersten Schlücke des "harten"Alks am Morgen nicht postwendend zurückgeschossen kommen?". Das war so von aussen gesehen wohl der dreckigste Tiefpunkt. Aber hier hat`s für mich noch nicht gereicht. Durch die Geburten meiner Kinder war es ein paar Jahre ruhig. Bis ich wieder mit dem Trinken anfing ... schnell danach kamen auch wieder harte Drogen dazu. Da durfte ich den zweiten Teil meines Tiefpunktes erleben, als ich hackedicht mit ausgeschlagenen Zähnen im Flur lag, weil ich nicht mehr in der Lage war vorwärtszukriechen, ohne umzukippen. Das hat meine Tochter (damals vielleicht 6 ) mitbekommen. Das hätte es doch gereicht, oder?
Ok, mit Drogen war dann ziemlich bald schluss. Aber der Alk, da konnte ich die Finger noch immer nicht von lassen. Dann kam die Hochzeit eines Freundes und somit Kapitel 3 meines Tiefpunktes. Ich oder S. sollten mit den Kindern die Eheringe zum Altar tragen. Ich war aber dermassen entzügig, meine Hände zitterten ohne Ende, mir war schwindlig und die Aufgabe wärend der Predigt aufzustehen, mit den Ringen nach vorne gehen und wieder zurück - es erschien mir unvorstellbar. Ich hätte es nicht gepackt. Ich war aber auch nicht in der Lage zu erklären warum ich das nicht tun kann. Ich nahm das Kissen mit den Ringen, das man mir entgegenhielt, einfach nicht an . Nach der Kirche war ich wohl die erste an der Apero-Bar und kippte erstmal drei Gläser Weisswein und ein paar Biere ein, dann erst fühlte ich mich wieder als Mensch.
Es folgten Zeiten von Trinkpausen und Rückfällen. Anfangs einer Trinkpause bin ich dann hier im Forum gelandet. Und der vierte Teil meines -nun hoffentlich kompletten- Tiefpunktes durfte ich genau nach 2 abstinenten Jahren durchmachen. Ich hatte einen sich ellenlang anbahnenden Rückfalltag. Erstens fühlte ich mich dadurch natürlich bescheiden, aber das eindrücklichste war, dass dieser Konsum absolut unspektakulär war. Kein Moment des Hochgefühls, nicht meine langersehnte Befreiung beim ersten Schluck, keine Ruhe, Gelassenheit, Sicherheit, Gleichgültigkeit - nichts!! Es war einfach platt, farblos, stumpfsinnig, ich empfand das leicht angetrunkene Gefühl in jedem Moment als lästig und unangenehm. KEIN EINZIGES GUTES GEFÜHL! Und für das habe ich zwei Jahre Abstinenz dahingeschmettert? Das war`s nicht wert.
Jede dieser Erinnerung ist ein wichtiges Puzzlestück meines Tiefpunktes. Ich möchte keines missen. Aber das letzte, dieser Rückfall, von dem ich mir soviel erhoffte, den ich mir wunderschön träumte, war einfach weniger wert als ein Ameisenpups. Für sowas ... neee, das lohnt sich wirklich nicht.
So, jetzt bin ich bestimmt meilenweit abgeschweift ... häxgüsi
liv |
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| liv hat zum Thema: Re: Tiefpunkt unbedeutend. geschrieben
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pfundi neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 10.01.2010 Beiträge: 110 Alter: 41 Wohnort: Heilbronn
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Verfasst am: 17.08.2010, 09:40 Titel: Re: Tiefpunkt unbedeutend. |
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Das Schlimmste im nachhinein ist für mich, dass ich trotz Kontrollverluste verbunden mit satten Entzügen immer noch glaubte, nicht abhängig zu sein. Wenn ich mal ein paar Tage im Anschluss daran nicht betrunken war, war ich mir sogar wieder sehr sicher. Seltsam, aber alkfreie Tage gab es so gut wie nie... Na ja, das wird schon wieder, dachte ich immer.
Zuletzt hatte ich 3 - 4 Abstürze in der Woche und kämpfte jeden Tag gegen irgendwelche Symptome. Dann kamen Angstzustände und ich konnte nicht mehr rausgehen. Dann habe ich die Sucht schon realisiert, erst dann, als der Alk mich komplett flachgelegt hat. |
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| pfundi hat zum Thema: Re: Tiefpunkt unbedeutend. geschrieben
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Maria sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.10.2007 Beiträge: 5412
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Verfasst am: 17.08.2010, 10:11 Titel: Re: Tiefpunkt unbedeutend. |
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Hallo,
ich kopiere eine Zusammenfassung rein, die ich vor einiger Zeit in meinem 1. Thread geschrieben habe:
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Mein Tiefpunkt bestand nicht darin, dass ich alles versoffen habe. Ich brauchte nicht alles zu verlieren. Dafür bin ich meinem Schutzengel sehr dankbar.
Mein Tiefpunkt bestand darin, mir zuzusehen und mich nicht daran zu hindern, wie ich innerlich immer mehr abstarb. Für mich war es klar, wenn ich so weitermache wie bisher, ist es nur noch eine Frage der Zeit bis zu meinem inneren Sterben, das äußere Sterben beginnt.
Aus dieser Erkenntnis heraus, gehe ich die nötigen Schritte mit aller mir möglichen Konsequenz.
Bei mir sah das so aus, daß ich zunächst meinen Arzt konsultiert habe, um mit ihm die nötige Entgiftung zu besprechen. Von dorthin ging ich zur Suchtberatung. Ich informierte mich darüber, was Alkohol generell anrichtet. Was das für ein Stoff ist und welche "Hilfe" ich mir Tag für Tag als Krücke ausgesucht habe.
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Oft lese ich, dass die Grundbausteine als einengend und Lebensqualität raubend empfunden werden.
Bei mir war´s die Mauer, die ich um mich mit Hilfe des Alkohols errichtete, die mir die Luft nahm. Stein auf Stein mauerte ich mit jedem Schluck und mit jedem Suff die Mauer höher. Durch die flüssige Konsistenz des Alkohols floss er in jede Ritze und verschloß jede noch so kleine Lücke Klarheit zähflüssig und unüberwindbar. Diese Mauer engte mich ein, raubte mir die Luft, um mich frei entfalten zu können.
Die Grundbausteine hingegen sind für mich ein Grundgerüst mit offenen Pfeilern. Sie lassen Leben rein und mir die Möglichkeit - innerhalb dieses sicheren Raumes - Luft zu bekommen, atmen zu können, neu oder überhaupt erstmals die Gelegenheit zu bekommen zu leben anzufangen.
Meinen Tiefpunkt (oder die Summe jeder einzelnen Punkte... das trifft es besser) begreife ich rückblickend nicht als negatives Ereignis, vielmehr als den Wendepunkt -->> meine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben ohne Suchtmittel.
-Maria- |
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| Maria hat zum Thema: Re: Tiefpunkt unbedeutend. geschrieben
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