| Neu hier und ziemlich fertig mit den nerven... • Wie führe ich einen zielgerichteten Erfahrungsaustausch? |
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MrHardcore neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 15.12.2009 Beiträge: 149 Wohnort: Nähe München
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Verfasst am: 24.08.2010, 15:52 Titel: Re: Wesensveränderung durch Trockenheit? |
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Hi Martha66,
ich finde, du lässt einen wichtigen aspekt bei deiner fragestellung aussen vor: kannte der jeweilige angehörige seinen partner auch schon im stadium, als weder sucht noch missbrauch von alkohol eine rolle spielten?
das habe ich immer so meine zweifel.
sehr oft erfahre ich von angehörigen, dass ihr partner "damals" zwar schon "ganz gerne einen getrunken" hat, aber vom wesen her "ganz anders" war, als im (end-)stadium der sucht. was sagt das aus? nichts anderes, als dass der angehörige den jetzt süchtig trinkenden partner schon damals nicht ohne alkohol gekannt hat - also auch damals schon nicht sein "wahres gesicht" gekannt haben kann.
daraus dann abzuleiten, mann "kenne" den "alten" (im sinne von nüchternen) partner, halte ich für einen klassischen selbstbetrug.
beim rest stimme ich meinen vorschreibern zu, niemand kann vorhersagen, wie sich ein alkoholiker verändert - weder von trocken zu nass, noch umgekehrt.
cu
MrHardcore |
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| MrHardcore hat zum Thema: Re: Wesensveränderung durch Trockenheit? geschrieben
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Xenica Gast
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Verfasst am: 24.08.2010, 21:24 Titel: Re: Wesensveränderung durch Trockenheit? |
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| Zitat: | | fakt ist, die sucht macht einen menschen zu einem egoistischen monster das nur hinter seinem stoff her ist und dabei über leichen geht. |
Dorothee, Bist Du Angehöriger, oder was ist der Grund für solch pauschale negative Aussage?
Ich habe immer nur alleine getrunken, war eher jemand, der sich durch Alkohol beruhigt hat und mit keinem Streit angefangen hatte.
Deswegen fühle ich mich von Deiner Pauschalisierung angegriffen, ich bin nicht über Leichen gegangen.. |
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| Xenica hat zum Thema: Re: Wesensveränderung durch Trockenheit? geschrieben
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dorothea Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.08.2006 Beiträge: 7472 Alter: 48 Wohnort: Salzgitter
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Verfasst am: 24.08.2010, 21:34 Titel: Re: Wesensveränderung durch Trockenheit? |
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hallo xenica
nein ich bin alkoholikerin, ein monster das sich trotz schwangerschaft ne flasche vodka reingeschüttet hat, das sich täglich die kante gegeben hat statt sich gescheit um die kinder zu kümmern, das alkohol gekauft hat statt was gescheites für die kinder zu kochen, das gelogen und betrogen hat um an den stoff zu kommen.
doro |
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| dorothea hat zum Thema: Re: Wesensveränderung durch Trockenheit? geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32808 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 24.08.2010, 21:39 Titel: Re: Wesensveränderung durch Trockenheit? |
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Hallo Doro,
ich fühle mich ganz und gar nicht angegriffen, denn mir war auch alles egal und ich habe geklaut und beschi***n, nur um irgendwie an Alkohol zu kommen.
Ich habe mich sogar um eine Flasche Schnaps mit vermeintlichen Kumpels geprügelt, nur weil ich nichts abgeben wollte.
Gruß
Karsten |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Wesensveränderung durch Trockenheit? geschrieben
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Xenica Gast
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Verfasst am: 24.08.2010, 21:41 Titel: Re: Wesensveränderung durch Trockenheit? |
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Danke Euch beiden,
jetzt verstehe ich das besser  |
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| Xenica hat zum Thema: Re: Wesensveränderung durch Trockenheit? geschrieben
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Diandra sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.03.2006 Beiträge: 2177 Wohnort: Düsseldorf
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Verfasst am: 24.08.2010, 22:06 Titel: Re: Wesensveränderung durch Trockenheit? |
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Hi,
@Hoppegarten ... ich darf ein paar Sätze kommentieren, aber mehr so im allgemeinen ? Soll jetzt nicht gegen dich gehen. Danke.
| Zitat: | | Diese Frauen (ich spreche nicht pauschal alle Frauen in einer Partnerschaft mit einem Alkoholiker an) empfinden teilweise nicht nur Leid, sondern Dominanz. Sie "führen" die Beziehung und den Mann und wirken auch in vielen Fällen manipulativ. |
Kann man nicht pauschal so sagen. Irgendwie wird man im Laufe der Zeit ja auch in diese Rolle gedrängt. Denn außer dem Angehörigen ist da ja niemand der führen will/kann/tatsächlich macht.
Was ist schon manipulativ ?? Das ist der Alkoholiker auch, der Suchttherapeut - warum also nicht auch die Angehörige. Angehörig zu sein ist weder ein wundervolles Privileg noch ist man einzigartig.
| Zitat: | Wenn dann der Partner trocken wird, sich aufbäumt, das Leben selbst meistern möchte, ja wieder zum Menschen wird, fühlen sich die Partnerinnen dann auf einmal bevormundet, da ihnen die ursprüngliche Dominanz entrissen wird.
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Bei mir ist es so angekommen, dass ich als perfektes "Übungsfeld" mißbraucht wurde. Alles was Therapeuten und die lieben Leidesgenossen an Erfahrungen und Wissen in den trocken werdenden Partner investiert haben, hat er zu Hause rausgelassen. Das kann wundersame Blüten treiben - man mutiert von der Mutter bis zur manipulativen dominanten Partnerin. Das was der Arzt oder der Therapeut sagen ist HEILIG.
Und was das aufbäumen betrifft - da gibt man wieder Verantwortung gezielt ab, nehmen wir z. b. die verlorene Arbeitsstelle - es soll eine neue gesucht werden und was passiert oft ?? Och nööö, das geht nicht, da fühle ich mich "überfordert". Dieses ich bin überfordert lernt man auch ganz schnell anzuwenden - in vielen Bereichen. Es dient für alles zur Erklärung, warum man grad nicht so kann - selbst wenn man schon länger trocken ist. Nettes Schlagwort welches jedem Menschen - egal ob Arzt, Therapeut, Angehörige sofort den Wind aus den Segeln nimmt. Manche können dies wunderbar manipulativ benützen.
| Zitat: | Dann entstehen verworrene Theorien über Wesensveränderungen etc.
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Das ist keine verworrene Theorie. Nasse Alkoholiker verändern sich. Und je länger und inteniver die Sucht besteht und ausgelebt wird, desto mehr Abgründe können sich da auftun. Nimm die Hemmschwelle. Nüchtern würde man nie zuschlagen - stockbesoffen kann das durchaus passieren.
Ob nach vielen Jahren Suff nach länger anhaltender Trockenheit davon noch etwas wahrzunehmen ist - wer weiß das schon. Dem ist ja noch niemand wissenschaftlich nachgegangen - oder ?
| Zitat: | Wenn ich ehrlich bin, halte ich mich nur sehr ungern in Gesprächsrunden mit sogenannten "Co-Abhängigen" auf, da ich, wenn ich denn mal in einen dieser Threads stoße, permanent auf ein Selbstmitleid stoße, das für mich unbegründet ist.
"Co-Abhängige" versuchen sehr oft, ihren alkoholkranken Partner und die gesamte Situation nach ihren Vorstellungen zu gestalten.
Gerät dieses Manipulations-Konstrukt (durch das Trockenwerden des Partners) ins Wanken, wird das selbst geschaffene Gewebe der Manipulation angegriffen und meist sogar zerstört. |
Naja - die einen werden immer wieder rückfällig - die anderen jammern.
Rückfall = Verständnis ala - der braucht noch ne Runde oder zwei oder drei;
jammern = ist nicht auszuhalten, mag ich nicht hören, klammert und badet in Selbstmitleid. Null Verständnis - fehlt nur noch das Verbannungszeichen auf der Stirn.
| Zitat: | | Sogenannte "Co-Abhängige", die es auch laut verschiedener Quellen und Psychologen in dieser Begrifflichkeit an sich überhaupt nicht gibt, sollten sich intensiv mit sich selbst beschäftigen und ihre Gedanken ein wenig von der Wesensveränderung ihres Partners auf sich selbst lenken. |
Stimmt - LZT usw. auch für Angehörige, damit sie mit den gleichen Waffen arbeiten dürfen und können. Das wäre dann ausgleichend. Und man würde ganz schnell feststellen, was man auf gar keinen Fall mehr haben möchte. Dann würde es diese jammernden und bemitleidenswerten Wesen nicht geben und sie würden nicht ständig nerven.
Wäre schön, wenn hier nicht einer Gruppe der Heiligenschein aufgesetzt wird und die andere Gruppe verteufelt wird. Keine der beiden Gruppen handelt mit Vorsatz und berechnend. Hier sind verhängnisvolle Verhaltensweisen entstanden welche es gilt zu entwirren und zu sortieren. Und das eben auf beiden Seiten.
Und ich mag es immer mal gerne wieder sagen - jeder Alkoholiker hatte ein Leben VOR der Sauferei. Um abhängig zu werden bedarf es schon einiger Zeit. Wo war da der Verstand, das Unrechtsbewusstsein, die Vernunft ?? Das, was man den Angehörigen ständig vorhält sollte man dann auch mal dem Alkoholiker vor Augen führen.
Grüßle
Diandra |
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| Diandra hat zum Thema: Re: Wesensveränderung durch Trockenheit? geschrieben
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Frozen Tears neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 30.11.2006 Beiträge: 465
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Verfasst am: 25.09.2010, 18:40 Titel: Re: Wesensveränderung durch Trockenheit? |
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Hallöchen. Will mich auch mal einmischen in Eure Diskussion. Ich beschreibe euch mal aus der sicht des Kindes. Meinen Vater habe ich als Kind erstmal als einen liebevollen sensiblen Menschen geshene, der verantwortungsvoll ist, ordentlich und handwerlich sehr geschcikt und fleißig.
Durch den Alkohol ist er nach und nach zu einem Monster mutiert. Er hat Dinge getan, die er ohne Alkohol sicher niemals getanhat. Jetzt ist die Frage , ob das die Wesensveränderungen sind.
ich würde schon sagen, dass der ALkohol einen menschen sehr stark in seinem Verhalten ändert. Dasist ja auch wohl der Grund warum Menschen trinken. Sie fühlen sich dann stark, locker, fit, ruhig, sicher. Sie verhalten sich dan ungehemmt, lsutig, mutig, zügellos etc. Der Alkohol bewirkt ja schon, das gewisse Tabus nicht mehr da sind usw. Viels aus dem Unterbwußtsein kommt an die Oberfläche. Somit also auch Dinge, die in ihrem Wesen schon vorhanden sind, aber wohl durch Moral , Wertvorstellungen usw unterdrückt wurden. Mal so mit einfachen Mitteln beschrieben. Hab da mal einiges drüber gelesen. Das bedeutet aber nicht, dass derjenige , der im alkoholisierten Zustand seien Frau geschlagen hat nun ein ohnehin schon immer schlechter mensch gewesen ist. Wenn man kleine Kinder betrachtet, die noch nicht so sehr von werten geprägt sind, kann man sehen, dass Menschen nciht von Natur aus friedlcihe kleine engel sind. Kleine Kinder grabschen auf brutalste Art anderen Kindern ins Gesicht und freuen sich. nehmen sich, was ihnen gefällt, mach kaputt, was andere mühselig aufgebaut haben. oder aum hört man immer: nein, fass das nicht an. Finger weg. Entschuldige dich. Tu dies nciht, mach das nicht. Unter Drogen werden all diese Tabus unter umständen wieder ausser Kraft gesetzt. Daher könnte man auch sagen, dass eigentlich der Mensch unter Drogen in seinen ursprünglichen Wesenszustand wieder zurückgesetzt wird. Erst durch Erziehung, Moral, Manipulation etc wird der mensch doch 'sozial, gesellschaftsfähig, angenehm....
Also auch mal über diesen Aspekt nachdenken.
Möglicherwiese ist die Sucht an sich auch so stark, weil in ihr der Wunsch nach diesem unbeschwerten ursprünglichen Kindheitszustand lauert. - Das jetzt mal als so ein Gedanke von mir, der mir hier beim Schreiben gerade kam.
Jedenfalls war es dann so, dass mein Vater in seiner trockenen zeit in wesentlichen wieder zu dem wurde,wie er vorher war. Obwohl man dabei nicht vergessen darf,d ass ein mensch sich ja ohnehin irgendiwe weiterentwickelt udn auch aus seine Erfahrungen geprägt ist. Von daher ist kein Mensch der gleiche, wie er es vor 5, 10 oder 20 Jahren war. Wäre ja auch traurig. Ich würde mal sagen, dass der Alkohol schon spuren hinterlassen hat. Reife, Erkenntnis, Selbstbewußtsein im positiven Sinne. Aber irgendwie sind auch Dinge hängengeblieben aus der nassen zeit. Diese Launenhaftigkeit ist irgendwie geblieben. Zwar nciht mehr so extrem , aber schon unangenehm, finde ich.
Dass Partner von nassen Alkoholikern immer mehr alleine entscheiden müssen ist für mich eine logische Folgerung, auch dass sie dann dadruch dominant/ bestimmend werden.
War bei uns nicht so der Fall. Aber finde ich dennoch logisch.
Mann wird doch dann automatisch sehr selbständig, ob man will oder nciht. Da stehn Frauen mit vielen Kindern da und müssen den Haushalt alleine schmeißen, geld verdienen usw. dadruch verändern sich doch die Partner wesentlich mehr und werden gewissermaßen stark, wachsen da ien ine Rolle automatisch hinein. Wenn dann hinterher der Partner wieder mitmischen will, was der andere uU 10 Jahre kontrolliert hatte kann das schon schwierig werden. Jedem Coabhängigen wird geraten sich möglcihst seine eigenen kleine heile welt aufzubauen. Das muß man ja auch schon während der beziehung schon. Das alles wieder aufzugeben und noch dazu ein Risiko einzugehen, dass es nicht mehr klappen wird wäre doch auch nciht gerade ratsam. Sicher muß man dann wieder neu anfangen mit dem trockenen Partner und ihn in sich wieder einmischen lassen in seine selbsterschaffene heile Welt. Ob das dann klappt und ob es überhaupt erstrebenswert ist? ich denke jetzt dabei auch an das Risiko der Rückfälligkeit. Jedenfalls muß es so sein, dass nichts mehr ist wie vorher, denn beide haben sich verändert. Und genau genommen darf das dann auch nciht mehr passen. Ein trockener Alkoholiker 'muß' sich doch aus seienn Zwängen befreit haben. Eine Coabhängige muß sichauch freier und unabhängiger gemacht haben. Nun stellt sich die Frage, die Paddy in einem Thread so wunderbar ins Leben gerufen hat. ist es die Liebe, die uns zusammenhält. Und was macht eine Beziehung aus. da geht es eben nicht nur um Liebe, da müssen wieder gemeinsame Werte, Ziele usw vorhanden sein. Ich würde sagen, das hängt auch sher davon ab, wie sehr man sich auseinandergelebt hat. und das auseinandergelebt haben sollte man sich ja auch garnicht so negativ vorstellen. Man kann ja auch auf freundschaftlicher Ebene wieder zusammen finden. |
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| Frozen Tears hat zum Thema: Re: Wesensveränderung durch Trockenheit? geschrieben
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Doro sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.01.2009 Beiträge: 2525 Alter: 41 Wohnort: Niedersachsen
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Verfasst am: 25.09.2010, 19:24 Titel: Re: Wesensveränderung durch Trockenheit? |
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Hallo,
ich kenne meinen Mann nicht "vor der Sucht" - wohl aber trocken.
Und ich kenne ihn jetzt, total wesenverändert und oft wahrlich ein Monster. Das ist einfach nicht zu leugnen und keine verworrene Theorie. Das sage nicht nur ich, das sagen auch andere, die mit ihm jetzt zu tun haben und ihn von früher kannten. Nun ist er allerdings wohl in einem sehr fortgeschrittenen Krankheitsstadium und natürlich will ich nicht sagen, dass alle dieses Symptom zeigen. Sicher gibt es nasse Alkoholiker, die ganz anders sind. Für mich ist der ganze Vorgang überhaupt nur zu verstehen, wenn ich dieses extrem unsoziale Verhalten als Krankheitssymptom begreife und es ist ja auch logisch, schließlich wirkt der Alkohol ja auch im Hirn.
Es ist doch auch für die Alkoholiker enorm wichtig anzuerkennen, dass diese Krankheit eben auch auf das Verhalten wirkt. Das entlastet doch sogar. Wär ja schlimm, wenn alle Verhaltensweisen, die nasse Alkoholiker so teilweise an den Tag legen, in ihrem ursprünglichen Charakter begründet lägen.
Das heißt nicht, dass er im trockenen Zustand ein idealer Mensch war - wie die meisten Menschen nicht "ideal" sind. Das ist ja wohl selbstverständlich, dass es auch unter Nicht-Alkoholikern genug Charakterfehler, Schwächen, unsoziales Verhalten usw. gibt. Das hat ja nichts mit dem Alkohol zu tun.
Trotzdem: Es war erstmal ein Unterschied wie Tag und Nacht. Er war plötzlich verlässlich, leistungsfähig und irgendwie "sozial", d.h. er konnte wieder die Grenzen sehen, die man bei anderen Menschen respektieren sollte, wenn man es sich nicht mit allen verderben will. Er war auch nicht gewalttätig (höchstens in ganz subtiler-manipulativer Art, aber keinesfalls direkt).
Als also mein Mann damals plötzlich trocken war, bin ich vielleicht zu unkritisch davon ausgegangen, dass damit alles paletti wäre. Ich hab mir zu wenig Mühe dabei gemacht, herauszufinden, wer er nun eigentlich wirklich war. Und hab ihn vielleicht auch überfordert dabei. Dachte: Na, jetzt kann er ja normal "funktonieren" - hab selbst die Krankheit böse unterschätzt. Sie ist zurückgekommen mit unglaublicher Wucht.
Was mich noch interessieren würde:
Inwieweit gibt es Wesenveränderungen bei Co-Abhängigen im akuten Zustand (so würd ich es mal umschreiben). Verändert die Co-Abhängigkeit auch unser Wesen?
Mir ist da nämlich bei mir eins aufgefallen: Ich selbst bin auch nicht gerade sozialer geworden in dieser Beziehung! Ich hab da auch ne Reihe von Freundschaftn vernachlässigt und andere zwischenmenschliche Beziehungen. Ich hab meinen Job vernachlässigt. Ich bin unzuverlässiger geworden. Ich bin jetzt dabei, nach und nach meine Wertmaßstäbe wieder zu verändern und erinnere mich dunkel daran, dass ich eigentlich schon mal anders war...
Liebe Grüße
Doro |
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| Doro hat zum Thema: Re: Wesensveränderung durch Trockenheit? geschrieben
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