| ..ich fang mal an zu erzählen.. • Ratlosigkeit, Trauer, Wut und ganz viel Angst |
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Celestine Gast
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Verfasst am: 26.08.2010, 17:55 Titel: Re: Das Leid, das unsere Wege trennt... |
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Hallo liebe Paddy,
ich bin Alkoholikerin und nach einem schlimmen Rückfall vor 10 jahren jetzt wieder seit 3 Jahren trocken und von Herzen dankbar.
Ich bin hier bei Euch gelandet weil ich gerade eben wieder im Begriff bin mich in einen Mann mit einem Alkoholproblem zu verlieben. Wehret den Anfängen... )
Dein Threat hat mich tief berührt, deshalb hier mein Beitrag:
Auch ich lebte in diesen 7 Jahren mit einem nassen Alkoholiker, der wie Dein Ex auch, seine Sucht nicht wahr haben wollte. Aus falscher Liebe zu diesem Mann wurde ich Rückfällig und als ich nach endlosem Leiden endlich wieder trocken wurde, war für auch für mich die letzte Konsequenz ebenfalls eine furchtbar schmerzhafte Trennung.
Damals schrieb mir eine Freundin folgendes Gedicht. Mir hat es geholfen und deshalb möchte ich es gerne hier mit Dir teilen:
edit - bitte keine fremden Gedichte hier einstellen, danke - edit
***************
Damals lag mein Selbstwertgefühl total am Boden und von Eigenliebe keine Spur mehr. Dann kamen über meine Gruppe diese zwei für mich inzwischen sehr wichtigen Affirmationen zu mir. Diese denke ich seit langer Zeit jeden Abend als letzten Gedanken vor dem Einschlafen, und morgens als ersten bewussten Gedanken - und manchmal spreche ich sie sogar laut aus:
Ich liebe und achte mich bedingungslos und ich verzeihe mir.
Und
Ich liebe alle meine Mitmenschen und ich wünsche jedem, dass er sein höchstmögliches Potential erreicht.
Das war für mich zunächst sehr gewöhnungsbedürftig weil ich mich so gar nicht als liebenswert empfand und meinem Ex eher die Pest an den Hals wünschte als sein höchstmögliches Potential!!
Aber schon nach kurzer Zeit sickerte die ständige Wiederholung in das Unterbewusstsein und ich begann mich besser und besser zu fühlen.
Ich wünsche dir alles erdenklich Gute und sende Dir einen riesigen Berg Liebe, Kraft, positive Energie und Geduld
HERZliche Grüße,
Celestine |
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| Celestine hat zum Thema: Re: Das Leid, das unsere Wege trennt... geschrieben
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Aufbruch2010 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.07.2010 Beiträge: 44 Alter: 54
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Verfasst am: 27.08.2010, 08:43 Titel: Re: Das Leid, das unsere Wege trennt... |
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Hallo liebe Paddy,
ich möchte hier meine Liste des Leidens, die ich oben schon begonnen habe, noch ergänzen...
Ich erschrecke davor, dass ich in den letzten Jahren jedesmal so froh und erleichtert war wenn XY mal für ein paar Tage verreist war ... und dass ich ein flaues Gefühl im Magen hatte wenn seine Rückkehr nahte.
Ich erschrecke davor, dass ich mich am wohlsten fühle wenn ich abends in den Schlaf sinken darf der mir ein paar Stunden Entspannung und Vergessen beschert.
Nie mehr will ich es in meinem Leben so weit kommen lassen.
Wir dürfen all die Erniedrigungen, das ganz Leiden niemals vergessen, deshalb habe ich auch so viel in Tagebuchform aufgeschrieben. Wenn ich aus dem Erlebten lerne und auch lerne, mich wieder Wert zu schätzen und Selbstachtung zu haben - dann hat alles im Rückblick einen Sinn gehabt.
Liebe Grüße
Aufbruch |
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| Aufbruch2010 hat zum Thema: Re: Das Leid, das unsere Wege trennt... geschrieben
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Frozen Tears neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 30.11.2006 Beiträge: 465
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Verfasst am: 05.09.2010, 02:05 Titel: Re: Das Leid, das unsere Wege trennt... |
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Als ich endlich auszog und mich von dem leiden befreite habeich bemerkt, wie anspruchlos ich eigentlich in meinem Leben war. Nun hatte ich endlich mein eigenes Leben und da begann ich erst auch eigene träume zu entwickeln.
Zeit zum träumen hatten ich vorher nicht. sondern es war eher ein Überleben vom einen Tag zum anderen.
Ich kann sagen, dass ich mich endlich frei gefühlt habe und möchte diese Freiheit auch nie mehr verlieren. |
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| Frozen Tears hat zum Thema: Re: Das Leid, das unsere Wege trennt... geschrieben
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Heinrich64 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 11.05.2010 Beiträge: 39 Alter: 48 Wohnort: N-W, trocken seit 01.2004
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Verfasst am: 05.09.2010, 07:57 Titel: Hallo Graupe, |
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| graupe hat Folgendes geschrieben: | Hallo Paddy,
ich bin gerade dabei auszuziehen!
weil,
er mich die meisten Dinge alleine machen lässt
er nicht spontan etwas machen kann, weil schon getrunken!
er mir Dies und Das verspricht, aber leider nicht hält!
er meine Gutmütigkeit ausnutzt!
er mir Dinge vorhält die unwichtig sind, um vom Thema Alkohol abzulenken!
er unser Kind und mich beschimpft!
er nach wie vor trinkt!
er mir ein schlechtes Gewissen einredet!
er mit uns keine Zeit verbringt!
...
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so war es bei mir auch!
Mir wurde alles versprochen und nichts davon gehalten,
Meine Kinder wurden so mies behandelt, dass sie nicht mehr zu mir kommen wollten,
Es wurden Nebenkriegsschauplätze auf gemacht, um vom Problem ab zu lenken.
Ich bin nicht normal, weil ich Ruhe, ein "normales" Zusammenleben und auch Zufriedenheit eingefordert habe, wobei ich von Glück nicht mal reden will.
Gestern nachmittag hatten wir unser letztes Gespräch, in dem ich sie nun aufgefordert habe, zum Monatsende unser Haus zu verlassen.
Ich glaube, jetzt hat sie es begriffen, dass ich ernst mache.
Eine weitere Chance gibt´s auch nicht mehr. ICH will es nicht mehr. Meine Kinder und meine Gesundheit sind mir wichtiger, als eine Frau, die mir viel verspricht, aber nichts davon hält.
Sie tut mir unendlich leid. SIE muss was für sich tun. Für sich, aber ab jetzt nicht mehr für mich. Vielleicht wird sie irgendwann ihr Problem begreifen und daran arbeiten. Vielleicht stürzt sie auch komplett ab. Ich weiß es nicht. Mir ist das nicht egal! Aber ich will und kann das nicht mehr. Mittlerweile bin ich selbst wegen Schlaf.-und Essstörungen in Behandlung.
Zukünftig werde ich meine Energien wieder den Menschen widmen, die mich aufrichtig lieben. Meinen Kindern.
Menschen, die uns schaden, lassen wir weg.
Lieben Gruß
Heinrich |
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| Heinrich64 hat zum Thema: Hallo Graupe, geschrieben
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dagmar007 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.05.2008 Beiträge: 2896
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Verfasst am: 05.09.2010, 10:44 Titel: Re: Das Leid, das unsere Wege trennt... |
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Lieber Heinrich,
nichts ist so schlimm, als dass es nicht auch seinen Nutzen hat.
Deine Krankheiten sind übel und schwierig (war bei mir ebenso) und sie waren die Chance. Im Job finanzielles Mobbing daraus wurde eine Shiatsu-Arbeit meiner Freundin "Mobbing als Chance"
Und ich sag Dir was: das Grauen der Alkbeziehung und das finanzielle Mobbig um mich durch eine billigere 400-Euro-Kraft zu ersetzen, diese Horrordinge waren meine Chance.
Hatte ich doch schon alles verloren konnte es jetzt nur noch besser werden. Und Heinrich, wenn die ersten Zeiten überstanden sind und die Trauer langsam erträglich wird, dann kommt die Lebensfreude wieder. Immer wieder etwas mehr. Je mehr der Druck des "vorher" weicht, desto mehr Kraft haben wir das "jetzt" zu sehen.
Ja, das Leid hat Wege getrennt und mich von einem Morast auf einen Gehweg geführt. Allen anderen wünsche ich selbiges. Wieder einmal den festen Boden spüren - wieder einmal auch in leichten Sandalen laufen zu dürfen ohne gleich aus den "Latschen" kippen zu müssen weil wieder etwas unvorhergesehens passiert ist.
Das Leben wird jeden Tag neues bringen, mal schönes, mal schweres - aber die Kraft nicht verschleudert zu wissen für Dinge, die ich nicht ändern kann, ist schon die halbe Bewältigung meines Lebens.
Lieben Gruß von Dagmar |
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| dagmar007 hat zum Thema: Re: Das Leid, das unsere Wege trennt... geschrieben
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Orphelia neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 29.06.2010 Beiträge: 13 Alter: 36
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Verfasst am: 11.09.2010, 11:59 Titel: Re: Das Leid, das unsere Wege trennt... |
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Hallo Paddy, hallo Dagmar,
das ist es auch, was mir die Kraft gibt um jetzt die Trennung durchzustehen. Es gab so viel Leid und ich lasse es zu meine Energien für etwas zu vergeuden, was ich nicht ändern kann... und dabei lebe ich doch so gerne! Das Leid hat unsere Wege getrennt, das stimmt.
Loslassen, nicht mehr kämpfen, nicht mehr hoffen. Und Dagmar, ja, eine Chance darin sehen! Irgendetwas werde ich hoffentlich daraus lernen und etwas neues wird entstehen! Diese Gedanken helfen mir und geben mir Mut und Hoffnung, auf diesem Weg zu bleiben und nicht rückfällig zu werden.
Ich bin sehr traurig, aber ich will nie mehr dahin zurück, in dieses Grauen.
Viele Grüße von Orphelia |
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| Orphelia hat zum Thema: Re: Das Leid, das unsere Wege trennt... geschrieben
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Grazia aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 11.11.2007 Beiträge: 767 Alter: 46 Wohnort: By
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Verfasst am: 11.09.2010, 13:30 Titel: Re: Das Leid, das unsere Wege trennt... |
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Hallo Ihr Lieben
Ich kann Dagmar nur zustimmen, auch für uns ist es letztendlich eine Chance auf ein besseres Leben.
Im Moment arbeite ich ganz intensiv auf der Baustelle "Schuld"
Gab's ein Problem, habe ich als erstes Schuldigen gesucht, um ihn dann zu "reparieren". Vergeudete Zeit und Energie.
Oft konnte ich keinem finden, also habe ich die Schuld auf mich genommen.
So viele Jahre habe ich damit verbracht - hat nichts gebracht, ausser leid und Schmerz.
Heute nehme ich es an, das Leben. So wie es ist.
Niemand ist Schuld auch mein Ex nicht, und auch ich nicht.
das leben geht seltsame Wege und der Einzige, der darauf irgendwelchen Einfluss hat, sind wir selbst.
Hat mich Jemand gezwungen 20 Jahre mit einem Alkoholiker zu verbringen? Nein.
Ich wollte unbedingt aus ihm einen liebenswerten menschen zu machen, den ich lieben könnte. Ich hatte kein Recht dazu, und so musste es schief gehn.
Heute bin ich meine eigene Baustelle, da bin ich Projektgeber und Bauherr. Manchmal geht es gut, manchmal regnets rein, aber es ist meins.
Wir haben es in der Hand, aber wir sind nicht Gott, wir konnen nur das Menschenmögliche tun, und dabei sollten wir auch bleiben.
ich hoffe, ihr versteht was ich damit meine, es fällt mir immer noch schwer, meine Gedanken klar zu artikulieren
LG Grazia |
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| Grazia hat zum Thema: Re: Das Leid, das unsere Wege trennt... geschrieben
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Frozen Tears neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 30.11.2006 Beiträge: 465
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Verfasst am: 01.10.2010, 16:48 Titel: Re: Das Leid, das unsere Wege trennt... |
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Diese ganze Leiderei hat schließlich bei uns allen dazu geführt, dass wir unseren persönlichen Tiefpunkt erreicht haben. Einige haben es noch nciht geschafft. Aber jeder, der diese Aufzählungen hier liest hat die Möglichkeit sich darin wiederzufeinen udn sich seiens eigenen Leids mehr und mehr bewußt zu werden. Denn im Grunde sind Coabhängige doch die besten Verdränger. Aber irgendwas sich ja bei jedem von uns schon in Gang gesetzt, dass wir überhaupt in diesem Forum gelandet sind.
Meist fehlt es nur an der Erkenntnis und der Einsicht, dass man dem Partner nicht sondern nur sich selber helfen kann. Ich finde diesen Thread ganz gut, weil er uns zu diesem Punkt führt, den man Tiefpunkt nennt. Oder Punkt der Erkenntnis. |
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| Frozen Tears hat zum Thema: Re: Das Leid, das unsere Wege trennt... geschrieben
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