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als Alkoholiker geboren ...

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Manfred
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BeitragVerfasst am: 03.08.2010, 22:36    Titel: Re: als Alkoholiker geboren ... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Martha,

vielen Dank für Deine freundlichen Worte. Sehr glücklich

Schön, dass wir wieder mal direkt miteinander "sprechen".

Zitat:
ich lese natürlich immer was Du schreibst. Ich möchte dann gerne was dazu schreiben, aber oft gibt es dem einfach nichts mehr hinzu zu setzten, was Du schreibst, da ist alles drin


Das geht mir umgekehrt oft genauso Winken

Auch Dir eine gute Nacht und liebe Grüße
Manfred
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Manfred hat zum Thema: Re: als Alkoholiker geboren ... geschrieben
zerfreila
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
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BeitragVerfasst am: 03.08.2010, 22:52    Titel: Re: als Alkoholiker geboren ... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Manfred,

in Deinem Beitrag steckt so viel Wertvolles für mich drin. Danke für Deine Gedanken. Den Text werde ich mir noch öfter durchlesen und mich mit seinem Inhalt und seiner Bedeutung befassen.

Liebe Grüße, zerfreila
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zerfreila hat zum Thema: Re: als Alkoholiker geboren ... geschrieben
pfundi
neuer Teilnehmer



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Wohnort: Heilbronn

BeitragVerfasst am: 05.08.2010, 08:36    Titel: Re: als Alkoholiker geboren ... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Manfred,

eine interessante Betrachtungsweise und sehr gute Darstellung. Danke für deinen Beitrag, der mich zum Nachdenken anregt.

So habe ich das noch nie gesehen, da mag aber durchaus was dran sein.

Ich konnte noch nie kontrolliert mit Alk umgehen. Ich glaubte das zwar lange Zeit, aber es war nicht so.

Für mich war es immer Rauschmittel und ich habe getrunken, um mich besser zu fühlen und habe auf diesem Weg versucht mein Grundbedürfnis nach Anerkennung zu befriedigen. Trinken konnte ich eben gut und fand dadurch "Freunde". Ich erinnere mich an unsere Feiern während meiner Schulzeit, da war das schon so. Ich bin schon lange Jahre süchtig, dass weiss ich heute.
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pfundi hat zum Thema: Re: als Alkoholiker geboren ... geschrieben
Manfred
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 15.12.2009
Beiträge: 1477
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Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 12.08.2010, 13:09    Titel: Re: als Alkoholiker geboren ... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo zusammen,

in meinem ersten Beitrag in diesem thread habe ich ja etwas über meine Gedanken und den Umgang mit meinem Suchtgedächtnis geschrieben.

Jetzt gibt es einen weiteren Begriff, der auch immer wieder auftaucht: Suchtdruck.

Was ist das eigentlich? Wo kommt er her? Wie wird er ausgelöst? Wie kann ich ihn verhindern/vermeiden?
Bin ich dem hilflos ausgeliefert?

Meine Antwort: Es gibt keinen Suchtdruck!

Suchtdruck ist – nach meiner Erfahrung - der Oberbegriff für: Irgendetwas in mir ist aus der Balance.

In der Regel ist es ein aufkommendes Gefühl, für das ich (aus welchen Gründen auch immer) noch keine Bewältigungsstrategie gefunden habe. Das gilt für sogenannte negative wie positive Gefühle gleichermaßen.

Was kann ich also tun?

1. Ich spüre dem Gefühl nach, welches mir da gerade so zu schaffen macht. Ist es z.B. Wut, Trauer, Einsamkeit oder aber auch Freude oder Glück, die ich nicht annehmen kann.

2. Ich kann mich auf die Suche machen, was mir bei der Bewältigung helfen könnte: Reden, Schreien, Weinen, Laufen, Entspannungsübungen, Putzen, Basteln ...

3. Ich kann mich therapeutisch begleiten lassen und herausfinden woher bestimmte Gefühle kommen und wie ich lerne damit besser zurecht zu zu kommen.

Manchmal habe ich den Eindruck, dass die Begründung für einen Rückfall sehr schnell und leichtfertig mit „Suchtdruck“ beschrieben wird. Als wenn es einen nicht zu stoppenden Automatismus geben würde, etwa nach folgendem Muster:

„Mein Gehirn hat sich komplett ausgeschaltet und ich wollte nur noch trinken“

Also ich glaube nicht, dass sich das Gehirn so komplett ausschaltet, dass da nicht noch Bereiche aktiv wären, die Alternativen aufzeigen könnten …

Meine Anregung für Alle, die an diese „Komplettausschaltung“ bzw. „Suchtdruck“ glauben:

Schreibt doch mal auf einen Zettel (den Ihr in Eurer Wohnung aufhängt und/oder bei Euch tragt) folgende Sätze:

Ich bin trockener Alkoholiker und kann Alkohol nicht kontrolliert trinken.
Es gibt keinen Suchtdruck. Es gibt Alternativen.
Diese Sätze sind jeden aktuellen Tag für 24 Stunden gültig.


Ach ja, wenn ich hier so „schlaue“ Sachen schreibe, dann sind sie in erster Linie an mich selbst gerichtet Winken

Ich wünsche Euch allen einen trockenen und möglichst entspannten Tag.

Liebe Grüße
Manfred
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Manfred hat zum Thema: Re: als Alkoholiker geboren ... geschrieben
pfundi
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 10.01.2010
Beiträge: 110
Alter: 41
Wohnort: Heilbronn

BeitragVerfasst am: 13.08.2010, 09:11    Titel: Re: als Alkoholiker geboren ... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Das gefällt mir sehr, sehr gut Manfred.

Es gibt immer wieder mal Situationen und Begebenheiten, die unser süchtiges Gehirn direkt mit Trinken assoziiert. War bei mir das Alleinesein in meiner Wohnung und Orte, an denen die Erinnerung an Trinkereignisse wieder wachgerüttelt wurde.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass durch Wiederholung der Begebenheiten sich der Suchtdruck mindert. Habe nach 9 trockenen Monaten keine Probleme mehr in der Wohnung. Ich denke zwar schon noch an Alk, schlage dann aber eine Brücke und esse ein Eis, o.ä.
Ich wende also Alternativen an, auch wenn sie noch so banal sind. Aber es hilft. Danke für deinen Beitrag. Sehr glücklich
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pfundi hat zum Thema: Re: als Alkoholiker geboren ... geschrieben
maria44
sehr aktiver Teilnehmer


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Anmeldungsdatum: 04.03.2006
Beiträge: 2106
Alter: 48

BeitragVerfasst am: 13.08.2010, 09:47    Titel: Re: als Alkoholiker geboren ... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Manfred,

Zitat:
Es gibt keinen Suchtdruck!


Das beschäftigt mich jetzt aber, auch wenn du den Beitrag an dich gerichtet hast.

Ich verstehe unter Suchtdruck, Verlangen nach Alkohol das ich am Anfang meiner Trockenheit oft hatte und auch nach Monaten.
Manche wie ich gelesen habe, haben kein verlangen, manche einwenig und manche starkes Verlangen.
Ich habe Jahre Lang Alkohol benutzt um meine Probleme zu ertränken und weil ich trinken wollte, als ich süchtig wurde brauchte ich ja keine Gründe, keine Probleme oder sonst was ich habe getrunken weil mein Körper und meine Seele nach Alkohol verlangte da war egal ob ich traurig war oder lustig ob ich alleine war oder auch nicht.
Gerade am Anfang der Trockenheit wusste ich nicht was bei mir Suchtdruck oder eben Verlangen auslösen kann ob das jetzt der Geruch ist, oder ein Glas der auf dem Tisch steht, ein Ex der betrunken kommt und wann wusste ich auch nicht, da spielt ja denke ich Suchtgedächtnis eine Rolle oder gibt es das auch nicht?

Ich betreibe deshalb ja auch Risikominimierung wo es nur geht weil ich eben nicht weiß wann sich bei mir Suchtgedächtnis melden kann und der aufkommende Verlangen(für mich dann Suchtdruck) vielleicht so stark wird das ich nicht gegen steuern kann oder die Kraft nicht dazu habe, also beuge ich vor und das musste ich aber erstmal lernen hab ich auch, hier im Forum.
Ich könnte Sport treiben oder Blumen pflücken, daran glaube ich persönlich aber nicht weil das ist etwas was vergeht aus Gesundheitlichen Gründen kann ich irgendwann vielleicht kein Sport treiben und im Winter keine Blumen pflücken oder ich hab soviel geputzt das ich keine Kraft mehr dazu habe, es gibt einfach zu viele Rückfälle auch nach langen Jahren und auch nach Therapien weil eine Therapie ist ja auch keine Garantie.

Zitat:
Meine Anregung für Alle, die an diese „Komplettausschaltung“ bzw. „Suchtdruck“ glauben:


Ich persönlich glaube nicht daran, ich weiß das es Suchtdruck gibt, ich hatte Kraft genug dagegen zu steuern.
Ob sich bei jemandem Gehirn so abschaltet das er/sie nicht mehr gegen steuern kann mag ich nicht beurteilen weil ich es eben nicht weiß ich sitze ja bei dem jenigem im Gehirn ja nicht drin.
Meine Gedanken immer, wenn die Sucht so einfach wäre, ich mit Sport oder Putzen oder eben Blumen pflücken sie so zusagen besiegen könnte dann gebe es keine Rückfälle und ich wäre heute eine Sportlerin, Putzfee oder sonnst wer aber das bin ich nicht, ich bin ja Alkoholikerin und das bleib ja auch und das heiß für mich Risikominimierung, Dankbarkeit und Demut.

Na ja ich weiß jetzt nicht warum ich es geschrieben habe es hat mich halt beschäftigt und es sind ja nur meiner Gedanken.

LG
maria
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maria44 hat zum Thema: Re: als Alkoholiker geboren ... geschrieben
HansHa
neuer Teilnehmer


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Beiträge: 476
Alter: 50
Wohnort: Berlin - Trocken seit 2005

BeitragVerfasst am: 13.08.2010, 12:30    Titel: Re: als Alkoholiker geboren ... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

maria44 hat Folgendes geschrieben:
Ich verstehe unter Suchtdruck, Verlangen nach Alkohol das ich am Anfang meiner Trockenheit oft hatte und auch nach Monaten.

Hallo,

das ist für mich kein Suchtdruck. Das kenne ich und kann beherrschen, wenn sich mein Suchtgedächtnis meldet und "mal wieder nachfragt" wie es denn so ist - jetzt.
Suchtdruck wird es für mich erst, wenn es zum fixen Gedanken wird und ich keinen Einfluss mehr darauf habe, praktisch ferngesteuert werde.
Um dies zu verhindern gibt es die verschiedensten Strategien. Ich habe mich "mit meinem Suchtgedächtnis geeinigt", dass ich es freundlich begrüße, wenn es sich meldet. Dann wende ich mich anderen Dingen zu und komme dadurch gar nicht in ein höheres Stadium. Das verstehe ich unter "mich ergeben".

Schönen Tag noch

H.
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HansHa hat zum Thema: Re: als Alkoholiker geboren ... geschrieben
Manfred
sehr aktiver Teilnehmer


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Beiträge: 1477
Alter: 54
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 13.08.2010, 20:47    Titel: Re: als Alkoholiker geboren ... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Maria, pfundi und Hans,

vielen Dank für Eure Antworten.

@ Maria

Zitat:
Das beschäftigt mich jetzt aber, auch wenn du den Beitrag an dich gerichtet hast.


Der Beitrag war schon auch an mich gerichtet, aber ich freue mich immer über Rückmeldungen (hätte ich auch dazu schreiben können Winken

Zitat:
Meine Gedanken immer, wenn die Sucht so einfach wäre, ich mit Sport oder Putzen oder eben Blumen pflücken sie so zusagen besiegen könnte dann gebe es keine Rückfälle und ich wäre heute eine Sportlerin, Putzfee oder sonnst wer aber das bin ich nicht, ich bin ja Alkoholikerin und das bleib ja auch und das heiß für mich Risikominimierung, Dankbarkeit und Demut.


Ich empfinde den Umgang mit mir und meiner Sucht auch nicht immer einfach. Und ich danke Dir, dass Du mich wieder auf die Begriffe „Demut“ und „Dankbarkeit“ hingewiesen hast. Zusammen mit der „Risikominimierung“ sind sie auch für mich von zentraler Bedeutung.

Mit meinem Beitrag wollte ich vor allem etwas gegen den „Automatismus“ schreiben, der vom Suchtdruck quasi direkt zum Trinken führt.

Hans hat das in einem anderen Thread m.E. sehr schön beschrieben. In meine Worte übersetzt ungefähr so: Es geht darum, dass ich einen Weg finde mit meiner Sucht zu leben.

Mir gefällt auch folgender Satz von Hans sehr gut:

Zitat:
Ich habe mich "mit meinem Suchtgedächtnis geeinigt", dass ich es freundlich begrüße, wenn es sich meldet. Dann wende ich mich anderen Dingen zu und komme dadurch gar nicht in ein höheres Stadium. Das verstehe ich unter "mich ergeben".


Liebe Grüße und für Hans noch: Schönen Abend noch Winken
Manfred
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Manfred hat zum Thema: Re: als Alkoholiker geboren ... geschrieben

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