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Wie umgehen mit Selbstmorddrohungen

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MrHardcore
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 15.12.2009
Beiträge: 149
Wohnort: Nähe München

BeitragVerfasst am: 01.08.2010, 08:49    Titel: Re: Wie umgehen mit Selbstmorddrohungen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hi frozen,

nix kapiert aber erst mal wieder zum rundumschlag draufhauen. gut, akzeptiert, bin ja nicht der erste und nicht der einzige, dem du mangelndes verständnis u.ä. unterstellst, sobald eine antwort kommt, die dir nicht passt.

nur soviel: ich arbeite sehr viel und schon sehr lange mit menschen zusammen, die suizid verarbeiten müssen/mussten. suizid, beganngen durch einen angehörigen, einen freund, einen nachbarn. und aus dieser erfahrung heraus kann ich dir sagen, dasss das was du hier anzettelst, nämlich das "anregen einer diskussion" nichts anderes als logorrhoe ist. eine orfeige ins gesicht derjenigen, die sich tatsächlich mit der thematik auseinandersetzen müssen und denen pauschale mutmassungen über das wieso, weshalb und warum einfach zu plump sind.

die, die es betrifft, wissen, dass ein angehöriger bei einem geplanten siuzid machtlos ist. sie wollen nicht über vielleicht-eventuell-unter umständen-hätte-wäre-etc diskutieren, die phase haben sie alle schon lange hinter sich, sie ist einer trauer gewichen, die sich nicht mit solch theoretischen dingen befasst, die keinerlei anspruch auf hilfe haben.

wie ich hier von eigenen erfahrungen sprechen kann, will ich dir auch sagen. mein zwillingsbruder hat im alter von 21 jahren suizid begangen. er ist mit tempo 140 km/h gegen einen baum gerast. das problem dabei: ich war auf dem beifahrersitz und wusste bis zum einschlag nicht, was mit ihm los ist. ich war danach fast 11 monate durchgehend in diversen kliniken und konnte erst knapp zwei jahre später wieder ohne hilfsmittel alleine gehen.
in seinem abschiedsbrief, der später gefunden wurde, war dann klar, dass er die alkoholsucht unseres vaters nicht verwunden hat und mit der lieblosigkeit unseres elternhauses nicht zurecht kam.

mir hat das bis heute genügt, um mich mit diesem thema sehr intensiv auseinander zu setzen. wenn dir agus ein begriff ist, weisst du auch, was ich mache. (ich hoffe, das ist jetzt kein verstoss gegen die forenregeln - der verein ist seriös).

aber was soll's wozu schreibe ich das? dich interessiert es ja doch nicht, du willst ja nur schwadronieren. unter "sonstiges". sicher sehr hilfreich.

cu
MrHardcore
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MrHardcore hat zum Thema: Re: Wie umgehen mit Selbstmorddrohungen geschrieben
Die_Susanne
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 02.04.2010
Beiträge: 2017
Alter: 47
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 01.08.2010, 09:34    Titel: Re: Wie umgehen mit Selbstmorddrohungen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hier geht ja ganz schön die post ab.
ich meine zu wissen,dass man verpflichtet ist,die polizei zu rufen,wenn jemand konkret dinge in richtung suizid äußert.dann kommt derjenige in die psychatrie zum selbstschutz .
Susanni
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Die_Susanne hat zum Thema: Re: Wie umgehen mit Selbstmorddrohungen geschrieben
Diandra
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 26.03.2006
Beiträge: 2156
Wohnort: Düsseldorf

BeitragVerfasst am: 01.08.2010, 12:19    Titel: Re: Wie umgehen mit Selbstmorddrohungen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Mein Ex hatte auch die Phase des Selbstmitleids und wollte mich mit der Androhung seinem Leben ein Ende zu setzen unter Druck setzen. Nein, diese Ängste wollte ich nicht auch noch tragen, als er stockbesoffen meinte, er hätte Tabletten genommen. Daraufhin habe ich den Rettungsdienst gerufen. Ich hatte auch noch die Aufzeichnung des Anrufbeantworters, wo er dies generös angekündigt hatte.

Die Rettung selbst sah erst keine Gefahr. Aber ich habe mich geweigert, die ganze Nacht Puls zu fühlen. Somit haben sie ihn dann doch mitgenommen, ihm wurde der Magen ausgepumpt und nüchtern war er stocksauer, dass ich ihm das alles angetan hatte Geschockt - Mit Selbstmordabsichten hat er nie wieder gedroht - wusste er doch, dass er mich damit nicht unter Druck setzen konnte und ich die Verantwortung dafür sofort in fähigere Hände weitergegeben würde.

Diandra
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Diandra hat zum Thema: Re: Wie umgehen mit Selbstmorddrohungen geschrieben
Skye
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 16.05.2009
Beiträge: 293
Alter: 42

BeitragVerfasst am: 01.08.2010, 22:52    Titel: Re: Wie umgehen mit Selbstmorddrohungen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Zusammen,

ich kenne die Gedankengänge über das warum, weshalb und weswegen. Ich habe lange gebraucht um meine Nabelschnur zu durchtrennen. Habe Gedanken ohne Ende gewälzt warum meine Mutter trank. Mit dem meisten habe ich sicherlich nicht falsch gelegen. Was aber nichts an der Tatsache ändert, dass es keine Gründe zu trinken gibt. Würde ich das was am Ende meiner Gedanken über sie raus gekommen ist nehmen und mit meinem Leben vergleichen, könnte ich mir auch mal fröhlich die Flasche an den Hals setzen. Das Warum ist nicht meine Baustelle, sondern die des Abhängigen.

Sie hat oft genug gesagt: „Dann kann ich mich ja umbringen“. Ich habe lange funktioniert und mich dadurch unter Druck setzen lassen. Irgendwann habe ich es nicht mehr getan und hatte eine Scheißangst. Sie hat sich nicht umgebracht und ich hatte danach Ruhe vor solchen Erpressungen. Heute würde ich den von Dorothea beschriebenen Weg gehen. Damals habe ich mich nicht getraut, aus Angst vor der Reaktion meines Vaters. Heute bin ich weiter, aber heute ist heute und damals ist damals.

In ihrem letzten Jahr war ihr anzumerken, dass sie nicht mehr leben wollte. Auch wenn das jemand in den falschen Hals bekommt, ich konnte es verstehen. Denn so hätte ich auch nicht leben wollen. Obwohl ich das gemerkt habe, waren mir die Hände gebunden. Sie hat nichts gesagt, nicht mehr, was hätte ich also tun sollen. Es ist nicht verboten sich zu Tode zu saufen und genau auf dem Weg war sie. Selbstmord auf Raten, erst kleine und dann immer größere. Mir blieb nichts, als zu akzeptieren. Es war ihr Wille und für mich war es besser zu akzeptieren, als zu versuchen etwas ändern zu wollen, was ich nicht ändern konnte. Ich konnte ihr weder den Mut noch den Willen zu leben geben, dass konnte nur sie selbst. Sie wollte ihr Leben nicht mehr. Sie wusste, wo sie Hilfe bekommen konnte, sie wollte nicht. Ich habe ihren Willen akzeptiert.

Gruß
Skye
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Skye hat zum Thema: Re: Wie umgehen mit Selbstmorddrohungen geschrieben
dorothea
Moderatorin
Moderatorin


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 26.08.2006
Beiträge: 7382
Alter: 48
Wohnort: Salzgitter

BeitragVerfasst am: 02.08.2010, 09:20    Titel: Re: Wie umgehen mit Selbstmorddrohungen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo frozen

ich kann sehr gut verstehen was du meinst. ich selbst habe im suff auch so dämliche anwandlungen gehabt, ich sah keinen ausweg und habe tatsächlich mit dem gedanken gespielt meinem leben ein ende zu setzen. das war aber wirklich immer nur wenn ich getrunken hatte. der alkohol verzerrt nun mal die realität bis zur groteske, die wahrnehmung, das denken, alles ist völlig ungeordnet und absurd. ich denke das wird jeder wissen der schon mal betrunken war, dazu muß man ja nicht abhängig sein. die abhängigkeit, und das erkennen dieser, hat mir das alles dann unerträglich gemacht.

der einzige weg ist dann sich hilfe zu suchen. und das mußte ich wollen. in der konkreten situation ist es vielleicht ein weg dem betroffenen anzubieten mit ihm zum arzt zu fahren. wenn er die hilfe annimmt kann man die ersten schritte mit begleiten, also zum arzt, evtl kh und suchtberatung, den weiteren weg muß der betroffene dann selbst gehen. wird diese hilfe abgelehnt, liebe frozen, dann kannst du nur das tun was mrhardcore sagt. bring dich selbst in sicherheit. du kannst nichts tun. in unseren staat ist es nicht erlaubt sich den strick um hals zu legen, da wird man sofort eingewiesen. selbstmord auf raten, also sich totsaufen ist hingegen erlaubt. das dabei auch die seele der angehörigen mit ermordet wird interessiert nicht. sucht ist immer noch in den köpfen der meisten eine charakterschwäche, es wird besten falls betreten weggeschaut, meist aber eher blöde kommentiert. was die angehörigen durchmachen kann niemand auch nur annähernd nachvollziehen. das auch sie dringend hilfe brauchen sieht niemand, oft nicht mal sie selbst.

doro
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dorothea hat zum Thema: Re: Wie umgehen mit Selbstmorddrohungen geschrieben
Linde66
Moderatorin
Moderatorin


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 08.10.2008
Beiträge: 13698
Alter: 46

BeitragVerfasst am: 02.08.2010, 10:47    Titel: Re: Wie umgehen mit Selbstmorddrohungen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo MrHardcore,

ich möchte dir mein Beileid aussprechen zum Verlust deines Bruders.

So eine Erfahrung wünscht man niemandem. Bei dir spürt man, daß aus dieser Erfahrung gelebte Substanz geworden ist.

Danke an dieser Stelle für deine Beiträge.

LG, Linde
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Linde66 hat zum Thema: Re: Wie umgehen mit Selbstmorddrohungen geschrieben
Xenica
Gast






BeitragVerfasst am: 02.08.2010, 12:48    Titel: Re: Wie umgehen mit Selbstmorddrohungen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Lieber Mister Hardcore

Gar nicht so treffend der Nick.
Ich bin betroffen über das was Du durchgemacht hast.
Über das Leid, daß der Tod Deines Bruders gebracht hat und ich bin betroffen über Dein eigenes Leid
Ich bin etwas sprachlos..

Alles Gute Dir!

Xen.
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Xenica hat zum Thema: Re: Wie umgehen mit Selbstmorddrohungen geschrieben
Frozen Tears
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 30.11.2006
Beiträge: 453

BeitragVerfasst am: 03.08.2010, 00:32    Titel: Re: Wie umgehen mit Selbstmorddrohungen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Generell kann man sicher nicht sagen, dass man als Angehöriger nichts machen kann. Es kommt ja auch darauf an, ob derjenige sich irgendjemanden offenbart , anvertraut, etwas andeutet oder nicht.
Natürlich kann keiner von uns Gedanken lesen. Und wenn jemand so hemlich still und leide palnt diesen Planeten zu verlassen ist natürlich klar, dass man da nichts tun kann.
Ich dachte schon bei meiner Frage daran, ob man was amchen kann, wenn es Anzeichen gibt, wenn eine Person etwas geäußert hat.
Mir ist klar, dass ich keine schuld an sowas trage.
Mir ist jetzt aber aufgefallen, dass ich doch relativ häufig in meinem engeren Bekanntenkreis einem Selbstmordkandidaten begegnet bin.
Da waren alle varianten verteten, wie ich ja schon beschrieben habe. Angedeuteter, versuchter und auch gelungener Selbstmord.
Es scheint mir halt, dass Selbstmord unter Einfluss von Alkohol doch relativ oft vorkommt. Mich wundert es auch nicht, denn wie hier schon geschrieben wurde ist das exzessive Trinken ja in der Tat ohnehin schon ein Selbstmord auf Raten, die langsamere Variante.
Ich denke allerdings nicht, dass der Alkoholabhängige sich dessen bewußt ist, wenn er sich das Glas zum Minde führt, ebensowenig, wie der Raucher trotz Aufdruck auf der Schachtel.
Vielleicht gibt es ja doch den einen oder anderen Hinweis, bevor jemand Selbstmord begeht und man hat nur nicht die Signale bemerkt.
Auch wenn jemand damit nur Aufmerksamkeit erzeugen will wie im beispiel der Mutter meines Kumpels. Im Endeffekt ist sie ja gestorben.
Natürlich kann man dann in der Situation die Polizei rufen.
Aber wenn sowas öfter vorkommt müßte doch schon eine nadere Stelle dafür zuständig sein, die sich der Person annimmt.
In der krisensituation denkt derjenige ja sicher nicht daran sich professionelle Hilfe zu suchen. Und wie ich hier lese dauert es ja sogar Monate bis zb eine Psychotherapie bewilligt ist.
Also, ich wüßte jetzt selber nicht, an wen ich mich wenden sollte, wäre ich mal in solch einer Situation.
Jedenfalls würde ich die Personen jetzt schon ernst nehmen wollen, wenn sie sowas andeuten und nicht einfach denken: Lass die mal, die will nur Aufmerksamkeit. Nur eben wüßte ich nicht, was zu tun ist.
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Frozen Tears hat zum Thema: Re: Wie umgehen mit Selbstmorddrohungen geschrieben

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