| co-abhängig .. was tun? • Was nützt die Liebe in Gedanken... |
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Aufbruch2010 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.07.2010 Beiträge: 44 Alter: 54
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Verfasst am: 03.08.2010, 17:02 Titel: Re: Therapieverweigerung und Gesprächsverweigerung |
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Hallo zusammen,
ich habe heute noch einmal meinen Mann gebeten, mit mir zusammen eine Paartherapie zu machen. Ich selbst hatte ja dort schon einige Sitzungen... Dies habe ich in Form einer Bitte vorgebracht, mit ruhigem Tonfall, und ich habe dabei bewußt alle Schuldzuweisungen vermieden. In irgendeinem Winkel meines Herzens hatte ich noch die Hoffnung, dass eine solche Therapie helfen kann, dass er die Zerstörungskraft seiner Jähzornsausbrüche erkennt, die es auch in dem trockenen Jahrzehnt immer wieder gab. Dies hat er wiederum sehr bestimmt und lautstark abgelehnt, er hätte kein Problem! Ich würde alles dramatisieren, und ich solle doch endlich wieder normal werden. Ach ja, er hat mir auch nahegelegt einen Psychiater aufzusuchen der mich wieder auf Normalmaß bringen sollte, ich würde mich auf einem unerträglichen Selbstfindungs- und Emanzipationstrip befinden...
Eigentlich müßte mein Mann sehen, wenn ich ihm noch etwas bedeute, dass ich mit meiner Kraft am Ende bin. Seit Anfang des Jahres schlafen wir getrennt, ich fühle mich krank, bin ohnehin gesundheitlich eingeschränkt.
Er müßte es wahrnehmen wie es mir geht - aber es ist ihm wirklich anscheinend EGAL!
Weiter hat er nochmals betont, dass er nichts über die Details seines 5-tägigen Absturzes letzten Winter hören möchte. Er weigert sich, sich anzuhören wie ich diese Tage erlebt habe und wie ich gelitten habe. Er sah aus wie ein Wrack, hier sind Dinge zu Bruch gegangen, er hat sich mit einer zerbrochenen Bierflasche im Gesicht verletzt, was immer sichtbar bleiben wird. Ich war mit seinem Hausarzt in diesem Tagen an seinem Bett. Er war so desorientiert, dass er ihn erst gar nicht erkannt hat. Dann sagte er seinem Arzt, der ihn zu einer Entgiftung überreden wollte, dass er dies ablehne. Es seien noch Biervorräte im Haus und die wolle er erst trinken und dann aufhören, ohne Klinik. Der Arzt zog unverrichteter Dinge vondannen, da kein Grund für eine Zwangseinweisung, keine Selbst- u. Fremdgefährdung, vorlag. Ich war während dieser Zeit für einige Tage ausgezogen und habe SEIN Haustier mitgenommen, weil er sich nicht mehr darum gekümmert hat. 5 Tage ununterbrochen saufen-schlafen-saufen etc. !! Und zwischendurch alkoholisiert Auto fahren, um sich Nachschub zu holen!!
Und heute sagt er mir, er habe kein Alkoholproblem, diese Tage seien ein "Ausrutscher" gewesen und würden sich nicht wiederholen. Also: keine Familientherapie, keine Suchtberatung, gar nichts. Neulich abends hat er 12 Fl. Biergetrunken, das hat doch fast den Alkoholgehalt einer Fl. Schnaps?! Mein Mann hat überhaupt gar kein Problem! Nur ich habe einen ganzen Haufen.
Ich bin entschlossen, noch in diesem Jahr aus unserem gemeinsamen Haus auszuziehen, befürchte dann aber schlimmen Terror. (Wenigstens finanziell dürfte alles ohne Probleme über die Bühne gehen). Einen körperlichen Übergriff gab es bereits vor einigen Jahren, auch dies hat er hartnäckig lange Zeit geleugnet und verdrängt. Mein Mann ist intellektuell durchaus in der Lage zu erkennen, was er tut, hatte früher einen anspruchsvollen Beruf. Aber er hat die Sucht wieder in sein Leben gelassen und ich fühle, dass er auch weiterhin dem Alkohol Raum geben wird. Vielleicht sollte ich bald in den geschlossenen Bereich gehen, ich habe das Bedürfnis mehr Details zu schreiben. Auch fühle ich mich sehr isoliert. Unsere gemeinsamen Bekannten hat mein Mann durch ein poltriges schroffes Verhalten verprellt, gemeinsame Freunde haben wir nicht, und meine Freundinnen leben nicht hier im Ort. Vor seinen Kumpels, mit denen er das Hobby xxxxxx ausübt, verleugnet er, dass er wieder trinkt. Leider sind mein Mann und ich den ganzen Tag zusammen, da wir beide nicht mehr berufstätig sind, so ist auch ungestörtes Telefonieren nicht so einfach... Es gibt ein recht neues Buch mit dem Titel "Jähzorn", geschrieben von einem schweizer Psychologen, das erste Buch, das sich mit dem Thema befasst. Ich habe es mir bestellt. Danke fürs Lesen und ich glaube, mein Schreibstil ist ein wenig konfus, aber es musste alles so raus....
Lieben Gruß
Aufbruch |
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| Aufbruch2010 hat zum Thema: Re: Therapieverweigerung und Gesprächsverweigerung geschrieben
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Gotti sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.02.2008 Beiträge: 3354 Alter: 51 Wohnort: Bayern
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Verfasst am: 03.08.2010, 18:16 Titel: Re: Therapieverweigerung und Gesprächsverweigerung |
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Hallo Aufbruch!
Nachdem ich deine Geschichte gelesen habe, kann ich dir nur raten:
AUFBRUCH !!!!!
So bald wie möglich. Alles andere macht DICH nur noch kränker als du schon bist.
Warte nicht so lange, bis du nicht mehr kannst.
Du kannst gerne für DICH Beratungen etc. in Anspruch nehmen, aber ihn lasse gehen. Lass ihn los. Er muss sich selbst helfen. Ganz egal was passiert.
Ich wünsche dir Kraft und Mut und Durchhaltevermögen!
Liebe Grüße von Gotti. |
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| Gotti hat zum Thema: Re: Therapieverweigerung und Gesprächsverweigerung geschrieben
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dagmar007 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.05.2008 Beiträge: 2896
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Verfasst am: 03.08.2010, 20:22 Titel: Re: Therapieverweigerung und Gesprächsverweigerung |
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Liebe Aufbruch,
auf zu "neuen Ufern". Beginne einfach Deine ersten Schwimmzüge und bekomme Sicherheit im kühlen Nass und dem Fahrwasser der Selbstbestimmung.
Alkoholmengen und Verhaltensweisen habe ich auch erleben müssen und in die Gewaltbereitschaft hat sich leider gesteigert und führte zu S** Übergriffen, was für mich entsetzlich war. Es hat nämlich alles was an Zuneigung mal da war in ein rein S** Fahrwasser gebracht - ohne jegliche Achtung....
Ich hatte den Fehler gemacht (wollte sauber "als Freunde" abschließen) und mitgeteilt dass ich ausziehe und wohin ich ziehe. In meinem Fall ein Riesenfehler. Seine Luft und sein Geld sowie der Ruf wurden langsam angeknackst und somit machte er hier Zinober. Mein Fehler, wäre ich weg gewesen so hätte wenigstens eine Zeit Ruhe geherrscht.
Paartherapie - ein "toller" Gedanke, den ich auch hatte. Ich empfand meine Gedanken später für falsch. Es geht hier in erster Linie um den Alk - solange er benebelt ist kann er keine Paar/Therapie leben nachdenken oder fühlen.
Ich hatte mich früher selber isoliert - das aber ist eine Entscheidung, die ich rückgängig machen kann. Beginne Du damit wieder Kontakte zu pflegen, ganz langsam, ganz vorsichtig - nur Du ohne ihn als Anhängsel, das könnte eine gute Starthilfe sein.
Gruß von Dagmar |
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| dagmar007 hat zum Thema: Re: Therapieverweigerung und Gesprächsverweigerung geschrieben
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Aufbruch2010 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.07.2010 Beiträge: 44 Alter: 54
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Verfasst am: 04.08.2010, 17:44 Titel: Re: Therapieverweigerung und Gesprächsverweigerung |
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Hallo zusammen,
ich möchte jetzt mal allen herzlich danken, die mir geantwortet haben. Es eine große Hilfe zu wissen, dass es anderen ähnlich ergangen ist und dass man sich aus dieser Situation befreien kann. Ich finde auch sehr gut dass Weißbär geschrieben hat, auch sie hat sich befreit - mein größter Respekt!! Ich habe schon einiges an Organisatorischem in die Wege geleitet, was mir meinen 'Aufbruch' leichter machen wird, er wird in nicht allzu ferner Zukunft erfolgen. Ich werde spüren wenn der Zeitpunkt da ist, momentan sind mir wg. äußerer Umstände noch die Hände gebunden. Danke, Dagmar, für Deinen Rat, mich langsam herauszubewegen aus meiner selbstgeschaffenen Isolation .... das ist eine der vielen Aufgaben die ich vor mir sehe.
Lieben Gruß an alle
Aufbruch |
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| Aufbruch2010 hat zum Thema: Re: Therapieverweigerung und Gesprächsverweigerung geschrieben
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Aufbruch2010 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.07.2010 Beiträge: 44 Alter: 54
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Verfasst am: 13.09.2010, 09:35 Titel: Re: Therapieverweigerung und Gesprächsverweigerung |
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Hallo zusammen,
möchte mich nach längerer Zeit wieder mal melden und kurz Zwischenbericht geben.
Die Situation hier zu Hause hat sich nicht grundlegend verändert, mein Mann gedenkt weiterhin Alkohol zu trinken und tut es auch. Nicht täglich, nicht immer viel, aber regelmäßig. Vor allem bricht er immer öfter Streitereien vom Zaun, damit er einen "Grund" hat. Ich bin in ein Schweigen und in einen inneren Rückzug gegangen. Wenn ich rede wie ich fühle, wenn ich spontan sage was und wie ich denke, wenn ich ich selber bin, kann es sein dass er sofort ausrastet. Also lege ich sorgsam jedes Wort auf die Goldwaage und passe auf dass ich nichts sage was ihn reizen oder provozieren könnte. Und provoziert fühlt er sich leicht!! Kreide fressen und Samthandschuhe anziehen ist angesagt! Ich habe klar das Gefühl, dass sein zum Jähzorn neigendes Wesen dadurch, dass er seit geraumer Zeit wieder Alkohol zu sich nimmt, noch instabiler und aggressiver geworden ist. Vor allem, weil er nicht bereit ist, an seinen (Lebens-)problemen zu arbeiten. Nach wie vor will er nicht reden und keine Therapie. Dafür ist Schwafeln und neg. Rederei über die Probleme und Schwächen(!) anderer Leute an der Tagesordnung. Meine Signale, dass ich so nicht weiterleben kann, überhört er.
Ich merke gerade, dass ich schon wieder so viel über ihn schreibe, SEINE Gefühle fühle und dabei von mir weggehe... Aber es ist gut dass ich es jetzt spüre und darüber reflektieren kann, auch dank meiner Therapeutin.
Ich war nicht untätig in der letzten Zeit: Ich habe viele einzelne konkrete Schritte für meine eigene Zukunft vorbereitet und werde im Herbst hier im Forum, berichten was sich verändert hat.
Ich wünsche allen Leidensgenossen von ganzem Herzen Mut und Kraft für einen Neubeginn in Selbstliebe und Selbstachtung.
LG Aufbruch |
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| Aufbruch2010 hat zum Thema: Re: Therapieverweigerung und Gesprächsverweigerung geschrieben
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Grazia aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 11.11.2007 Beiträge: 767 Alter: 46 Wohnort: By
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Verfasst am: 13.09.2010, 10:27 Titel: Re: Therapieverweigerung und Gesprächsverweigerung |
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Guten Morgen Aufbruch
Auch wenn Du so viel über ihn schreibst, eins ist ganz klar und deutlich, du bist bereit...
Bereit zum Aufbruch, ich hoffe ich habe da nichts falsch rausgelesen, aber Du liest Dich so eindeutig...und auch habe ich das gefühl, Du bist bei Dir und Du bist auf dem Weg.
Behalte es, bleib bei Dir, verlass Dich nicht.
Ich wünsche Dir eine Gute Reise...
LG Grazia |
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| Grazia hat zum Thema: Re: Therapieverweigerung und Gesprächsverweigerung geschrieben
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Aufbruch2010 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.07.2010 Beiträge: 44 Alter: 54
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Verfasst am: 13.09.2010, 15:40 Titel: Re: Therapieverweigerung und Gesprächsverweigerung |
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Hallo Grazia,
ich freue mich dass Du geschrieben hast, und vor allem dass Du in meinen Worten Klarheit und Entschlossenheit erkennen kannst. Das tut mir gut, danke Für Dein Anteilnehmen! Ich bin in den letzten Jahren nicht gut mit mir umgegangen, und ich weiss nur eines momentan: ich will das aufkeimende Pflänzchen "ICH" sorgsam hegen und pflegen.
LG
Aufbruch |
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| Aufbruch2010 hat zum Thema: Re: Therapieverweigerung und Gesprächsverweigerung geschrieben
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Spanijoggel Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.02.2008 Beiträge: 8589 Alter: 70 Wohnort: Schweiz
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Verfasst am: 13.09.2010, 21:22 Titel: Re: Therapieverweigerung und Gesprächsverweigerung |
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Hallo Aufbruch!
So wie ich Deine Gaschichte lese glaube ich,dass es höchste Zeit ist,das Du für Dich sorgst!!!!!
Vor Monaten hast Du das geschrieben:
| Zitat: | | er möchte auch nicht hören, wie ich in diesen Tagen gelitten habe. |
Heute schreibst Du:
| Zitat: | | Ich bin in ein Schweigen und in einen inneren Rückzug gegangen. Wenn ich rede wie ich fühle, wenn ich spontan sage was und wie ich denke, wenn ich ich selber bin, kann es sein dass er sofort ausrastet. |
Also hat sich Dein Leben nicht verbessert,er pflegt seine Sucht weiter und zerstört so Dich und Dein Leben!
Ich schicke Dir ein Bündel Kraft!
Liebe Grüsse
Yvonne |
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| Spanijoggel hat zum Thema: Re: Therapieverweigerung und Gesprächsverweigerung geschrieben
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