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Autor Nachricht
Karsten
Administrator
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Beiträge: 31618
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Wohnort: Eberswalde

BeitragVerfasst am: 06.08.2010, 09:13    Titel: Re: individueller Weg Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

da sind sie wieder, die Missverständnisse. Lachen
Ich lese in den Grundbausteinen nirgends heraus, dass eine Therapie notwendig ist.
Ich selbst habe keine Therapie gemacht, weil ich eher ein praxisbezogenes Vorleben von Langzeittrockenen bevorzuge.

Jeder wie er oder sie möchte. Die Grundbausteine zeigen Möglichkeiten auf, was nach einer vom Arzt überwachten Entgiftung ( da gibt es für mich auch kein aussuchen, denn ohne Arzt kann man dran verrecken ) für andere Hilfsangebote noch gemacht werden können.

Gruß
Karsten
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Karsten hat zum Thema: Re: individueller Weg geschrieben
Hartmut
Moderator
Moderator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 13.02.2007
Beiträge: 10069
Alter: 49

BeitragVerfasst am: 06.08.2010, 09:16    Titel: Re: individueller Weg Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo zusammen,

auch ich habe nach der überwachten Entgiftung, alleinig durch Selbsthilfe und den Grundbausteine, meinen Weg hier gefunden.

Gruß Hartmut
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Hartmut hat zum Thema: Re: individueller Weg geschrieben
Zukunft
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 07.02.2010
Beiträge: 58
Alter: 56
Wohnort: NRW-Trocken seit 10.01.2010

BeitragVerfasst am: 06.08.2010, 09:36    Titel: Re: individueller Weg Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

ich musste auch den klassischen Weg nehmen.Nach diversen Entgiftungen in der Klinik habe ich erkannt,dass ich prof. Hilfe brauche.Nach einer LZT im letzten Sommer gab es an Sylvester einen Rückfall.Vielleicht musste der sein um endlich wach zu werden.In wenigen Tagen sind es nun 7 Monate Trockenheit,allerdings mithilfe einer Suchtambulanz und der Suchtberatung des Kreises,die ich jeweils zweimalig im Monat zu Gesprächen besuche.

Gruß
Michael
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Zukunft hat zum Thema: Re: individueller Weg geschrieben
Xenica
Gast






BeitragVerfasst am: 06.08.2010, 12:06    Titel: Re: individueller Weg Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

nunja

vielleicht ist es individuell:
Ich hatte die Einsicht, daß ich Alkoholikerin bin nach ca einem halben Jahr Abstinenz...Wie gesagt, ich habe mit einer Trinkpause angefangen, die dann in Abstinenz und dauerhafte (bis jetzt) Trockenheit überging.

Gute Begleitung fand ich bei den AA, ich mache eine ambulante Entwöhntherapie, die allerdings bei mir ihren Schwerpunkt auf meiner Persönlichkeitsstörung hat. Ich mache Verhaltenstherapie. Ich glaube nur mit Forum, oder nur mit Selbsthilfegruppe alleine, würde ich es nicht schaffen dauerhaft trocken zu bleiben, weil ich immer mit meiner Persönlichkeitsstörung und der Destruktivität zu kämpfen hätte.

Zumindest habe ich null Probleme, mit die Hilfe zu holen, die ich benötige. Es gibt gerade für Alkoholiker soviele Hilfen, so daß keiner alleine rumwursteln muß
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Xenica hat zum Thema: Re: individueller Weg geschrieben
Xenica
Gast






BeitragVerfasst am: 06.08.2010, 12:13    Titel: Re: individueller Weg Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

noch ein Gedanke dazu

Ich hatte schon vorher den dringenden Verdacht, daß ich alkoholabhängig bin, doch ich wollte es nicht wahrhaben, habs immer wieder in meinen Gedanken "wegdebattiert". .. aber irgendwann mußte ich der Wahrheit ins Gesicht sehen ..
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Xenica hat zum Thema: Re: individueller Weg geschrieben
Zukunft
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 07.02.2010
Beiträge: 58
Alter: 56
Wohnort: NRW-Trocken seit 10.01.2010

BeitragVerfasst am: 06.08.2010, 14:32    Titel: Re: individueller Weg Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Xenica,

genau das ist der Punkt.

Gruß Michael
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Zukunft hat zum Thema: Re: individueller Weg geschrieben
EinNeuer
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 16.02.2008
Beiträge: 66
Alter: 39

BeitragVerfasst am: 10.08.2010, 11:52    Titel: Individueller Weg Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo zusammen,

Über dieses Thema habe ich mit Karsten ja auch schon kurz diskutiert.
Bei mir war der Weg 2005 klassisch. Entgiftung ambulant (mit Medikamenten), LZT 8 Wochen, Psychotherapie (die hatte ich aber vorher schon).

Beim Begriff Individualität muss man halt sehr aufpassen. Wie ich schon mal geschrieben habe: Für mich gibt es einen Konsens: Keinen Alkohol trinken (auch nicht das oft erwähnte alkoholfreie Bier), keinen Alkohol in Lebensmitteln. Keinen Alkohol zu Hause haben. Lernen, klar zu fühlen, zu (er)leben. Warnsignale erkennen lernen. Und dann richtig handeln.

Und jetzt fängt es an: Mir fällt natürlich die lange Diskussion hier über das trinkende Umfeld ein. Einer der Bausteine spricht: Halte Dich fern von Alkohol und alkoholtrinkenden Menschen (so in der Art). Das macht Sinn. Für viele. Aber eben nicht für alle.
Die Alkoholsucht ist (so sehe ich das) eine psychische und in weiterer Folge (Manche neue Studien ordnen sie schon den Stoffwechselerkrankungen zu) körperliche Krankheit.

Nur: Arbeitsplatzverlust, Familie verloren, Tanke, Imbissbude, Parkanlage: 8 Bier und 5 Bitterschnäpse rein in die Birne, Saufkollegen machen mit und ermuntern, Sucht, Einsicht, Entzug, Therapie, nix mehr Saufkollegen ... Das ist EIN Muster. Und trifft leider auf sehr viele Alkoholiker zu. Aber längst nicht auf alle.

Viele trockene Alkoholkranke hatten nie "Saufkumpane". Haben gottseidank frühzeitig erkannt, dass sie ein Problem haben und es nicht bis zum sozialen Absturz kommen lassen. (Das kann natürlich jedem passieren, auch mir.) Sie können schon rein beruflich dem trinkenden (nicht saufenden!) Umfeld nicht aus dem Weg gehen. (Geschäftsessen, Empfänge, Präsentationen, Kundentermine ...).
Klar, wenn ich Barkeeper bin, dann empfiehlt es sich wirklich, einen neuen Job anzunehmen. Aber sonst?

Klar, wenn Du drin bist, bist Du drin. Der Manager bekommt die gleichen Entzugsmedikamente wie der Penner (nicht abwertend gemeint jetzt). Das Muster ist in etwa auch gleich. Aber es hat schon einen Grund, warum Psychiater in speziellen Suchtkliniken Trinkertypen (nach Jelinek, wobei das anscheinend auch schon überholt ist) unterscheiden. Warum das Eine gut für den anderen ist und das andere gut für den einen. Und wo man sich in der Mitte wieder trifft. Welche Therapieform nicht nur zur Bekämpfung der Sucht sondern (und das schließt eine Sucht ja automatisch mit ein) auch für das alltägliche Leben des Patienten passt. Andere psychische Erkrankungen wie Depressionen und Panikattacken werden ja auch nicht bei jedem nach dem gleichen Muster behandelt.
Bis auf die Medikamente jetzt. Für den einen ist es gut, rauszugehen, Kontakte zu knüpfen, Ängste zu überwinden. Für den anderen ist es gut, zu lernen, alleine zu sein (das ist wahrscheinlich für alle gut).

Ein Beispiel aus der Praxis: Im Wartezimmer der Ambulanz unterhielt ich mich mit einer jungen Frau. Sie hat das erste Mal in ihrem Leben prof. Hilfe gesucht. Sie war grad am Ende des Entzugs (also körperlich schon wieder recht gut hergestellt). Wir reden so, und da sagt sie:
"Mann, nächstes Wochenende ist der Weihnachtsmarkt, alle meine Kollegen und Freunde, da habe ich immer so eine Gaudi (Für die Deutschen: Spaß! Sorry für den Ausdruck, bin Österreicher! Sehr glücklich) gehabt.) Das fällt mir sicher schwer und schade, dass ich jetzt nicht mehr darf, usw." Zu der jungen Frau habe ich natürlich gesagt: "Also wenn ich Dich wäre, würde ich da nicht hingehen! Da kommst Du in Versuchung!" Für mich ein klarer Fall, in dem das Meiden des alkoholischen Umfeldes angesagt ist. Zumindest bei solchen Festen. Ob sie in anderen Situationen auch so denkt, weiss ich nicht.
Bleiben wir beim Weihnachtsmarkt. Ich habe mich da noch nie betrunken. Ich habe auch keine Saufkollegen. Ich mag eigentlich nur die leckeren Raqulette- und Speckbrote. Und eine Tasse Tee. Und Schnee, wenn er Wettergott gut gelaunt ist. Das wars. Da überkommt mich kein Verlangen. Ich mag auch keinen Glühwein. Mochte ich noch nie.
Für mich ein No-Go ist, wenn jemand neben mir Whiskey trinkt. Das möchte ich nicht. Das andere macht mir nichts aus.


Für mich gilt:
Ich will nichts mehr trinken. Ich will nüchtern leben.

Die Motivation? Ich richte mich mit dem Zeug zugrunde. Menschlich, geschäftlich, körperlich, seelisch ... Das will ich nicht. (Ich will NIE obdachlos sein! NIE! Ich will NIE dahinvegitieren! Ich will nie mehr meine Selbstachtung verlieren!
Ich fühle mich (ich gebe es zu) manchmal etwas überlegen, wenn ich nichts trinke (Biersaufende Gröhler stoßen mich ab)
Ich will klar denken und handeln können.

LG, Ein Neuer
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EinNeuer hat zum Thema: Individueller Weg geschrieben
Pittchen
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 17.10.2009
Beiträge: 649
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 10.08.2010, 13:44    Titel: Re: individueller Weg Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Neuer Sehr glücklich

Dein ausführlicher Beitrag hat mir sehr gefallen/geholfen!

Gruß
Pittchen
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Pittchen hat zum Thema: Re: individueller Weg geschrieben

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