| Flaschenweise Vodka und Diabetes... mein Vater geht kaputt • Seit ich denken kann... - habe ich denn nicht auch gefühlt? |
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suordolores neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.07.2010 Beiträge: 4
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Verfasst am: 23.07.2010, 08:47 Titel: taubheit und leere |
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meine mutter trinkt und das tut sie schon seit jahrzehnten... körperlich hat sie sehr stark abgebaut, sie wiegt nur mehr 44 kg, isst nichts, zittert am ganzen körper, geht unsicher, hat panickattacken.
momentan ist sie bei mir zu besuch. ich hatte ihrem besuch unter der bedingung zugestimmt, dass sie in dieser zeit nicht trinkt. natürlich hat sie sich nicht daran gehalten und am montag ist es zwischen uns eskaliert. liebevoll habe ich ihr zum x-mal versucht zu sagen, dass es so nicht weitergeht und zum tausendsten mal habe ich das getan, obwohl ich wusste, dass es nichts bringt. natürlich wurde sie aggressiv, natürlich hat sie mich dann in allen erdenklichen weisen beleidigt und mit suizid gedroht... alles schon gehabt und dennoch bin ich nicht dagegen gewappnet. zwei tage lang ist es mir schrecklich gegangen. irgendwie hatte ich das gefühl, dass innerlich was kaputt geht... doch dann, ganz plötzlich und ohne offensichtlichen grund, waren die verzweiflung und der schmerz weg. was an deren stelle eingetreten ist, ist eine mischung aus taubheit, leere und schuldgefühlen. ich habe irgendwie die brücken zu meinem innersten gekappt und bin nur bei der alkoholsucht und nicht mehr bei mir. dieser fehlende zugang zu meinem innersten erschreckt mich, zumal ich das so extrem noch nie erlebt habe... kennt das jemand von euch? heißt das, dass ich mich wieder stärker in die abhängigkeit zu meiner mutter begebe? sie in dieser weise wieder einmal ungewollt in ihre sucht bestärke? vielen dank fürs lesen! |
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| suordolores hat zum Thema: taubheit und leere geschrieben
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Linde66 Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.10.2008 Beiträge: 13698 Alter: 46
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Verfasst am: 23.07.2010, 19:57 Titel: Re: taubheit und leere |
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Hallo suordolores,
willkommen hier im Forum.
Deine Mutter MUSS trinken, ansonsten gerät sie in den Kalten Entzug und der kann schnell lebensgefährlich werden. Sie kann nicht eben mal für eine Woche aufhören, wenn sie seit Jahrzehnten trinkt. Eine Entgiftung muß ärztlich begleitet werden. Sie will das offensichtlich nicht.
Jetzt hockt ihr so eng aufeinander, das scheint für euch beide nicht gut zu sein. Wie wäre es, das abzubrechen?
Wenn du gefühlsmäßig aus dir aussteigst, dann kann das auch ein Schutz sein. Nimm das jetzt für dich als Warnsignal und überprüfe, welcher Abstand dir gut tut und handle entsprechend.
Deine Mutter ist für sich selber verantwortlich. Du kannst da nichst tun oder beeinflussen. Wenn sie nicht aus tiefstem Innern etwas verändern will, dann ist das so.
LG, Linde |
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| Linde66 hat zum Thema: Re: taubheit und leere geschrieben
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suordolores neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.07.2010 Beiträge: 4
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Verfasst am: 24.07.2010, 10:00 Titel: Re: taubheit und leere |
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hallo linde,
danke für deine worte. in vielen beiträgen, so wie in dem was du mir geschrieben hast, lese ich, dass EKAs ihren fokus wieder auf sich richten sollen und nicht mehr auf die alkoholkranke person. mir leuchtet das ein, dennoch kann ich keine grenze ziehen, ich kann meine mutter ihrem tiefpunkt nicht überlassen. ich weiß, dass hinter all den guten absichten ihrgegenüber, sich maßlose angst meinerseits versteckt. du fragst mich, ob man den besuch abbrechen könnte... ja, man könnte. flug ist nicht gebucht und ich könnte das abreisedatum vorverlegen. doch... ich kann nicht. ich nehme es in kauf die nächsten zwei wochen angstgefühlen, beleidigungen und stimmungsschwankungen ausgesetzt zu sein.
immer wieder habe ich mich gewundert wieso menschen in liebesbeziehungen verharren, die ihnen nicht gut tun... doch was tue ich anders? gar nichts! ich stecke in dieser abhängigkeit zu meiner mutter fest, nehme immer wieder anlauf und versuche immer wieder sie von der flasche wegzubekommen. immer wieder nach demselben nichtwirkendem schema. ich kann eben in ihr nicht nur die alkoholkranke person sehen. denn ich fühle mit ihr, ich leide mit ihr und ich würde mir so sehr wünschen die alte mama wieder zu sehen. dies ist irrational, denn von der alten mama ist nichts mehr da. es ist eben wie in beziehungen, in denen man zu beginn schöne zeiten verlebt habt, und im namen dieser zeiten und in der hoffnung, dass sie doch wieder kommen mögen, wird alles leid der welt angenommen. so fühlt es sich an. liebe linde, wenn ich deine worte lese, habe ich das gefühl, dass du im abnabelungsprozess schon ein ganzes stück weiter gekommen bist. wie hast du es geschafft?? danke und alles liebe! |
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| suordolores hat zum Thema: Re: taubheit und leere geschrieben
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Linde66 Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.10.2008 Beiträge: 13698 Alter: 46
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Verfasst am: 24.07.2010, 11:13 Titel: Re: taubheit und leere |
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WIE ich das geschafft habe? Indem ich es gemacht habe. Schritt für Schritt. Und siehe da, die Welt dreht sich immer noch. Und Begegnungen mit meiner Mutter sind wieder möglich auf eine neue, unabhängige Art. Ich bin erwachsen, sie ist mir nichts schuldig und wenn sie es hätte besser oder anders machen können, dann hätte sie es gemacht. Konnte sie aber nicht, hat sie aber nicht.
Jetzt ist jetzt.
LG, Linde |
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| Linde66 hat zum Thema: Re: taubheit und leere geschrieben
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Grafty neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 14.01.2008 Beiträge: 7 Alter: 30
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Verfasst am: 25.07.2010, 13:25 Titel: Re: taubheit und leere |
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Hallo suordolores,
ich kann deine Zeilen nur zu Gut nachvollziehen. Auch ich bin in dieser Situation und verstehe deine Gefühle und machtlosigkeit.
Auch wenn Linde es mit Sicherheit sehr gut meint mit Ihren Ratschlägen, so ist es nicht jedem Menschen möglich einen einst geliebten Menschen seinem Schicksal so zu überlassen. |
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| Grafty hat zum Thema: Re: taubheit und leere geschrieben
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Charlie sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.03.2010 Beiträge: 7250 Alter: 40 Wohnort: seit 4.1.10 trocken
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Verfasst am: 25.07.2010, 16:28 Titel: Re: taubheit und leere |
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Hallo,
leider kannst Du Deiner Mutter nur helfen, indem Du sie gehen lässt anstatt Dich selbst kaputt zu machen.
Einen Alkoholiker kann man nicht vom Trinken abhalten, solange er nicht will, war bei mir auch so. Erst als ich selbst Alkoholikerin wurde habe ich erkennen können, wieso mein Vater damals nicht aufhören konnte. Das tut weh, klar, aber ist so.
Lass Deine Mutter gehen, denke an Dich und vermittel ihr, dass Du für sie da sein wirst, wenn sie sich gegen das Trinken entscheidet, und nicht vorher. Bis dahin bringt es nix, wenn Du Dich selber kaputt machst, seelisch, (denn dann kannst Du irgendwann auch für Deine Mutter nicht mehr da sein), kümmer Dich um ein eigenes, stabiles Leben.
Deiner Mutter gegenüber bist Du machtlos, jetzt und in 2 Jahren und in 5 Jahren, das gilt es zu begreifen.
Grüße
Charlie |
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| Charlie hat zum Thema: Re: taubheit und leere geschrieben
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Vivian1 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 03.12.2009 Beiträge: 32 Alter: 33
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Verfasst am: 26.08.2010, 21:31 Titel: Re: taubheit und leere |
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So wie es sich anhört, bist du genau so weiten unten wie deine Mutter. Du bist kurz davor an der Situation zu zerbrechen, aber du kannst nicht aufhören für Sie da zu sein. Das Taubheits und Leeregefühl ist für mich eines der extremsten Wahnsignale, welches unser Körper uns gibt. Geist und Körper trennen sich. Du existierst einfach nur noch.
Du meist du könntest die Situation kontrollieren, aber Sie kontrolliert dich. Du bist ein Spielball des Systems ....
Mach dich frei. Schicke Sie nachhause. Lass dich nicht kaputt machen. Du kannst es. Du lässt Sie nicht im Stich. Du setzt Grenzen, Grenzen um zu überleben und nicht mit unter zu gehen. Sei dir selber der beste Freund. Behandle dich mit Respekt und achte dich. Du kannst Nichts für Sie tun "Nichts" - aber du kannst etwas für "Dich" tun. Tu es.
Wünsche dir viel Kraft !
Vivian |
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| Vivian1 hat zum Thema: Re: taubheit und leere geschrieben
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