| Ist mein Vater alkoholkrank? • Flaschenweise Vodka und Diabetes... mein Vater geht kaputt |
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Sandmann75 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.07.2010 Beiträge: 6 Alter: 36
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Verfasst am: 21.07.2010, 16:52 Titel: Ich bin jetzt auch hier... |
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Hallo alle zusammen,
ich habe es gestern nach langem hin und her geschafft mich zu registrieren... Ich möchte mich kurz bei euch vorstellen. Ich bin 35 Jahre alt mein Vater war Alkoholiker solange ich mich erinnern kann. Meine Geschwister (eine ältere Schwester, ein jüngerer Bruder) und ich sind gemeinsam mit meinen Eltern in einem kleinen Dorf aufgewachsen. Meine Großeltern wohnten / wohnen neben uns. Alle im Dorf haben natürlich gewusst, was bei uns so abgeht, aber zugegeben hat es keiner... Mein Vater machte etliche Therapien, war danach gleich wieder süchtig oder hat es nur wenige Wochen (einmal 1,5 Jahre) ausgehalten danach ging alles von vorne los. Vor 6 Jahren ist er an den Folgekrankheiten seiner Sucht letztendlich gestorben... Ich bin mit 19 zu hause ausgezogen, ich fand in der dörflichen Gegend keine Arbeit in meinem erlernten Beruf - für mich ideal um den ersten Absprung zu schaffen. Leider merke ich jetzt zunehmend, dass ich den Absprung nie geschafft habe. Ich hänge an meiner Restfamilie und auch noch an meinem Vater obwohl er schon lange nicht mehr lebt und mir / uns zu Lebzeiten das Leben echt zur Hölle gemacht hat. Ich bin doch nicht normal!!!
Ich habe meine eigene kleine Familie, mein Mann, meinen kleinen Sohn von 3 Jahren. Leider bin ich nicht in der Lage mein Leben zu genießen, ich habe eine große Traurigkeit in mir und bin immer mal wieder depressiv. Ich habe schon eine systemische Therapie gemacht und war eine zeitlang in einer Gesprächsgruppe (erwachsene Kinder). Zur Zeit kommt alles wieder extrem hoch und ich schleppe alles in meine Beziehung rein - was dieser nicht besonders gut tut.
Ich kämpfe wie ein Tier um Anerkennung. Seit 3 Jahren bin ich "nur" Mutter und Hausfrau und komme damit nicht wirklich klar.
Ich könnte noch soooo viel schreiben - aber da ich schon heule höre ich hier mal auf und hoffe auf regen Austausch mit euch!!! |
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| Sandmann75 hat zum Thema: Ich bin jetzt auch hier... geschrieben
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Linde66 Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.10.2008 Beiträge: 13698 Alter: 46
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Verfasst am: 21.07.2010, 22:02 Titel: Re: Ich bin jetzt auch hier... |
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Hallo Sandmann,
willkommen hier im Forum!
Wenn du den oben angepinnten Thread "Merkmale für ein EK" durchliest, dann wirst du merken, daß du völlig normal bist... Ein ganz normales Erwachsenes Kind, mit allen Schwächen, aber auch Stärken, die das Aufwachsenen mit alkoholkranken Eltern so mit sich bringt.
Ich wünsche dir einen hilfreichen Austausch!
Lieber Gruß, Linde |
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| Linde66 hat zum Thema: Re: Ich bin jetzt auch hier... geschrieben
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sonnenblume1a neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 18.10.2009 Beiträge: 94
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Verfasst am: 07.08.2010, 20:08 Titel: Re: Ich bin jetzt auch hier... |
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Hallo Sandmann,
meine trinkende Mutter ist seit über 20 Jahren tot, aber ich denke fast jeden Tag an das Leben mit ihr, an all die schlimmen Dinge, die passiert sind. Du siehst also, dass dir das nicht alleine so geht. Eine Therapie habe ich auch gemacht, und ich überlege zur Zeit, noch eine Therapie zu machen, da ich immer wieder depressive Phasen habe. Und auch immer eine gewisse Grundtraurigkeit, ganz tief in mir drin. Die geht nie weg, die ist immer da, manchmal heftig spürbar, manchmal nur ein kleines bißchen.
Kannst du nicht wieder arbeiten gehen, wenigstens ein paar Stunden. Ein Kitaplatz steht dir doch zu, kriegst du im Moment keinen?
LG Sonnenblume |
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| sonnenblume1a hat zum Thema: Re: Ich bin jetzt auch hier... geschrieben
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Sandmann75 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.07.2010 Beiträge: 6 Alter: 36
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Verfasst am: 07.08.2010, 20:19 Titel: Re: Ich bin jetzt auch hier... |
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hallo Sonnenblume,
vielen Dank für Deine Antwort. Ich bin zur Zeit fast gar nicht in der Lage hier zu schreiben und lese eher mit.... Ich bin in einem richtigen Loch und werde wohl ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen... Ich versuche immer alles mit mir selber abzumachen, was natürlich nicht funktioniert. Meine Beziehung leidet ziemlich darunter, weil mein Mann auch nicht recht weiß wie er mit meinem Gefühlsschwankungen umgehen soll. Ich bin zur Zeit am bewerben. Wir wohnen sehr ländlich und mein Sohn wird erst ab Oktober (wenn er 3 ist) einen Kigaplatz bekommen. Ich freue mich einerseits, wieder arbeiten zu gehen, aber andererseits habe ich extreme Verlustängste und schaffe es kaum meinen Sohn mal abzugeben. Bei jeder möglichen Stelle picke ich mir immer die Nachteile raus und glaube, es ist sowieso nicht realisierbar mit kleinem Kind. Ich will einfach ne gute Mutter sein und habe immer Angst, ich könnte für mein Kind nicht genug machen oder nicht genug da sein.... Ich weiß natürlich schon, dass ich eben ständig meine "besch..." Kindheit vor Augen habe, aber ich kann da einfach nicht raus. Mein Sohn ist total wichtig für mich und ich merke, wie ich an ihm alles gut machen will, was mir als kind gefehlt hat, leider mit dem Ergebnis der Oberglucke... Ich hoffe, dass ich nen Job finde, der zu mir passt und bei dem ich kein schlechtes Gewissen meinem Sohn gegenüber bekommen - aber das wird schwer....
LG |
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| Sandmann75 hat zum Thema: Re: Ich bin jetzt auch hier... geschrieben
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sonnenblume1a neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 18.10.2009 Beiträge: 94
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Verfasst am: 07.08.2010, 20:36 Titel: Re: Ich bin jetzt auch hier... |
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Halllo Sandmann,
ich bin auch die totale Glucke, habe den Anspruch an mich selbst, ständig für die Kinder da zu sein, weil ich denke, nur dann geht es ihnen gut. Ich arbeite Teilzeit und meine Kinder sind längst keine Kleinkinder mehr, aber ich habe immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich neben der Arbeit z.B. nachmittags nochmal was zu erledigen habe oder einmal die Woche abends zum Sport fahre und sie dann alleine lasse. Das ist verrückt, weil ich wirklich die meiste Zeit mit ihnen verbringe (vormittags, wenn ich arbeite, sind sie ja in der Schule), aber ich will unbedingt, dass sie glückliche Kinder sind und habe den Glauben, dass es meine Aufgabe ist, sie ständig glücklich zu machen. Dass das nicht richtig ist, weiß ich, aber ich möchte eben alles besser machen als meine eigene Mutter. Und ich möchte, dass sie, wenn sie groß sind, sagen, ja wir hatten eine schöne Kindheit und unsere Mutter war eine gute Mutter. Das ist eigentlich mein größtes Lebensziel, nur dafür lebe ich.
Ich wünsche dir, dass du einen passenden Job findest. Deinem Sohn wird es ganz sicher nicht schaden. Meine Kinder sind mittlerweile schon froh, wenn sie mich "mal los sind".
LG Sonnenblume |
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| sonnenblume1a hat zum Thema: Re: Ich bin jetzt auch hier... geschrieben
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Sandmann75 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.07.2010 Beiträge: 6 Alter: 36
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Verfasst am: 07.08.2010, 20:49 Titel: Re: Ich bin jetzt auch hier... |
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Hallo Sonnenblume,
oh.. wir können uns ja echt die Hand geben Ich bin aber wirklich froh zu lesen, dass es anderen auch so geht. Ich habe nachts schon schlimme Träume und totale Panik, meinem Kind könnte etwas passieren. Neulich wäre er beinahe in ein Auto rein gerannt (naja was heißt beinahe - es hat schon noch viel gefehlt..) ich bin fast durchgedreht, geschrien wie am Spieß und konnte tagelang nicht mehr richtig schlafen. Zwischendurch denke ich dann wieder "man du bist doch echt bekl..." so eine Glucke hält ja kein Kind aus, der wird mal froh sein, wenn ich ihn mal ne Weile wo abgebe... Aber es ist wirklich auch mein Lebensziel, meinem Sohn ne gute Mutter zu sein. Deshalb habe ich auch ein so schlechtes Gewissen, wenn ich andererseits wieder arbeiten will. Meine Mutter hat immer gearbeitet, mein Vater hat das Geld versoffen und sie hat geguckt, dass wieder was rein kommt. Wir Kinder sind halt einfach neben her gelaufen, es hat eigentlich keinen interessiert, was wir machen... Hilfe habe ich nur von meiner großen Schwester bekommen, der ich heute noch dankbar bin. Hast Du Dich von Deiner Herkunftsfamilie abgekapselt? mein Vater ist vor 6 Jahren gestorben aber zu den anderen habe ich noch Kontakt, obwohl ich natürlich auch immer mehr merke, dass meine Mutter auch nicht gerade das war was man sich als Kind unter Mutter vorstellt. Sie ist heute noch recht unbeholfen und hat sich an nen neuen Mann gehängt. Sie ist zu ihm gezogen und unser Haus von früher steht grad leer. Sie kümmert sich da um nichts... Ich muss mich immer sehr zusammen reißen, um nicht wieder voll da einzusteigen und ihr unter die Arme greifen. Ich sage mir immer wieder, das muss sie selber machen- ihr Job..., aber es ist verdammt schwer. Ich wohne weiter weg und kann mich dann einigermaßen abgrenzen aber im Kopf bin ich immer noch dort. Das finde ich schlimm, denn eigentlich will ich mein eigenes Leben leben. Gibt es überhaupt nen Weg wieder "normal" zu leben. Mit Kontakt aber ohne Pflichgefühl.... Versteht jemand was ich meine???
Gruß an alle |
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| Sandmann75 hat zum Thema: Re: Ich bin jetzt auch hier... geschrieben
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sonnenblume1a neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 18.10.2009 Beiträge: 94
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Verfasst am: 22.08.2010, 19:52 Titel: Re: Ich bin jetzt auch hier... |
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Hallo Sandmann,
ich habe nur noch meine Geschwister und wir verstehen uns sehr gut. Wir haben nie über unsere Eltern geredet und tun es bis heute nicht, vielleicht weil ja jeder weiß, wie es war und jeder mit seinen Erinnerungen daran anders lebt und umgeht. Aber wir bedeuten uns sehr viel und sehen uns oft, das ist eine großer Halt für mich.
"Normal" leben ... ich weiß nicht, was heißt denn "normal"? Dass du dir Sorgen um deine Mutter machst, ist doch klar und ich finde das auch richtig so.
Alles Gute Sonnenblume |
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| sonnenblume1a hat zum Thema: Re: Ich bin jetzt auch hier... geschrieben
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