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Netz aus Schuldgefühle

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aculus
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 20.07.2010
Beiträge: 14
Alter: 33
Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: 20.07.2010, 15:04    Titel: Netz aus Schuldgefühle Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo!

Meine Mutter ist Alkoholikerin und steht dazu.
Ich habe mich hier angemeldet um Rat zu finden.
Durch das Lesen im Forum konnte ich viel lernen und verstehen.
Ich bin nicht mehr Co-Abhängig (glaub ich zumindestens) dennoch kann ich die angespannte Situation in der Familie nicht lösen.
Mein Vater und meine Schwester sind ziemlich Co-Abhängig und lassen sich ständig in einem Netz aus Schuldgefühle von meiner Mutter einstricken.
Ich hatte selber diese Schuldgefühle denn jeden Tag (insbesondere als Teenager) konnte ich mir anhören was für ein sch.. Leben sie führt/geführt hat um "den Kindern" zu Liebe (die nicht eine Traumatische Scheidung erleben sollen).
Allzuoft hat sie erzählt was sie alles durchgemacht hat, was sie schon alles dulden musste, wie viele demütigungen, die Undankbarkeit der Leute, usw.
Ich bin, mittlerweile, ein erwachsener Mann und lebe schon seit Jahren fern von zuhause (wie auch meine Schwester), dennoch werde ich immer wieder von dieser Situation eingeholt.
Meine alkoholkranke Mutter kann und will ich nicht mehr helfen (ich habe allzuoft versagt und sie will ja keine Hilfe, ist sogar beleidigend wenn ich das anbiete) aber meine Schwester und mein Vater sind ziemlich überfordert und brauchen Hilfe.
Meine Schwester geht seit einigen Jahren zum Psychologen, das hat schon viel geholfen, dennoch nach größeren Streitereien fällt sie in den alten Schemen immer wieder zurück, mein Vater (der ständig unter einem Dach mit der tickende Bombe leben muss) weiss auch nicht weiter denn er hat am Anfang die Krankheit nicht einmal erkannt und dann garnicht wahrhaben wollen, mir kommt auch vor dass er ständig in Aktivitäten flüchtet wie auch in seiner Arbeit (Selbstständiger) anderseits er ist auch etwas Arbeitsüchtig (das wäre auch eine Krankheit, dennoch gibt es noch keine Hilfegruppe für solche Menschen) .. tja unter 2 Süchtler aufzuwachsen war nicht immer einfach.
In den letzten Wochen hat mein Vater, ohne großartig zu fragen, meine Mutter bei meiner Schwester einquartieren lassen damit er sich etwas entspannen kann (Auszeit).
Aber jetzt ist eben meine Schwester schon mit den Nerven fertig den Gestern war die Alkoholkranke mal wieder voll und ziemlich gemein (Bösheiten wie: "du sollst im nächstem Leben als Wurm auf die Welt kommen" sind noch die nettesten Beleidigungen) .
Ich hab meiner Schwester schon gesagt sie soll die Mama aus dem Tochterhotel rauswerfen (verkehrte Welt) und dem Papa hab ich auch mitgeteilt dass wir einfach ihr die Freiheit lassen sollen sich volllaufen zu lassen, aber halt ohne uns.
Mein Vorschlag wäre eine Wohnung für die Mama zu mieten und ihr das monatliche Geld überweisen damit sie ihre Freiheit ausleben und sich das Trinken auch leisten kann.
Dennoch die 2 Co-Abhängigen sind nicht so entscheidungsfreudig (ich könnte das im Alleingang auch nicht erledigen) im ersten Moment stimmen sie zu und dann stricken sich wieder in den Netz aus Schuldgefühlen ein.
Ich habe schon viel über Co-Abhängigkeit gelesen (das hat mir auch geholfen mich zu befreien) dennoch hab ich nicht herausgefunden wie man Co-Abhängige aus dem Netz "nimmt".
Hat schon jemand so etwas ähnliches erlebt? Hat irgendwer einen Vorschlag? Bzw einen besseren Vorschlag? Ich bin jetzt ziemlich festentschlossen mit diesem Kreislauf aufzuhören.
Ah ja, ich wollte auch fragen ob als Co-Abhängiger bzw Sohn von einer Alkoholkranken Mutter ein höheres Risiko besteht selbst an Alkoholismus zu erkranken, dann würde ich nämlich auch das gelegentliche Gesellschaftstrinken absetzen. Danke!
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aculus hat zum Thema: Netz aus Schuldgefühle geschrieben
n i c i
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 24.03.2010
Beiträge: 2287
Alter: 46

BeitragVerfasst am: 20.07.2010, 15:24    Titel: Re: Netz aus Schuldgefühle Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo und willkommen erstmal aculus.

ob Du wirklich schon von deiner Co-Abh. befreien konntest weiß ich nicht, aber vielleicht ist es Deiner Schwester erstmal eine Hilfe, wenn Sie sich auch hier im Forum etwas einliest.
Denn Du wirst kaum für Sie sprechen können, und die Mutter wieder wegschicken, wenn deine Schwester es im Endeffekt nicht will.
Das mit der eigenen Wohnung für deine Mutter find ich eine gute Idee, aber wie gesagt allein wahrscheinlich kaum umsetzbar.
Zitat:
Ah ja, ich wollte auch fragen ob als Co-Abhängiger bzw Sohn von einer Alkoholkranken Mutter ein höheres Risiko besteht selbst an Alkoholismus zu erkranken, dann würde ich nämlich auch das gelegentliche Gesellschaftstrinken absetzen.

Da würd ich mal eher in der "Kinder"Bereich reinschauen, aber meines Wissens nach, gibt es kein "Sucht-Gen", aber halt eine falsche vorgelebte Konfliktbewältigung. Aber wie gesagt, ich glaub, da ist sich die Wissenschaft auch noch nicht ganz einig.

Liebe Grüße, und einen regen Austausch hier im Forum,
nici
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n i c i hat zum Thema: Re: Netz aus Schuldgefühle geschrieben
Spanijoggel
Moderatorin
Moderatorin


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 13.02.2008
Beiträge: 8589
Alter: 70
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 20.07.2010, 22:24    Titel: Re: Netz aus Schuldgefühle Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,guten Abend aculus!

Willkommen im Forum!


Zitat:
Ah ja, ich wollte auch fragen ob als Co-Abhängiger bzw Sohn von einer Alkoholkranken Mutter ein höheres Risiko besteht selbst an Alkoholismus zu erkranken, dann würde ich nämlich auch das gelegentliche Gesellschaftstrinken absetzen. Danke!


Das musst Du mit Dir selber abmachen! Der Alkoholismus kann auch verebt werden,das ist aber nur eine Seite.Es gibt noch viele andere Gründe.
Wenn Du Dich aber schützen möchtest mit totaler Abstinenz wäre das super.
Ich denke,Du würdest befreiter durch Dein Leben gehen.

Machs gut!

Und schreib wieder! Winken

Herzliche Grüsse
Yvonne
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Spanijoggel hat zum Thema: Re: Netz aus Schuldgefühle geschrieben
Gotti
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.02.2008
Beiträge: 3354
Alter: 51
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 21.07.2010, 06:47    Titel: Re: Netz aus Schuldgefühle Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo aculus und auch von mir ein Herzliches Willkommen!

Also, ich für mich denke, dass ich erst von der Co- krankheit genesen bin, wenn ich mir überhaupt KEINE Gedanken mehr um die Zukunft meines Mannes machen werde.
Das liegt aber noch in der Ferne. Winken
Du machst dir noch ganz schöne Gedanken um deine Mutter.

Ihr plant, sie in ein gemütliches Nest zu setzen, wo sie in aller Ruhe trinken kann. Was ist, wenn das gegebene Geld nicht reicht? Und das wird der Fall werden, denn die Trinkmenge steigert sich sicher. Und wer kümmert sich ums Reinemachen, Einkaufen etc. wenn sie dann nun mal nicht mehr kann?
Schafft ihr es dann, sie ganz alleine zu lassen?
Und nur das wäre für EUCH die Hilfe.

Mit den Schuldzuweisungen leben können - euch trifft doch keine Schuld!
Das müsst ihr alle ganz fest für euch lernen und leben.
Gut ist es, fachliche Hilfe anzunehmen und sie auch anzwenden. Deine Schwester ist da schon mal auf einem guten Weg.
Ihr würde ich auch raten, weiterzumachen, denn mir hat es sehr geholfen, Schuld abzubauen.

Ich wünsche dir und deinen Geschwistern alles Gute, viel Hilfe und Kraft für einen neuen Anfang!
LG Gotti.
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Gotti hat zum Thema: Re: Netz aus Schuldgefühle geschrieben
Mohn
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 08.06.2010
Beiträge: 874
Alter: 49
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 21.07.2010, 09:54    Titel: Re: Netz aus Schuldgefühle Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo aculus!
Mir hat mal ein Suchtberater gesagt, daß wenn viele in der Familie trinken , ein viel höheres Risiko besteht , daß man (ich) auch zu trinken anfangen könnte.Ob das so stimmt sei mal dahingestellt. Aber man bekommt ja eigentlich viel von deren Verhaltensweisen mit.
Gotti hat recht, wenn die Mutter eine eigene Wohnung hat, habt ihr sie zwar nicht in unmittelbare Nähe, aber kümmern um sie, um die Wohnung, ums Geld müsst ihr euch ja weiterhin.
Bestimmt wäre es besser, wenn ihr euch Profihilfe hinzuzieht, vielleicht findet sich ein anderer Weg, der euch alle zufrieden stellen kann.

LG
Mohn
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Mohn hat zum Thema: Re: Netz aus Schuldgefühle geschrieben
aculus
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 20.07.2010
Beiträge: 14
Alter: 33
Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: 21.07.2010, 10:57    Titel: Re: Netz aus Schuldgefühle Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

n i c i hat Folgendes geschrieben:
Hallo und willkommen erstmal aculus.


Denn Du wirst kaum für Sie sprechen können, und die Mutter wieder wegschicken, wenn deine Schwester es im Endeffekt nicht will.
[...], aber meines Wissens nach, gibt es kein "Sucht-Gen", aber halt eine falsche vorgelebte Konfliktbewältigung. Aber wie gesagt, ich glaub, da ist sich die Wissenschaft auch noch nicht ganz einig.

Liebe Grüße, und einen regen Austausch hier im Forum,
nici


Danke nici! Das hat mir weitergeholfen...da hast wohl Recht mit allem, ob ich aus der Co-Abhängigkeit draußen bin ist schwierig zu sagen, dennoch sehe ich das Verhalten von meiner Schwester und meinen Vater als nicht in Ordnung weil sie nach Jahren die Krankheit nicht begreifen wollen... beide machen sich immer wieder was vor und lassen sich dann immer wieder reinlegen ... da es bei mir nicht mehr funktioniert gehe ich davon aus dass ich nicht mehr mitspiele...dennoch kann ich es nicht ganz ausschließen.
Hoffentlich gibt es keinen Sucht-Gen denn mein Onkel und Großvater (mütterlicher Seite) hatten beide ein Problem ...schon sehr Verdächtig...
Das mit der Konfliktbewältigung habe ich tatsächlich in den jungen Jahren gemacht (als 20 Jähriger) ... total bescheuert muss ich sagen...Gottseidank ist es nicht ausgeartet...mittlerweile (glaub ich zumindestens) habe ich einen anderen Zugang bei Konfliktbewältigung und kommuniziere mehr nach Außen.
Das Projekt mit der Wohnung könnte tatsächlich scheitern denn es fehlt an Konsequenz (nicht meinerseits).
Danke für die tolle Begrüßung!

Liebe Grüße,
aculus
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aculus hat zum Thema: Re: Netz aus Schuldgefühle geschrieben
aculus
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 20.07.2010
Beiträge: 14
Alter: 33
Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: 21.07.2010, 11:10    Titel: Re: Netz aus Schuldgefühle Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Mohn hat Folgendes geschrieben:

Bestimmt wäre es besser, wenn ihr euch Profihilfe hinzuzieht, vielleicht findet sich ein anderer Weg, der euch alle zufrieden stellen kann.

LG
Mohn


Danke Mohn,

Natürlich habe ich Profihilfe schon vorgeschlagen, es wurde abgelehnt weil immer andere Vorschläge verbunden mit falschen Hoffnungen (ein Klassiker:"sie wird jetzt aufhören hat sie versprochen...", "sie braucht nur eine Auszeit dann wird sie sich erholen" usw.) kamen...
Die Betroffene alkoholkranke Mutter, als sie nüchtern war, hat mich natürlich voll angegriffen als ich mit dem Vorschlag kam, denn sie hat ja kein Problem...wir haben ein Problem.
Sehr schwierig daher etwas durchzusetzen, weil ich auch die Rolle des kleinsten Kindes spiele.
Wie so schön meine Mutter immer wieder zu mir sagt: "Das Küken will klüger sein als die Henne."

LG
aculus
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aculus hat zum Thema: Re: Netz aus Schuldgefühle geschrieben
Nele 43
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 07.09.2008
Beiträge: 859
Alter: 47
Wohnort: Chemnitz

BeitragVerfasst am: 21.07.2010, 11:11    Titel: Re: Netz aus Schuldgefühle Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Aculus
und herzlich willkommen hier bei uns! Smilie
Es ist nicht ausgeschlossen das sich auch die Gene vererben können bzgl. Alkoholismus....viel wichtiger ist es aber was habe ich als Kind vorgelebt bekommen. Da ist wohl eine "doppel" Sucht seitens des Elternhauses gegeben, der Vater scheint wie Du schreibst, "Worka-holiker" zu sein. Er hat sich geflüchtet und ist wie Du schreibst auch "süchtig" geworden. Kann sich also auch auf die Kinder auswirken.
Meine 1.Anlaufstelle vor Jahren war die Suchtberatung..da gibt es mehrere "Sitzungen" für Angehörige die angeboten werden. Vielleicht wäre dies mal ein Gedanke für Dich/euch.
Ich wünsche Dir weiter regen Austausch und Denkanstöße,
liebe Grüße
Nele
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Nele 43 hat zum Thema: Re: Netz aus Schuldgefühle geschrieben

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