| Verdacht auf Rückfall • Alkohol und Nikotinstopp - wer hat es geschafft? |
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32807 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 17.07.2010, 16:53 Titel: Ausbildung zum Suchtberater |
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Hallo,
gerade wurde ich auf den Gedanken gebracht, mal über das Thema Ausbildung zum Suchtberater zu diskutieren.
Ich möchte auch in diesem Zusammenhang im Ganzen über das Thema "ab wann kann ich andere Menschen helfen" diskutieren.
Hier im Forum ist das ja eigentlich keine Frage, denn jeder kann mit seinen Erfahrungen anderen Menschen helfen. Auch Rückfälle und andere schlechte Erfahrungen können für andere Leser eine Hilfe sein, wenn sie ehrlich wiedergegeben werden.
Gerade in der ersten Zeit sind viele nun trockene Alkoholiker sehr euphorisch und manche wollen sogar die ganze Welt trocken legen.
Hierbei geht es aber auch um Verantwortung, denn ob nun als Suchthelfer, Suchtberater, Leiter einer realen Selbsthilfegruppe oder auch als Forenbetreiber, irgendwie wird man ja als Helfer angesehen, der einen Fragen beantworten kann und weiß, wovon man spricht.
Ist man dann selbst erst ein oder zwei Jahre trocken oder gar nur ohne Alkoholkonsum, ist die Enttäuschung der Hilfesuchenden groß, die dann sogar in ein tiefes Loch fallen können, wenn der vertraute Ansprechpartner nicht mehr da ist.
Auch die Frage der Ausdauer ( speziell beim leiten einer realen oder virtuellen Selbsthilfegruppe ) ist sehr entscheidend.
Was denkt ihr? Wann sollte man daran denken und ab wann ist man dazu bereit?
Ich habe das Forum erst nach über fünf Jahren Nüchternheit eröffnet, was ich auch als Minimum sehe.
Gruß
Karsten |
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| Karsten hat zum Thema: Ausbildung zum Suchtberater geschrieben
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Spanijoggel Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.02.2008 Beiträge: 8589 Alter: 70 Wohnort: Schweiz
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Verfasst am: 17.07.2010, 19:01 Titel: Re: Ausbildung zum Suchtberater |
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Hallo Karsten!
Die Frage von Suchthilfe geistert manchmal in meinem Kopf herum.
Manchmal kann ich ja anderen helfen,wenn sie ein Problem haben.Das war hie und da der Fall in meinem Leben.
Jetzt, bei der Suchthilfe weiss ich aus eigener Erfahrung wie es sich anfühlt,was ich machen muss,wie ich enden würde bei einem endgültigen Rückfall.
Ich für mich möchte lieber noch etwas länger lernen,mir zugewendet bleiben.
Ich komme mir halt schon noch als Anfängerin vor.
Und vor allem möchte ich nicht schwören,dass ich nie und nimmer mehr einen Rückfall bauen kann.
Bei meinen Gedanken als Suchthelferin zu helfen dachte ich auch,dass mir diese Tätigkeit vielleicht helfen könnte in meiner eigenen Entwicklung punkto Sucht.Es könnte mich aber auch plötzlich mal überfordern!
Der Sinn von allem:
Ich bin froh,dass ich einfach nur für mich dasein kann.
Das hätte ich früher nie zu schreiben gewagt.
Nur für mich da sein--? Was für ein schrecklicher Egoismus!!!!
Die Zeiten ändern sich,GSD!
Yvonne |
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| Spanijoggel hat zum Thema: Re: Ausbildung zum Suchtberater geschrieben
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Melinak sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.12.2008 Beiträge: 5012 Alter: 40
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Verfasst am: 17.07.2010, 20:12 Titel: Re: Ausbildung zum Suchtberater |
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Hallo Karsten,
Also ich fühl mich noch nicht bereit wirklich eine solche Verantwortung zu tragen. Ich trag sie ja erst jetzt wieder für mich. So wie Yvonne es richtig beschreibt, ich habe ja erst jetzt mal angefangen meinen gesunden Egoismus zu leben.
Doch ich gebe gern meine Geschichte zum lesen weiter und wer Fragen stellt bekommt von mir Antworten.
Vielleicht bin ich irgendwann soweit da auch Verantwortung übernehmen zu können. Dazu brauch ich aber erst ne Portion Selbstsicherheit.Verantwortung zu übernehmen muss sehr wohl bedacht sein und man sollte sich darüber bewusst sein, das das auch sehr anstrengend ist. Das man nicht einfach mal aus Lust sowas anfängt und es wenns nicht gefällt einfach so fallen lassen darf. Hier geht es um Menschen.Da kann man auch leicht wieder ins Helfersyndrom reinrutschen, sich masslos überfordern und promt wieder in alte Muster zurrückfallen. Eine innere Reife und Stabilität sollte da schon gegeben sein. Die muss sich meiner Meinung nach erst über lange Zeit aufbauen.
So nen Zeitrahmen von 5 Jahren ist sicher sehr realistisch.
Irgendwann kann ich mir schon vorstellen was in der Richtung aufzubauen. Doch dazu ist jetzt der Zeitpunkt noch zu früh.
Lieben Gruß
Melanie |
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| Melinak hat zum Thema: Re: Ausbildung zum Suchtberater geschrieben
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Ette sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.01.2007 Beiträge: 1660 Alter: 55
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Verfasst am: 18.07.2010, 08:40 Titel: Re: Ausbildung zum Suchtberater |
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Hallo Karsten,
die Organisation, die bei uns in der Region die Selbsthilfe unterstützt, setzt eine zweijährige Trockenheit voraus, bevor jemand die Ausbildung zum Suchtkrankenhelfer absolvieren kann. Aber das ist ja auch noch ein Schritt vor dem Suchtberater.
Ich selbst habe kurz nach der Trennung von meinem trinkenden Partner eine Gruppenleiterausbildung gemacht. Ich habe auch vier Jahre eine SHG für Angehörige geleitet. Diese hat sich zwischenzeitlich jedoch aufgelöst, weil die meisten Mitglieder der Meinung waren, sie seien nicht mehr co-abhängig, da ihre Partner trocken seien.
Inzwischen bin ich selbst fast 5 Jahre „trocken“, sprich nicht mehr in der Beziehung zu einem alkoholabhängigen Partner. Demnächst werde ich die Ausbildung zur Suchtkrankenhelferin beginnen. Denn inzwischen denke ich, dass ich mich genügend abgrenzen und Sorge für mich tragen kann, um zu unterstützen ohne selbst wieder in den großen Sog der Co-Abhängigkeit zu geraten.
Ich kann gut verstehen, dass jemand, der längere Zeit trocken ist, diesen Weg gehen möchte. Allerdings kann ich mir kein Urteil über den richtigen Zeitpunkt erlauben. Was ich aber gut daran finde ist, dass sich derjenige, der eine solche Ausbildung macht, sich sehr stark mit Abhängigkeit und ihren Problemen und Folgen auseinandersetzt. Das hat den Vorteil, dass derjenige immer nah am Thema bleibt, es sich immer wieder bewusst macht und somit seine eigene Abhängigkeit nicht aus den Augen verliert und „übermütig“ wird. Denn ich bin schon mehrfach mit Rückfällen konfrontiert worden, die aus einem zu großen Sicherheitsgefühl heraus passiert sind.
LG
Ette |
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| Ette hat zum Thema: Re: Ausbildung zum Suchtberater geschrieben
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Birgit aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.04.2007 Beiträge: 555 Wohnort: In der Lüneburger Heide
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Verfasst am: 18.07.2010, 11:20 Titel: Re: Ausbildung zum Suchtberater |
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Hallo Karsten,
wann ist der richtige Zeitpunkt....? Das kann...glaube ich...nicht in Zahlen bzw. Jahren ausgedrückt werden.
Ich war 2,5 Jahre abstinenz als ich mich zu einem SKHL angemeldet habe...nicht um mich in irgendeiner Weise zu profilieren.Für mich war das noch mal therapeutisch sehr wertvoll. Ich habe noch sehr viel mehr über unsere Krankheit...und mich... lernen dürfen...insbesondere über Rückfälle...die mich immer sehr beschäftigt haben. Außerdem sehe ich viele Dinge sehr viel gelassener und bin durch diesen Lehrgang endlich von meinem "Mssionierungstrip" runtergekommen.
| Zitat: | | Hierbei geht es aber auch um Verantwortung, denn ob nun als Suchthelfer, Suchtberater, Leiter einer realen Selbsthilfegruppe oder auch als Forenbetreiber, irgendwie wird man ja als Helfer angesehen, der einen Fragen beantworten kann und weiß, wovon man spricht. |
Ich muß ja jetzt nicht durch die Welt rennen und prahlen...ich bin Suchtkrankenhelfer...und alle Alkoholkranken wie ein Magnet anziehen wollen .
Wenn aber jemand zu mir kommt...habe ich eine viel bessere Sicherheit...weiß wann ich aufhören muß helfen zu wollen/können und die Verantwortung liegt letzendlich bei jedem selber. Denn bei unserer Krankheit gibt es nur entweder/oder.
LG
Birgit |
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| Birgit hat zum Thema: Re: Ausbildung zum Suchtberater geschrieben
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Paddy neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.12.2006 Beiträge: 391
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Verfasst am: 18.07.2010, 20:42 Titel: Re: Ausbildung zum Suchtberater |
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Prinzipiell ist es doch so, dass man nicht wirklich einem Süchtigen helfen kann. Und eigentlich hat es doch auch wenig mit der eigenen Sucht zu tun. Denn alles , was getan werden muß könnte theoretisch auch vermittelt werden von einem Menschen, der selber nie süchtig war.
Gut, das Einfühlungsvermögen ist natürlcih eher da.
Aber ist das wirklich das wichtigste. Ich denke, dass eine Selbsthilfegruppe davon lebt. Denn jeder ist des anderen Spiegelbild.
Je nachdem, wo der Suchtberater eingesetzt wird müßte er meiner Meinung vor allem eine glaubwürdige, vertrauensvolle , gut organisierte, geduldige Person sein, der bei mir auch einen gewissen Respekt verdient.
Dieser Respekt und diese Glaubwürdigkeit würde ich keinem Menschen schenken, der es noch selber nicht gewschafft hat. Dann schon eher jemandem, der eienr Sucht nie im Leben verfallen war. |
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| Paddy hat zum Thema: Re: Ausbildung zum Suchtberater geschrieben
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zerfreila sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.01.2009 Beiträge: 10355 Wohnort: trocken seit: 07-06-2008
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Verfasst am: 19.07.2010, 18:22 Titel: Re: Ausbildung zum Suchtberater |
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Hallo Karsten,
ich selbst denke zur Zeit über eine Ausbildung zum Suchtkrankenhelfer nach, sie würde sich über einen längeren Zeitraum von etwa zwei Jahren erstrecken und ist aufgebaut in mehrere Stufen in Form von nebenberuflichen Wochenendseminaren.
Ich wäre dann, wenn ich mich an den terminlichen Seminarterminen einer Organisation orientiere, mit knapp fünf trockenen Jahren ausgebildet.
Das ist zwar zur Zeit noch Zukunft, aber entspricht meinen Vorstellungen. Für mich persönlich könnte ich mir die Arbeit ganz gut vorstellen, auch beruflich wäre dies denkbar, auf jeden Fall hätte ich eine weitere Qualifikation erreicht, die ich beruflich nutzen könnte. Auch das ist momentan alles noch Zukunft, könnte mir eine solche Tätigkeit in einer entsprechenden Einrichtung, in der Trockenheit soz. zum Programm gehört, aber vorstellen. Mal sehen.
Oberste Priorität hat natürlich meine eigene Trockenheit, kein Helfersyndrom, keine Projektionen und dergleichen, ich gehe weiter meinen guten Weg.
Eine von einer anerkannten Organisation durchgeführter Lehrgang kann für mich zu einer weiteren Bereicherung werden.
Eigene Suchterfahrung halte ich übrigens im SHG-Bereich für sehr wichtig.
Gruß, zerfreila |
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| zerfreila hat zum Thema: Re: Ausbildung zum Suchtberater geschrieben
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Rivanna neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.11.2009 Beiträge: 33 Alter: 51
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Verfasst am: 19.07.2010, 21:16 Titel: Re: Ausbildung zum Suchtberater |
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| Ich selbst bin co abhängig vielleicht? ganz sicher. Bedingt durch meine Ausbildung zur Ergotherpeutin und meine eigene Betroffenheit würde mich diese Weiterbildung schon interessieren. |
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| Rivanna hat zum Thema: Re: Ausbildung zum Suchtberater geschrieben
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