| hin und her gerissen...meine Mutter • Meine Mutter ist Alkoholkrank und keiner glaubt mir! |
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dinchen0408 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 15.07.2010 Beiträge: 3 Wohnort: Bielefeld
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Verfasst am: 16.07.2010, 16:02 Titel: Meine Geschichte |
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Hallo,
ich bin 25 Jahre alt und seitdem ich denken kann, trinkt mein Vater und meine Mutter ist vor 8 Jahren an Krebs gestorben, war aber zuvor jahrelang drogensüchtig.
Meine Eltern ließen sich scheiden, als ich drei war, danach wars bei meinem Vater vorbei, er hatte zwar Arbeit, aber gesehen habe ich ihn nur alle zwei Wochen und das nicht immer nüchtern.
Als meine Mutter vor 8 Jahren an Krebs erkrankte, musste ich gezwungenermaßen zu meinem Vater ziehen, zu diesem Zeitpunkt hatte er eine neue Freundin, die er später heiratete und ich bis heute als Mutterersatz sehe.
Früher hat mein Vater sehr viel getrunken und war sehr schnell agressiv, er hat sich auch nicht gescheut meine Stiefmutter zu schlagen und immer wieder Szenen zu machen.
Vor zwei Jahren hat ein dann endlich eine stationäre Therapie gemacht, was auch anfangs super funktioniert hat. Er wurde wieder der Vater, den ich mir gewünscht habe, hilfsbereit, zuvorkommend und lieb und unser Vater-Tochter-Beziehung blühte auf.
Leider hat das nur ca. ein Jahr angehalten und seitdem betrinkt er sich für ein paar Tage ins bodenlose und dann kracht er sich wieder runter. Er hatte sogar Tabletten, die ihm den Geschmack des Alkohols nehmen, aber nichts hilft.
Er sucht sich immer wieder Entschuldigungen für seine Rückfälle und mittlerweile werden die Abstände zu den Rückfällen immer kürzer.
Ich bin vor 5 Jahren zu meinen Freund von Österreich nach Deutschland gezogen, bestimmt auch um vor dem ganzen wegzulaufen, weil ich einfach nicht mehr konnte und endlich mal mein Leben leben wollte, ich weiß etwas egoistisch, aber ich wäre sonst kaputt gegangen.
Meine Großmutter mütterlicherseits ist vor 5 Jahren gestorben, weil sie auch Alkoholikerin war und genauso wie mein Vater eine Therapie machte und danach immer wieder Rückfälle hatte.
Ich will nicht, dass das meinem Vater auch passiert, was kann ich tun, damit ich ihn nicht verliere, ich sehe das ganze Elend jetzt schon solange und kann einfach nicht mehr. Auf meine Aussage, er sollte vllt. nochmal eine stationäre Therapie machen, reagiert er so gut wie gar nicht.
Ich liebe meinen Vater wirklich vom ganzen Herzen her, vllt. hat jemanden einen Rat wie ich ihm helfen kann bzw. wie ich endlich lernen kann damit umzugehen, ohne das es mir mein Herz zerreißt.
Danke fürs Zuhören |
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| dinchen0408 hat zum Thema: Meine Geschichte geschrieben
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Linde66 Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.10.2008 Beiträge: 14430 Alter: 46
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Verfasst am: 16.07.2010, 21:56 Titel: Re: Meine Geschichte |
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Hallo dinchen0408,
herzlich Willkommen hier im Forum.
Es fällt sehr schwer, die Eltern loszulassen. Man kann das ohne schlechtes Gewissen tun, denn sie sind für sich selber verantwortlich.
Und du bist für dich verantwortlich.
| Zitat: | | weil ich einfach nicht mehr konnte und endlich mal mein Leben leben wollte, ich weiß etwas egoistisch, aber ich wäre sonst kaputt gegangen. |
Nein, ganz und gar nicht egoistisch! Sondern eine gesunde Reaktion auf ein suchtkrankes Umfeld!
Wir Kinder haben keine Chance, den Elternteil trockenzulegen, was immer wir auch anstellen.
Mir hilft da einzig und allein Abstand, damit ich nicht auch noch daran kaputt gehe.
LG, Linde |
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| Linde66 hat zum Thema: Re: Meine Geschichte geschrieben
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dinchen0408 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 15.07.2010 Beiträge: 3 Wohnort: Bielefeld
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Verfasst am: 17.07.2010, 12:46 Titel: Re: Meine Geschichte |
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Hallo Linde,
vorerst mal danke für deine Antwort!
Ich habe zwar Abstand von 1000 km von zu Hause, aber trotzdem fühlt es sich nicht so an, mit nimmt es vor allem zur Zeit mehr mit als in den letzten Jahren.
Mein größtes Problem ist aber, dass ich nicht darüber reden kann, auch wenn mein Freund es immer wieder versucht und mir helfen will, aber ich weiß nicht was ich sagen soll, weil ich es selbst nicht verstehe.
Als ich meine Mutter verloren habe, dachte ich mir lange zeit, dass ich evt. was machen hätte könne um das zu verhinden, genauso hab ich mir die Schuld gegeben, als meine Großmutter an ihrem Alkoholproblem gestorben ist, weil ich vllt. öfter hätte zu ihr kommen müssen, damit sie sich nicht so alleine fühlt, aber leider ist die Realität anders, ich hätte rein gar nichts ändern können. Die Menschen treffen aus mir unerklärlichen Gründe immer wieder Entscheidungen, die nicht gut für sie sind und die sie zerstören können.
Ich habe aufgrund von Süchten schon soviele Menschen verloren, dass ich eigentlich verwundert bin, wie normal ich geblieben bin.
Als im Oktober meine längste Freundin an einer Überdosis gestorben ist, ist für mich eine Welt zusammengebrochen und jetzt habe ich Angst das es bei meinem Vater genauso schnell gehen kann. Ich wusste das meine Freundin Drogen nimmt und hab sie aber nie verlassen. Ich wollte nicht, dass sie das Gefühl bekommt alleine zu sein und das niemand daran glaubt dass sie es schaffen kann umso mehr hat es mich getroffen, dass sie dann doch gestorben ist. Da kam mir natürlich sofort wieder der Gedanke, dass ich vllt. bei ihr bleiben hätte sollen und nicht nach Deutschland.
Ich weiß, dass es blöde Gedanken sind, aber ich bekomme die einfach nicht los. Ich will einfach nicht mehr mit dem Tod und deren Ursachen konfrontiert werden, aber loskommen tu ich davon auch nicht.
Ich weiß, ich schreib viel zu viel immer, aber darüber zu schreiben ist einfacher, als es auszusprechen, das macht es nicht ganz so real, dass es da um mein Leben geht! ;O)
lg
Nadine |
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| dinchen0408 hat zum Thema: Re: Meine Geschichte geschrieben
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