Max neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 23.03.2006 Beiträge: 1
|
Verfasst am: 23.03.2006, 15:18 Titel: ambulante Hilfe bei Suchtkrankheiten |
|
|
Hallo an alle Mitglieder,
ich lese hier schon eine ganze Weile mit. Ich finde dieses Forum sehr hilfreich, weil es die Suchtkrankheit als ernstes Thema ansieht, wie es sehr gut auf dem Portal formuliert ist. Keinem ist mit lockeren Sprüchen geholfen, sondern nur klare Aussagen können helfen. Wer nicht den festen Willen hat, an seine Sucht etwas zu ändern, wird es auch nicht schaffen, sich ein Leben ohne Suchtmittel aufzubauen.
Meine Arbeit befasst sich mit der ambulanten Hilfe bei Drogensüchtigen.
Darum möchte ich auch mal was zu den Erfolgen der ambulanten Hilfe von Suchterkrankungen im Allgemeinen schreiben.
Die stationäre Unterbringung in Therapieeinrichtungen oder Krankenhäusern ist für die meisten Süchtigen wohl die bekannteste Form der Suchtbehandlung. Diese Unterbringung hat aber auch den Nachteil, dass sie in einer Art "Käseglocke" statfindet.
Ich meine jetzt nicht die körperliche Entgiftung, die meiner Meinung nach immer stationär erfolgen sollte.
Wenn ein Süchtiger in einer stationären Einrichtung untergebracht ist, ist er von der Außenwelt abgeschottet und der ganze Tag dreht sich um die Sucht. Ob es nun alte Geschichten sind, die sich dort erzählt werden, die Gruppenstunden, die Einzelgespräche mit den Psychologen oder Ärzten, oder auch die Gespräche in der Ergotherapie sind.
Die Meisten sind hochmotiviert und empfinden es auch als leicht, von ihrer Sucht wegzukommen.
Voraussetzung ist natürlich der Wille, überhaupt was gegen seine Sucht unternehmen zu wollen.
Nach der stationären Therapie wird der Patient oder Probant oft mit sich allein gelassen und er fällt in ein tiefes Loch, weil er nun wieder für sein Leben und seinen Tagesablauf selbst sorgen muß.
In der ambulanten Therapie lernt man ein Leben ohne Suchtmittel in seinem normalen Umfeld. Man wird nicht aus seinem bisherigen Leben herausgerissen und hat auch mit dem normalen Dingen des Lebens zu tun.
Das Umfeld sollte natürlich nur soweit bestehen bleiben, wie es ein suchtmittelfreies Leben erlaubt. Alte Freunde, die weiterhin Suchtmittel zu sich nehmen, sind auf keinen Fall für den weiteren Lebensweg ratsam.
Aber wenn es um Familie und Kinder geht, halte ich die ambulante Therapie für die hilfreichere Altanative.
Vielleicht helfen meine Zeilen ja, den einem oder anderem Hilfesuchenden, sich für diesen Weg zu entscheiden. Ein weiterer Vorteil einer ambulanten Therapie ist, dass man nicht auf einen Therapieplatz solange warten muß. Viele Psychologen bieten Einzelgespräche oder auch Familien- und Paargespräche an.
Zu einer ambulanten Therapie kann man auch den Besuch einer Selbsthilfegruppe zählen, die ja sofort und rund um die Uhr in jeder größeren Stadt stattfindet.
Ich wünsche allen einen erfolgreichen Lebensweg ohne Suchtmittel, in welcher Form auch immer.
Max H. |
|