| Tabuthema Alkohol bei Familie und Kollegen, warum? • Es fühlt sich schrecklich an... |
|
|
| Autor |
Nachricht |
|
|
Welia aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 30.04.2010 Beiträge: 541 Alter: 60
|
Verfasst am: 02.08.2010, 14:46 Titel: Re: Die Liebe, die uns zusammenhält ! ? |
|
|
Hallo Paddy,
dein letzter Wort; ein nüchterner Narzist?
bringt mich zum Denken... auch ich habe ein Narzist geheiratet und wenn er trinken kann, ist er viel weniger unangenehm als nüchtern, vielleicht weil man dann am Alkohol die Schuld geben kann.
Ich glaube, als nüchterner Narzist, wäre mein Mann furchterregend..... nein, ich glaube es nicht, ich weiss es und die Angst davor hemmt mich, mich von ihm zu trennen....
Es ist wie wenn er ein Gott wäre mit einem Schwert über meinem Kopf....
Liebe ist es sicher nicht.... beiderseits nicht mehr aber wie bekomme ich diese Angst weg? |
|
| Nach oben |
|
| Welia hat zum Thema: Re: Die Liebe, die uns zusammenhält ! ? geschrieben
|
|
 |
Frozen Tears neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 30.11.2006 Beiträge: 453
|
Verfasst am: 03.08.2010, 01:54 Titel: Re: Die Liebe, die uns zusammenhält ! ? |
|
|
Das ist jetzt so die Frage, ob dieser Narzissmus schon vorher da war. Aber wenn Du es so empfindest. Auf jeden Fall scheint mir, dass der Alkohol den Menschen zum Narzisten macht. Ob das dann nachher wieder weggeht? Keine Ahnung.
Meinen Vater habe ich beispielsweise nie als Narzisten empfunden, eher konnte ich beobachten wie der Alkohol ihn immer mehr in eine strudel gezoegen hat. natürlich drehte sich da auch zunehmendst alles nur noch um den Alkohol. Alles ging bei drauf.
Er tat auch viele unschöne Dinge als er betrunken war, die man gleichstellen könnte mit einem Narzisten. Doch im nüchternen Zustand war er anders. Klar, dass er auf uns nicht mehr rücksicht genommen hat, garnicht wahrgenommen hat wie wir uns dabei fühlen.
Ganz früher hat meine Vater sehr viel getan, auch für uns Kinder. Er war sicher dieser leibenswerte Typ Mann, den hier alle scheinabr geheiratet haben. haha.
Ich vermute fast, dass er sogar viel mehr getan hat als er verkraften konnte, hat sich jede menge aufgehalst.
Mit dem Alkohol ist er dann sicher in eine andere welt abgedriftet, wo er sich mal so richtig austoben konnte und wie man so schön sagt " die Sau rauslassen" konnte.
Na, und wie die aussah wissen ja auch alle hier. |
|
| Nach oben |
|
| Frozen Tears hat zum Thema: Re: Die Liebe, die uns zusammenhält ! ? geschrieben
|
|
 |
Paddy neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.12.2006 Beiträge: 380
|
Verfasst am: 03.08.2010, 02:37 Titel: Re: Die Liebe, die uns zusammenhält ! ? |
|
|
Oh ja, wir leben sehr stark in der illusion. Schon allein die Illusion, dass wir denken,dass es Liebe sei, was wir da empfinden. Die illusion, dass wir unseren Partner mit dieser liebe auch noch retten können. All diese Illusionen müssen wir erstmal umwerfen. Ohnehin haben die ja kein hand und Fuß sondern stehen auf ganz wackeligen Boden.
Aber was Sinnesrausch schrieb, da ist auch was dran.
Mir scheint es auch, dass wir diesen Narzismus unterstützen.
Uns erscheint es ja als Liebe, was immer es auch ist. ich nenne es jetzt mal aufopferndes verhalten, welches an unsere grenzen geht und sogar unsere grenzen weit überschreitet. Die Liebe oder die Aufopferung , die wir erbringen, damit wir Anerkennung erhalten. Der Alkoholiker wird davon überschüttet, aber nicht nur das. Er fordert sogar, saugt uns aus.
Es ist keine einseitige geschichte, wie ich anfangs dachte. Als ich begann hier zu lesen, stellte ich fest, dass wir Coabhängigen unsere Partner einfach mit zu viel des guten überhäufen und uns dabei total verausgaben. So viel, mehr als dem Alkoholiker überhaupt recht ist.
Zu dieser zeit las ich und war noch mit meinem Mann zusammen . Ich las und lernte. ich versuchte mich zu distanzieren udn hörte mehr und mehr auf alles für ihn zu erledigen. Also wandte sich mein Mann auch von mir immer mehr ab, kam nicht mehr so oft nach hause. Gab ja auch nciht jederezit mehr Essen aufgetischt. Das Leben für ihn war unbequem. Alkohol gab es zuhause nicht mehr usw.
anch einiger zeit kam mir zu Ohren, dass mein Mann sich ein zweites Opfer zugelegt hatte. Und das offenbar schon seit längerer zeit. So konnte er prima hin und herjoglieren von eienr zur anderen. Gab es streit war er bei ihr. udn umgekehrt. Später lernte ich die dame kenenn udn sie schilderte mir alles. sie war ebenso coabhängig wie ich udn tat den gleichen unsinn. trank mit ihm, bezahlte ihm alles mögliche. Auch sie wollte sich ihre Gunst erkaufen und noch dazu standen wir als Damen ja noch in einem Konkurrenzverhältnis, was für ihn wohl noch attraktiver war. Die Krönung sozusagen. Er log uns an von vorn bis hinten, Unglaublich, wie ich hinterher feststellte.
Auf jeden Fall war das die höchste form seines Narzismus.
Und agnz klar ist mir auchjetzt, dass er auch nur Anerkennung und bewunderung suchte. nahezu ein Machtkampf darum, wer sein spiel am besten spielte.
Als ich von dieser Frau erfuhr kam mir nicht in den sinn mich zu trenne und ihm den Laufpass zu geben. nein, ich fragt emich: Was will die von ihm. Er ist doch Alkoholiker. So , als ob ich, nur ich diejenige war, die mit dieser Situation umgehn könnte. Und immerhin kam sie mir auch ncoh in die Quere, da ich ihn nun ja nciht einmal unter Druck setzen konnte. Dieses entweder hörst du auf zu trinken oder ich gehe ging ja garnciht. Dann wäre er ganz klar zu ihr. also wurde mir anch und nach klarer: ICH mußte für mcih eine Entscheidung treffen, damit es mir gut ging. ICH mußte nciht erdulden, ertragen, damit umgehen lernen oder sonst was. ICH mußte gehen oder ihn rauschmeißen. Diese zeit für mich war so schwer. ich kam mir so unglaubwürdig vor. Wie konnte ich nun noch Hilfe erwarten? Die anwort lag doch ihnehin auf der hand. Jeder würde mir in dieser Situation doch sagen: schmeiß den kerl raus, du hast was besseres verdient. Ohen die andere hätte ich ja noch die Hoffnung weiterleben können, dass er sich mal ändert, dass die Liebe doch siegen wird, dass es nur seine zeit braucht, dass er sich sicher letzlich für mich entscheidet usw.
Sein Egoismus hat derartige Formen angenommen, dass es schnell zu meiner Kapitulation führte.
Und das war es auch, was ich gnaz zu Anfang hier im Forum las: Der süchtige muß vor dem Alkohol kapitulieren.
Er muß aufhören zu versuchen in zu kontrollieren. Und genau das müssen wir auch. Einsehen, dass es mit Liebe nichts mehr zu tun hat, einsehen dass solch eine beziehung immer weniger das ist, was wir uns im Leben vorstellen, einsehen dass wir mit unserem bemuttern nur alles noch schlimmer machen, einsehen dass wir letzlich aufgeben müssen zu kämpfen und weglaufen müssen vor dem Alkohol bzw in unserem Falle vor den auswirkungen des Alkohols.
Der Weg ist so lang und so schmerzhaft. Ich wünschte ich könnte schon sagen, dass ich das alles hinter mir habe. ich habe mich getrennt, aber ich wache oft morgens noch mit diesem schmerz im Magen auf, fühle mich einsam, erniedrigt, allein gelassen, im stich gelassen, voller sehnsucht nach den früheren schönen zeiten, die aber nie mehr wiederkehren werden. Und er hat es sich so einfach gemacht. nach mehreren hin und her, wo er mir noch die große Libe schwor usw wurde ich am schluß noch erniedrigt und beschimpft. da , als er merkte, dass ich es ernst meint und gehen wollte. das tut noch immer weh.
Obwohl ich weiß, dass es der Alkohol ist, der da zu mir spricht fühle ich mich persönlich so angegriffen und niedergeschmettert. so sehr in meienr Seele verletzt.
Diese ganze vorstlleung von anerkennung, die ich mir doch über Jahre hin erhofft hatte ist wie eine Seifenblase zerplatzt. Und kaum ist diese Seifenblase aus meinen Augen verschwunden treffen seine worte mich wie ein fester schlag ins gesicht. Und da stand ich und fragte nur: Wie konnte ich nur so blind , so naiv, so dumm sein. Darum bin ich hier und hinterfrage mich, damit mir so etwas nie wieder passiert. Ich danke Euch allen bei eurer Mithilfe zu meiner erleuchtung. Für mich ist dies der wichtigste thread geworden. |
|
| Nach oben |
|
| Paddy hat zum Thema: Re: Die Liebe, die uns zusammenhält ! ? geschrieben
|
|
 |
Frozen Tears neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 30.11.2006 Beiträge: 453
|
Verfasst am: 17.08.2010, 23:13 Titel: Re: Die Liebe, die uns zusammenhält ! ? |
|
|
| Ja, diese verbalen Verletzungen, die im Rausch entstehen haben mir auch sehr zugesetzt. Ein Thema, was mich im moment auch gerade sehr beschäftigt. |
|
| Nach oben |
|
| Frozen Tears hat zum Thema: Re: Die Liebe, die uns zusammenhält ! ? geschrieben
|
|
 |
Frozen Tears neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 30.11.2006 Beiträge: 453
|
Verfasst am: 06.10.2010, 21:48 Titel: Re: Die Liebe, die uns zusammenhält ! ? |
|
|
Ich frage mich gerade sogar, ob es im grunde gerade das ist, was den Partnern so weh tut und warum sie gegen die Alkoholsicht so vehement angehen. Denn der widerstand gegen andere süchte, die ja auch dem Süchtigen schädigen oder sogar töten wie zB Zigarettne rauchen wird eher akzeptiert. Ebenso Kiffen, wo der Partner in der Regel eher ruhig wird. also liegt es vielelicht schon speziell an den Auswirkungen des ALkohols auf den Partner, wie sehr er/sie das toleriert. denn prinzipiell hat ja jeder das Recht sich die Mittel in den Kopf zu schütteln bis zum Umfallen. Das besondere am Alkohol ist doch, dass da andere irgendiwe leicht mit reingezogen werden in den Sumpf.
Und durch dieses Verhalten stirbt dann letztlich auch die Liebe. |
|
| Nach oben |
|
| Frozen Tears hat zum Thema: Re: Die Liebe, die uns zusammenhält ! ? geschrieben
|
|
 |
desperateS neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.03.2009 Beiträge: 403
|
Verfasst am: 08.10.2010, 19:37 Titel: Re: Die Liebe, die uns zusammenhält ! ? |
|
|
Ihr Lieben,
ich habe diesen Thread gelesen, und ich muss sagen: Ich sehe einiges klarer.
Insbesondere die Anmerkung, man solle sich seinen Partner so vorstellen, wie er jetzt gerade ist, ohne an die alten, schönen Zeiten zu denken, sondern nur die Momentaufnahme betrachten, und sich dann fragen, ob das der Mensch ist, den man liebt.
Die Vermutung, dass ich eine Illusion liebe - die Vergangenheit - habe ich nicht erst seit heute.
Aber dann habe ich hier gelesen, und mir meinen XY vorgestellt.
Wie er da hockt, mit glasigen Augen. Immer aggressiver wird. Mich runterputzt - wo ich armes Opfer doch nur helfen will! ... meine Güte, mir wird fast schlecht bei dem Gedanken, wie ich mich selbst erniedrige! - ...
Die Tatsache, dass wir kaum noch miteinander reden können.
Dass er an nichts mehr Spaß hat, nur am Saufen. Dass selbst besondere Tage wie Geburtstage oder Weihnachten schlichtweg nicht gefeiert werden können, weil er voll ist...
Ich habe ihn wirklich geliebt. Aber das ist schon so lange vorbei!
Der Mann, der er mal war, ist er schon lange nicht mehr.
Er hat sich verändert.
Und auch wenn ich das "Opfer" in mir schreien höre:
"Aber das ist doch nur die Krankheit! Wenn er erstmal nicht mehr trinkt, wird er wieder wie vorher! Und ich habe viel zu viel investiert, um ihn jetzt aufzugeben! bestimmt muss ich nur noch ein wenig mehr aushalten, dann wird er es endlich einsehen!"
---> So ehrlich war ich schon lange nicht mehr zu mir selbst!
... Auch wenn diese Schreie kommen, ist mir gerade klargeworden, dass die Liebe weg ist.
Weggespült mit Alkohol.
Ich sehe ihn leiden, ich sehe, wie er immer tiefer rutscht. Und ich sehe endlich, dass ich ihn nicht mehr lieben kann!
Im Gegenteil: Ich ertappe mich häufiger dabei, Hass zu empfinden.
Hass, weil er so lallt. Weil er jede verdammte Gelegenheit wahrnimmt, um sich zu betrinken. Hass, weil er lügt, dass sich die Balken biegen.
Und auch viel Hass auf mich.
Weil ich das Spiel mitspiele. Weil ich bei ihm geblieben bin, sogar, als er fremdgegangen war.
Was ist aus meinen Prinzipien geworden???
Ich war mal ein kluges Mädel. In Beziehungen eher dominant. Hatte meinen eigenen Kopf, war immer offen und ehrlich und habe den Leuten sogar gezeigt, wenn ich sie nicht mochte.
Und nun? Jetzt hocke ich da, bettle darum, geliebt zu werden und heuchle Liebe.
Ich führe eine Beziehung mit einem Riesenbaby, das es manchmal vor Vollrausch nicht schafft, die Haustür zu öffnen.
Wie um Himmels Willen kann das LIEBE sein?
Vielen Dank für diesen Thread.
Er hat meine Augen ein Stück weiter geöffnet. |
|
| Nach oben |
|
| desperateS hat zum Thema: Re: Die Liebe, die uns zusammenhält ! ? geschrieben
|
|
 |
Paddy neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.12.2006 Beiträge: 380
|
Verfasst am: 08.10.2010, 22:23 Titel: Re: Die Liebe, die uns zusammenhält ! ? |
|
|
Das hast Du so schön geschrieben, DesperateS.
Wenn es mit der Definition von Liebe auch immer etwas schwierig ist.
aber wenn ich an meinen Mann denke, so woe Du es Dir gerade vorgestellt hast , dann sehe ich GENAU DAS GLEICHE wie Du. Ich empfinde Liebe nicht mehr so wie es mal war, sondern ich schaue ihn an, könnte heulen und sehne mich so sehr nach dieser Liebesbeziehung , die einmal war.
Und ich frage mich nicht, ob ich diesen Mann liebe. Liebe hin , Liebe her. Ich frage mich, ob ich mit diesem Mann noch eine Beziehung haben will, überhaupt kann.
Mir scheint, dass dieser Mann garnicht mehr beziehungsfähig ist. ich quälte mich jahrelnag mit dem Gedanken, ob ich gehen soll. Und letztlich habe ich bemerkt: ER ist ja eigentlich längst gegangen. Er ist doch garnicht mehr da. Nur noch eine Gestalt, die auch nur noch Ähnlichkeit mit dem hat, was ich kenne. hey, und wenn er eines Tages mal aufhört zu trinken und ich bin immer noch single, dann könnte ich ihm eventuell eine zweite chance geben, wenne r dann wieder meinen vorstellungen netspricht. aber jetzt ist es einfach nicht der, den ich will. Zu der einsicht mußte ich erstmal kommen. wenn ein Mensch stirbt, den man liebt, dann empfindet man die Liebe ja auch weiter. Und irgendwie fühlt es sich für mich ähnlich an. Den Mann , den ich so vor mir sehe, der kommt mir vor wie ein fremder. Ein fremder, der wie in einem Science Ficton Film in den Körper meiens Mannes geschlüpft ist und vorgib er selber zu sein.
Und bei dieser Vorstellung frage ich mich. gebe ich mich mit allem zufrieden. Braucht da wirklich nur einer zu kommen, vor mir zu stehen, der äußerlich aussieht wie der Mann, den ich liebe, dessen Inneres aber etwas ist, was mich anekelt?
Diese Vorstellung hat mir sehr geholfen mich von meinem Mann zu trennen. Einsehen, dass es eben nicht mehr die Liebe ist, an der ich so hänge, sondern nur die Vorstellung, der Wunsch nach dieser Liebe.
Ich hoffe, dass es auch vielen anderen hilft, wenn sie diesen thread lesen, seine gefühle einmal in frage zu stellen und sich von ihrem Partner zu lösen. ich wage es kaum 'Partner' zu schrieben. Denn auch ein Partner ist doch was anderes.
Was mir darüberhinaus noch sehr geholfen aht ist die Vorstellung, dass dieser mein ehemaliger damals geliebter Mann eh fort ist und dass diese trennung eigentlich ja durch seinen Alkoholkonsum schon vollzogen ist. Ich habe also nur noch die Wahl entweder mit diesem zerlumpten Wesen meinen Lebensabend zu gestalten oder alleine. So betrachtet ziehe ich alleine vor. Und so wie jemand dem Alkohol verfallen kann, so kann er irgendwann auch wieder vor meienr tür stehen und sagen : Ich bin zurück von meienr Reise. Diese Vorstellung hat mir sehr viel Angst und Schmerz genommen davor allein zu sein, davor, dass es kein happy end mehr geben könne. jetzt wohne ich alleine, ahbe meine Ruhe. Der 'andere' ist längst noch nicht so weit und versucht auch weiterhin in mein Leben zu dringen. Aber nun hat er keine Chance mehr. Ich fühle mich wie in einem sicheren Käfig, wo das Monster keinen Zugang mehr hat. Ich fühlemich erleichtert. alles ist nun in seinen Händen. auch er hat die Wahlmöglichkeiten, ob er sich länger vom teufel reiten läßt oder wieder er selbst wird. |
|
| Nach oben |
|
| Paddy hat zum Thema: Re: Die Liebe, die uns zusammenhält ! ? geschrieben
|
|
 |
desperateS neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.03.2009 Beiträge: 403
|
Verfasst am: 09.10.2010, 22:08 Titel: Re: Die Liebe, die uns zusammenhält ! ? |
|
|
Liebe Paddy!
| Paddy hat Folgendes geschrieben: | | Er ist doch garnicht mehr da. |
Genau dieser Satz ist es, den ich mich täglich denken höre.
Er ist nicht mehr da.
Aber meine Co-Stimme sagt dann natürlich wieder: Doch, doch! Er ist noch da. Er ist nur sowas wie "besessen". Der Alkohol macht das aus ihm. Wenn er ein paar Wochen nüchtern bleiben würde, wäre er wieder da.
Und das Schlimme ist: Ich glaube das auch. Ich weiß, wie er in seinen "Trinkpausen" ist.
Da ist er liebevoll, rücksichtsvoll, zärtlich, interessiert...
Das Problem ist aber: ER fühlt sich damit unwohl! Ihm fehlt dann etwas.
Wenn also meine Co-Stimme sowas sagt, setze ich ihr entgegen, dass er sich aber nun mal dazu entschieden hat, der andere zu sein.
Und das ist ja auch so. Er könnte jederzeit aufhören zu trinken (Hilfe vorrausgesetzt). Er tut es aber nicht. Er will keine Hilfe. Ihm geht es (noch) gut, so wie er JETZT ist.
Sein JETZT und mein JETZT passen aber nicht mehr zusammen.
Natürlich habe auch ich mich verändert. Alles andere wäre ja auch traurig.
Und wenn ein Paar sich trennt, heißt es oft: Wir haben uns auseinandergelebt.
Und genau das ist bei mir und meinem XY passiert, nur eben auf eine Art und Weise, die wohl ohne Alkohol nicht passiert wäre.
| Zitat: | | wenn ein Mensch stirbt, den man liebt, dann empfindet man die Liebe ja auch weiter. Und irgendwie fühlt es sich für mich ähnlich an. |
Für mich auch. 100%ig. Aber mit dem Tod könnte man sich irgendwie abfinden. Er ist nun mal da, und jeder stirbt irgendwann.
Bei meinem XY ist es aber so, als hätte er sich selbst umgebracht (und das trifft ja auch genau genommen zu, ein Selbstmord auf Raten), ohne dabei tot zu sein.
Er beendet sein Leben, und ich glaube, das ist es, was es so schwierig macht, damit umzugehen.
| Zitat: | | Und so wie jemand dem Alkohol verfallen kann, so kann er irgendwann auch wieder vor meienr tür stehen und sagen : Ich bin zurück von meienr Reise. ] |
Das unterscheidet uns beide von einander. Ich glaube nicht, dass er jemals aufhören wird.
Wenn ich seinen Lebenslauf bis hierhin mal überdenke, dann ist es fast so, als wäre der Alkoholtod vorprogrammiert.
Aber man soll ja niemals nie sagen.
Trotzdem: Auch das ist einer der Gründe, warum mir die Trennung so schwerfällt. Weil ich dann zugeben muss, dass er sich ins Grab säuft, obwohl er ein so toller Mensch war, und ich nicht das Geringste dagegen tun kann. |
|
| Nach oben |
|
| desperateS hat zum Thema: Re: Die Liebe, die uns zusammenhält ! ? geschrieben
|
|
 |