| Eigene Wege enstehen durch dich selbst.... • Zeppeline - Schlingerkurs, aber trocken |
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lafortunata neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.06.2010 Beiträge: 12 Alter: 49 Wohnort: Österreich
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Verfasst am: 21.06.2010, 12:31 Titel: Das Glück, einen Anfang gefunden zu haben |
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Nach meiner Freischaltung möchte ich mich hier mal vorstellen und freue mich auf einen konstruktiven Gedankenaustausch. Also habe ich mal den Text von meiner Vorstellung hier hinein kopiert.
Mit einer glücklichen Kindheit, normaler Jugend mit den üblichen pubertären Scharmützeln stamme ich aus einem gutbürgerlichen Elternhaus. Höhere berufsbildende Schule und dann Studium in einer anderen Stadt in der ich heute noch lebe. Ach ja, ein wenig wild und freiheitsliebend war ich immer schon und wollte meinem Sternzeichen Stier entsprechend meistens mit dem Kopf durch die Wand Winken
Soweit so unspektakulär.
Aufgewachsen in einem Gebiet, dass für seinen Weinanbau sehr bekannt ist. Spielt das eine Rolle? Vielleicht. Ich weiß es nicht.
Fakt ist, dass bei uns zu Hause immer sehr guter Wein getrunken wurde und auch noch wird. Bei meinen Eltern steht täglich zum Essen eine Flasche Wein auf dem Tisch. Damit möchte ich nur die Selbstverständlichkeit illustrieren, mit der bei uns zu Hause mit Alkohol umgegangen wird.
Im Gegensatz zu mir können meine Eltern die angebrochene Flasche wieder zustoppeln.
Wo fängt der Anfang an? Wann habe ich die Kontrolle über mein Trinkverhalten verloren? Zum Feiern und trinken war ich immer schon zu haben, und habe selten ein Glas abgelehnt.
Mit der Trennung vom meinem Lebensgefährten und gleichzeitiger Trennung von meiner Geschäftspartnerin vor sieben Jahren rutschte mir auf ein Mal der Boden unter den Füßen weg. Stand mit der gemeinsamen Tochter (damals 5 Jahre) ohne Job alleine da.
Da habe ich angefangen, mir immer wieder Mal am Abend eine Flasche Wein aufzumachen, wenn ich vor lauter Grübeln wieder nicht schlafen konnte. Der Weinkeller war ja wohlgefüllt mit besten Weinen.
Und irgendwann ca. ein Jahr später hatte ich es nicht mehr im Griff, ich musste meine tägliche Flasche besorgen. Und irgendwann wurden es täglich zwei, am Wochenende wenn Miss S. beim Papi war manchmal auch drei.
Mühsam brachte ich meinen Büro- und sonstigen Alltag hinter mich, spätestens ab 18 Uhr stürzte ich zitternd das Erste Glas hinunter. Bei Einladungen, trank ich meistens schon vorher etwas, wenn das Zittern wieder besonders stark war und ich dort nicht als Trinker auffallen wollte.
Es war nicht so, dass ich mich zur Besinnungslosigkeit betrunken habe, nur konnte ich unter einem gewissen Pegel nicht funktionieren.
Innere Alarmglocken habe ich erfolgreich verdrängt bis ich mir vor ca. einem Jahr eingestehen musste, dass ich süchtig bin, eine Alkoholikerin die bis zu einem Level trinken muss um nach außen hin ganz normal zu scheinen. Informierte mich im Internet und las nächtelang alles nach. Mindestens einmal pro Woche nahm ich mir vor, diese Flasche noch und dann nichts mehr. Mehr als zwei Tage hielt ich das nie durch.
Der absolute Tiefpunkt war vor 4 Wochen, als ich zum zweiten Mal den Führerschein abgeben musste. 0,9 Promille und 10 Monate kein Auto. Am nächsten Tag rief ich meine Ärztin an und machte einen Termin und auf ihre Empfehlung auch gleich einen Termin bei einem auf Alkoholsucht spezialisierten Psychologen und kaufte mir ein Fahrrad.
Am meisten schäme ich mich vor meiner Tochter.
Zwangläufig musste ich ihr erklären, dass ich jetzt leider 10 Monate kein Taxi mehr sein kann.
Mit Unterstützung von einem Medikament, dass die Alkoholgier senkt habe ich seit genau 15 Tagen nichts mehr getrunken.
Ich bin mir bewusst, dass das keine Dauerlösung ist und die Verantwortung bei mir selbst liegt. Das und meine derzeitige Zurückgezogenheit gibt mir die Möglichkeit ohne Suchtdruckquälerei in Ruhe meine Verhaltensmuster zu analysieren und Gegenstrategien zu entwickeln.
Die letzten zwei Tage habe ich mich in meiner Wohnung eingeigelt und sehr viel Zeit damit verbracht, viele der Berichte hier in diesem Forum zu lesen. Das hilft mir sehr und gibt mir Mut. Ich fühle mich erleichtert, endlich mit jemandem darüber gesprochen zu haben - ES endlich ausgesprochen zu haben.
Theresa |
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Zukunft neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 07.02.2010 Beiträge: 58 Alter: 56 Wohnort: NRW-Trocken seit 10.01.2010
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Verfasst am: 21.06.2010, 17:36 Titel: Re: Das Glück, einen Anfang gefunden zu haben |
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Hallo Theresa,herzlich willkommen.Schön, dass du dich für diesen Weg entschieden hast.
Deine kleine Tochter wird es dir danken wenn du jetzt vermehrt mit ihr Fahrrad fährst und sie merkt,Mama ist jetzt wieder besser drauf.Ich gehöre momentan auch zu den Radfahrern,lässt sich gut aushalten.
Wünsche dir viel Kraft für die nächsten 24H.
Gruß Michael |
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lafortunata neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.06.2010 Beiträge: 12 Alter: 49 Wohnort: Österreich
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Verfasst am: 21.06.2010, 23:01 Titel: Re: Das Glück, einen Anfang gefunden zu haben |
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Hallo Michael,
lieben Dank für die Wünsche, Miss S. (13.5) meinte tatsächlich vor ein paar Tagen beim Abendessen zu mir, dass sie es schön findet, dass wir uns in letzter Zeit so gut verstehen, und das wo sie doch gerade sehr kratzbürstig pubertiert ...
Vermutlich hat es das mit dem FS noch gebraucht, damit ich endlich einen Strich ziehe und etwas ändere. Das weiß sie zwar, doch dass ich als Alkoholikerin in Behandlung bin nicht.
In der Tat macht mir das erzwungene Radfahren wirklich Spaß, gut 12 km zum Büro macht immerhin 24 km pro Tag - ihr werdet sehen in 10 Monaten bin ich wieder fit wie ein Turnschuh - jedenfalls habe ich mir das ganz fest vorgenommen.
Ich stelle auch fest, dass ich durch die PSmäßige Entschleunigung die Umgebung, durch die ich fahre, ganz anders wahrnehme und Dinge sehe, die ich vorher gar nicht bemerkt habe.
Letztes WE habe ich eine "todo"Liste angefangen, die täglich länger wird und sogar schon ein paar abgehakte Posten hat.
Meine Küche habe ich neu ausgemalt, die Arbeitsplattenrückwand mit einer Hochglanzplatte in einem tiefen pink geschmückt (der Tischler hat´s montiert;-)) umorganisiert, Altlasten entsorgt mein Arbeitszimmer umgestellt und geputzt.
Dieses und die Küche sind meine primären Aufenthaltsräume, in denen ich auch am meisten getrunken habe, deshalb war es mir ein Bedürfnis diese Umgebung neu zu gestalten - sozusagen als Zeichen für einen Neubeginn.
Vor meiner sozialen Umgebung habe ich mich derzeit in mein Schneckenhaus zurückgezogen, um nicht ein Mal ansatzweise in Versuchung zu geraten.
Mit nachdenken und aufarbeiten der letzten Jahre bin ich im Moment ausgelastet.
LG, Theresa |
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Zukunft neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 07.02.2010 Beiträge: 58 Alter: 56 Wohnort: NRW-Trocken seit 10.01.2010
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Verfasst am: 22.06.2010, 09:09 Titel: Re: Das Glück, einen Anfang gefunden zu haben |
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Hallo Theresa,die Umgestaltung deiner Räume ist somit auch visuell für dich ein Neubeginn.
Vor Antritt meiner LZT im letzten Sommer habe ich meinen Kindern endlich gesagt wie es um mich bestellt ist.Ich wollte nicht mehr rumlügen,das hat mich immer sehr belastet.Ha,sie wussten es eh schon.Kinder haben da feine Antennen,die spüren dass da etwas nicht stimmt.Heute bin ich froh,diesen Schritt getan zu haben.Ihr Vertrauen zu mir ist endlich wiederhergestellt.Besonders meine kleine Tochter(13) hatte lange daran zu knacken.
Sie schläft jetzt wieder jedes WE bei mir und ich merke,dass es jetzt anders ist als früher.
Ich denke,du verstehst was ich mit diesen Worten sagen wollte.
Trockene 24h wünscht dir Michael. |
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FrankyFresh Gast
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Verfasst am: 22.06.2010, 10:18 Titel: Re: Das Glück, einen Anfang gefunden zu haben |
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Guten Morgen Theresa,
herzlich willkommen bei uns im Forum. H i e r bist du richtig
Wie ich gelesen habe, bist du bald 3 Wochen ohne Alkohol.
DAS ist ein guter Anfang; du schaffst das! Bestimmt!!!
wenn du reden bzw. schreiben willst, hier ist immer jemand für Dich da du wirst merken, wie gut es tut, sich mitzuteilen, Rückmeldungen zu bekommen, Unterstützung zu erfahren
Bleib bei uns und mit deinem aktiven Zutun, wirst du trocken werden und vielleicht wird dann nicht gleich alles gut, sicher ist allerdings: es wird besser:-)
Ich freue mich schon auf weitere Berichte von dir!
Liebe Grüsse
Frank |
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| FrankyFresh hat zum Thema: Re: Das Glück, einen Anfang gefunden zu haben geschrieben
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drybabe sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 06.04.2010 Beiträge: 2599 Alter: 39 Wohnort: Hamburg trocken seit 18.08.2009
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Verfasst am: 22.06.2010, 18:29 Titel: Re: Das Glück, einen Anfang gefunden zu haben |
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Hallo Theresa!
Von mir auch ein Herzliches Willkommen hier!
Klasse, der Anfang bei Dir ist gemacht. Stück für Stück wirst Du sehen, dass es besser geht ohne Alkohol. Hier kannst Du Dich immer austauschen und viele nützliche und hilfreiche Tipps für Dich mitnehmen.
Alles Gute!
Michi |
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| drybabe hat zum Thema: Re: Das Glück, einen Anfang gefunden zu haben geschrieben
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Charlie sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.03.2010 Beiträge: 7500 Alter: 41 Wohnort: seit 4.1.10 trocken
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Verfasst am: 22.06.2010, 20:03 Titel: Re: Das Glück, einen Anfang gefunden zu haben |
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Hallo Theresa,
auch von mir nochmal ein herzliches Willkommen, schln, Dich hier zu lesen.
Du hast das richtig gut gemacht mit dem Umgestalten der Räume, das ist der Anfang der Veränderung.
Ich habe mir am Anfang von der AWO noch eine Suchtberaterin zur Rate gezogen, da die ambulante Therapie, die jetzt bald anfängt, erst beantragt werden musste. Vielleicht gibt es sowas bei Euch ja auch noch???
Wichtig ist, alles durchdacht und in Ruhe anzugehen, nichts überstürzen, jetzt nicht zu viel von Dir zu wollen und auf DIch zu achten.
Ich wünsche Dir erstmal alles Gute
LG
Charlie |
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| Charlie hat zum Thema: Re: Das Glück, einen Anfang gefunden zu haben geschrieben
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lafortunata neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.06.2010 Beiträge: 12 Alter: 49 Wohnort: Österreich
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Verfasst am: 22.06.2010, 23:05 Titel: Re: Das Glück, einen Anfang gefunden zu haben |
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Hallo an alle,
lieben Dank für eure Rückmeldungen. Da geht’s mir gleich doppelt besser
Gestern Nacht noch habe ich mal Kassasturz gemacht und mir ausgerechnet wie viel Geld ich durchschnittlich pro Monat versoffen habe - und flog fast vom Stuhl.... Genussmensch, der ich bin war der Wein im Tetrapack nicht gut genug, es musste schon ein guter sein.
Daraufhin ging ich heute zur Kosmetikerin und gönnte mir ein "Rundumerneuerungsprogramm" dass ich mir ja jetzt leisten kann und nicht einmal die Hälfte gekostet hat.
@Michael
Dass ich das meiner Tochter sage, schaff ich (noch?) nicht, reicht erst mal die Hiobsbotschaft mit dem Führerschein. Ich glaube nicht, dass ihr das Ausmaß meines Alkoholkonsums bewusst war - wenn ihr auch mal aufgefallen ist, dass ich immer einen offenen Wein zu Hause hatte. Da ich aber nie sturzbetrunken vor ihr gelallt oder getorkelt bin, wirkte ich auf sie ja völlig normal, wenn auch oft leicht reizbar.
Ob ihr aufgefallen ist, dass es jetzt anders ist und keine Weinflaschen mehr im Kühlschrank stehen weiß ich nicht, gesagt hat sie nichts.
In jedem Fall ist unsere Beziehung jetzt wesentlich harmonischer.
@Frank
Danke, aber zu den drei Wochen ist es noch ein bisschen hin, heute habe ich zumindest schon Lage 17 ! Es geht mir täglich besser und finde schön langsam auch meinen Humor wieder So schnell werdet ihr mich hier nicht los, darüber mit euch zu schreiben hilft mir sehr.
@Michi
das, merk ich jetzt schon um wie viel besser es ist. Endlich mal wieder mit klarem Kopf denken und handeln, ohne Angst, ohne Händezittern und sonstigem.
Nicht nur das Radfahren, auch die reduzierte Kalorienzufuhr tut meiner Figur gut und ich kann mich endlich wieder im Spiegel halbwegs zufrieden anschauen.
@Charlie
Bitte was ist AWO? Derzeit bin ich einmal die Woche bei meiner Ärztin, die macht außer Suchtberatung auch Akkupunktur und traditionelle chinesische Medizin.
Wir reden viel (sie ist auch eine liebe Bekannte von mir) und nach jeder "Nadelung" fühle ich mich wie auf Wolken. Auch das hat Suchtpotential Wenn ich da so liege mit den Nadeln falle ich in eine fast tranceähnliche Ruhe und ein Film nach dem anderen der letzten Jahre läuft ab.
Zusätzlich bin ich auch bei einem auf Alkoholsucht spezialisiertem Psychologen, bei dem ich am 1. Juli den zweiten Termin habe.
Und das mit den kleinen Schritten und nicht zu schnell vorwärts zu preschen und nicht zu viel auf einmal zu wollen muss ich erst verinnerlichen, da das so gar nicht in meinem Naturell liegt.
Böse Zungen behaupten, ich schaff´s sogar mit dem Fahrrad vom Radar geblitzt zu werden
LG Theresa |
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| lafortunata hat zum Thema: Re: Das Glück, einen Anfang gefunden zu haben geschrieben
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