| ein einziger Albtraum und aufwachen geht nicht • Der steinerne Weg zum eigenen Leben |
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Johanna-Josefine neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.06.2010 Beiträge: 10
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Verfasst am: 12.06.2010, 15:30 Titel: Rückfällig nach 30 Jahren |
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Vielen Dank fürs schnelle Freischalten!
Ich habe ja schon im Vorstellungsthread etwas über mich geschrieben. Meine Eltern waren/sind Alkoholiker, meine Mutter bereits verstorben, mein Vater war bis zum letzten Jahr 30 Jahre trocken (und sehr stolz darauf).
Mein Vater lebt allein, mehrere hundert Kilometer von mir entfernt. Er schien bis vor kurzem noch relativ fit, hat noch nebenbei ein paar kleine Arbeiten gemacht, sich zur schmalen Rente etwas dazu verdient und fährt auch noch Auto - was notwendig ist, da der Ort winzig ist, die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel mehr als schlecht.
Da meine Eltern sich relativ früh scheiden ließen, war der Kontakt zu meinem Vater nicht so eng. Meine Mutter impfte mir schon früh ein, dass er an allem schuld sei. Erst als ich älter wurde, war klar, dass das nicht stimmte. Über die Geschichte meiner Mutter werde ich sicher auch noch etwas schreiben, akut beschäftigt mich jetzt mein Vater.
Vor etwa einem Jahr fing mein Vater häufiger an, bei mir anzurufen - normalerweise telefonieren wir ca. einmal die Woche. Er beklagte sich über Bankangestellte, die ihn unverschämt behandeln und über ihn lachen, weil er alt sei. Ich habe das damals nicht so ernst genommen und meinte, er solle sich wehren, wenn er unkorrekt behandelt würde und ganz sicher würde niemand lachen (letzteres glaube ich auch nicht, mein Vater ist in der Richtung etwas empfindlich). Dann erzählte er beim nächsten Mal, er habe bei einer anderen Bank, die bekannt dafür ist, dass sie auch Leuten mit geringen Sicherheiten Kredit gibt, einen Kredit aufgenommen und ihm dazu eine Lebensversicherung verkauft. Die ist natürlich entsprechend teuer. Da es noch nicht zu spät war, sind wir von dem LV-Vertrag sofort zurückgetreten, das Geld vom Kredit war leider schon zum Teil verbraucht - mein Vater brauchte Heizöl, dazu stand eine teure Autoreparatur an, ein Teil wurde zur Deckung des anderen Kontos benötigt. Um die Finanzen meines Vaters hatte ich mich bis dahin nie gekümmert, die Rente ist nicht hoch, aber da er mietfrei wohnt, kann man gut damit auskommen, ohne wirklich zu knappsen. Die Rate für den Kredit konnte er nach meiner Berechnung auch noch ganz gut tragen.
Ich merke gerade, dass ich viel zu ausufernd schreibe und versuche, die Geschichte abzukürzen. Wieder ein paar Tage später rief seine Schwester bei mir an, um mir zu sagen, dass er im Krankenhaus liege. Sie sei bei ihm im Haus gewesen und habe sofort den Notarzt gerufen. Das Haus sei total "versifft", überall stolpere man über Katzen und deren Klos (er hatte in den letzten Jahren immer mindestens vier, zu diesem Zeitpunkt sogar 10 Katzen), sie habe jede Menge leere Schnapsflaschen gefunden, er habe seit 10 Tagen nichts mehr gegessen und alle Medikamente abgesetzt. Er blieb etwa zwei Wochen in der Klinik, wurde entsprechend aufgepäppelt und medikamentös eingestellt. Da man auch am Herz etwas festgestellt hatte, kam er anschließend in eine andere Klinik wo er noch mal ein paar Wochen blieb. Danach ging es in die Reha. Als er wieder nach Hause kam, war er - laut seinen Nachbarn - ein "ganz anderer Mensch" (im positiven Sinn).
Vor acht Wochen war ich nach längerer Zeit mal wieder bei ihm, wenn auch nur kurz. Das Haus wirkte unordentlich und unsauber, aber er arbeitete in seiner eigenen Werkstatt für einen Verwandten und meinte nur, putzen wäre zwar nicht zeitaufwändig, aber er habe manchmal einfach keine Lust (das kann ich gut nachvollziehen...). Er wirkte selbst ganz fit. Ein paar Bierflaschen standen herum, die seien aber von irgendeinem Besuch übrig geblieben (was ich damals auch glaubte).
Während meines Besuches bei ihm (ein paar Stunden) klingelte etwa 10mal das Telefon, zweimal ging ich dran, es waren irgendwelche Gewinnspielabzocker, ich verbat mir die Anrufe, ließ niemanden zu Wort kommen und empfahl meinem Vater das gleiche. Er erzählte von bis zu 30 Anrufen pro Tag, unzähliger Werbepost und Mahnungen. Wie groß das Ausmaß wirklich ist, war mir damals auch nicht klar - offenbar ist er auf einige dieser Abzocker böse hereingefallen und die drohen jetzt mit Inkasso. Sein Konto war nicht mehr gedeckt, die Abbuchungen wurden nicht eingelöst. Nach langem Zureden hat er eine Sache einer Anwältin übergeben. Vor zwei Wochen habe ich ihm Geld für die Kfz-Steuer überwiesen, weil das Konto wieder nicht gedeckt war.
Am Mittwoch abend rief ich bei ihm an, weil ich ein blödes Gefühl hatte. Er konnte kaum noch reden (wirkte aber nicht betrunken, nur sehr schwach), meinte, es ginge ihm sehr schlecht, er habe seit 14 Tagen nichts mehr gegessen, alles sei so schlecht, er könne nichts mehr machen usw. Ich forderte ihn auf, den Arzt zu rufen, er meinte, er werde gleich den Notarzt anrufen, ich solle das nicht tun, er brauche Ruhe, er werde sich irgendwann melden. Ich habe daraufhin seine Nachbarn mobilisiert und in meiner Panik natürlich doch einen Arzt angerufen. Als der kam, war mein Vater dank der Nachbarn jedoch schon im Krankenhaus. Mit der einen Nachbarin habe ich länger gesprochen, sie meinte, er gäbe sein ganzes Geld für Gewinnspiele im Ausland aus, hoffe auf das große Geld (was natürlich nicht kommt). Und wenn dann die Mahnungen auf ihn einprasseln, greift er zum Alkohol. Das hat mir die Krankenhausärztin auch bestätigt. Mitte der Woche soll er entlassen werden. Die Sozialstation des Krankenhauses hat mir versprochen, ggf. etwas für ihn zu arrangieren, damit er ißt und seine Medikamente nimmt. Ich fürchte nur, dass auf ihn wieder Mahnungen warten und der nächste Ausraster nicht lange auf sich warten läßt.
Ich werde mir sobald wie möglich ein Bild von seiner finanziellen Situation machen, er braucht da dringend Hilfe, allerdings bin ich zur Zeit selbst gehandicapped durch einen Gips, der frühestens in drei Wochen entfernt wird - d.h., ich kann nicht autofahren, was jedoch bei seiner Wohnlage dringend erforderlich wäre, weil ich ggf. auch mit seiner Sparkasse, seinem Arzt usw. reden will. Eine Kollegin von mir, der ich das Dilemma schilderte, meinte, dass er einen Betreuer braucht. Der seine Finanzen ordnet, ihm das Geld einteilt und ggf. auch guckt, ob seine Lebensführung in Ordnung ist. Je länger ich darüber nachdenke, um so zwiegespaltener bin ich. Kann ich ihm das antun?
Ich mache mir große Sorgen, andererseits will ich nicht vorher etwas anleiern, ohne zu wissen, was wirklich los ist. Mein Vater hat sich im letzten Jahr sehr geschämt für seinen Rückfall, obwohl ich ihm keine Vorwürfe gemacht habe (das steht mir wirklich nicht zu), ich weiß, dass ihm die Rückfälle schwer zu schaffen machen. Wäre seine finanzielle Situation entspannter, hätte ich keine Bedenken, dass er bis zu meinem Besuch im nächsten Monat aushält. Aber diese Gewinnspielsituation scheint sehr dramatisch.
Jetzt habe ich viel geschrieben und weiß gar nicht so Recht, was ich mir für Ratschläge erhoffe. Fragen wie:
- wie kann man einem alten, alleinstehenden Mann helfen, nicht mehr rückfällig zu werden, ohne vor Ort zu sein?
- Kann man überhaupt etwas tun, wenn er sich weigert, Hilfe anzunehmen?
- Kann eine Tochter ihrem Vater einen gesetzlichen Betreuer antun? Ich werde das Thema wohl irgendwie ansprechen müssen, habe aber Angst davor ...
Seine Schwester, meine Tante, wohnt auch etwas über eine Autostunde entfernt, ist auch schon über 70 und führt ein eigenes Leben, von ihr kann man auch nicht unbedingt Hilfe erwarten. Sie hat sich schon im letzten Jahr sehr engagiert und meinte, er könne nicht mehr allein leben. Ich war damals sehr zögerlich, meinte, er würde sich fangen - was ja auch für eine Weile so war. Wie sagt man auch - einen alten Baum verpflanzt man nicht, es sei denn, es geht gar nicht mehr anders.
Mit meinem Vater selbst konnte ich seit seiner Einweisung ins Krankenhaus nicht reden, laut seiner Ärztin wolle er ein wenig Ruhe haben.
Über eigene Erfahrungen von Euch, ggf. auch komplett andere Sichtweisen, Tipps usw. würde ich mich freuen. Es ist komisch - ich habe nie an einen Rückfall von ihm geglaubt, er wirkte immer ungeheuer willensstark in dieser Richtung. Meine Mutter hingegen hatte nie auch nur eine trockene Phase. |
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Waldliebende neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.06.2010 Beiträge: 205 Alter: 52
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Verfasst am: 12.06.2010, 16:23 Titel: Re: Rückfällig nach 30 Jahren |
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Hallo Johanna-Josefine,
ich heisse dich hier herzlich willkommen.
Hier wirst du bestimmt von erfahrenen Menschen Unterstützung
bekommen.
Das was du im Moment mitmachst, nimmt dich sicher sehr mit,
es ist dein Vater.
Aber die Alkoholsucht deines Vaters besteht ja nicht erst seit heute
und ich frage mich wie lange das noch gut geht.
Ich könnte mir vorstellen, dass vom Krankenhaus aus in Kürze
reagiert werden wird, sollte dein Vater da immer wieder in einem
sehr schlechten Zustand eingeliefert werden.
Anhand der Blutergebnisse kann ein Arzt sich schnell ein Bild machen,
es wird bekannt sein, dass dein Vater ein Trinker ist.
Wenn er zudem in einem verwahrlosten Zustand eingeliefert wird,
dazu gehört auch sein schlechter Ernährungszustand, wird er
bald nicht mehr ohne Weiteres nach Hause entlassen werden.
In jedem Krankenhaus gibt es Sozialarbeiter, die ihm sicher auch schon ihre Hilfe angeboten haben. Ich weiß nicht, ob er dir davon erzählt hat, aber wahrscheinlich ist es ihm peinlich und er hat die Ärzte überzeugen können, dass er keine Hilfe braucht und er jemanden hat, der sich kümmert. Wenn ich du wäre, dann würde ich mich im Krankenhaus mit dem zuständigen Sozialarbeiter verbinden lassen,so kannst du es telefonisch evtl. besprechen. Es ist wichtig, dass die Ärzte dort von einer Angehörigen erfahren in welchem Zustand er sich zu Hause befindet.
Denn, wie gesagt, er selber wird da bestimmt nicht ehrlich sein.
Andererseits wird es hier einige Stimmen geben, die meinen, dass dein Vater erst ganz tief sinken muss, bevor er Hilfe annimmt.
Aufgrund seines hohen Alters denke ich aber, dass du das versuchen solltest. Denn ich kann mir vorstellen, sollte ihm was passieren,dass du schlimmstenfalls in ein tiefes Loch fällst und dir ewig Vorwürfe machen wirst, weil du nicht eingegriffen hast.
Diesen Ratschlag gebe ich dir auch, weil ich Krankenschwester bin.
Das heisst natürlich noch lange nicht, dass dein Vater dann ruckzuck vom Alkohol wegkommt, aber in erster Linie geht es jetzt erst mal darum, dass er aus einer lebensbedrohlichen Situation herauskommt, es ist keinem damit geholfen, wenn er plötzlich sozusagen verhungert aufgefunden wird. Dass er eine Woche nichts gegessen hat, mag ich allerdings nicht glauben, das wäre schon tötlich gewesen.
Die weiteren Schritte müssen allerdings von ihm kommen.
Mit den Glücksspielen am Telefon, da kann er doch schnell rauskommen, meines Wissens ist sowas am Telefon doch sowieso verboten.
Er sollte sich einen Anwalt nehmen, wenn er da selbst nicht rauskommt.
Mit der Betreuung finde ich, ist es wohl Zeit. D.h. nicht, dass er entmündigt wird, sowas gibt es heute nicht mehr. Auch das kannst du mit den Sozialarbeitern im KH besprechen. Ich hoffe, dass ich dir ein klein bischen weiterhelfen konnte.
Für dich alles Gute und Gute Besserung für dein Bein, oder war es der
Fuss?
LG |
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| Waldliebende hat zum Thema: Re: Rückfällig nach 30 Jahren geschrieben
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Waldliebende neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.06.2010 Beiträge: 205 Alter: 52
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Verfasst am: 12.06.2010, 16:36 Titel: Re: Rückfällig nach 30 Jahren |
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[quote="Johanna-Josefine"]Das Haus sei total "versifft", überall stolpere man über Katzen und deren Klos (er hatte in den letzten Jahren immer mindestens vier, zu diesem Zeitpunkt sogar 10 Katzen)
----Sorry, ich wollte nur mal fragen wer sich jetzt um die Katzen kümmert?. Die Sozialstation des Krankenhauses hat mir versprochen, ggf. etwas für ihn zu arrangieren, damit er ißt und seine Medikamente nimmt.
------Ich glaube nicht, dass es damit auf Dauer getan ist.
dnung ist. Je länger ich darüber nachdenke, um so zwiegespaltener bin ich. Kann ich ihm das antun?
enn er sich weigert, Hilfe anzunehmen?
- Kann eine Tochter ihrem Vater einen gesetzlichen Betreuer antun? Ich werde das Thema wohl irgendwie ansprechen müssen, habe aber Angst davor ...
------Das entscheidet sowieso das Gericht, einen Antrag kannst du dennoch stellen, das wird von Vorne und Hinten geprüft und du tust es ja nicht, um
an sein Geld zu kommen, sondern um ihm zu helfen.
LG Waldliebende |
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| Waldliebende hat zum Thema: Re: Rückfällig nach 30 Jahren geschrieben
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Johanna-Josefine neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.06.2010 Beiträge: 10
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Verfasst am: 12.06.2010, 19:38 Titel: Re: Rückfällig nach 30 Jahren |
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Hallo und vielen Dank für die Postings!
Mit der Sozialstation des Krankenhauses habe ich gesprochen, man wird sich seiner annehmen, die Probleme habe ich auch geschildert.
Ich habe die Hoffnung, dass er sich fängt, wenn ich mich seiner finanziellen Probleme annehme - denn die waren bisher jedesmal der Auslöser für seine Rückfälle. Doch, das mit dem Essen stimmt wohl.
Das mit dem Telefonterror ist eben nicht so einfach. Bis zu 30 Anrufe am Tag - mit zum Teil sehr aufdringlichen und unhöflichen Menschen, dide nur eines wollen: seine Kontonummer, um abzubuchen. Er kann nicht so schnell zurückbuchen, wie die abbuchen - und oft merkt er es wahrscheinlich nicht. Die Tricks sind fies - das Internet ist voll mit Forenbeiträgen von Betroffenen. Oft ältere Menschen, die sich freuen, wenn da jemand anruft und den großen Gewinn verspricht.
Für die Katzen ist gesorgt - die Nachbarn kümmern sich.
Meine Tante war heute bei ihm, er wäre in einem besseren Zustand als beim letzten Mal, meinte sie. Er wäre ein wenig unzugänglich, lehnte die Freischaltung eines Telefons am Bett rundweg ab - er habe genug vom Telefon.
Es ist schlimm - fast wünsche ich mir, dass man noch etwas bei ihm findet, damit er länger in der Klinik bleibt und versorgt ist, natürlich nichts schlimmes... Am besten solange, bis ich zu ihm fahren kann. Aber das wird wohl nicht klappen.
Ich habe nichts am Fuß oder Bein, aber am linken Arm, ein sogenannter Kahnbeingips (mit Daumeneinschluss). Ich kann nicht greifen und darf deshalb nicht autofahren. Auch das Schreiben ist sehr anstrengend, obwohl ich meist mit links nur umschalte. Zum Glück bin ich auch nur mit rechts schnell auf der Tastatur. Das ganze ist langwierig, ich habe den Gips schon seit fast sieben Wochen. Es ist nicht gesagt, dass er in zwei Wochen ganz abgemacht wird, ich hoffe es aber sehr, dann könnte ich in in der 2. Juliwoche fahren. Ansonsten muss ich mir was anderes einfallen lassen, allzu lange kann ich nicht warten.
Danke für deine Tipps, ich werde berichten, wie es weiter geht. |
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Lillemann neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.05.2010 Beiträge: 56 Wohnort: OWL
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Verfasst am: 13.06.2010, 10:19 Titel: Re: Rückfällig nach 30 Jahren |
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Hallo Johanna-Josefine,
schöne Namen hast Du Dir ausgesucht. Zuerst: Gute Besserung für Dich.
Dann aber zu Deinem Vater. Leider kannst Du von Ferne genauso wenig tun wie ich vom Nachbarhaus. Es ist tragisch aber leider wahr. Ich habe mich auch viel erkundigt welche Wege offen ist und bin unter anderem auf eine "nasse" Gruppe gestossen. Das ist eine Wohngemeinschaft in einem Seniorenhaus die weiterhin trinken dürfen und sollen. Ja, SOLLEN. Es gibt (so habe ich gelernt) Menschen, die nicht aufhören wollen und jeder Entzug gegen ihren Willen kann zum Tode führen. Über diese Gruppe habe ich mich jetzt informiert, denn unsere Mutter wird ab nächste Woche wieder trinken. Sie ist jetzt noch sicher in Pflegeheim untergebracht, aber ab nächste WOche kommt sie nach Hause...
Würde Dein Vater in eine Wohngruppe umziehen?
Ich würde Dir zu einem aussenstehenden Betreuer raten. Bitte schau mal unter Diakonische Werk oder Paritätischer Wohlfahrtsverband. Die haben Berufsbetreuer, denn Dein Vater ist für einen normalen "privaten" Betreuer zu schwierig. Die werden dann auch zur Verbraucherzentrale gehen. So haben wir es auch gemacht. Von dort aus wurden wir toll beraten und haben alle abbuchungen rückgängig gemacht. So konnten wir die Abbuchungen von den Callcentern/Gewinnspielen stoppen. In der Zeit wo sie Krankenhaus war haben wir das Telefon umgestellt. Die Callcenter rufen total nervend an. Zum Schluß habe ich sogar am Telefon behauptet, dass sie verstorben sei. Meine Nerven lagen blank. Dann haben wir im Internet der Bundesnetzagentur gestossen. Da kann man die melden.
mmmhhh....
Viel geschrieben. Hoffentlich hilft es Dir |
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| Lillemann hat zum Thema: Re: Rückfällig nach 30 Jahren geschrieben
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Johanna-Josefine neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.06.2010 Beiträge: 10
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Verfasst am: 13.06.2010, 19:31 Titel: Re: Rückfällig nach 30 Jahren |
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Hallo Lillemann,
mein Vater legt großen Wert auf seine Unabhängigkeit, ich weiß jedoch, dass er sich oft einsam fühlt, insofern ist es schwer zu sagen, ob er in eine Wohngruppe ginge. Eine "nasse" Wohngruppe ist aber wohl eher das Falsche, denn er will nicht "nass" sein. Ich glaube tatsächlich, dass ihm der erneute Rückfall sehr peinlich ist. Meine Tante sagte im übrigen gestern zu mir, dass keine Flaschen im Haus herumgestanden wären, es wäre kein Hinweis auf einen Rückfall zu sehen gewesen. Die Ärztin im Krankenhaus hingegen (und auch die Nachbarn) sprachen aber davon. Möglich, dass diE Nachbarn es weggeräumt haben.
Danke für den Tipp mit dem Diakonischen Werk. Das prüfe ich mal. Wie gesagt, ich muss alles erst einmal checken und mir selbst einen Überblick machen.
Dir alles Gute für deine Mutter, ich hoffe, es klappt mit der Wohngruppe. |
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Lillemann neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.05.2010 Beiträge: 56 Wohnort: OWL
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Verfasst am: 13.06.2010, 21:57 Titel: Re: Rückfällig nach 30 Jahren |
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Hallo Johanna-Josefine,
es ist schön, dass Dein Vater nicht offen zum Alkohol steht. Meine Mutter hat den Alk vor sich stehen, ist stramm bis oben und wankt nur noch --- dann kommt: ich trinke nix und ab morgen wieder weniger. Hab heute Kreislauf. Puh - wie ich diesen Satz verabscheue.
Wie steht denn Deine Nachbarin zu Deinem Vater? Glaubst Du wirklich, dass sie die Flaschen wegräumt und was anderes sagt?
Könnte eine Haushaltshilfe weiterhelfen? Da wären wir wieder bei der Diakonie - da gibt es was unter Haushaltsbetreuung - frag auch mal bei der Krankenkasse nach. Es gibt auch Pflegestufe 0 - (kein Scherz) ich suche das mal raus.
Diakonie bei uns bietet eine Rundumbetreuung. Ich habe ein Gespräch geführt, da ich selber psychiv "auf dem Zahnfleisch ging". Nach einem tollen Einzelgespräch kam die passende Selbsthilfegruppe für mich, dort hat man auch über die Zukunft meiner Mutter gesprochen: Was kann man machen? Wie ist der Ablauf? Betreuung - wie funktioniert es? Frag sonst auch mal beim Amtsgericht nach. Die sind für Betreuung zuständig. Bei unserem Amtsgericht ist ein ganz netter Sachbearbeiter. Frag Dich durch - es helfen alle, wenn man fragt. Ich wurde auch nie doof angeguckt - so unter dem Motto: Wie Deine Mutter trinkt? oder ähnlich - Nein - viel Mitgefühl habe ich bekommen.
Versuch es mal und berichte |
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| Lillemann hat zum Thema: Re: Rückfällig nach 30 Jahren geschrieben
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Johanna-Josefine neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.06.2010 Beiträge: 10
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Verfasst am: 14.06.2010, 20:46 Titel: Re: Rückfällig nach 30 Jahren |
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Danke Lillemann, du hast selbst so große Sorgen! Meine Mutter hat auch getrunken, wesentlich mehr als mein Vater, und im Gegensatz zu ihm war sie nie wirklich trocken.
Zu meinem Vater: ja, es ist durchaus möglich, dass sie die Flaschen weggeräumt hat, vielleicht hat er sie darum gebeten, damit meine Tante es nicht sieht. Wie gesagt, es ist ihm sehr peinlich. Es hat ihm viel bedeutet, 30 Jahre trocken zu sein, er hat sogar mal eine Weile lang andere Alkoholkranke telefonisch betreut.
Haushaltshilfe wäre sicher nicht schlecht - andererseits: er war bis vor kurzem körperlich noch fit, er verdiente sich oft was nebenbei im handwerklichen Bereich und machte das auch sehr gern, aber mit Mitte 70 geht es eben nicht mehr so schnell, das frustriert - und wie er selbst sagt, "hat man dann zu nichts mehr Lust". Da er jetzt aber schon das zweite Mal einen Zusammenbruch hatte, Nahrung und Medikamente verweigerte, halte ich es für dringend erforderlich, dass jemand regelmäßig nach ihm schaut, der auch weiß, was Sache ist.
Ich hoffe sehr, dass ich in der ersten Juli-Woche zu ihm fahren kann. |
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