| Endlich frei ? • Lebenserwartung Leberzirrhose? |
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bluevelvet neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 23.07.2008 Beiträge: 99 Alter: 48
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Verfasst am: 06.06.2010, 10:43 Titel: ... ich drehe noch durch |
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Hallo an Alle
ich bin z. Z. mächtig verzweifelt, lese in den letzten Tagen hier im Forum. Es hilft mir, nimmt mir aber nicht die Angst und innere Unruhe. Ich komme einfach nicht zum abschalten. Am 17. Mai habe ich ihn verlassen, habe den Schritt gewagt mich aus dem Gefängnis zu befreien und fühle mich trotzdem gefangen. Fast noch schlimmer als vorher. Ich hatte geschrieben, dass er unseren gemeinsamen Urlaub alleine angetreten hat. Seine Rückkehr muss in getroffen haben wie ein Hammer, erst da wurde ihm bewusst, dass ich tatsächlich wahr gemacht habe, was ich seit Monaten angedroht habe, ihn zu verlassen.
Wir haben uns Pfingstmontag getroffen, er kam in Begleitung seine besten Freundes, dem Alkohol. Seit dem geht es bergab. Seine Arbeit konnte er nach dem Urlaub nicht antreten, sein Arzt hat ihm ein Attest ausgestellt, dass er mit sofortiger Wirkung seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. (er würde hier nur sich und andere in Gefahr bringen). Als er das Attest in den Händen hatte, hat er es richtig krachen lassen. Das er sich jetzt um seine finanziellen Angelegenheiten kümmern muss, weiß er. Verlässt sich hier aber wiedermal auf mich. Ich fühle mich in der Pflicht, zumindest bis er Arbeitslosengeld etc. beantragt hat. Hört das denn nie auf. Er hockt nur da, jammert, weint um das was er alles verloren hat, beschimpft sich als Idioten, etc. Wie oft habe ich das schon erlebt. Irgendwann habe ich aufgehört zu zählen. Und trotzdem komme ich aus dem Bedürfniss des sich "kümmern" müssen nicht heraus. Er ist ein stiller Trinker, kein Kolleriker. Ich glaube das ist es. was mein Mitleid am Leben hält. Ich möchte nicht das er total vor die Hunde geht und auch noch die Wohnung verliert und noch schlimmeres passiert. Er macht auf mich den Eindruck, dass er alleine nicht lebensfähig ist, unbeholfen in jeder Hinsicht, nicht in der Lage sein Leben zu meistern. Ich habe immer wieder das Bedürfniss nach ihm sehen zu müssen, dann fahre ich vorbei um mich davon zu überzeugen, dass er noch lebt. So blöd wie das klingt, oder ich rufe an, oft nimmt er den Hörer gar nicht ab, was meine Unruhe nur noch mehr anpeitscht. Was soll ich bloß tun, wie soll ich mich in dieser Situation verhalten, wo es auch um seine weitere Existenz geht. Ich weiß oft nicht mehr wo ich selbst die Kraft noch hernehmen soll. Das Wochenende reicht nicht mehr um die Kraft für die Arbeitswoche zu tanken. Ich muss zu einer Entscheidung kommen, sonst geh ich auch noch vor die Hunde. Habt ihr vielleicht ein paar Tips, oder Ratschläge für mich. Ich bin so verzweifelt, dass ich schon wieder anfange zu heulen.
bluevelvet |
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| bluevelvet hat zum Thema: ... ich drehe noch durch geschrieben
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Die_Susanne sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.04.2010 Beiträge: 2064 Alter: 48 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 06.06.2010, 11:14 Titel: Re: ... ich drehe noch durch |
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das hört sich vll gemein an,aber was hat die Trennung denn gebracht,wenn du dich weiter so verantwortlich fühlst?
Egal,was du tust oder auch nicht,du kannst seinen Lebensweg letztlich nicht beeinflussen.
Aber deinen.
Mein Ex wohnt seit der Trennung bei einem Freund und kümmert sich um finanzielle Dinge einfach nicht.
So hat er immer schon gelebt.
Wenn er nix mehr zu essen hatte,dann hat er was bei Freunden bekommen.
Lass ihn doch machen,was er will.
Oder eben nichts machen.
Ist doch sein versoffenes Leben.
Kümmer dich um deine Lebensziele,das ist schon schwer genug für uns Co´s.
Liebe Grüße
Susanni |
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| Die_Susanne hat zum Thema: Re: ... ich drehe noch durch geschrieben
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bluevelvet neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 23.07.2008 Beiträge: 99 Alter: 48
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Verfasst am: 06.06.2010, 11:28 Titel: Re: ... ich drehe noch durch |
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Hallo Susanni
Du hast ja recht. Bauch und Kopf laufen bei mir einfach nicht konform. Das Loslassen fällt mir unendlich schwer. Meine Trennung hat mir eine schöne Wohnung gebracht, in der ich mich sicher und geborgen fühle. Keine Wodkaflaschen rumstehen, etc. Keine Alkohlfahne die einen den ganzen Tag oft begleitet. Meine Wohnung ist meine Rückzugsmöglichkeit um den nötigen Abstand zu gewinnen, der mit der Zeit hoffentlich wächst. Ich weiß, dass ich ihm nicht helfen kann, aber er fragt mich oft drei- bis viermal täglich ob ich ihm bei seinen Angelegenheiten helfe. Die hat er auch im nüchternen nicht bewältigt bekommen. Bürokratie war nie sein Ding. Das er versucht mir ein schlechtes Gewissen einzureden etc. weiß ich auch, aber warum liegt mir sein Wohlergehen am Herzen. Wenn er nüchtern ist, ist er ein liebevoller und verständnisvoller Partner gewesen und fünf Jahre kann ich nicht so einfach über Bord werfen, da waren auch viele gute Zeiten, ob sie die Schlechten aufwiegen glaube ich heute jedoch nicht. Diese verfluchte Co-Abhänigkeit.
LG bluevelvet |
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| bluevelvet hat zum Thema: Re: ... ich drehe noch durch geschrieben
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Die_Susanne sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.04.2010 Beiträge: 2064 Alter: 48 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 06.06.2010, 11:57 Titel: Re: ... ich drehe noch durch |
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Hi,
fragt er dich auch,wenn er sich die nächste Flasche an den Kopp setzt?
Er nutzt dich aus,(er ist KRANK!),er kriegt dich immer noch zum Funktionieren.
Ich hab auch sowas für uns geregelt all die Zeit,hab gedacht,ohne das geht er unter.
So ein Quatsch....entweder versucht er,es selber in den Griff zu kriegen oder er säuft lieber.
Wir müssen doch jetzt auch Dinge ohne den mann regeln,oft unter nicht so einfachen Bedingungen.
Aber lieber so als diese ständige Ungewissheit.
Ich hab jetzt ja auch ein schönes neues Zuhause,aber ich muss ganz neu lernen,mich wohlzufühlen,oft fehlt grade dieses negative Gefühl.....was denn wieder passieren wird.
Schon bescheuert,dass man das erst neu füllen muss .
alles andere war reinster Stress .
In einer normalen Beziehung hilft man sich gegenseitig.
Du hattest aber ,so wie ich und andere hier keine normale Beziehung.
Lass nicht zu,dass er dich sooft kontaktiert.
Verbiete dir,ihn anzurufen o.ä.
Auch wenn´s schwer fällt.
Alles Liebe
Susanni |
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| Die_Susanne hat zum Thema: Re: ... ich drehe noch durch geschrieben
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n i c i sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.03.2010 Beiträge: 2287 Alter: 46
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Verfasst am: 06.06.2010, 12:01 Titel: Re: ... ich drehe noch durch |
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| bluevelvet hat Folgendes geschrieben: | | Wenn er nüchtern ist, ist er ein liebevoller und verständnisvoller Partner gewesen und fünf Jahre kann ich nicht so einfach über Bord werfen, da waren auch viele gute Zeiten, ob sie die Schlechten aufwiegen glaube ich heute jedoch nicht. |
Hallo bluevelvet,
die meisten von uns haben eine liebvollen verständnisvoller Partner gehabt.
Ich bin mir meinem 22 Jahre zusammen, kenne uns schon 29 Jahre, sind 15 Jahre verheiratet, haben 2 Kinder, hatte viele Pläne....
Und in den Jahren haben sich viele schöne und gute Zieten angesammelt.
Aber er hat sich entschieden... vor Jahren für den Alk.
Und ich musste mich auch entscheiden, und hab es :
Für mich, und für die Kinder !
Ich schlag das Familienalbum zu, es war schön, aber hier ist es aus.
Es wird eine Fortsetztung geben. Wie die ausssieht ????
Das nächste Album ist erst am entstehen, und wenn dann paar Fotos geknippst sind, werde ich es wissen.
Gib DEINEM Leben doch auch ne Chance.
nici |
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| n i c i hat zum Thema: Re: ... ich drehe noch durch geschrieben
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Antilope neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.06.2010 Beiträge: 217 Alter: 62
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Verfasst am: 06.06.2010, 12:06 Titel: Re: ... ich drehe noch durch |
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Hallo Bluevelvet,
auch das Loslassen braucht seine Zeit. Ich habe diese Zeit auch gebraucht bei meinem Ex.
Aber irgendwann war ich frei, frei in meinem Kopf, meinem Bauch, meinem Herzen und ich wollte nie, nie mehr zurück in dieses alte Leben. |
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| Antilope hat zum Thema: Re: ... ich drehe noch durch geschrieben
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bluevelvet neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 23.07.2008 Beiträge: 99 Alter: 48
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Verfasst am: 06.06.2010, 14:10 Titel: Re: ... ich drehe noch durch |
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vielen Dank für eure lieben Ratschläge und Tips. Jetzt geht es mir schon ein wenig besser. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass man mit seinen Problemen nicht alleine dasteht.
Schwer für mich ist z. Z. das ich wenig Kontakt hier in der neuen Heimat habe. Freunde und Familie leben 650 km entfernt und hier habe ich bisher nur oberflächliche Bekanntschaften geschlosseun, u.a. Arbeitskollegen und bei ihnen will man sein Leben nicht unbedingt komplett offenbaren. Es ist richtig, oft habe ich das Gefühl, dass mein Leben erst wieder neu befüllt werden muss, mit positiven Dingen, die mir und meinen Bedürfnissen entsprechen. Mir fehlt der permanente Stress, die Sorge und Angst die mein Leben ausgefüllt haben. Immer in Bewegung, bloß nicht nachdenken, auf meine innere Stimme wollte ich nie hören und die konnte ich nur durch noch mehr "kümmern" verdrängen. Ich hoffe das ich auch an den Punkt komme, dass ich das Album aufschlage und das Herz nicht mehr so schwer ist, weil mein Leben ausgefüllt ist mit positiven Dingen. Ich warte voll Bangen auf seinen Anruf. Ist er auf Entzug weil er morgen seinen Termin bei der Agentur wahrnehmen muss, oder hat er es nicht geschafft und ist gerstern noch zur Tankstelle. Keine Ahnung. Sollte er es nicht schaffen, werde ich ihm anraten morgen den Arzt aufzusuchen und sich einweisen zu lassen zur Entgiftung, mehr fällt mir nicht ein. Kann ich das wenigstens machen, oder ist das auch wieder verkehrt, wieder zuviel wenn ich ihm sage was er machen könnte, oder auch nicht. |
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| bluevelvet hat zum Thema: Re: ... ich drehe noch durch geschrieben
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Doro sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.01.2009 Beiträge: 2525 Alter: 41 Wohnort: Niedersachsen
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Verfasst am: 06.06.2010, 15:43 Titel: Re: ... ich drehe noch durch |
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Hallo bluevelvet,
meine Ratschläge wären.
(Und das heißt nicht, dass ich es so gemacht habe, ich habe auch noch ne Weile rumgeeiert und tue es manchmal immer noch. Aber ich weiß zumindest vom Kopf her inzwischen, war richtig ist. Aus bitterer Erfahrung.)
1.) Du kannst ja eine bestimmte Geldsumme bereitstellen für den Übergang. Einmalig.
Und dann muss er selbst aktiv werden oder er tuts nicht.
Du kannst das nicht immer weiter schultern, er würde das ewig ausnutzen.
2.) Seine Sorge darum, ob er noch lebt, kannst du leider nicht auf die Dauer weiter ausleben. Auch das ist ein Faß ohne Boden.
Mein lieber Mann ist mittlerweile gesundheitlihc total am Boden und ich dachte schon hundertmal: Jetzt ist er sicher tot.
Aber das kann ewig gehen.
Also: Lass es!
3.) Du kannst, wenn du möchtest, den sozialpsychiatrischen Dienst über deine Sorge informieren. Vielleicht fahren die mal vorbei. Wenn er dann allerdings nicht mitmacht, fahren die auch wieder weg.
4.) Mehr kannst du nicht tun für ihn. Mehr solltest du nicht mehr tun.
5.) Überlege sehr genau, wie viel Kontakt du noch zulassen möchste. Bei mir ist es so: Sobald ich nichts mehr von ihm höre, interessiert sein Leben mich auch nur noch am Rande. Ist wirklich so.
Sobald ich wieder auf einen Anruf von ihm eingehe, bin ich sofort wieder in alten Denkmustern drin.
6.) Selbst wenn er Betreuung braucht. Du bist nicht zuständig!
Alles schlau gesagt, weil es stimmt. Aber ich selbst hab es lange Zeit auch nie so umgesetzt und bin jetzt noch manchmal inkonsequent.
Trotzdem: Es ist so.
Ich habe beobachten dürfen, wie mein Mann immer weiter und immer weiter abstürzt und nicht mal Krankenhausaufenthalte mit Entzug ihn vom Trinken auf Dauer abhalten.
Alles, was ich für ihn tun wollte, war letztlich vergebene LIebesmüh.
Kümmer dich um dein Leben.
Liebe Grüße
Doro |
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| Doro hat zum Thema: Re: ... ich drehe noch durch geschrieben
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