| Mir wird Alkohol angeboten, was sage ich? • Fliegen lernen |
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Rollo36 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 06.03.2008 Beiträge: 55 Alter: 40 Wohnort: Allersberg - trocken seit März '08
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Verfasst am: 29.05.2010, 20:39 Titel: Der arrogante Abstinenzler – oder Erziehung auf Fränkisch |
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Es ist mir durchaus klar, daß der Umgang mit einem trockenen Alkoholiker oder genauer gesagt Polytoxem wie mir nicht immer einfach ist. Schon gar nicht unter Kollegen auf dem Bau. Ich habe nämlich die dumme Angewohnheit nicht immer alles runter zu schlucken und hin und wieder meine Meinung zu sagen. Auch sondere ich mich gerne ab und gehe nicht mit den Anderen in die Kneipe. Oder ich lese lieber sach- und Fachbücher rund um das Thema Sucht und Psyche als mich über die Bundesliga zu unterhalten. Ja hin und wieder - gut vielleicht auch ein wenig zu häufig, rede ich über meine nasse Vergangenheit oder über den Rückfall auf THC in Amsterdam. Und womöglich weise ich auch zuweilen darauf hin wie gut ich mich fühle seitdem ich nichtmehr rauche.
Ja. Wahrscheinlich bin ich jetzt auch einer von diesen "besonders Schlimmen" wie wir früher immer gesagt haben.
Es gibt ja auch nix nervtötenderes als einen Exkonsumenten. Ein Nichtraucher raucht halt nicht. Wer noch nie Alkohol getrunken hat, der hat eben noch nie Alkohol getrunken. Aber sobald so ein verdammter EX-Alki mit im Raum ist, versaut der doch glatt das ganze Klima. Der muß noch nicht mal etwas sagen. Alleine wie der schon guckt! Das versaut einem die ganze Freude am Feierabendbier. Ständig hat man das Gefühl der zählt mit. Oder wie der demonstrativ das Fenster öffnet sobald mal einer in der Mittagspause ne Kippe anmacht.
Der soll sich nicht so haben. Der hat doch früher genauso geraucht und gesoffen.
Und binnen ein paar Tagen ist das Betriebsklima aber so was von am Ar..., daß die Herren Kollegen zu dem Schluß kommen: "So kann das nicht weitergehen! Dem zeigen wir jetzt mal wo die Harke hängt".
Und so geschah es dann, daß ich vor 2 Tagen etwas später zur Mittagspause kam weil ich noch etwas besorgen mußte. Die Kollegen saßen beim Kaffee und in der Kanne war noch etwa eine Tasse drin.
Ich bediente mich also auch und nahm arglos den ersten Schluck.
Dann stellte ich die Tasse ab und bemerkte: "Sagt mal, das Zeug schmeckt aber seltsam." (Allgemeines Feixen) " Ganz als hätte da einer Bier reingekippt..." (Allgemein gehässiges Schweigen)
Zugegeben hat’s natürlich keiner.
Als ich dann allerdings den einen Kollegen später fragte, wer denn da den lustigen Einfall mit dem aromatisierten Kaffee gehabt habe, bekam ich eine Menge seltsamer Dinge zu hören.
Er habe mir schon einmal gesagt, daß er so etwas niemals machen würde. Und der edit - Realnamen entfernt - edit auch nicht. Für den würde er die Hand ins Feuer legen. Den edit - Realnamen entfernt - edit kenne er nicht so gut aber er wolle dem natürlich auch nichts unterstellen. Und außerdem hätte ja eine Flasche offen sein müssen wenn da was gewesen wäre.
Fällt Euch was auf? Nichts davon hatte ich wissen wollen... Ich fragte ja nur nach dem mit der Idee.
Und jetzt dachte ich mal so im Allgemeinen über Alkoholikerlogik nach. Ich war ja selbst einmal ein Meister der nicht gelogenen Unwahrheit gewesen.
Mein Kollege befand sich nämlich in einer Zwickmühle. Einerseits war ich Ihm nicht gänzlich unsympathisch, andererseits gönnte er mir die "kleine" Niederlage, aber seine Kollegen verpfeifen war natürlich auch nicht drin. Also versuchte er eben den Balanceakt an der Wahrheit vorbei.
Der edit - Realnamen entfernt - edit - der so etwas nie machen würde - hatte vermutlich die Idee. Weil (besonders witzig) sie mir ja keinen Alkohol in den Kaffee schütten würden, allerdings jedoch durchaus Bier.
Auf dem Tisch stand nämlich noch das Seidla (Bierkrug) vom Vorabend. Und der einstmalige Schaum hatte sich mittlerweile in eine eklige, schale aber durchaus noch zu gebrauchende Pfütze verwandelt. Und das Seidla war vom edit - Realnamen entfernt - edit. Da der jedoch so was auch niemals machen würde, hat sich dann eben edit - Realnamen entfernt - edit geopfert.
Ja. Und was mache ich jetzt?
Für mich ist das nämlich kein Witz. Für mich ist das ein Anschlag auf meine Gesundheit. Oder um es einmal ganz drastisch zu formulieren; Wenn ich mich daran zurück erinnere bei welchem Level ich damals den Schlußstrich gezogen habe, dann würde ich einen Rückfall vermutlich nicht unbeschadet überstehen.
Kann ich mit den Kollegen überhaupt noch auf Montage gehen? Kann ich überhaupt noch in der Firma bleiben. Arbeiten kann ich nämlich leider nicht, wenn ich den ganzen Tag über so einen Mist nachgrübeln muß. |
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| Rollo36 hat zum Thema: Der arrogante Abstinenzler – oder Erziehung auf Fränkisch geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32807 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 29.05.2010, 20:58 Titel: Re: Der arrogante Abstinenzler – oder Erziehung auf Fränkisch |
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Hallo Rollo,
wir dürfen hier natürlich keine Rechtsberatung zu diesem Fall machen, aber so viel ich weiß, ist es gefährliche Körperverletzung, also eine Straftat, wenn deine Kollegen wußten, dass du trockener Alkoholiker bist.
Ich würde zu einem Anwalt gehen und Strafanzeige stellen.
Zusätzlich mit dem Betriebsrat und dem Chef reden.
Sowas ist kein Spaß.
Gruß
Karsten |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Der arrogante Abstinenzler – oder Erziehung auf Fränkisch geschrieben
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Tina sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 11.05.2008 Beiträge: 9248 Alter: 43 Wohnort: NRW + seit 17.05.08 auch bei mir
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Verfasst am: 29.05.2010, 21:02 Titel: Re: Der arrogante Abstinenzler – oder Erziehung auf Fränkisch |
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Hallo Rollo !
Was auch immer der Grund für das Verhalten Deiner "Kollegen" war: Nur Du alleine kannst Dich schützen. Konkret hieße das, keine Getränke mehr aus allgemeinen verfügbaren Kannen oder Flaschen zu konsumieren. Nicht schön, aber wohl notwendig.
Gruß
Anit |
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| Tina hat zum Thema: Re: Der arrogante Abstinenzler – oder Erziehung auf Fränkisch geschrieben
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kuschelchen51 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 23.05.2010 Beiträge: 15 Alter: 53 Wohnort: Berlin, trocken seit 5.2.08
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Verfasst am: 30.05.2010, 06:34 Titel: Re: Der arrogante Abstinenzler – oder Erziehung auf Fränkisch |
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Hallo Rollo,
Du schreibst selber, daß Du über Deine nasse Vergangenheit und über den Rückfall redest. Hast Du den Anderen einmal gesagt, wie ernst unsere Krankheit ist und was es bedeuten kann, wenn man nur einen Tropfen Alkohol zu sich nimmt?
Verstehe mich bitte nicht falsch, es ist ne Sauerei was die gemacht haben, aber ich denke mal es war kein böser Wille, sondern Unwissenheit. Ich erlebe immer wieder, daß die "Normalos" es überhaupt nicht verstehen. Na wie denn auch? Ich verstehe auch vieles nicht, wenn ich es nicht selber erlebt habe. Kann höchstens andere so akzeptieren wie sie sind.
Dazu finde ich gehört aber in unserem Fall auch, daß wir den anderen die Ernsthaftigkeit unserer Krankheit klar machen.
Ich persönlich würde die anderen mal zu mir einladen und bei leckeren alkoholfreien Getränken in Ruhe mit ihnen reden.  |
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| kuschelchen51 hat zum Thema: Re: Der arrogante Abstinenzler – oder Erziehung auf Fränkisch geschrieben
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Rollo36 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 06.03.2008 Beiträge: 55 Alter: 40 Wohnort: Allersberg - trocken seit März '08
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Verfasst am: 30.05.2010, 08:35 Titel: Re: Der arrogante Abstinenzler – oder Erziehung auf Fränkisch |
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Hallo Kuschelchen,
ich bin mir sicher Du hast (zumindest teilweise) recht, was das mit der Unwissenheit anbelangt. Deshalb wähnten sich die Kollegen ja auch auf der sicheren Seite, weil in dem Brackwasser ja bestimmt kein Alkohol mehr sein konnte. Allerdings war es durchaus böser Wille . Die wollten mir ja schon einen Denkzettel verpassen.
Leider eben auch einen Denkzettel für gerade die ständigen Informationen darüber "wie ernst meine Krankheit ist". Ich hatte also mit meiner arroganten besserwisserischen vorsorgenden Art genau das Gegenteil dessen ausgelöst was ich beabsichtigt hatte.
Und ich habe so das unbestimmte Gefühl (früher war ich nämlich ähnlich drauf) daß es für die Herrschaften wohl eine Provokation wäre solch eine Einladung auszusprechen. Für die gibts nämlich keine leckeren Alkoholfreien Getränke. Außer Kaffee natürlich.. |
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| Rollo36 hat zum Thema: Re: Der arrogante Abstinenzler – oder Erziehung auf Fränkisch geschrieben
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Gänger Gast
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Verfasst am: 30.05.2010, 08:46 Titel: Re: Der arrogante Abstinenzler – oder Erziehung auf Fränkisch |
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Hallo Rollo,
der Kollegen der das gemacht hat, ist wahrscheinlich einfach "nur" bescheuert und kann deswegen nichts dafür.' '
Vermutlich wollte er dir zwar vorsätzlich "eins reinwürgen", aber was das für Außwirkungen haben kann, wusste er wahrscheinlich nicht.
Ich kann dir nicht sagen wie ich mich verhalten würde, kann aber gut nachvollziehen, dass dich die Geschichte beschäftigt.
Ich würde meine Entscheidung davon abhängig machen, wie persönlich ich das Ganze nähme, aber sicherlich wäre es auch für mich ein Grund über ein neues Arbeitsumfeld nachzudenken und wenn sich die Möglichkeit ergäbe, zu wechseln.
Oliver |
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| Gänger hat zum Thema: Re: Der arrogante Abstinenzler – oder Erziehung auf Fränkisch geschrieben
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Hartmut Moderator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.02.2007 Beiträge: 10681 Alter: 49
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Verfasst am: 30.05.2010, 10:09 Titel: Re: Der arrogante Abstinenzler – oder Erziehung auf Fränkisch |
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Hallo Rollo,
wenn meine Arbeitskollegen von meiner Alkoholkrankheit wissen, da ist es mir wurscht , ob sie es verstehen oder nicht. Ob bei denen der Verstand oder sonst was , zu der Krankheit fehlt.
ich würde, mir allen meiner Möglichkeiten /Betriebsrat/Chef/ Anzeige usw.)klar stellen , das sie es in Zukunft unterlassen. Es ist kein Spass rückfällig zu werden um eventuell daran zu verrecken.
Gruß Hartmut |
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| Hartmut hat zum Thema: Re: Der arrogante Abstinenzler – oder Erziehung auf Fränkisch geschrieben
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dorothea Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.08.2006 Beiträge: 7472 Alter: 48 Wohnort: Salzgitter
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Verfasst am: 30.05.2010, 10:11 Titel: Re: Der arrogante Abstinenzler – oder Erziehung auf Fränkisch |
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moin rollo
also ich seh das wie karsten, allein der geschmack bringt das suchtgedächtnis auf trab. für einen trockenen alkoholiker ist das ein anschlag auf sein leben. ich glaube nicht das deine kollegen zu blöde sind um das zu begreifen, die wollen es nicht kapieren weil sie möglicherweise selbst alkis sind. und erklär mal nem uneinsichtigen alki was sache ist. der schaltet doch auf durchzug. das kannst du nicht als spaß abtun. rede da mit deinen vorgesetzten klartext. und rede auch mit nem anwalt. ohne witz, wo soll das denn enden. außerdem solltest du dir ne thermoskanne kaufen und deine lebensmittel in nem verschließbaren werkzeugkasten aufbewahren.
ich bin für jeden unfug zu haben, aber das ist kein unfung, das kann dich umbringen und da ist bei mir ganz klar ende mit spaß. und das sollten deine kollegen auch kapieren.
doro |
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| dorothea hat zum Thema: Re: Der arrogante Abstinenzler – oder Erziehung auf Fränkisch geschrieben
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