| Was kann ich tun um Papa zu helfen? • Kann ein EKA jemals glücklich sein? |
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mylinusa neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.05.2010 Beiträge: 3 Alter: 26 Wohnort: Köln
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Verfasst am: 26.05.2010, 22:14 Titel: auf ein neues? |
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Hallo!
Ich bin neu hier und würde mich gerne mit anderen MKA's austauschen.
Ich versuche erstmal meine Situation kurz anzureißen (wobei ich jetzt schon weiß, dass es nicht kurz wird..)
Mein Vater ist schon seitdem ich denken kann Alkoholiker. Als ich drei war trennte sich meine Mutter von ihm, also habe ich nicht wirklich mit ihm in einem Haushalt gelebt und bin auch nicht richtig mit der Situation aufgewachsen. Was aber hängengeblieben ist, sind die Samstage an denen ich stundenlang auf ihn gewartet habe, weil er Besuchsrecht hatte und nicht kam und wenn doch, dann schon mit ner Fahne, um mich dann mit in die Kneipe zu nehmen und am Automaten zu zocken.
Bis ich 18 war habe ich immer wieder gehofft, gebetet, alles andere aufgegeben, nur damit er aufhört zu trinken. Viel Zeit und viele Gedanken habe ich in ihn investiert. Bis es mir egal wurde. Naja, es war mir solange egal bis er in der Klinik landete und etwas mit der Bauchspeicheldrüse hatte und schon im sterben lag. Er hat es geschafft. Kurz danach lernte er seine neue Freundin kennen und versicherte mir trocken zu sein.
Ein Besuch in Köln bei mir und schon zeigte sich, dass doch nicht alles so rosig ist. Immerhin waren es nur zwei Bier und nicht direkt die Flasche Korn...
2007 starb meine Mutter und mein Vater verhielt sich nicht grade wie ein Vater, was mich mal wieder den Kontakt abbrechen ließ.
Vor etwa vier Monaten hatte er einen Schlaganfall (oder zumindest sowas in der Richtung, jedenfalls wurde es durch ein extremes Besäufnis hervorgerufen), wurde bis heute 6x am Kopf operiert, ist einseitig gelähmt.
Er hat mir in den letzten drei Jahren NICHT gefehlt, ich habe nicht an ihn gedacht, doch jetzt ist es anders. Ich weiß nicht wie ich mich verhalten soll.
Er muss schrecklich aussehen.
Kann mir jemand vielleicht Tipps geben, damit ich meiner Lösungsfindung "Besuchen oder nicht?" ein kleines Stücken näher komme?
Liebe Grüße,
mylinusa
(Ich hoffe, dass das jetzt nicht zu viel geworden ist...^^) |
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| mylinusa hat zum Thema: auf ein neues? geschrieben
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Linde66 Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.10.2008 Beiträge: 14430 Alter: 46
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Verfasst am: 27.05.2010, 18:11 Titel: Re: auf ein neues? |
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Hallo mylinusa,
herzlich Willkommen hier im Forum.
Hm, ich kann dir da auch keinen Rat geben. Es gibt wohl in so einer Situation keinen allgemeingültigen Rat, keine Gebrauchsanweisung für EKA's...
Ich habe den Kontakt zu meinen Eltern immer mal über viele Jahre abgebrochen. Und immer mal gab es Situationen, die uns wieder in Kontakt brachten. Das war jedesmal für etwas gut in mir drin und sei es zu lernen, meine Grenzen zu wahren und auf mich zu achten.
Du bist nicht verpflichtet, dich so oder anders zu verhalten. Du hast die Wahl. Du kannst auch einmal hingehen und wieder gehen. Du könntest auch hingehen und ihm genau das sagen, daß es dir sehr schwer fällt, mit ihm Kontakt zu haben.
Meistens ist es ja so, daß wenn man paar mal drüber geschlafen hat, von innen raus eine Entscheidung (wie auch immer), plötzlich einfach da ist und stimmig ist. Und manchmal entscheidet man irgendwie und erst mittendrin klärt sich das weitere Vorgehen.
Ich wünsche dir einen hilfreichen Austausch. Es geht vielen anderen ähnlich mit ihren alternden Eltern, mir inklusive...
LG, Linde |
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| Linde66 hat zum Thema: Re: auf ein neues? geschrieben
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mylinusa neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.05.2010 Beiträge: 3 Alter: 26 Wohnort: Köln
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Verfasst am: 31.05.2010, 22:16 Titel: Re: auf ein neues? |
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Hallo Linde66,
vielen Dank für deine Antwort.
Ich habe tatsächlich nochmal ein paar Nächte darüber geschlafen, leider werde ich immer ratloser.
Es macht mich verrückt, dass ich mich so sehr von der Situation beeinflussen lasse.
Warum kann ich das denn nicht einfach ausblenden und MEIN Leben in die Hand nehmen?! Warum fühle ich mich immer noch verantwortlich für ihn? Er hat sich nie verantwortlich gefühlt, geschweige denn Verantwortung für mich getragen.
Momentan neige ich dazu ihn nicht zu besuchen, er soll fürchterlich aussehen, kein Wunder, wenn man seit Monaten nur noch liegen kann. Ich hab Angst ihn so im Kopf zu behalten. Wobei ich auch meine sterbende Mutter gesehen habe und sie trotzdem schön und hübsch in Erinnerung behalten habe.
Was mache ich, wenn er stirb und ich dann doch feststelle, dass ich ihn besser besucht hätte?
Ohje, so viele wirre Gedanken..... |
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| mylinusa hat zum Thema: Re: auf ein neues? geschrieben
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summerdream Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.02.2007 Beiträge: 6713
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Verfasst am: 01.06.2010, 00:42 Titel: Re: auf ein neues? |
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Hi Mylinusa,
herzlich willkommen hier!
| Zitat: | | Warum fühle ich mich immer noch verantwortlich für ihn? |
Das kann ich deinen Beiträgen nicht entnehmen - kann natürlich auch sein weil du's nicht direkt geschrieben hast.
Du überlegst ihn zu besuchen, das kannst du auch (in erster Linie) für dich tun. Hat doch nichts damit zu tun das du dich für ihn verantwortlich fühlst. Genauso wie du auch für dich daheim bleiben kannst.
Ich glaube es gibt hier keinen "pauschalen Ratschlag", ich wag's auch gar nicht, da ich selbst noch nicht in der gleichen Situation war *3x-auf-holz-klopf*
| Zitat: | | Was mache ich, wenn er stirb und ich dann doch feststelle, dass ich ihn besser besucht hätte? |
Da sprichst du was Wahres an. Denn läßt sich das Ganze leider nicht mehr ändern.
Ich kann daher gut verstehn das du dir sehr viele Gedanken drum machst.
Ich wünsch dir das du die für dich richtige Entscheidung finden wirst.
lg Dani |
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| summerdream hat zum Thema: Re: auf ein neues? geschrieben
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