| Bittere Erkenntnis • Wie verhalte ich mich richtig? |
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illi2525 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 03.05.2010 Beiträge: 25 Alter: 41
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Verfasst am: 09.05.2010, 22:43 Titel: Wenig Zeit und große Angst... |
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Hallo Ihr Lieben!
Ich bin neu hier bei Euch und erhoffe mir viele Tipps und Ratschläge,denn die Zeit drängt und ich will nichts falsch machen! ( geht das überhaupt...?)
Ich habe schon viele Beiträge gelesen,aber noch nichts passendes für mich gefunden,deshalb schreibe ich nun einfach selbst.
Meine Situation ist echt schwer zu erklären...
Meine große Sorge gilt einem Mitglied meiner Familie!! Er hat vermutlich über Jahre so extrem getrunken,dass er nun auf der Intensivstation liegt,denn Leber und Niere arbeiten kaum bzw. gar nicht mehr... Er ist noch gar nicht so alt,deswegen behaupte ich mal,dass er tatsächlich "erst" zehn Jahre trinkt...
Vielleicht sollte ich zur Erklärung noch mitteilen,das ich selbst Krankenschwester bin und eigentlich auch viel Erfahrung mit Alkoholikern im Entzug habe. Er liegt also nun in "meinem" Krankenhaus und realisiert gerade im Moment zum ersten Mal,wie schlimm es um ihn steht. Bis letzte Woche hatte er nämlich kein Alkoholproblem... Trotz zunehmendem Bauchumfang,Wasser in den Beinen und kaum noch in der Lage,irgend etwas selbstständig durchzuführen,wollte er von seiner Sucht nichts hören.
Nachdem sich noch ein paar übrig gebliebene Freunde um ihn kümmerten und das meine ich im absolut positiven Sinn,die aber auch nicht mehr weiter wussten,wurde ich mit ins schon sinkende Boot geholt. Wir mögen uns sehr,hatten aber eigentlich immer wenig Kontakt... Er hat anscheinend sehr viel Vertrauen zu mir und macht zur Zeit echt alles,was ich ihm sage,aber heute habe ich erfahren,dass er noch eine Lebenserwartung von einem Jahr hat,wenn er ab sofort nichts mehr trinkt und das man ihn auf die Transplantationsliste setztn könnte,wenn er 1/2 Jahr trocken ist... Er weiß das noch gar nicht... Ich weiß nun gar nicht,was ich tun soll,denn in seine alte Wohnung ( die in einem absolut desaströsem Zustand sein muß...) kann er allein gar nicht mehr zurück und alle Pflegeeinrichtungen wird er mit Sicherheit ablehnen,denn dafür ist er eigentlich auch noch viel zu jung... Ein Betreuungsverfahren wurde erst vor drei Wochen abgelehnt und somit kann er selbst entscheiden,wie es mit ihm weitergeht. Ich sehe ihm seine Panik in den Augen an,aber ich habe Angst,das er in sein altes Leben zurückgeht,weil er keine andere Wahl hat. Ich habe sogar schon überlegt,ob ich ihn zu mir holen soll,damit ich ihn versorgen und pflegen kann und vor allem,damit er trocken wird. Aber schaff ich das allein? Zu einer SHG kann er nicht gehen,das lässt sein Zustand gar nicht zu. Gibt es auch Therapeuten,die nach Hause kommen? Werde ich nicht automatisch zu einer Co-Abhängigen,wenn ich ihn zu mir hole? Ich weiß nicht,was ich tun soll... Ich habe Angst vor der großen Verantwortung,aber ich will ihn keinesfalls alleine lassen...
Traurige Grüße,in der Hoffnung auf viele Antworten,Illi |
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| illi2525 hat zum Thema: Wenig Zeit und große Angst... geschrieben
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n i c i sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.03.2010 Beiträge: 2287 Alter: 46
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Verfasst am: 10.05.2010, 05:56 Titel: Re: Wenig Zeit und große Angst... |
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| illi2525 hat Folgendes geschrieben: | Er hat anscheinend sehr viel Vertrauen zu mir ..
...das er in sein altes Leben zurückgeht,weil er keine andere Wahl hat.
... Aber schaff ich das allein? ..
...Ich habe Angst vor der großen Verantwortung,aber ich will ihn keinesfalls alleine lassen...
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Liebe Illi,
ich versuch mal vorsichtig Dir zu antworten. Denn eine Lösung, quasi über die Nacht haben wir leider alle hier nicht.
Er hat Vertrauen zu Dir, gut, dann sag ihm ganz ehrlich, wie es um ihn steht.
Alleine schaffen, musst Du garnichts, er muss es schaffen.
Wie Du genau richtig gesagt hast, er muss und kann es entscheiden.
Egal wie viel Zeit er für seine Entscheidung hat.
Und deswegen brauchst Du keine Angst vor der Entscheidung haben, es ist nicht Deine.
Mach Dir keine Vorwürfe, denn Du hast alles gemacht, was man da machen kann : ihn seine Entscheidungsmöglichkeiten aufzeigen.
Und doch, Du musst ihn alleine lassen, zumindest bei der Wegfindung.
Sollte er sich entscheiden den Weg "zurück ins Leben" zu nehmen kann man ihm helfen, aber mach es nicht alleine, such Dir Hilfe, lade es auf mehrere Schultern ab. Es können auch Freunde, andere Familienmitglieder helfen ih zum Arzt oder zu der Therapie begleiten.
Wir sind hier alle nur Laien, die sich hier das Krankheitssyndrom " ich muss ihn retten " durch die "nur er konnte sich retten" -Einsicht selbst therapieren,
vielleicht sprichst Du mal mit einem Fachmann aus deiner Klinik darüber.
Ich habe leider, die Erfahrung selber machen müssen, und einen Alkoholiker beim Verhungern zusehen müssen. Tag und Nacht versucht ihn vom Leben zu überzeugen, bis er dann nach ca. 10 Tagen verstarb.
Ja es ist schmerzlich, aber mann kann zwar ein Leben medizinisch verlängern, aber wenn einer nicht leben will...
Bleibt uns nur die Gewissheit, ihm Hilfe angeboten zu haben.
Ob er sie annimmt oder nicht, bleibt SEINE Entscheidung.
Ich wünsch Dir viel Kraft,
nici |
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| n i c i hat zum Thema: Re: Wenig Zeit und große Angst... geschrieben
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Gotti sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.02.2008 Beiträge: 3354 Alter: 51 Wohnort: Bayern
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Verfasst am: 10.05.2010, 06:19 Titel: Re: Wenig Zeit und große Angst... |
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Guten Morgen und Herzlich Willkommen, Illi!
Gut, dass du dich getraut hast, hier zu schreiben, und du auch von
NICI schon eine Antwort erhalten hast. Dieser kann ich auch zustimmen.
Ich gehe mal so weit, zu sagen, dass du schon ganz schön in der Co-abhängigkeit drinsteckst.
Du machst dir Gedanken um das Wo, Wie, Womit, und bringst "Gründe" dafür, dass er ja gar nicht .....
Viel zu lange Jahre habe ich solche Gründe für meinen Mann gefunden und anderen erklärt.
Erst jetzt, nach über zwei Jahren therapeutischer und SHG- Arbeit an mir schaffe ich es, die Verantwortung für ihn abzugeben.
Es ist nun mal so, dass er nur ER ALLEINE SEIN Leben in die Hand nehmen muss, damit IHM geholfen werden kann.
Wenn er Gründe findet, warum er nicht ... und nichts unternimmt - kannst du zuschauen, oder machen, dass du so schnell wie möglich wieder fort kommst.
Das klingt hart, ist aber leider so.
Such du dir Hilfe, wieder aus dem Teufelskreis herauszukommen.
Gib die Verantwortung an Fachleute ab.
Liebe Grüße von Gotti. |
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| Gotti hat zum Thema: Re: Wenig Zeit und große Angst... geschrieben
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Spanijoggel Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.02.2008 Beiträge: 8589 Alter: 70 Wohnort: Schweiz
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Verfasst am: 10.05.2010, 07:14 Titel: Re: Wenig Zeit und große Angst... |
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Hallo Illi!
Als ich las,dass Du Deinen Bekannten ev. zu Dir nehmen willst war ich hell entsetzt.
Da wirst Du DEIN Leben dran geben!Du wirst von einer Sorge in die andere taumeln,Deine Arbeit wird darunter leiden weil Du die Gedanken an ihn nicht verscheuchen kannst.
Nein,Illi,Du kannst ihm nicht helfen.
Schau einmal genau was in Dir abläuft.
Und glaub,was bei den Co`s hier steht,wenns ums Loslassen geht!
Gotti hat absolut recht:
| Zitat: | Such du dir Hilfe, wieder aus dem Teufelskreis herauszukommen.
Gib die Verantwortung an Fachleute ab. |
Herzliche Grüsse
Yvonne |
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| Spanijoggel hat zum Thema: Re: Wenig Zeit und große Angst... geschrieben
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illi2525 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 03.05.2010 Beiträge: 25 Alter: 41
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Verfasst am: 10.05.2010, 14:17 Titel: Re: Wenig Zeit und große Angst... |
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Vielen,lieben Dank für Eure Antworten!! Es tut echt gut,Euch zu lesen und Eure ehrlichen Meinungen zu hören. Ich weiß leider immer noch keine gute Lösung für all die Probleme die da noch so auf mich und den Rest der Familie zukommen werden,aber es ist mittlerweile mehr als sicher,dass er als Pflegefall entlassen wird... Er wird zu 60% innerhalb des nächsten Jahres sterben! Er weiß das noch nicht in dieser Deutlichkeit,aber die Ärzte werden ihm das in den nächsten Tagen genauso sagen. Ich habe dann die Aufgabe,der Mutter und der restlichen Familie diese traurige Mitteilung zu machen. Vielleicht öffnet ihm das offene Gespräch mit den Ärzten die Augen,denn ein klein wenig geöffnet hat er sie wenigstens schon... Mir klopft schon ordentlich das Herz,wenn ich an die nächste Zeit denke. Nur gut,das ich jetzt erstmal ein paar Tage Urlaub habe...
Ganz liebe Grüße an Euch,Illi |
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| illi2525 hat zum Thema: Re: Wenig Zeit und große Angst... geschrieben
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illi2525 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 03.05.2010 Beiträge: 25 Alter: 41
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Verfasst am: 10.05.2010, 14:20 Titel: Re: Wenig Zeit und große Angst... |
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| Ach,ich muß noch schnell was an Gotti und Yvonne schreiben. Ich würde die Verantwortung gerne ein Stück weit,oder sogar ganz abgeben,aber ich weiß ehrlicherweise nicht, an wen... |
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| illi2525 hat zum Thema: Re: Wenig Zeit und große Angst... geschrieben
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Gotti sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.02.2008 Beiträge: 3354 Alter: 51 Wohnort: Bayern
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Verfasst am: 10.05.2010, 16:58 Titel: Re: Wenig Zeit und große Angst... |
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Also ich mein da z.B. einen Therapeuten od. so.
LG Gotti. |
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| Gotti hat zum Thema: Re: Wenig Zeit und große Angst... geschrieben
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Spanijoggel Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.02.2008 Beiträge: 8589 Alter: 70 Wohnort: Schweiz
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Verfasst am: 10.05.2010, 22:00 Titel: Re: Wenig Zeit und große Angst... |
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Hallo Illi!
Ich denke dabei auch ans Loslasssen!
Deinen Freund oder Bekannten loslassen.Ihn seiner Verantwortung überlassen.
Das ist ganz wichtig!
Wenn möglich such Dir auch eine Selbsthilfegruppe,
Und lies Dir die Beiträge bei den Co`s unter dieser Perspektive nochmals durch!
Das sind meine Gedanken.
Herzliche Grüsse
Yvonne |
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| Spanijoggel hat zum Thema: Re: Wenig Zeit und große Angst... geschrieben
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