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Bin ich das Problem oder die Beziehung?

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Schneekugel
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Anmeldungsdatum: 27.02.2010
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BeitragVerfasst am: 06.05.2010, 13:17    Titel: Bin ich das Problem oder die Beziehung? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hm, ich weiß jetzt gar nicht, wie ich anfangen soll...

Ich glaube ich habe Probleme in meiner Beziehung. Ich schreibe "glaube", weil ich mir nicht sicher bin, ob es wirklich ein Problem ist, oder ob ich es nur zu einem mache.

Grundsätzlich bin ich mit meinem Freund schon zufrieden, aber manchmal fühle ich mich einfach unwohl und bedrängt.
Aus beruflichen Gründen können wir uns derzeit nur am Wochenende sehen und wenn ich dann ankomme, ist er sehr anhänglich. Das verstehe ich und das ist auch sicher normal, wenn man sich eine oder zwei Wochen nicht gesehen hat. Mir ist das aber zu viel, ich will erstmal meine Ruhe haben und manchmal habe ich im Voraus schon das starke Bedürfnis, gar nicht erst nach Hause bzw. zu ihm (wir wohnen nicht zusammen) zu fahren. Wenn ich dann (innerlich) angekommen bin, dann fühle ich mich auch wohl mit ihm.
Wenn ich unter der Woche nicht bei ihm bin, habe ich oft gar keine Sehnsucht nach ihm und es geht mir sehr gut, auch wenn er nicht da ist. Ich habe auch nicht das Bedürfnis, unbedingt jeden Tag mit ihm telefonieren zu müssen. Wenn ich mich in meinem Kollegenkreis so umsehe, gibt es einige, die es kaum abwarten können, dass Freitag wird und sie endlich zu ihrem Liebsten fahren können. Die sind teilweise die ganze Woche schlecht gelaunt und deprimiert, weil sie nicht bei ihrem Partner sein können. Und dann horche ich in mich hinein und stelle fest, dass mir mein Bedürfnis nach Freiheit und Unabhängigkeit oft viel wichtiger ist, als meinen Freund zu sehen.
Ich habe ihn schon gern, aber ich kann es ihm nicht sagen. Es fällt mir unheimlich schwer, mein Innerstes nach außen zu kehren (also Gefühle in Worte zu fassen). Das konnte ich noch nie und mit den Jahren fällt es mir auch immer schwerer. Meistens will ich es auch gar nicht, weil ich Angst habe, enttäuscht zu werden.

Ich weiß nicht, ob ich vielleicht nur deshalb eine innere Distanz zu ihm aufrechterhalte, damit ich nicht in die Bredouille komme, mich eines Tages doch mal "so richtig" auf ihn einlassen zu müssen, oder ob ich das einfach nicht kann oder ob ich die Beziehung ansich einfach nicht (mehr) möchte.
Einerseits möchte ich mich ja gerne komplett auf ihn einlassen, aber dann finde ich wieder 1.000 "Gründe", warum ich das besser bleiben lassen sollte, um am Ende nicht (von ihm) enttäuscht zu werden / sein... In so Phasen suche ich auch wirklich nach allen Kleinigkeiten, die meine These dann noch "unterstützen". Und an anderen Tagen kann ich es mir wiederum gar nicht vorstellen, irgendwann meine Zeit mal mit einem anderen Mann zu verbringen...

Liegt das an mir? Oder an ihm? Oder an meinen Eltern? Oder an allem?!

Für Anmerkungen und "Erfahrungsberichte" jeder Art wäre ich sehr dankbar!
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Schneekugel hat zum Thema: Bin ich das Problem oder die Beziehung? geschrieben
Schneekugel
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 27.02.2010
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Alter: 26

BeitragVerfasst am: 06.05.2010, 13:19    Titel: Re: Bin ich das Problem oder die Beziehung? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Oder was kann ich tun, um mich innerlich zu öffnen und zu lernen, dass andere Menschen nicht so sind wie meine Eltern, dass meine Beziehung nicht so werden muss wie die meiner Eltern und wie kann ich vor allem lernen, anderen Menschen zu vertrauen?
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Schneekugel hat zum Thema: Re: Bin ich das Problem oder die Beziehung? geschrieben
Kaleu
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 08.02.2010
Beiträge: 1024
Alter: 38

BeitragVerfasst am: 06.05.2010, 14:03    Titel: Re: Bin ich das Problem oder die Beziehung? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Schneekugel,

nach 5 Jahren "Partnerschaft" mit einer EKA und nachdem ich mich auch sehr viel damit auseinandergesetzt habe, könnte ich Dir schon einiges dazu sagen, das möchte ich aber im Augenblick nicht machen, da mir noch zu schwammig ist was Du denn eigentlich möchtest.

Zitat:
Oder was kann ich tun, um mich innerlich zu öffnen und zu lernen, dass andere Menschen nicht so sind wie meine Eltern, dass meine Beziehung nicht so werden muss wie die meiner Eltern und wie kann ich vor allem lernen, anderen Menschen zu vertrauen?


Willst Du das denn überhaupt?

Liebe Grüße

Kaleu
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Kaleu hat zum Thema: Re: Bin ich das Problem oder die Beziehung? geschrieben
Schneekugel
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 27.02.2010
Beiträge: 28
Alter: 26

BeitragVerfasst am: 06.05.2010, 18:19    Titel: Re: Bin ich das Problem oder die Beziehung? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Zitat:
Oder was kann ich tun, um mich innerlich zu öffnen und zu lernen, dass andere Menschen nicht so sind wie meine Eltern, dass meine Beziehung nicht so werden muss wie die meiner Eltern und wie kann ich vor allem lernen, anderen Menschen zu vertrauen?


Willst Du das denn überhaupt?

Liebe Grüße

Kaleu[/quote]

Hallo Kaleu,
grundsätzlich möchte ich schon eine funktionierende Beziehung haben, mal heiraten und Kinder kriegen. Dazu muss ich mich öffnen und lernen, anderen Menschen zu vertrauen. Eigentlich weiß ich ja auch, dass nicht jede Beziehung, vor allem nicht meine, so werden muss wie die meiner Eltern.
Aber trotzdem fällt es mir schwer, nicht von vornherein alles in Frage zu stellen und immer im Hinterkopf zu haben, dass es nicht funktionieren wird. Wenn ich an die Zukunft mit meinem jetzigen Freund denke, dann fallen mir spontan lauter Sachen ein, die vielleicht nicht funktionieren könnten, und nur wenige, die gut laufen werden. Und wenn ich mal so zurückblicke, dann habe ich das mit jedem neuen Freund so gemacht und nach kurzer Zeit wieder Schluss gemacht. Denn "das funktioniert ja vielleicht/wahrscheinlich gar nicht mit dem und mir" und somit kam ich ja auch so gut wie nie in Verlegenheit, mein Herz wirklich für jemanden zu öffnen. Es gab da zwar schon den Ein oder Andern, der mir wichtig war, aber aus lauter Angst, dass es nicht klappt und dass man alleine sowieso viel besser dran ist, habe ich alles madig gemacht, bis es wieder aus war.

Ich weiß nicht, ob ich mich wirklich an jemanden binden will oder kann, oder ob es mir wichtiger ist, alleine zu sein.
Und ich weiß nicht, ob das tatsächlich an meinen Eltern liegen könnte oder ob ich nicht einfach von Natur aus so bin. Schließlich ist der Mensch ja nicht nur das Produkt seiner Eltern, oder?!
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Schneekugel hat zum Thema: Re: Bin ich das Problem oder die Beziehung? geschrieben
Kaleu
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 08.02.2010
Beiträge: 1024
Alter: 38

BeitragVerfasst am: 06.05.2010, 19:47    Titel: Re: Bin ich das Problem oder die Beziehung? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Schneekugel,

Zitat:
Ich weiß nicht, ob ich mich wirklich an jemanden binden will oder kann, oder ob es mir wichtiger ist, alleine zu sein.


Wer außer Dir selbst soll Dir eine Antwort auf diese Frage geben?

Ich kenne diese innere zerissenheit. Ja ich will. Nein ich will nicht. Eigentlich weiss ich nicht so richtig was ich will.

Nicht von mir selbst, dennoch kenne ich sie zur Genüge. So leid es mir tut, so lange Du Dir nicht einmal beantworten kannst, ob Du überhaupt eine Beziehung willst, kann Dir auch Niemand Hilfe sein, weder Dein Partner noch sonst irgendwer.

Die Zweifel die Du hast sind zu verstehen und kommen nicht von ungefähr. So wie Du schreibst, klingt es so, als möchtest Du derzeit eine Beziehung weil Du das für normal hälst und Du normal sein willst, weniger weil Du selbst eine Beziehung möchtest.

Weisst Du denn, was in Deinem partner vorgeht? Welche Gefühle er hat?

Liebe Grüße

Kaleu
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Kaleu hat zum Thema: Re: Bin ich das Problem oder die Beziehung? geschrieben
Schneekugel
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 27.02.2010
Beiträge: 28
Alter: 26

BeitragVerfasst am: 06.05.2010, 21:32    Titel: Re: Bin ich das Problem oder die Beziehung? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Kaleu,
vielen Dank für deine Antwort.

Mein Partner sagt mir, dass er mich liebt und eigentlich glaube ich ihm das auch.
Aber dann gibt es so Kleinigkeiten, die mich daran zweifeln lassen, ob er sich denn selbst überhaupt (schon) festlegen will. Er kann mir nie konkret sagen, dass er etwas tut, sondern lässt alles immer ein bisschen offen (zum Beispiel, als ich ihn gefragt habe, ob er mein Paket bis Dienstag zur Post bringen könnte, da meinte er "Mal sehen"). Im Herbst wollten wir zusammenziehen, das hängt aber davon ab, ob seine Wohnung bis dahin fertig ist. Ich helfe ihm zwar bei der Renovierung, aber meistens bin ich ja beruflich weg und von sich aus macht er nur selten was. Als ich ihn dann gefragt habe, ob er denn denkt, dass wir das bis Herbst hinkriegen, meinte er "ich hoffe". Dabei hängt es doch an ihm! Das und noch weitere solcher Situationen im Alltag lassen mich oft zweifeln, ob ich mich überhaupt auf ihn verlassen kann. Ich habe auch schon versucht, mit ihm darüber zu sprechen, aber er äußert sich dazu nur in unverbindlichen Floskeln und ich kann ihn ja nicht zwingen, etwas Anderes, Verbindlicheres zu sagen.
Das stört mich schon sehr, muss ich sagen. Aber er scheint nicht zu verstehen, wie sehr mir das gegen den Strich geht, dass er nicht einfach mal "ja" sagen kann. Ja, ich schaffe das mit der Wohnung, ja ich bringe dein Paket bis Dienstag zur Post.

Im Sommer werde ich vielleicht versetzt und eigentlich hatte ich erwartet, dass er im Falle eines Falles mit mir mitgeht (wäre theoretisch kein Problem) oder dass wir darüber sprechen, wie es weitergehen wird, wenn ich wegmuss. Sein Beitrag zu diesem Thema war "Ich will hier nicht weg und du musst auch da bleiben!". Damit war für ihn die Sache gegessen und ich war unheimlich enttäuscht.
Ich bin so oft von ihm enttäuscht, aber ich weiß nicht, ob ich einfach zu viel erwarte oder ob ich sozusagen "zu Recht" enttäuscht bin. Aber ist es nicht normal, dass man sich in einer Beziehung mal festlegt und wichtige Veränderungen zusammen bespricht und gemeinsam eine Lösung erarbeitet? Ich will dass er für mich da ist, so wie ich auch für ihn da bin und versuche, ihm in schlechten Zeiten das Gefühl zu geben, dass ich bei ihm bleibe, egal was passiert. Er betont ja oft, dass er mit mir zusammensein will, aber irgendwie scheinbar wohl doch noch nicht so "fest" bzw. zukunftsorientiert...?!
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Schneekugel hat zum Thema: Re: Bin ich das Problem oder die Beziehung? geschrieben
Kaleu
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 08.02.2010
Beiträge: 1024
Alter: 38

BeitragVerfasst am: 06.05.2010, 23:53    Titel: Re: Bin ich das Problem oder die Beziehung? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Schneekugel,

ist dann Dein Partner so verschieden zu Dir? Wenn ich Dich richtig verstanden habe willst Du Dich doch auch nicht wirklich festlegen.

Es gibt eine Theorie, dass man sich instiktiv den Typ Partner sucht, den man braucht, nicht den man will. Ob diese Theorie nun richtig ist oder nicht, das weiss ich nicht. Aber die Praxis hat mir in letzter Zeit oft gezeigt, dass da viel Wahres drin steckt. Wer sich nicht binden möchte sucht sich dann instinktiv jemand der sich auch nicht binden möchte. Das schafft Sicherheit dass es nie zu einer Bindung kommt.
Du sagst ja selbst wie wichtig Dir der Abstand und Deine Freiheit ist. Viel wichtiger als die Bindung. Dafür hast Du doch genau den richtigen Partner. Warum stört Dich also etwas an ihm was genau das ist was Du brauchst?

Liebe Grüße

Kaleu
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Kaleu hat zum Thema: Re: Bin ich das Problem oder die Beziehung? geschrieben
Mikesch
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 19.04.2010
Beiträge: 90
Alter: 44

BeitragVerfasst am: 07.05.2010, 07:36    Titel: Re: Bin ich das Problem oder die Beziehung? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Schneekugel,

wenn ich es richtig verstanden haben möchtest du verstehen, was bei dir los ist, weil es dir seltsam erscheint?

Bei uns Menschen ist es so, dass unser Vertrauen in Beziehungen, das Vertrauen insgesamt nicht richtig wachsen kann, wenn wir als kleine Kinder immer wieder schlechte Erfahrungen machen mussten.
Das kann z.B. so gewesen sein, dass die Bezugspersonen ständig anders waren. Unsere Bedürfnisse oft nicht erfüllt haben (Unterversorgung, massives Schreien lassen). Uns abgewertet oder beschimpft oder geschlagen haben.

Wie wir heute sind hat mit 'Früher' und mit unseren Eltern zu tun. Ich denke, es ist ein guter Weg das zu verstehen, damit sich selbst nach und nach besser zu verstehen, sich anzunehmen ...

Damit sich selbst mehr annehmen zu können, ist ein großes Stück Weg HIN zu anderen Menschen geschafft.

Bindung und Beziehung können wachsen, man kann langsam nachholen und heilen, was damals nicht geklappt hat.


Ein wichtiges Stichwort hierzu ist die Bindungstheorie. Mich hat es beim ersten Lesen in WIKI schier umgehauen, was da stand: dass Menschen / Kinder mit einem unsicheren Modell von Bindung nicht das Vertrauen haben, dass ihnen jemand in einer Not hilft (während es bei Menschen / Kindern mit sicherem Bindungsmodell so ist).
Erstere fühlen sich dann verlassen Traurig

Genau so empfinde ich es auch, bzw. war es so für mich als Kind und auch als Erwachsene.
Doch inzwischen ist es besser! Viel besser!

Es geht Smilie


liebe Grüße
Mikesch
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Mikesch hat zum Thema: Re: Bin ich das Problem oder die Beziehung? geschrieben

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