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Analysieren schafft Distanz aber....

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Welia
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 30.04.2010
Beiträge: 541
Alter: 61

BeitragVerfasst am: 05.05.2010, 12:46    Titel: Re: Analysieren schafft Distanz aber.... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Martha66 hat Folgendes geschrieben:
Lieber Welia, lieber Kaleu,

auch ich kenne das. (gell Kaleu, hast mich ja gestern schön abgeholt Smilie - ich schreib Dir später noch was dazu, muss gleich weg)

Analysieren ist aus meiner Sicht eine Strategie, um sich nicht mit seinen eigenen Gefühlen zu verbinden, um den darunter liegenden Schmerz nicht fühlen zu wollen. Du bist im Kopf, aber nicht in Deinem Gefühl...... Ja es schafft Distanz, Distanz zu mir selber.

Interessanterweise analysieren wir ja nicht die Dinge, die uns gut tun und an denen wir uns erfreuen, die werden einfach selbstverständlich hingenommen. Zumindest gehts mir so.

Liebe Grüsse Martha


Hallo Martha,

ich analysiere sehr wohl, Dinge, die gut tun, vor allem, wenn sie jemanden gut tun, die ich mag... denn mich interessiert der Gegenüber eben auch und ich muss manchmal staunen, wenn ich meine wenige Erfahrungen schenken kann.
Mich wurde z.b von einer Freundin mal gesagt, ich sei Schlagfertig und musste analysieren, was sie damit meinen könnte und was ich draus machen kann.... zu meine Gunsten natürlich....
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Welia hat zum Thema: Re: Analysieren schafft Distanz aber.... geschrieben
Martha66
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 02.12.2009
Beiträge: 3784

BeitragVerfasst am: 05.05.2010, 15:39    Titel: Re: Analysieren schafft Distanz aber.... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Welia,

wenn Du von der "Methode" sprichst, meinst Du das Analysieren? Ich finde es interessant, dass Du es als "Methode" siehst......, für mich schwingt da etwas von Manipulieren mit und auch eine Strategie, um mit dem anderen in Verbindung zu sein, doch das ist ohne Frage mein Empfinden.

Ich habe etwas Schwierigkeiten heraus zu bekommen, was genau Du wissen möchtet, bzw. worauf Du hinaus willst.

Grüsse Martha
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Martha66 hat zum Thema: Re: Analysieren schafft Distanz aber.... geschrieben
Welia
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 30.04.2010
Beiträge: 541
Alter: 61

BeitragVerfasst am: 05.05.2010, 18:33    Titel: Re: Analysieren schafft Distanz aber.... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Martha,

Das Analysieren mache ich seit der Kindheit automatisch, bei mir läuft es im Kopf wie ein Film ab. Sobald ich verletzt werde, oder wenn mich eine Situation Angst macht, nehme ich Papier und Bleistift und grüble nach, was, warum und wieso...
Gut, es hat mich oft geholfen aber irgendwie wird es mich lästig.
Nein, es dient mich nicht als Manipulation, höchtens als Lehre über mich selbst, aber ich wäre froh, wenn ich es abschalten könnte,wenn es nicht automatisch passieren würde und deshalb frage ich mich, ob es nicht zur Sucht werden kann, oder ob es nicht auch zum Co- dazugehört.
Statt einfach loszulassen und die Gefühlen laufen lassen, kommt bei mir immer das Denken dazu... und denken macht müde und stört mich irgendwie!
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Welia hat zum Thema: Re: Analysieren schafft Distanz aber.... geschrieben
Martha66
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 02.12.2009
Beiträge: 3784

BeitragVerfasst am: 05.05.2010, 18:47    Titel: Re: Analysieren schafft Distanz aber.... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Welia,

jetzt habe ich es verstanden was Du genau meinst.

Hast Du verstanden, was ich damit meine, als ich Dir schrieb, das dass Analysieren eine Strategie ist, nicht seine wirklichen Gefühle zu fühlen? Durch das Denken bist Du ja in Deinem Kopf, Du bist nicht wirklich mit Deinem Gefühl und Herzen verbunden.

Das hat aus meiner Sicht weder etwas mit Sucht, noch mit CoVerhalten zu tun.

Die Analyse kann eine Schutzmassnahme (Strategie) sein, um eben nicht zu Fühlen, weil es meistens unangenehme Gefühle sind, die wir nicht fühlen wollen. (Schmerz, Trauer, Angst)

Ja, dass Denken macht müde. Statt zu analysieren könntest Du ja mal in Dich reinfühlen. Also, dass Du Dich fragst, wie fühle ich mich, wenn der oder diejenige das und das macht? Vielleicht ist es auch mit körperlichen Reaktionen verbunden. Gelingt Dir das?

LG Martha
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Martha66 hat zum Thema: Re: Analysieren schafft Distanz aber.... geschrieben
Welia
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 30.04.2010
Beiträge: 541
Alter: 61

BeitragVerfasst am: 05.05.2010, 20:51    Titel: Re: Analysieren schafft Distanz aber.... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Martha,

ja, ich glaube, ich habe dein Wink verstanden.... und es entspricht genau das, was ich mich momentan frage.

Bis jetzt habe ich die Analyse (Kopfaktivität) positiv benutzt, ich brauchte es zum Linien schaffen.... zum Grenzen setzen... das Vertrauen war weg... also musste ich die Strategie Analyse nutzen.... als Ersatz...

Bei Menschen, die ich vertraue, brauche ich aber tatsächlich die Analyse nicht mehr, bei einem Freund, denn ich vertraue, muss ich nicht analysieren, was hinter seine Wörter stecken könnte... ich kann auch eine Kritik von ihm akzeptieren, bei einer Freundin genauso....

ABER bei meinem Partner, denn ich nicht mehr traue, brauche ich die Analyse immer noch...

Somit würde es bedeuten: dass die Analyse nur nötig ist, wo das Vertrauen fehlt....

doch was würde passieren, wenn ich nicht mehr vertraue, und ich nehme die Analyse weg?

dann würde ich vielleicht in Konflikt kommen mit meine Aengste, mit meiner Wut... und das habe ich mich ja als Kind verboten.... weil ich Angst hatte vor Wutanfälle, wenn mein Vater betrunken war....

ich habe mich auch immer verboten herumzuschreien, weil mich das Schreien als Kind so beängstigt hat....

Wahnsinnig, was da alles herauskommt, beim Schreiben!

danke für deine Frage, ich hoffe, ich konnte sie ehrlich genug beantworten.
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Welia hat zum Thema: Re: Analysieren schafft Distanz aber.... geschrieben
Martha66
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 02.12.2009
Beiträge: 3784

BeitragVerfasst am: 05.05.2010, 23:38    Titel: Re: Analysieren schafft Distanz aber.... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Welia,

ja alles bei mir gelandet und ich glaube zu verstehen was Du meinst. Kann es sein, dass Du mit Analyse die Kontrolle meinst?

Was Du beschreibst hört sich für mich eher nach Kontrolle an, stimmt das?

Wenn ich jemanden nicht traue, brauche ich Kontrolle als Schutz.

Ja, was würde passieren, wenn Du vertraust und die Kontrolle weg lässt?

Deine Angst kann ich verstehen. Was Du von Dir schreibst, hört sich nach einer Menge unterdrückter Wut und Trauer an.

Deine Analyse/Kontrolle dient Dir als Schutz, und das ist auch gut so. Bestimme Du das Tempo, in wie weit Du Dich in der Lage fühlst, die Kontrolle etwas zu lockeren und zuzulassen, die darunter liegenden Gefühle zu fühlen.

Wenn ich Dir einen Rat geben darf, würde ich in Erwägung ziehen, das mit professioneller Hilfe zu tun.

Ich hoffe, Dir mit meiner Antwort zur weiteren Klarheit geholfen zu haben.

Viele Grüsse Martha
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Martha66 hat zum Thema: Re: Analysieren schafft Distanz aber.... geschrieben
Spanijoggel
Moderatorin
Moderatorin


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Beiträge: 8589
Alter: 70
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 06.05.2010, 06:29    Titel: Re: Analysieren schafft Distanz aber.... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Guten Tag Welia!

Ich glaube,wir sind nicht alle gleich gestrickt.

Zum Beispiel bin ich eher der analytische Typ.
Es hilft mir,etwas zu verstehen,die Zusammenhänge zu erkennen.
Dabei bin ich vorsichtig um andern möglichst kein Unrecht zu tun.

Aber das Wie und Warum und das wie weiter muss ich schon ergründen.
Das hilft mir auch weil ich oft sehr emotional reagieren kann.

Ich glaube ein guter Mix ist ideal.

Schönen Tag noch!
Yvonne
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Spanijoggel hat zum Thema: Re: Analysieren schafft Distanz aber.... geschrieben
Welia
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 30.04.2010
Beiträge: 541
Alter: 61

BeitragVerfasst am: 07.05.2010, 18:04    Titel: Re: Analysieren schafft Distanz aber.... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Spanijoggel,

So bin ich eben auch: immer am Analysieren, erstens zum Erfahren, ob es nicht eine gute Seite gibt an einer ernsthaften Lebenssituation, und zweitens weil ich immer auf dem neusten Standpunkt sein will... ich muss immer sagen können, heute ist es so, auch wenn ich es gestern noch nicht so gesehen habe, und dafür muss man manchmal ein wenig Situationen analysieren.
Indem ich aber manchmal auch gute Seite sehe nehme ich die Situation leichter auf die Schultern, und das könnte sich zum Nachteil auswirken.
Heute habe ich aber eine Entdeckung gemacht, als ich Bücher, die ich schon lange nicht mehr gelesen habe aufräumen wollte, und zwar, dass ich früher viel mehr Interessen gepflegt habe, als mein Mann noch arbeiten ging, und ich habe mich gefragt, wo sind alle diese Interessen gegangen?
Irgendwie scheint es so, als hätte ich mich im Laufen der Jahre durchsichtig gemacht, weil es unbequem war seine ständigen Kritiken auszuhalten, auch sind die Regalen fast alles voll mit Sachen, die ihm gehören und von mir ist fast nichts drin.
Alles was ihm gehört ist sichtbar und was mich gehört ist in Schubladen, dann muss ich mich auch nicht wundern, dass ich mich "nur" wie die Putzfrau vorkomme...
Als ich das sah dachte ich, früher hätte ich gesagt: er hat mich verdrängt, in Aktivitäten, die mich gefallen haben, wo ich ein Freiraum hatte und nun sage ich: ich habe mich verdrängen lassen und muss kämpfen, damit ich mein Raum wieder bekomme.
Sonst muss ich mich irgendwo mal mit der Lupe suchen, dann bin ich nirgendwo mehr.
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Welia hat zum Thema: Re: Analysieren schafft Distanz aber.... geschrieben

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