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Ich glaube, wir brauchen Hilfe...

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hagebutte
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 19.08.2008
Beiträge: 523
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Wohnort: münchen

BeitragVerfasst am: 05.05.2010, 17:12    Titel: Re: Ich glaube, wir brauchen Hilfe... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Verena,

Zitat:
Nein, ich bin noch lange nicht so weit, mir ein eigenes Leben mit meinem Sohn einzurichten.
Ich bin leider auch der Typ Frau, der es sich gar nicht zutraut, alleine zu leben.
Ich bin immer von der einen langjährigen Beziehung in die nächste gesprungen.


denk doch einmal darüber nach, ob Dein Kind es Dir nicht wert ist, Deine Abhängigkeit (Sucht Traurig ) mit einer Therapie zu bearbeiten .... bei Dir selbst kannst Du etwas ändern, bei Deinem Partner nicht ....

LG
Hagebutte
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hagebutte hat zum Thema: Re: Ich glaube, wir brauchen Hilfe... geschrieben
SAndfeele
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.05.2010
Beiträge: 12
Alter: 29

BeitragVerfasst am: 06.05.2010, 15:31    Titel: Re: Ich glaube, wir brauchen Hilfe... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

@kaleu
Vielen Dank für diese offenen und aufrichtigen Worte und Zusprüche.
Leider war es gestern nicht mehr möglich, mit ihm in Ruhe zu sprechen. Nicht, weil er betrunken war, sondern einfach weil er fertig von der Arbeit war.
Er hat sich gerade frisch selbständig gemacht, so dass er oft einfach todmüde nach hause kommt und nach dem Essen bereits auf der Couch einschläft. Er ist da nicht betrunken, ich kenne ihm bereits das erste Bier an. Nur leider schläft unser Sohn zur Zeit so schlecht, dass wir beide kaum Schlaf bekommen.
Wie auch immer.
Ich habe dann all meine Gedanken und Ängste in einem Brief an ihn ausgedrückt.
Frei von Erpressungen aber mit der dringenden Bitte, den Weg in ein geordnetes Familienleben zurück zu finden. Ich habe ihn darin darauf angesprochen, dass ich der Meinung bin, dass er ein Problem mit dem Konsum von Alkohol hat, da er es ja nicht schafft einige Tage Pause zu machen (und sei es nur ein Bier am Tag, das hat nichts mit Pause zu tun)) geschweige denn den ernsthaften Willen aufbringt, ein paar Monate nichts zu trinken.
Es waren keine Vorwürfe, sondern der ehrliche Ausdruck meiner momentanen Empfindungen.
Diesen Brief habe ich ihm hingelegt, so dass er ihn heute morgen ganz in Ruhe und nüchtern lesen konnte.
Ich habe nicht das Gefühl, dass er verletzt war, denn er hat mich lieb geweckt und mir auch mitgeteilt, dass er die Partyorgie am Freitag abgesagt hat und diesen Abend lieber mit seiner Familie verbringen wird. Schauen wir mal, ob es dabei bleibt.

Es fällt mir noch sehr schwer, mich in dieses Suchtverhalten hinein zu versetzen. Ich selbst war drogenabhängig, jahrelange Kifferin, aber als ich den Willen hatte war es für mich überhaupt kein Problem einfach von heute auf morgen damit aufzuhören. Ich habe auch nicht den Freundeskreis gewechselt, sondern bei Angeboten einfach nur Nein gesagt. So ist das auch mit dem Rauchen, wenn ich es mir wirklich vornehme und eine driftigen Grund habe (Schwangerschaft, Kind, Gesundheit oder einfach keine Lust mehr) habe ich die Kippen weg geschmissen und gut war.
Nur, seine Sucht (Und jetzt auch meine Sucht von ihm) ist anscheinend um einiges stärker....
Das muss ich noch begreifen!

@hagebutte
Natürlich ist mir das Wohl meines Kindes das Wichtigste. Aber zu diesem Wohl gehört für mich einfach auch eine intakte Familie mit Mama und Papa. Hier auszuziehen würde ihm nicht nur den Vater nehmen, sondern auch seine heissgeliebten Großeltern, die unter uns wohnen. Es vergeht kein Tag, an denen er sie nicht sieht und sehen will.
Ich möchte ihm keine kaputte Familie erhalten, das ist mir klar. Aber, noch habe ich die Hoffnung, dass mein Partner den richtigen Weg noch findet. Ich kann und will ihn noch nicht aufgeben.
Es ist nicht so, dass er hier sturzbetrunken rum sitzt und was weiss ich was. Zum Saufen ist er unterwegs, und kommt erst heim, wenn mein Sohn schon schläft. Auch das bekommt er mit, ja aber ich versuche halt noch zu richten, was zu richten ist......
Mag noch sehr naiv klingen, aber ich will nicht aufgeben. Noch nicht.....

LG,
Verena
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SAndfeele hat zum Thema: Re: Ich glaube, wir brauchen Hilfe... geschrieben
Kaleu
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 08.02.2010
Beiträge: 1024
Alter: 38

BeitragVerfasst am: 06.05.2010, 16:03    Titel: Re: Ich glaube, wir brauchen Hilfe... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Verena,

ich finde das gar nicht naiv. Der erntshafte Versuch etwas zu bewegen und zu verändern um den Bogen zusammen zu kriegen hat zwei Vorteile.

Zum einen kann es klappen und ihm geht ein Licht auf. Dann habt ihr gemeinsam die Chance weitere Schritte zu gehen und Veränderungen zusammen zu bewirken und euch - jeder in seiner Entwicklung - gegenseitig zu stützen. Auch wenn das selten ist, so gibt es das dennoch.
Sollte das nicht eintreten, so weisst Du bei einer trennung immerhin, dass Du es versucht hast und das spart anschliessende Selbstvorwürfe und Zweifel.

Der Ball ist jetzt erstmal bei ihm. Lass ihn auch dort. Im Normalfall sieht das jetzt so aus, dass er das Wochenende mit euch verbringt und danach ist wieder alles beim Alten. Schliesslich hat er dann "bewiesen" dass ihr ihm wichtiger seid als der Alkohol und er kann weiter machen wie gehabt. Ein anständiger Co glaubt diesen Firlefanz dann erstmal und schwelgt in Hoffnungen.

Nutzt also die gemeinsame Zeit für ein ernstes Gespräch wie die weiteren Schritte aussehen sollen. Mit einem netten Wochenende zusammen ist weder etwas bewiesen noch verändert. Er muss merken, dass Du das verdammt ernst meinst - und Dir muss es verdammt ernst sein!

Liebe Grüße

Kaleu
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Kaleu hat zum Thema: Re: Ich glaube, wir brauchen Hilfe... geschrieben
Kaleu
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 08.02.2010
Beiträge: 1024
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BeitragVerfasst am: 06.05.2010, 16:18    Titel: Re: Ich glaube, wir brauchen Hilfe... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Verena,

eins noch im Nachgang. Einen zahn möchte ich Dir gleich ziehen.

Es wird nicht alles gut wenn er nur aufhört zu trinken!

Das ist die größte Illusion der Co's. Alkoholismus verselbständigt sich zwar irgendwann und wird selbst zum Problem, aber er verbrigt auch Probleme. Ist der Alkohol weg, treten die ans Tageslicht und müssen bearbeitet werden.

Eine Hälfte davon bist Du selbst. Es ist völlig egal ob er aufhört zu trinken oder nicht, wenn Du das gemeinsam schaffen wilslt, musst Du bereit sein verdammt hart an Dir zu arbeiten!

Cos neigen dazu sich die Probleme anderer zu eigen zu machen um ihre nicht zu sehen. Sie leiden also unter dem Alkoholismus des Partners (dessen Problem) und sehen deswegen ihre eigenen nicht. Befreit sich der Partner aus dem Alkoholismus zerbricht die Beziehung auf jeden fall wenn der Co nicht auch an sich arbeitet weil die alten mechanismen nicht mehr greifen können.

Falls Du also Deine Beziehung retten willst, bloss um Dich nicht mit Dir selbst auseinandersetzen zu müssen, geht dieser Schuss auf jeden Fall nach hinten los. Das haben schon einige versucht und sich nachher gewundert wenn der mittlerweile trockene und stabile Alkoholiker seine Sachen packt weil er dann gerne einen stabilen Partner an seiner Seite hat und ihn das co-typische Klammerverhalten nur noch annervt.

Liebe Grüße

Kaleu
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Kaleu hat zum Thema: Re: Ich glaube, wir brauchen Hilfe... geschrieben
SAndfeele
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.05.2010
Beiträge: 12
Alter: 29

BeitragVerfasst am: 06.05.2010, 16:58    Titel: Re: Ich glaube, wir brauchen Hilfe... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Kaleu

Ja, das ist auch eines der Dinge, die ich bei mir selbst in Angriff nehmen werde!

Mein Temperament und die Tatsache, nicht loslassen zu können. Das habe ich mir auch fest vorgenommen, jetzt zu ändern, da ich ihm damit auch zeigen möchte, dass ich bereit bin einen neuen Weg zu gehen (so schwer auch mir das fällt).

Mein Problem ist die fehlende Selbständigkeit. Damit habe ich ihn wohl auch schon des öfteren eher verjagt, als zurück geholt.
Ich bin hier zu ihm gezogen, ohne auch nur eine Menschenseele zu kenne. Durch meine vorherige Scheidung habe ich leider auch so gut wie alle alten Freunde verloren.
Aber, jetzt endlich habe ich es geschafft, mir hier so langsam einen neuen Freundeskreis aufzubauen und endlich wieder ich selbst zu werden.

Das ist etwas, was unsere Beziehung von Anfang an etwas belastet hat, aber Anfangs fällt das natürlich noch nicht so auf, da man gerne sehr viel Zeit miteinander verbringt. Aber immer langsamer hat sich halt eingeschlichen, dass er Zeit mit seinen Freunden verbringen möchte (natürlich mit Alkohol) und ich total verzweifelt und (ja, ich muss es zugeben) hysterisch hier gehockt bin, ihm ständig nachtelefoniert habe, wann er endlich heim kommt.
Unser Sohn hat dies eine Zeit lang verschlimmert, da ich ihn Anfangs durchs Stillen auch nicht abgeben konnte.

Aber, das ist jetzt nicht mehr so!!
Es gibt Menschen, Freundinnen, die mich besuchen, mit denen ich weggehen kann und mit denen ich bei Problemen telefonieren kann. Das tut mir sehr gut und hilft mir, meinen Weg zu finden.
Die Tatsache, mich als Co anerkannt zu haben ist ein weiterer Schritt, erst einmal mein eigenes Leben in den Griff zu bekommen!

Ich möchte ihm eine Hilfe und stütze sein, aber dazu muss ich erst einmal ich selbst sein!!
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SAndfeele hat zum Thema: Re: Ich glaube, wir brauchen Hilfe... geschrieben
Kaleu
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 08.02.2010
Beiträge: 1024
Alter: 38

BeitragVerfasst am: 06.05.2010, 18:04    Titel: Re: Ich glaube, wir brauchen Hilfe... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

SAndfeele hat Folgendes geschrieben:

Ich möchte ihm eine Hilfe und stütze sein, aber dazu muss ich erst einmal ich selbst sein!!


So sieht's aus! Dennoch ist es wichtig, dass Du Deine veränderung für Dich willst. Weder um die Bzeiehung zu retten, noch um ihm Stütze zu sein. Dann würdest Du Dich nur verbiegen statt wirklich etwas an Dir ändern. Verbiegen hält Niemand lange durch.

Ich bin selber Co. Glaub mir, ich weiss wovon ich da rede. Eine Zeitlang dachte ich auch ich hätte verstanden. Dabei hab ich mir nur eingeredet ich hätte verstanden. Ich hab mich verbogen und mir eingeredet, ich verbiege mich nicht. Da hab ich mir selbst in die tasche gelogen. Der anschliessende Aufschlag auf dem Boden der Tatsachen war markerschütternd. Das war für mich der Auslöser, dass ich mich für mich verändern wollte.

Das war ein langer und harter Prozess und teilweise mit massiven Schmerzen verbunden. Mir wurde da überhaupt erst klar wie massiv Verlustängste, Helfersyndrom waren. Wie sehr ich manipulieren wollte und manipuliert habe. Und das unter dem Deckmäntelchen der "Hilfe". Wieviel ungesunder Narzissmus und wie wenig gesunder Egoismus im Co-Sein steckt begann wahnsinnig weh zu tun, als ich das bemerkt und realisiert hatte.

Nurwenn Du es für Dich willst, kannst Du überhaupt weiterkommen.

Liebe Grüße

Kaleu
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Kaleu hat zum Thema: Re: Ich glaube, wir brauchen Hilfe... geschrieben
candygirl7
Gast






BeitragVerfasst am: 07.05.2010, 09:04    Titel: Re: Ich glaube, wir brauchen Hilfe... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo SAndfeele,

du wohnst ja auch in Bayern.Wir könnten ja eine WG gründen Lachen

Wie gehts dir denn körperlich?Mir wars ja zwischendurch schon richtig schlecht.Aber momentan gehts wieder.Zum einen weil ich beim Arzt war,zum anderen weil mein Mann sich gerade zusammen reißt.Wir gehen zu dem selben Arzt deshalb konnte ich gut mit dem reden.Bei der Suchtberatung war ich ja auch schon.Es ist echt gut wenn man da hin geht.Ich hatte auch erst meine Zweifel,aber es schadet auf jeden Fall nicht.

LG
candygirl
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candygirl7 hat zum Thema: Re: Ich glaube, wir brauchen Hilfe... geschrieben
SAndfeele
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.05.2010
Beiträge: 12
Alter: 29

BeitragVerfasst am: 07.05.2010, 10:37    Titel: Re: Ich glaube, wir brauchen Hilfe... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Candygirl!

Ja, das wäre doch mal eine Option! Winken

Momentan geht es mir auch ganz gut! Habe sonst immer so stark mit meinem Magen zu kämpfen. Weil man halt doch alles runter schluckt......

Ja, mein Schatz hat ja jetzt auch eine Pause angekündigt... Oder gar ganz aufzuhören?! Wer weiss, das kann nur er entscheiden.
Wie ich oben schon geschrieben habe wollte er ja heute zu hause bleiben. Nur, jetzt kam wirklich sehr kurzfristig ein Junggesellenabschied dazwischen. Als ich das hörte waren all meine Hoffnungen schon wieder zunichte. Aber, er kam ganz von selbst an und meinte, er muss da hin, weil es nunmal ein guter alter Freund ist. ABER, er macht ganz freiwillig den Fahrer, so dass er gar nix trinken kann.

Ja, die Suchtberatung werde ich auch noch in Angriff nehmen. Denke, die können mir bei meiner Sucht helfen und mir eventuell auch Tips geben, wie ich mit seiner Sucht besser umgehen und ihn unterstützen kann!

Es tut auf jeden Fall gut, hier auch mit Betroffenen sprechen zu können und die Erfahrungen anderer lesen zu können!

LG
Verena
Schau ma mal, aber ich bin ganz guter Dinge gerade!!
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SAndfeele hat zum Thema: Re: Ich glaube, wir brauchen Hilfe... geschrieben

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