| Erfahrungen mit Selbsthilfegruppen? Al-Anon u.s.w • Seh ich das zu kleinlich? |
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Kaleu sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.02.2010 Beiträge: 1024 Alter: 38
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Verfasst am: 04.05.2010, 19:17 Titel: Re: "Suchtgedächtnis" auch bei Angehörigen????? |
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Liebe Matha,
| Zitat: | | Ja, es geht zwar um Menschen, doch frage ich mich oft ist das wirklich Liebe? |
Das muss jeder selbst für sich rausfinden. Wenn man die ganzen Zwänge und Abhängigkeiten bearbeitet hat und los ist, bleibt die Liebe übrig - oder auch nicht. Wenn nicht, war sie vorher auch nicht da oder ist schon länger nicht mehr da.
| Zitat: | | Für mich totale Akzeptanz und Bedingungslosigkeit. |
Liebe ist Liebe ist Liebe.
Oder anders gesagt - Liebe ist. Punkt.
Aber ohne totale Akzeptanz und Bedingungslosigkeit ist hat die Liebe recht wenig Chancen auf freie Entfaltung.
| Zitat: | | Kaleu, wie soll ich einen Menschen von seinen Problemen trennen |
Das war missverständlich von mir ausgedrückt. Ich meine damit, dass man sich die Probleme oder das Problemverhalten des partners nicht zu eigen macht, so wie es der Co üblicherweise tut.
| Zitat: | | Das wäre so, als würde ich nur einen Teil von Dir akzeptieren. |
Das sehe ich anders. Ich kann doch jemand samt seiner Probleme lieben und akzeptieren ohne mir die Probleme zu eigen zu machen.
| Zitat: | | Ich bin sogar eher so, dass wenns mir zuviel wird ich das Weite suche und aus der Verbindung gehe. |
Vorsicht vor dem verwechseln von Liebe und Partnerschaft. An eine Partnerschaft sind sehr wohl Bedingungen geknüpft, an Liebe nicht. Sonst ist es keine Liebe.
Worum geht es also? Liebe oder Partnerschaft?
Lieben Gruß
Kaleu |
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| Kaleu hat zum Thema: Re: "Suchtgedächtnis" auch bei Angehörigen????? geschrieben
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hermine78 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.04.2010 Beiträge: 56 Alter: 34 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 04.05.2010, 19:45 Titel: Re: "Suchtgedächtnis" auch bei Angehörigen????? |
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Ich finde das Thema auch sehr interessant.
Aber ich glaube nicht, das wir wirklich Süchtig sind. Obwohl... evtl doch. Nach Anerkennung. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass wir uns nur dann selber mögen, wenn wir anderen helfen können. Wenn wir aber einsehen müssen, dass wir nicht helfen können, gehen wir selber kaputt obwohl es gar nicht unser Problem ist.
Andere Menschen binden sich erst gar nicht, wenn sie erfahren, welche massiven Probleme vorhanden sind. Ich habe den Eindruck das wir hingegen, dann sagen "Na jetzt kann ich auch nicht mehr gehen. Das wäre nicht Fair." oder sowas in der Richtung. Zumindes ist es das, was ich hier aus vielen Beiträgen erlesen kann.
Selbst wenn das Schiff sinkt, paddeln und paddeln wir ohne zu merken, dass niemand mitpaddelt. Und wenn es dann gesunken ist, machen wir uns Gedanken, wieso wir nicht noch mehr paddeln konnten.
Andere Menschen sagen sofort "Ey, da ist ein Loch. Mach das gefälligst zu. Hab keine Lust nasse Füße zu bekommen." Und wenn niemand das Loch zu macht, dann sollte man das Schiff verlassen... oder?
Ich für meinen Teil hatte nur schwere Beziehungen. Entwerder totaler Macho, Suchtkrank, andere schwere Krankheiten oder Gewalttätig. Als ob ich die Welt retten müsste. |
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| hermine78 hat zum Thema: Re: "Suchtgedächtnis" auch bei Angehörigen????? geschrieben
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Zeter neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.04.2009 Beiträge: 232 Alter: 45
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Verfasst am: 04.05.2010, 20:03 Titel: Re: "Suchtgedächtnis" auch bei Angehörigen????? |
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Na mir ist da noch was eingefallen.
Denn musste eben weg. Also schreibe ich es jetzt als Nachtrag noch hinterher.
Habe mich oft gefragt, warum treffe ich immer wieder auf solche Menschen.
Seit letztem Jahr höre ich in mich sehr hinein. Dabei habe ich festgestellt, dass bei mir das Thema Sucht lange in meinem Leben schon vorhanden ist.
Dadurch entwickelte ich auch diese Verhaltensweisen. War mir lange nicht klar.
Man sucht sich halt das was man kennt.
Was für Co-Abhängige wohl am schwersten ist. Sich klar abzugrenzen.
Das habe ich auch lange nicht gemacht. Habe immer versucht mit ganz schwierigen Situationen klar zukommen. Zu akzeptieren. Denn Lösungen gibt es ja immer.
Aber meine Gefühle zu meinem Freund kann ich schon als Liebe bezeichnen.
Meine Suchtgefühle fühlen sich ganz anders an als Liebe.
Sucht ist für mich zerstörerisch. Hat mich einmal fast mein Leben gekostet. Liebe ist für mich schöpfend. Dieses Gefühl verbinde ich mit meinem Freund. Auch wenn er süchtig ist, war zwischen uns viel Positives. Ich habe mich oft sehr geborgen bei ihm gefühlt.
Nur wenn ein Mensch süchtig ist, geht vieles kaputt, weil ein sozialer Kontakt nicht wirklich bestehen kann.
Wenn Du also so leidest, finde ich, hat doch eigentlich nur mit der Tatsache zutun, dass ein Mensch aus Deinem Leben verschwunden ist, den Du doch eigentlich nicht wegschicken wolltest.
Weil aber sein süchtiges Verhalten einen sozialen Kontakt unmöglich macht, geht diese Beziehung dann den Bach hinunter.
Das sind meine Gedanken dazu, ob Du es nachempfinden kannst, weiß ich nicht. Aber ich denke schon.
Was ich so seit letztem Jahr beobachtet habe und ich dadurch mich dann klarer Verhalten konnte, hat mich schon ein wenig weiter gebracht.
Ich habe mir es so erklärt und es zieht mich nicht mehr ganz so runter. Habe dadurch, weil ich mehr Verantwortung für mich selbst übernehme (abgrenzen), aufgehört darauf zu warten, dass mein Freund verantwortungsvoll mit mir umgehen wird.
Ein totaler Kontaktabbruch ist deshalb auch ja so sinnvoll, weil dadurch die Wunde nicht immer wieder neu aufgerissen wird.
Liebe Grüße
Zeter |
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| Zeter hat zum Thema: Re: "Suchtgedächtnis" auch bei Angehörigen????? geschrieben
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Martha66 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.12.2009 Beiträge: 3784
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Verfasst am: 04.05.2010, 20:34 Titel: Re: "Suchtgedächtnis" auch bei Angehörigen????? |
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Lieber Kaleu,
okay, unter diesem Aspekt stimme ich Dir zu. Also keine Verstrickung und Identifizierung mit den Problemen des Andern.
Ich weiss nicht worum es geht Liebe, Partnerschaft oder Sucht?
Sind es die Probleme des Anderen die die Angehörigen nicht gehen lassen? Ist es der Mensch, den ich wirklich liebe oder ist es das Suchtverhalten?
Liebe Hermine, Du beschreibst das ja sehr schön, kurz: Normalerweise würde kein Mensch so mit sich umgehen lassen, aber wir rennen weiter und weiter......
Liebe Zeter, ich kann Deine Gedanken zu 100% nachvollziehen, sind auch meine
LG Marta |
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| Martha66 hat zum Thema: Re: "Suchtgedächtnis" auch bei Angehörigen????? geschrieben
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julchenazul neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 16.06.2009 Beiträge: 81 Alter: 27
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Verfasst am: 04.05.2010, 20:45 Titel: Re: "Suchtgedächtnis" auch bei Angehörigen????? |
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Hallo!
Auch ich finde dieses Thema sehr interessant und sehr spannend eure Beiträge zu lesen.
Liebe und Sucht, zwei verschiedene Gefühle die sich sehr leicht vermischen lassen.
Ich denke oft "Liebe ich ihn noch?" Warum handele ich denn dann noch, ist es meine Coabhängigkeit, die Liebe oder einfach das Pflichbewusstsein mit meinem Mann durch dick und dünn zu gehen, gute und schlechte Zeiten zu überstehen?
Ich habe gelernt im letzten Jahr zu unterscheiden zwischen dem Mann den ich liebe und dem Mann der süchtig ist und alles zerstört mit dieser Sucht. In meinem Handeln bin ich da allerdings noch nicht so gut.
Ob ich Anerkennung für meine Leistung haben will? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Ich sage mir immer, irgendwann wird er trocken sein und dann weiß er, was ich für ihn gemacht habe, aber der Zeit rechne ich mit sowas nicht.
Ein Suchtgedächtnis habe ich aber schon denke ich. Das wird sich auch nicht mehr ändern lassen. Ich verbinde damit das Wort "Erfahrungen". Ich habe viel gelitten, aber auf einer gewissen Ebene hat es mich auch stark gemacht und viele Dinge realsitischer zu sehen.
Ich grüße euch herrzlich! |
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| julchenazul hat zum Thema: Re: "Suchtgedächtnis" auch bei Angehörigen????? geschrieben
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Kaleu sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.02.2010 Beiträge: 1024 Alter: 38
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Verfasst am: 04.05.2010, 20:53 Titel: Re: "Suchtgedächtnis" auch bei Angehörigen????? |
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Liebe Martha,
analysier nicht immer alles zu Tode
Lass Liebe mal Liebe sein! An der sollte man nicht rumanalysieren und schon gar nicht rumdoktern.
Die Frage ist doch am Ende immer die Gleiche. Tut's mir gut oder nicht?
In Deinem Fall tut's Dir nicht gut.
Sieh Dich mal als Ganzes liebe Martha und zerlege Dich nicht immer wieder in winzige Puzzleteile an denen Du dann rumfeilst.
Interesse an einem Thema ist das Eine. Interesse mit dem Ziel jedes Atom zu perfektionieren sollte mittlerweile zu einem roten Tuch für Dich geworden sein.
Da warst Du aber auch schon mal weiter Martha. Im Moment seh ich Dich wieder voll in den Analysemodus rutschen. Das was Du heute analysierst ist morgen schon wieder ungültig weil das Leben so nicht funktioniert. Es funktioniert einfach von ganz allein. Und das Leben stört es dabei recht wenig ob es analysiert wurde. Es funktioniert einfach weiter.
Ist es wirklich wichtig, welches Verhalten nun bis in's kleinste Detail durchleuchtet bei Dir nun Co war, was Liebe war und was Suchtverhalten? Würde das was ändern? Würde das was für Deine Zukunft ändern?
Warum ist Dir so wichtig wirklich selbst das kleinste Detail an Dir zu beleuchten? Fällt Dir Selbstakzeptanz im Ganzen immer noch so schwer?
Ich war selber Co. Und bin's vielleicht noch. vielleicht auch nicht. Na und? Meine verlustängste hab ich im großen und Ganzen los. Hab ich alle los? Keine Ahnung. Mir sowas von egal. Mir geht's gut.
Ich kann nun anfangen mich jahrelang mit dem Rezept auseinanderzusetzen oder einfach den Kuchen essen. Wenn cih dann auf'n Kern beisse, kann ich ihn immer noch ausspucken wenn's soweit ist.
Der Sinn kann nicht sein, sein kontrollverhalten von anderen einfach auf sich zu übertragen. Das ist die gleiche Sucht. Nur mit nem anderen Getränk
Liebe Grüße
Kaleu |
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| Kaleu hat zum Thema: Re: "Suchtgedächtnis" auch bei Angehörigen????? geschrieben
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Martha66 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.12.2009 Beiträge: 3784
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Verfasst am: 04.05.2010, 21:23 Titel: Re: "Suchtgedächtnis" auch bei Angehörigen????? |
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Lieber Kaleu,
ich muss jetzt etwas Schmunzlen...in Deinem ersten Post schreibst Du, es wäre ein interessantes Thema, jetzt schreibst Du, ich soll nicht alles zu Tode analysieren.........hm.....???????????
Wenn Du schreibst: "da warst Du schon mal weiter" ist das Deine Interpretation und gleichzeitig eine Unterstellung. Ich weiss nicht, wo es hinderlich für mich und in meiner Ganzheit sein sollte, wenn ich in den "Analysemodus" rutsche. Ist das gerade Deins?
Wenn ich Verhaltensmuster verstehe, kann ich für mich damit besser umgehen. Jeder das, was er braucht
Kaleu, kann es sein, dass Du Deine Dinge auf mich projektierst ?
Liebe Grüsse Martha |
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| Martha66 hat zum Thema: Re: "Suchtgedächtnis" auch bei Angehörigen????? geschrieben
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Kaleu sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.02.2010 Beiträge: 1024 Alter: 38
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Verfasst am: 04.05.2010, 21:34 Titel: Re: "Suchtgedächtnis" auch bei Angehörigen????? |
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Liebe Martha,
nein, ich hab gerade nicht projeziert. Aber die Rückfrage war gut und schmunzeln musste ich auch.
Ja, das Thema an sich finde ich schon interessant, nach wie vor. Mir ging es eben um was Anderes.
Ausgelöst wurde meine Antwort durch diesen einen Satz von Dir.
| Zitat: | | Sind es die Probleme des Anderen die die Angehörigen nicht gehen lassen? Ist es der Mensch, den ich wirklich liebe oder ist es das Suchtverhalten? |
Das geht sehr weit und klingt als suchtest Du nach einer Universalregel.
Welcher Anteil ist nun Liebe, welcher Abhängigkeit? Das lässt sich nicht vollständig beantworten und die Suche nach einer allumfassenden Antwort halte ich für das gleiche Muster wie es dem Co-Verhalten zu Grunde liegt.
Speziell auf Dich bezogen, Du weisst doch schon alles, liebe Martha. Vielleicht hilft Dir die Frage, was versuchst Du mit noch mehr Antworten für Dich zu erreichen?
Ja, es ist eine Unterstellung dabei. Das gebe ich unumwunden zu. Diese ist aber ebenfalls mit einem Schmunzeln unterlegt.
Liebe Grüße
Kaleu |
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| Kaleu hat zum Thema: Re: "Suchtgedächtnis" auch bei Angehörigen????? geschrieben
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