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"Suchtgedächtnis" auch bei Angehörigen?????

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Martha66
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 02.12.2009
Beiträge: 3784

BeitragVerfasst am: 04.05.2010, 14:35    Titel: "Suchtgedächtnis" auch bei Angehörigen????? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Forum,

am Wochenende hatte ich einen sehr interessanten Informationsaustausch mit Kaleu, Hartmut und Dorothea zu dem Thema "Suchtgedächtnis" bei trocknen Alkoholikern.

Ich merke, dass mich das Thema nicht zufrieden lässt und ich mich frage, ob es auch in der CoAbhängigkeit ähnliche Strukturen gibt.

Ich lese hier manchmal, wenn die Angehörigen denn Schritt tun und gehen, dass es sich anfühlen würde als seien sie auf Entzug. Ich kenne das vom ersten Mal, als ich mich damals von XY trennte.

Ich beobachte heute an mir, dass jeder Kontakt den ich mit XY habe bzw. hatte, mich total stresst und anspannt, mir reicht es manchmal schon, wenn ich von einer Freundin höre, dass sie ihn getroffen hat.
Bin ich alleine und bestehen keine Berührungspunkte, geht es mir gut. Will ich z.B. auf eine Veranstaltung, wo ich weiß, dass er da sein könnte, setzt es mich den ganzen Tag unter Druck.

Ich merke schon seit langer Zeit, dass das Einzige, was sich für mich gut anfühlt ein totale Kontaktsperre ist. Jede Begegnung und sei sie noch so kurz und harmlos, raubt mir Energie und wirft mich zurück - es ist immer wie ein kleiner Rückfall.

Ein Psychologe hat mir vor zwei Jahren gesagt, dass einzige wie man aus Suchtbeziehungen rauskommt, sei eine Kontaktabbruch für mindestens 2 Jahre.

Und so stelle ich mal die Aussage dahin:

der Alkoholiker sollte, besonders in der ersten Phase seiner Trockenheit jeglichen Kontakt mit Alkohol meiden- als Risikominimierung.

der Coabhängige sollte jeglichen Kontakt zu dem trinkenden Partner meiden - Risikominimierung.


Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Ich würde mich über Eure Rückmeldungen freuen und bin gespannt, wie ihr das seht.

Viele Grüsse Martha
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Martha66 hat zum Thema: "Suchtgedächtnis" auch bei Angehörigen????? geschrieben
Kaleu
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 08.02.2010
Beiträge: 1024
Alter: 38

BeitragVerfasst am: 04.05.2010, 14:57    Titel: Re: "Suchtgedächtnis" auch bei Angehörigen????? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Martha,

wieder mal ein spannendes Thema was Du online stellst und ich komm nicht umhin mich draufzustürzen.

Da ich Beide Suchtgedächtnisse kenne, sowohl das des Alkoholikers als auch das des Co's, kann ich aus meiner Sicht sagen, dass sie so unterschiedlich nicht sind.

Ich merk's an mir selbst, dass es mir immer wieder an den verschiedensten Stellen passiert, dass ich co-rückfällig werde. Es wird weniger und seltener und es gelingt mir besser mich schnell wieder abzugrenzen, ber erlerntes Verhalten legt man nicht über Nacht ab.

Zur Risikominimierung möchte ich aber etwas ergänzen. In beiden Fällen, ob nun Alkohol für den Alkoholiker oder Alkoholikerpartner für den Co braucht man für die Risikominimierung erstmal eine Risikobewertung und die auf sich selbst bezogen. Dafür bedarf es Abstand. Der ist das A und O.

Hier obliegt es jedem selbst wieviel Abstand er braucht. Man sollte nicht vergessen, dass es im Falle des Cos immer noch um einen menschen geht den man vielleicht wirklich liebt und wo man vielleicht wirklich versuchen will die Partnerschaft zu erhalten - natürlich ohne die Co-Strukturen.

Dazu muss man lernen den Partner und die Probleme des Partners zu trennen. Das ist schwer, aber nicht unmöglich. Die Sucht des Co's ist ja nicht der Mensch selbst sondern die Probleme dieses Menschen. Davon gilt es sich fernzuhalten. Ob das nun einen kompletten Kontaktabbruch zur Folge haben muss, würde ich nicht allgemeingültig voraussetzen.

Um es mal umzukehren, die eigene Sucht muss berarbeitet werden. Denn was nützt eine Trennung wenn man trotzdem in den Co-Strukturen verharrt und sich anschliessend den nächsten Problemfall angelt?

Der Co ist ja lediglich süchtig nach den Problemen anderer weil er sich nur über diese selbst Wert verleihen kann. Schafft er es bei sich zu bleiben und die Probleme Anderer nicht zu seinen eigenen zu machen, steht einem Kontakt doch nichts im Wege.

Liebe Grüße

Kaleu
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Kaleu hat zum Thema: Re: "Suchtgedächtnis" auch bei Angehörigen????? geschrieben
Zeter
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 13.04.2009
Beiträge: 232
Alter: 45

BeitragVerfasst am: 04.05.2010, 15:39    Titel: Re: "Suchtgedächtnis" auch bei Angehörigen????? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Martha,

was Du schreibst kann ich total nachvollziehen. Denn mit dem totalen Kontaktabruch sehe ich auch wirklich die einzige Chance sich wieder auf neue Dinge einlassen zu können.

Denn selbst in den 3 Jahren der Trennung von meinem Freund hatte ich es nicht geschafft mich emotional zu lösen. Das lag zum großen Teil daran, dass er sich immer wieder bei mir in Erinnerung rufte. So kam es dass wir wieder zueinander fanden.

Aber ich weiß nicht ob Liebe, die ich nunmal für meinen Partner empfinde mit Sucht gleich zusetzen ist.

Ich für mich musste vieles was diese Beziehung betraf für mich sortieren. Ob ich jetzt so langsam damit durch bin weiß ich nicht.

Was ich aber als sehr sinnvoll erkenne: Totaler Kontaktabruch.

Mittlerweile denke ich viel über das Thema Verantwortung nach. Dadurch schaffe ich es mich zurück zu ziehen.

Wenn ich daran denke ihn unverhofft zu sehen, oder er versucht mich anzurufen, das macht mich jedesmal fertig. Aber nur weil meine Gefühle noch für ihn da sind, und ich ja gehe weil ich mich sonst ganz verlieren werde.

Das macht mich sehr traurig. Aber der totale Kontaktabruch bringt ein bischen ruhe in das Ganze.

Liebe Grüße
Zeter
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Zeter hat zum Thema: Re: "Suchtgedächtnis" auch bei Angehörigen????? geschrieben
spinnmeise
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 04.05.2010
Beiträge: 16

BeitragVerfasst am: 04.05.2010, 15:50    Titel: Re: "Suchtgedächtnis" auch bei Angehörigen????? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Martha,

das Thema interessiert auch mich brennend. Denn obwohl ich nun fast 2,5 Jahre lang allein lebte, habe ich mich vor zwei Monaten wieder *grrrr* auf einen Alkoholiker mit antisozialer und narzistischer Persönlichkeitsstörung eingelassen Traurig

Seit dem WE ist Schluß, und das ist gut so.
Trotzdem frage ich mich, was diese Menschen an sich haben, das mich immer wieder anzieht- es ist doch zum Mäusemelken!
Mehrere VT´s, eine stat. Reha und eine ambulante LZ-Therapie haben mich aus der Co-Schematik nicht heraus gebracht.

Kontaktabbruch ist akut immer die beste Lösung.

lg

Spinnmeise
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spinnmeise hat zum Thema: Re: "Suchtgedächtnis" auch bei Angehörigen????? geschrieben
röschen15
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 13.04.2010
Beiträge: 1711
Alter: 47

BeitragVerfasst am: 04.05.2010, 16:00    Titel: Re: "Suchtgedächtnis" auch bei Angehörigen????? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Martha
ein sehr interessantes Thema was Du da anschneides
ich kenne zwar Euren Informationsaustausch nicht und kann daher nur mal kurz von mir berichten.
Bei mir ist alles noch sehr frisch als ich mich im Forum anmeldete hatte ich erst erkannt das ich wohl Co abhängig bin was sich alles dahinter verbirgt erkenne ich nach und nach.Bin noch nicht am Ende.
In der zwischenheit hat sich mein Mann von mir getrennt(befindet sich derzeit in LZT zum 2.mal und glaubt sich dort verliebt zuhaben: wiedermal)und das ist gut so. Ich jedenfalls kann sagen ,das wenn wir Kontakt haben, was wir noch müssen, es mir immer sehr schlecht danach geht .
Habe Ihn gebeten nur anzurufen wenn es was wichtiges zu regeln gibt Haus ect. Leider hält er sich nicht dran schreibt SMS ruft an wie`s mir geht er will sich doch im guten trennen.Ich bin dann immer am Boden zerstört obwohl ich die Trennung: endlich( hab es ja nie selbst geschafft) will tut sie dann besonders weh
Zitat:
der Coabhängige sollte jeglichen Kontakt zu dem trinkenden Partner meiden - Risikominimierung.

in meinem Fall stimme ich diesem voll zu
aber falls es noch eine intakte Beziehung gibt da wird es wohl eher schwierig
Zitat:
Um es mal umzukehren, die eigene Sucht muss berarbeitet werden. Denn was nützt eine Trennung wenn man trotzdem in den Co-Strukturen verharrt und sich anschliessend den nächsten Problemfall angelt?

Ja Kaleu so ist es, bin gerade dabei doch der Weg ist hart
gruss Kati
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röschen15 hat zum Thema: Re: "Suchtgedächtnis" auch bei Angehörigen????? geschrieben
Kaleu
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 08.02.2010
Beiträge: 1024
Alter: 38

BeitragVerfasst am: 04.05.2010, 16:05    Titel: Re: "Suchtgedächtnis" auch bei Angehörigen????? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo ihr,

Mir sind 2 ganz typische Co-Muster gerade aufgefallen auf die ich schnell 2 kurze Antworten geben möchte. Für mich war das mehr als ein Nachdenken wert und hat mich irgendwann auch auf die richtige Spur gebracht.

Zitat:
Trotzdem frage ich mich, was diese Menschen an sich haben, das mich immer wieder anzieht


Probleme...

Zitat:
bin gerade dabei doch der Weg ist hart


Nö. Nur neu.

Liebe Grüße

Kaleu
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Kaleu hat zum Thema: Re: "Suchtgedächtnis" auch bei Angehörigen????? geschrieben
silberkralle
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.12.2009
Beiträge: 4499
Alter: 60
Wohnort: Wilkau-Haßlau

BeitragVerfasst am: 04.05.2010, 16:06    Titel: Re: "Suchtgedächtnis" auch bei Angehörigen????? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

glück auf

hier der link zum von martha erwähnten austausch

http://www.forum-alkoholiker.de/ftopic21583-8.html

wie das bein cos is - keine ahnung

spannende zeit

Sehr glücklich
matthias
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silberkralle hat zum Thema: Re: "Suchtgedächtnis" auch bei Angehörigen????? geschrieben
Martha66
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 02.12.2009
Beiträge: 3784

BeitragVerfasst am: 04.05.2010, 19:01    Titel: Re: "Suchtgedächtnis" auch bei Angehörigen????? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Ihr,

@ Lieber Kaleu

Schöne Ergänzung, die eigene Risikobewertung vor der Minimierung. Das muss wirklich jeder für sich rausfinden.

Ja, es geht zwar um Menschen, doch frage ich mich oft ist das wirklich Liebe??????????? Das wäre ja schon wieder ein Thread wert, was ist denn eigentlich Liebe? Für mich totale Akzeptanz und Bedingungslosigkeit.

Kaleu, wie soll ich einen Menschen von seinen Problemen trennen, die gehören doch zu ihm. Das gehört doch zur Ganzheit eines Menschen. Das wäre ja so, als würde ich sagen, den Kaleu, den finde ich ja ganz toll, aber seine Probleme will ich nicht sehen, mit denen möchte ich nichts zu tun haben, hm......Das wäre so, als würde ich nur einen Teil von Dir akzeptieren. Das mache ich bei Menschen, die mir nicht nahe stehen. Ansonsten ist meine Devise, ich mag meine Freunde mit ihren Ecken und Kanten uns wenns ihnen nicht gut geht, bin ich für sie da, OHNE mich zu verlieren. Das ist für mich kein CoVerhalten sondern Freundschaft.

Also ich kann nicht von mir behaupten, dass ich süchtig bin, nach den Problemen des Anderen, nee, bin ich nicht. Ich höre sie mir an, bin auch bereit zu helfen, kann aber mittlerweile sehr klar meine Grenzen stecken und erstmal gut für mich selber sorgen. Ich bin sogar eher so, dass wenns mir zuviel wird ich das Weite suche und aus der Verbindung gehe.

Liebe Grüsse Martha
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Martha66 hat zum Thema: Re: "Suchtgedächtnis" auch bei Angehörigen????? geschrieben

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