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Wie verhalte ich mich richtig?

 
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silk79
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 03.05.2010
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 03.05.2010, 12:36    Titel: Wie verhalte ich mich richtig? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

Ich bin mit meinem Lebensgefährten seit zwei Jahren zusammen, wohnen auch zusammen.
Er hat vor ca. 1,5 Jahren angefangen, während eines mehrmonatigen berufsbedingten Auslandsaufenthaltes, der ihn nahe an einen Burnout brachte, Stress wegzutrinken: Einmal in der Woche hat er sich betrunken - wie er sagt, die einzige Möglichkeit Druck abzubauen, zu entspannen.
Dieses Verhalten hat er leider beibehalten, obwohl sich seine Situation zum Positiven gewendet hat: Jobwechsel, Zusammenziehen mit mir..
Es ist so, dass er sich ca. alle 2 Wochen an einem Abend betrinkt - und zwar über die Massen. Manchmal vorsätzlich oder so wie gestern, aus einem gesellschaftlichem Anlass, wo er dann einfach nicht mehr aufhören kann und zu Hause weitertrinkt. Das ist der springende Punkt, er trinkt im Schnitt alle zwei Wochen, aber dann ohne Mass, er kann nicht aufhören obwohl er sich dessen voll bewusst ist und sich mir gegenüber dafür schämt.
Beispiel gestern: Wir waren eingeladen bei seinem besten Freund, den er aufgrund der verschiedenen Wohnorte nicht sehr häufig sieht.
Mittags zum essen ein Bier, Nachmittags im Garten noch eines, Abends in der Gaststätte gemeinsam mit dem Freund noch 4 Bier. Dann zu Hause, es war schon 24 Uhr als wir ankamen - noch 2 Bier und eine Flasche Wein.
Jeder normale Mensch würde sich nach so einem Tag einfach ins Bett legen, aber er kommt heim und trinkt alleine weiter.
Am nächsten Tag ist er dann immer depressiv.

Er ist sich dessen, dass er ein Problem hat, voll bewusst. Er hat auch den Willen, etwas daran zu ändern. Bisher schafft er es nicht.
Von Therapien hält er leider überhaupt nichts (seine Schwester macht eine Therapie wegen anderer psychischer Probleme und hat ihm immer von den Sitzungen berichtet - und er hält leider nichts davon) - er sieht nicht ein, was es ihm helfen sollte, mit jemanden darüber zu reden.
Statt dessen bestellt er sich 135381 Ratgeber, liest einen nach dem anderen - aber daran glaub ich wiederum nicht wirklich.

Und nun weiss ich ehrlich gesagt gar nicht genau, wie ich mich verhalten soll.
Ich muss dazu sagen, dass mein Leidensdruck bzw. die Beeinträchtigung unseres Alltags aufgrund der seltenen Exzesse eher gering ist. Es kommt auch vor, dass einen ganzen Monat nichts ist.
Aber natürlich sitzt mir die Angst im Nacken, wie sich das ganze noch entwickeln wird, vor allem, da wir auch mal eine Familie gründen wollen. Und so blauäugig, dass er es dann sicher mal wegen der Kinder bewältigt, bin ich natürlich auch nicht.
Ich schweife schon wieder ab... Wie gesagt weiss ich nicht, wie ich mich richtig verhalte. Er spricht schon viel mit mir über seine Probleme, da ist seelisch auch einiges im Argen was in seiner Kindheit liegt. Auch ein Grund, warum ich sehr stark für eine Therapie bin. Er hält wie gesagt gar nichts davon, obwohl er weiss, dass ich ihn begleiten und unterstützen würde. Er glaubt an seine Ratgeber und an seinen eigenen Willen, der ja da ist, das kann ich nicht abstreiten.

Ich selber versuche, mich von dem ganzen nicht zu sehr beeinträchtigen zu lassen, irgendwie gelingt es mir auch - ich schalte dann auf den Eisblockmodus. Wenn es wieder soweit ist, bringe ich ihm auch ungeniert meine Ablehnung entgegen, schmeisse ihn aus dem gemeinsamen Schlafzimmer..... Auch hier weiss ich nicht, ob das richtig ist.
Wenn wir darüber sprechen (wenn er nüchtern ist), ist er total einsichtig, er weiss dass er ein Problem hat und spricht offen mit mir darüber. Er ist sich auch bewusst, dass er unsere Beziehung gefährdet. Ich hab ihm auch gesagt, dass ich nicht weiss, ob ich das immer aushalte udn ich mich, wenn der Punkt kommt, für mich entscheiden werde.
Auch hier? Ist es richtig, ihm das Messer auf die Brust zu setzen? Es ist nicht so, dass ich ihn dauernd damit konfrontiere - Akohohol oder ich (was glaube ich kontraproduktiv wäre, da er ja das Problem seiner selbst in den Griff bekommen soll) - aber natürlich ist auch unsere Beziehung und mögliche Zukunft ein Thema in unseren Gesprächen.

Wie bringe ich ihm eine Therapie näher? Kann ich das überhaupt oder bleibt mir nur, zuzuwarten bis alles besser wird oder eben eskaliert...
Zur Zeit liest er wieder ein Buch "Cool ohne Alkohol"..... Ich glaube es ist ein Ansatz, aber eben auch nur das......

Liebe Grüße,
Silke
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silk79 hat zum Thema: Wie verhalte ich mich richtig? geschrieben
SeeIgel
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 03.05.2010
Beiträge: 2
Alter: 32

BeitragVerfasst am: 03.05.2010, 13:04    Titel: Re: Wie verhalte ich mich richtig? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Silk,

heute erst habe ich mich registriert und Du nimmst mir quasi meine Geschichte aus der Tastatur.

Du bist aber schon ein Stueck weiter mit Deinem Partner, da er immerhin Informationsmaterial selbst besorgt und auch liest.

Das ist glaube ich ein gutes Zeichen.

Bei uns ist es so, dass er die Literatur verschmaeht, die ich bestellt hatte und er liest sowieso fast nie.

Ich bin gespannt auf die Antworten der "Experten" bezgl Verhalten.
Rauswurf aus dem Schlafzimmer zB.
Das habe ich bisher nicht uebers Herz gebracht, selbst der Geruch, der wirklich stoert, (wem sage ich das) ist wohl noch nicht schlimm genug.

Hast Du schonmal daran gedacht, zur Suchtberatung zu gehen oder zu einer SHG? Ich bin kurz davor...

Liebe Gruesse SeeIgel
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SeeIgel hat zum Thema: Re: Wie verhalte ich mich richtig? geschrieben
mollyy
neuer Teilnehmer


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Beiträge: 6
Alter: 60
Wohnort: wien

BeitragVerfasst am: 11.05.2010, 19:16    Titel: Re: Wie verhalte ich mich richtig? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

liebe silk, aus leidvoller 10-jähriger erfahrung, zwischen hoffen und bangen, kann ich dir sagen, ohne therapie ändert sich nichts und wird immer schlimmer. dein und auch mein gefühl zwischen hoffen und erwarten ändert sich nicht, wenn er und auch du dich nicht änderst. es ist leicht für jemand zu sagen: es tut mir leid!, wenn er sich sicher sein kann, dass du ihm immer wieder verzeihst. frage dich, ob du diesen zustand als beginn einer lebenslangen verbindung möchtest?, ob du an der seite eines mannes sein willst, der seine probleme mit alkohol zu lösen sucht! wann ist er dann für deine probleme da und wie?
lg mollyy
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mollyy hat zum Thema: Re: Wie verhalte ich mich richtig? geschrieben
Morgain
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 03.05.2010
Beiträge: 11
Alter: 58
Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: 12.05.2010, 08:53    Titel: Re: Wie verhalte ich mich richtig? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Silke,
liebe Seeigel,
wenn mir damals - vor 36 Jahren - schon soviel bewußt gewesen wäre wie heute, hätte ich meine kleine Untermietwohnung behalten, wäre nie zu meinem heutigen Mann gezogen und hätte ihn auch nicht geheiratet.
Als Tochter eines Alkoholikers habe ich aber nichts anderes gekannt und bin daher in die gleichen Muster verfallen, wie schon damals meine Mutter.
Oft und oft habe ich mich wie meine Mutter wiedergefunden - weinend. Als Kind ahnte ich natürlich nicht, was da los war.
Heute sehe ich viele Parallelen und versuche gerade, nicht meinen Mann zu ändern, sondern meine Co-Abhängigkeit zu bewältigen. Nur - nach bald 36 Jahren Ehe ist das verdammt schwer! Es hat - wie bei fast allen hier im Forum - natürlich nicht nur schlechte Zeiten gegeben.
Aus meiner Sicht kann ich eigentlich nur sagen - nehmt Eure Beine in die Hand und lauft! Das hat nichts mit Weglaufen zu tun, Ihr müsst vor allem einmal räumlichen Abstand und dann Eure Co-Abhängig in den Griff bekommen.

Ich wünsche Euch und mir viel Kraft !

LG
Morgain
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Morgain hat zum Thema: Re: Wie verhalte ich mich richtig? geschrieben
estelldilorca
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 07.05.2010
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 13.05.2010, 12:04    Titel: Re: Wie verhalte ich mich richtig? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Mit dem Kauf und lesen,s des Buches ,will er Dich beruhigen.Nur wenn er selber aufhören möchte und das wollen die wenigsten klappt.es.ich war in der gleichen Situation.Habe den Mann geliebt sehr er kam mit meinen Kindern klar alles stimmte.Bis auf den Alkoholkonsum Bier,die Fahne ständig der Kaugummi oder Parfüm damit ich es nicht roch.Und ständig Streit.Beleidigungen wenn er mehr getrunken hatte Schimpfwörter .Ich war total unten.Ständig war sein Geld alle,dann mußte ich bezahlen.Ich habe Ihn rausgeschmissen Gott sei Dank war es meine Wohnung.Es ging fast 2 Jahre hin und her ich verzieh immer wieder.Es gibt nur einen Weg um seine Selbstachtung seine Ehre als Frau nicht zu verlieren.Abhauen und rennen so schnell Du kannst auch wenn es weh tut.Ich heule auch aber du änderst Ihn nicht.l.g.und viel Kraft es ist verschenkte Lebenszeit mit solchen Männern
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estelldilorca hat zum Thema: Re: Wie verhalte ich mich richtig? geschrieben

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