| Ich kämpfe nicht mehr • Meine Tochter ist Alkoholikerin |
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dorothea Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.08.2006 Beiträge: 7383 Alter: 48 Wohnort: Salzgitter
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Verfasst am: 18.04.2010, 08:39 Titel: Re: schuldfrage... |
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hallo hupferle
also wer die antwort auf die frage findet bekommt sicher den nobelpreis. das ist auch heute noch ein buch mit 7 siegeln. es gibt leute aus meiner jugend die mit mir um die wette gesoffen haben, die aber nicht abhängig geworden sind, warum das ausgerechnet mich traf, keine ahnung. es ist einfach so. ich habe die kurve bekommen und muß nun mein leben danach ausrichten dem alkohol aus dem weg zu gehen. für mich ist das auch nicht so wichtig zu wissen warum. ich kann es eh nicht mehr ändern. wichtig ist für mich hierbei aber mir nicht irgend eine schuld zu geben. denn das würde mich nur runter ziehen. man kann sagen die krankheit ist schuld, ok, aber da ich sie mir nicht ausgesucht habe, habe nicht ich schuld. so ist das auch mit dir. deine schwester hat dich geliebt, da bin ich sicher, aber sie hatte eben diese krankheit die einen auch ein gutes stück zuzurechnungsfähig macht solange man trinkt. auch hier ist es so das die mehrheit es nicht schafft dauerhaft davon los zu kommen. die statistiken sprechen da eindeutige worte. wenn deine schwester fähig gewesen wäre was dagegen zu tun, dann hätte sie es sicher getan. sie konnte es nicht. und wenn sie es nicht konnte dann du schon gar nicht. das mußt du dir immer wieder sagen, bis dein herz auf deinen verstand hört. unsere krankheit ist heimtückisch, sie kann jeden treffen und die wenigsten schaffen es sie dauerhaft in den griff zu bekommen. das ist einfach so und damit müssen wir leben.
doro |
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| dorothea hat zum Thema: Re: schuldfrage... geschrieben
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silberkralle sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.12.2009 Beiträge: 4058 Alter: 60 Wohnort: Wilkau-Haßlau
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Verfasst am: 18.04.2010, 12:13 Titel: Re: schuldfrage... |
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glück auf hupferle
| huepferle80 hat Folgendes geschrieben: | | was mich noch interessieren würde - gibt es eine ursache für eine abhängigkeit - also wenn zwei personen trinken - warum wird der eine abhängig und der andere nicht. klar persönliche umstände etc. aber gibt es noch mehr - genetisch - u.ä. | sind zuviele "vieleicht" im spiel
was is mit eineiigen zwillingen - einen erwischts den andern nich?
für mich (ganz pesönliche meinung) gibts sooooooooo viele faktoren die zusammenwirken + von denen jeder einzeln betrachtet unerheblich is - so das niemand auf eine ursache n finger halten kann
schönen sonntagnachmittag
matthias |
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Melinak sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.12.2008 Beiträge: 4631 Alter: 40
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Verfasst am: 21.04.2010, 07:21 Titel: Re: schuldfrage... |
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Hallo huepferle,
ich kann gut nachempfinden wie du dich fühlst. Lange Jahre habe ich das wie du getan, auf der suche nach dem warum bin ich irgendwann zusammen gebrochen und habe mich damit selbst fast kaputt gemacht.
Ich habe niemals meine Lösung im Alkohol gefunden. Zum Glück habe ich es nicht als etwas gutes empfunden mir Drogen zu geben, lediglich Zigaretten waren ein Problem, von dem ich aber auch immer wieder mal die Finger lassen konnte. Heute rauche ich nicht mehr, trinke selten mit viel Genuss mal ein Weinchen oder so bis zu einem gewissen Punkt, an dem ich spüre, das es mir nicht gut tut um damit aufzuhören.Hier kenne ich meine Grenzen ganz genau und weiss in welcher Verantwortung ich für mich stehe.
Dennoch ich entwickelte in mir diesen Krebs, der mich fast umgebracht hätte. Fast! Krebst ist eine ganz besondere Krankheit, der Körper entwickelt Zellen die sich vermehren, die wuchern und irgendwann umkippen um den Körper zu zerstören. Kein Mensch weiss wirklich warum. Ich habe mir nun ewig den Kopf zermartert warum ich?
Mich brachte es soweit, das ich in eine Depression rutschte und dort fast nicht meh raus gekommen bin. Dann begann ich eine Therapie und das war das beste was mir in dieser Situation passieren konnte. Die Frage nach dem Warum löste sich innerhalb dieser Terapie auf, denn sie hatte irgendwann an keinen Sinn mehr.
Es bringt mich nämlich in meinem Leben nicht weiter zu wissen warum dies odere das passiert ist, vor allem nicht in diesem Bereich den wir eh niemals beantwortet bekommen. Denn für ein gesundes Leben gelten andere Gesetze, andere Regeln, wenn ich es so ausdrücken darf.
Ich habe inzwischen für mich entschlossen das ganze abzuhaken und zu akzeptieren was gewesen ist ist gewesen. Manchmal tut es weh, dann weine ich noch darüber aber auch das habe ich akeptiert und lasse es zu.Meine Mutter ist Alkoholikerin.Punkt.
Dadurch kann ich ganz anderst mit dieser Situation umgehen, mich trifft darin keine schuld mehr, ich muss nicht alle Energie darin verbrauchen zu fragen warum?Muss nicht dafür sorgen das es ihr gut geht, damit sie weitermachen kann.
Ich habe dadurch ganz andere Gedanken, nämlich die, wie ich jetzt Leben mag. Denn eines ist mir so klar geworden, ich selbst habe für mich eine Verantwortung zu tragen, für mich und muss mich schützen, für mich sorgen, mir gutes tun, auf mich aufpassen. Ich weiss ich habe die Veranlagung wieder Krebs zu bekommen, doch ich habe nun die Möglichkeit mein Leben so zu gestalten, das es nicht mehr nötig ist, sowas zu entwickeln.Dazu gehört Positives Denken, die Akzeptanz, eine gute Menge von Gelassneheit und eine Riesen Portion an Eigenverantwortung.
Es ist wie es ist, jeder Mensch hat die Verantwortung für sich selbst und sollte sorgsam damit umgehen. Wer das mal umgesetzt hat hat denk ich etwas gutes erreicht und kann gut und gesund leben.
Lieben Gruss Melanie |
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| Melinak hat zum Thema: Re: schuldfrage... geschrieben
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Paddy neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.12.2006 Beiträge: 377
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Verfasst am: 24.11.2010, 22:54 Titel: Re: schuldfrage... |
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Die Schuldfrage wird hier im Forum ja desöfteren und in allen Variationen gestellt. Da muß man sich natürlich auch gleich fragen, warum. ist es, weil amn den Schuldigen veruteilt, bestraft sehen möchte. Soll der Schuldige eine Verantwortung für die Konsequenzen übernehmen? Soll es eine Wiedergutmachung geben? Was heißt Schuld überhaupt und im Falle einer Sucht. Bei vielen Krankheiten könnte man mal eben schnell sagen: Der/die hat doch selber schuld. Wie korrekt ist das. Oder gibts vielleicht eine Mitschuld? Wenn jemand weiß, dass ALkohol süchtig machen kann und derjenige dennoch trinkt oder überhaupt trinkt , ist er dann mit schuld daran? Das gleiche würde dann für Übergewichtige gelten usw.
Oder gibt es gar ungenügend Aufklärung. Sind die Hersteller des Alkohols Schuld oder gar unsere Politik, die Alkohol nicht verbietet? Die werbung? Die Gesellschaft?
Soll auf jeder Flasche Alkohol ein Aufrdruck stehen wie bei Zigaretten. Tausend Überlegungen, aber eines ist bestimmt klar. Eine kleine Schwester , die zudem auch noch selber krank war kann nicht Schuld sein.
Ursachen, die dazu geführt haben Alkohol zu tirnken gibt es wie Sand am Meer. Und nicht jede dieser Gelegenheiten hat bei jedem gleich zur Sucht geführt. Ist es nicht einfach auch nur Ratlosigkeit nach der Schuld zu suchen? Eine Art, die beißende Hilflosigkeit zu überwinden, indem man sich zumindest ein Stückchen weit etwas aufbürdet, ein bißchen Leid übernimmt, um überhaupt etwas getan zu haben. Doch ändern würde es nichts. Nur wieder eine andere Form des "Mit"leids. Nur wieder eine andere Form der Coabhängigkeit? |
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| Paddy hat zum Thema: Re: schuldfrage... geschrieben
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