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Mehr Selbstwertgefühl durch "Nichttrinker-Identität&quo

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Frank68
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 10.02.2006
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: 11.03.2006, 11:50    Titel: Mehr Selbstwertgefühl durch "Nichttrinker-Identität&quo Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,
Wer keinen Alkohol mehr trinkt, kann sich als genesender Süchtiger fühlen, der jederzeit wieder rückfällig werden kann (… nur ein Glas vom Abgrund entfernt…). Sein Selbstbild entspricht dem eines stets wachsamen Extrinkers, der die Anstrengung des Nichttrinkens als ständig auszuhaltenden Dauerstress mehr oder weniger akzeptiert.
Viele schwören hierbei auf die Unterstützung einer Selbsthilfegruppe.
Dieses Selbstbild entspricht meines Erachtens dem derzeit gängigen Konzept des Selbstbildes als „Trockener Alkoholiker“. Er ist weiterhin krank, der arme und muss ständig auf der Hut sein. Keine schöne Grundlage für ein postives Selbstwertgefühl. Dazu passt auch das Bild "vorm Alkohol kapituliert" zu haben. Bei einer solchen lebenslangen Niederlage ist man natürlich ein armer Loser.

Die Alternative hierzu hat den Charme, dass man sich wieder als Gesunder und nicht als rückfallbedrohter Ex-Kranker fühlen muss:

Man legt sich ein Selbstbild als „Nichttrinker“ zu, der die anfängliche Anstrengung des Nichttrinkens als vorübergehend betrachtet im Rahmen des eigenen Genesungsprozesses.

Sein Ziel besteht darin, sich als echter Nichttrinker zu verstehen, für den das Trinken von Alkohol völlig absurd wird, und der sich daran auch mit der Zeit überhaupt nicht mehr stört.

Dieses Selbstbild kann niemand gewinnen, der Nichttrinken als Verzicht erlebt und der trinkende Menschen beneidet.

Das Selbstbild des Nichttrinkers muss mit der inneren Einstellung gegen das Trinken von Alkohol übereinstimmen. Das Nichttrinken darf nicht darin begründet sein, dass man Alkohol nicht mehr trinken darf – sondern, dass man ihn nicht mehr trinken w i l l.

Das setzt natürlich voraus, dass man sich mit den angeblichen Vorteilen und den Nachteilen des Alkoholtrinkens auseinandergesetzt hat und im Trinken von Alkohol keinerlei Vorteile mehr erkennt.

Wer diese Einstellung gewinnen will, dem helfen z. B. neueste Forschungsergebnisse, dass Alkohol auch in kleinen Mengen keine gesundheitsförderliche Wirkung hat. Das oft in den Medien propagierte „Gläschen Rotwein“ ist also ebenfalls gesundheitsschädlich. Die angeblich wissenschaftlichen Untersuchungen, auf die Bezug genommen wird, entsprechen nicht den anerkannten Standards (Süddeutsche Zeitung vom 2.12.2005, http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/463/65398/).

An den Geschmack von Alkohol musste man sich erst mühsam gewöhnen, also kann man sich auch wieder umgewöhnen.

Die angeblich angenehme und hilfreiche bewusstseinsbeeinflussende Wirkung ist auf den zweiten Blick kontraproduktiv und hat außerdem ein Suchtpotential. Es gibt gesundheitsfördernde Alternativen z. B. Entspannungstechniken.

Alkoholische Getränke sind durch enorme Werbeaufwendungen, Steuerbelastungen und Prestigeaspekte ausgesprochen teuer.

Außerdem enthält Alkohol viele Kalorien, und wer hat nicht mit Übergewicht zu kämpfen?

Alkohol ist also ein teures, dickmachendes, ungesundes Nervengift – warum soll man ihn trinken?
Wer ihn trinkt ist eigentlich bescheuert und folgt nur der Flöte von kommerziellen Rattenfängern.

Wer sich so sieht, braucht sich nicht als „trockener Alkoholiker“ zu sehen, er ist „überzeugter Nichttrinker“.

Gewonnen habe ich diese Einsicht durch Übertragung der Gedanken aus der Broschüre „Ja, ich werde rauchfrei!“ (Seite 96) der BzgA (www.bzga.de) auf das Thema "Alkohol". Hier wird die gleiche Argumentation wie oben für das Nichtrauchen aufgebaut. Als Ziel des Programms wird formuliert, dass man sich als echter Nichtraucher sieht, „für den Rauchen keine wählbare Möglichkeit mehr darstellt und der sich daran auch nicht stört.“ Mitautor ist PD Dr. Anil Batra, Suchtexperte am Universitätsklinikum Tübingen.

So kann es auch für den Nichttrinker sein. Der einzige Nachteil dieses Selbstbildes: Wenn man es nach außen trägt, kann man trinkenden Zeitgenossen „auf den Fuß treten“ – aber vielleicht schärft das ja langsam deren Problembewusstsein und wir leisten einen Beitrag der Hilfe zur Selbsthilfe.
Karstens Erlbenis mit den biertrinkenden Bahnfahrern ist ein gutes Beispiel hierfür.

Für Skeptiker: Natürlich weiß ich, dass ich als Ex-Trinker durch einen Rückfall stärker gefährdet bin als ein Nichttrinker, der mal Alkohol trinkt. Aber warum soll ich Alkohol trinken, wenn ich aus Überzeugung gegen ihn bin?
Und ein Exraucher darf sich auch "Nichtraucher" nennen, wenn er gefragt wird. Er muss sich nicht als Exraucher outen. Genauso kann jeder, der keinen Alkohol trinkt sich als "Nichttrinker" bezeichnen. Jeder weiß, dass es dabei um Alkohol geht. Klingt auch viel besser als "trockener Alkoholiker". Ganz unabhängig davon, dass es sehr zweischneidig für viele ist, sich als trockener Alkoholiker zu outen.
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Frank68 hat zum Thema: Mehr Selbstwertgefühl durch "Nichttrinker-Identität&quo geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 45988
Alter: 55

BeitragVerfasst am: 11.03.2006, 12:33    Titel: Re: Mehr Selbstwertgefühl durch "Nichttrinker-Identität&quo Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Frank,

Dein Beitrag klingt wie ein Anpreisen eines Verkäufers, der unbedingt seine Produkte an den Mann oder die Frau bringen will.

Wo sind Deinen eigenen Erfahrungen?
Natütlich kann man sich an irgendwelche Hoffnungen oder Aussagen aus Büchern klammern, um seinen eigenenen Hoffnung Rechnung zu tragen.

Mir haben sehr viele Menschen vorgelebt, wie man nüchtern leben kann. Nicht irgendwas erzählt oder irgendwelche Thesen in ein Buch geschrieben, sondern vorgelebt.
Das habe ich nachgemacht und bin nüchtern und zufrieden.

Ich bin auch nicht der Meinung, dass es zweischneidig ist sich zu outen.
Jeden den ich erzähle, dass ich Alkoholkrank bin, kann mir helfen, wenn es mal brenzlig wird.

Wer nicht vor anderen zu seiner Krankheit steht, wie will er selbst zu sich stehen.
Für mich sind das alles Ausreden, um sich nicht selbst eingestehen zu müssen, dass man mit Alkohol nicht umgehen kann.

Wenn das für Dich ein Loser ist, der sich sowas eingesteht, bin ich gern ein Loser. Ich habe meine Niederlage akzeptiert.
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Karsten hat zum Thema: Re: Mehr Selbstwertgefühl durch "Nichttrinker-Identität&quo geschrieben
Tabaluga
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 11.11.2005
Beiträge: 947

BeitragVerfasst am: 11.03.2006, 13:57    Titel: Re: Mehr Selbstwertgefühl durch "Nichttrinker-Identität&quo Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Frank!
Danke für Deine Ausführungen.
Ein „trockener Alkoholiker“ ist ein „Nichttrinker“,
aber ein „Nichttrinker“ ist noch lange kein Alkoholiker.

Und das Wort „Nichttrinker“ ist für mich auch nicht neutral, genau wie „Nichtraucher“.
Es gibt „Nichtschwimmer“...bei dem Wort „Nicht...“ geht es immer darum, dass Menschen etwas nicht können. Und demnach kann ein Nichttrinker nicht trinken....
Was sind das überhaupt für Wörter....wenn ich mich damit auseinandersetze, ist das Wort Nichtraucher schon komisch.
Man sagt zu „Normalos“ ja auch nicht „Nichtdrogenabhängiger“.
Wenn ich nicht rauche, bin ich Mensch. Wenn ich nicht „saufe“ oder mit Alkohol normal umgehen kann bin ich „Mensch“.
Egal, ob „trockener Alkoholiker“ oder „Nichttrinker“.....es ist ein Wortspiel.
Ich bin Alkoholikerin und trinke keinen Alkohol mehr. Weil ich nicht trinken „möchte“!

Und es ist ein Unterschied, ob ich keinen Alkohol trinke oder Alkoholkrank bin!
Und ich muss niemand sagen, dass ich Alkoholikerin bin. Ich sage auch, „Nein danke, ich trinke keinen Alkohol!“.
Aber in meinem Kopf ist dann nicht, dass ich nur jetzt eben keine Lust darauf habe, sondern in meinem Kopf ist, dass ich nie mehr Alkohol trinken möchte, weil ich dann „gesund“ leben kann und mein Leben nicht aufs Spiel setzte.
Und ich bin selbstbewusst geworden dadurch, dass ich mir das eingestanden habe.
Für mich spielt es mittlerweile keine große Rolle mehr, was Menschen bei meinem „Outen“ denken könnten (ich habe da positive Erfahrungen gemacht, die mir helfen!).
Wenn ich mir meiner Selbst bewusst bin, brauche ich mir darüber keine so großen Gedanken und Sorgen machen, was die anderen denken könnten, es geht um mein Leben!
Und ein Mensch, der mich deswegen ablehnt oder verurteilt, hat sich wahrscheinlich nie mit der Alkoholkrankheit beschäftigt.
Und gerade weil ich mich damit auseinander gesetzt habe und mir eingestanden habe, alkoholkrank zu sein, kann ich heute „gesund“ leben und ich brauche nicht mehr kämpfen!
Ich bin weder arm noch ein Looser, weil ich so denke, ich bin reich und eine Gewinnerin, weil ich so denke!
Jedem seine Meinung Winken
Liebe Grüße
Tabaluga
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Tabaluga hat zum Thema: Re: Mehr Selbstwertgefühl durch "Nichttrinker-Identität&quo geschrieben
Annika
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 05.12.2005
Beiträge: 3837
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 11.03.2006, 14:42    Titel: Hallo Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Frank,

ich bin z.B. nicht aus Überzeugung gegen den Alkohol.

Ich denke gar nicht daran meiner Freundin ihr Glas Wein welches sie alle Jubel Jahre trinkt madig zu machen.

Also deine Worte, es stört mich nicht und ich bin auch nicht neidisch auf sie. Sie kann mit Alkohol umgehen, ich nicht.

Ich bin froh und dankbar für MICH dass ich den Alkohol nicht mehr brauche.

Und es ist für mich kein Dauerstress keinen Alkohol zu trinken und wachsam zu bleiben.

Er ist mir egal geworden.( Also auch absurd ihn zu trinken und auch nicht als störend empfunden )

Sollte ich deiner Ansicht nach bei der Kapitulation als Looser dastehen,
gut bin ich einer.

mein Selbstwertgefühl ist erst mit dem trocken leben wieder positiv geworden und für den Satz " Ich heiße Annika und bin Alkoholikerin "
schäme ich mich bestimmt nicht !!

Zum Affen gemacht habe ich mich lange genug, von wegen kontrolliert trinken können, Trinkpausen von einer Woche usw. Da lebe ich wesentlich entspannter mit einer lebenslang andauernden Niederlage, wie du es nennst.

Und selbstverständlich gehört zu dem ganzen, dass ich erkannt habe dass Alkohol trinken mir keinen einzigen Vorteil bringt.

Im Grunde genommen kommen wir auf einen Nenner
angestrebt wird

eine ZufriedeneTrockenheit

Wenn du der Ansicht bist, dass du ein genesender Süchtiger bist, soll mir pesönlich das egal sein, auch du mußt das

ERSTE GLAS stehen lassen damit deine " Genesung" nicht wieder Sucht wird.

Gruß Annika, Alkoholikerin 3 Monate trocken
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Annika hat zum Thema: Hallo geschrieben
Joachim
Gast






BeitragVerfasst am: 11.03.2006, 14:52    Titel: Re: Mehr Selbstwertgefühl durch "Nichttrinker-Identität&quo Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Frank,

ich bin trockener Alkoholiker und bin sehr zufrieden.
Als ich aufgehört habe "rumzueiern" und mir eingestehen konnte, dass ich alkoholkrank bin und es auch mein Leben lang bleibe, konnte ich anfangen wieder an meinem Selbstwertgefühl zu arbeiten.

Ich habe eingesehen, dass der Alkohol stärker ist als ich. Nun gut, jetzt bin ich in Deinen Augen ein armer Loser. Ich finde es schon ziemlich vermessen.
Ich weiss, dass es nicht so ist, und das ist für mich das wichtigste.

Meine Krankheit war und ist für mich eine Chance mein Leben zu verändern, um es zukünftig zufrieden alkoholfrei zu gestalten.
Ubrigens empfinde ich das Nichttrinken keineswegs als Verzicht.

Gruss Joachim
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Joachim hat zum Thema: Re: Mehr Selbstwertgefühl durch "Nichttrinker-Identität&quo geschrieben
Frank68
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 10.02.2006
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: 11.03.2006, 15:40    Titel: Re: Mehr Selbstwertgefühl durch "Nichttrinker-Identität&quo Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Vielen Dank für die Antworten. Ich gehe hier etwas unsystematisch auf alle ein:

Mir liegt es fern, jemanden als Loser oder in irgendeiner anderen Weise zu beleidigen. Jeder soll auf seinem Weg trocken bleiben.

Es geht mir vielmehr darum, welches Selbstbild und damit Selbstwertgefühl ich habe, wenn es mir gelungen ist, mich vom Alkohol zu lösen, die Abhängigkeit zu besiegen.
Ich frage mich, ob es Wege gibt, dass eigene Selbstwertgefühl wieder aufzubauen - ohne sich neuerlich zu belügen.

Warum soll ich weiterhin sagen: "Ich heiße Frank und bin Alkoholiker", wenn ich keinen Alkohol mehr trinke.
Die Diskussion von Fox hat schon enormen Widerstand bei manchen ausgelöst, weil er sagt "ich w a r Alkoholiker".
Auch mit der Bezeichnung "trockener" Alkoholiker bin ich ganz dicht an miener Vergangenheit und löse entsprechende Bilder und Vorstellungen aus -bei mir und anderen.

Dass ich als ehemaliger Alkoholiker leichter bei einem Rückfall abrutschen kann, reicht mir nicht aus, um mich als "krank" und weiterhin als Alkoholiker erleben zu müssen.
Das hat nichts damit zu tun, dass ich die Krankheit nicht annehme und akzeptiere. Ich habe sie angenommen und deshalb aufgehört zu trinken. Der einzig richtige Weg. Aber nun bin ich gesund.

Es geht nicht darum, diejenigen als dumm darzustellen, die die herkömmliche Sichtweise weiter vertreten. Es geht vielmehr darum, eine postive, zukunftsgerichtete Sichtweise zu übernehmen, die nicht nur ein zufriedenes sondern ein glückliches und unbeschwertes Leben zuläßt.

In dieser positiven Identität als Gesunder habe ich weniger Angst vor einem Rückfall und lebe deshalb unbeschwerter.

Da ich innerlich gegen Alkoholkonsum eingestellt bin, kann ich auch nicht leichtsinnig werden und Alkohol trinken.

Ich finde den Begriff "Nichttrinker" zwar auch nicht gerade ideal, mir fällt aber derzeit kein besserer, unbelasteter Begriff ein. Antialkoholiker richtet sich wörtlich genommen gegen Alkoholiker und hat für mich einen apostelhaften Beigeschmack.

Wenn ich gefragt werde, sage ich auch nur erst einmal "Nein, danke". Wenn es Sinn macht, sage ich erst "Ich trinke keinen Alkohol". Die Bezeichnung "Nichttrinker" werde ich wohl selten nach außen kommunizieren, sie ist nur für mich eine Orientierung und sorgt durch ihre Nähe zum Nichtraucher bei mir für klare Vorstellungenm, was ich will und bin.

Ich weiß nicht, ob in diesem Forum schon eine Outing-Diskussion geführt wurde. Ich für meinen Fall würde mich nie als Ex-Alkoholiker outen. Ich habe von diversen Leidensgefährten erfahren, dass sie dann doch mit Aufgaben betraut wurden, die weniger Verantwortung bedeuteten oder sie hatten noch gravierendere berufliche Nachteile. Viele haben ja auch durchaus nicht ohne Grund die Befürchtung, man könne rückfällig werden. Im Privatleben gilt vielleicht etwas anderes.
Grüße von Frank
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Frank68 hat zum Thema: Re: Mehr Selbstwertgefühl durch "Nichttrinker-Identität&quo geschrieben
Tabaluga
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 11.11.2005
Beiträge: 947

BeitragVerfasst am: 11.03.2006, 16:14    Titel: Re: Mehr Selbstwertgefühl durch "Nichttrinker-Identität&quo Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Lieber Frank!
Ich fühlte mich nicht beleidigt! Winken

Mit den Nachteilen, wenn "Mann" oder "Frau" sich "outet", dass sehe ich auch etwas anders:
Ich denke, dass viele ihre "Alkoholkrankheit" gar nicht verstecken konnten und es viele gewusst haben, ohne etwas zu sagen.
Vielleicht auch ein nicht wissen, wie Menschen damit umgehen sollen.
Und wenn Kollegen mitbekommen, dass ein Mensch eine "Fahne" hat, und auch das Äußere darauf schließen lässt, dass dieser Mensch ein "Problem" hat, könnte es für sie eine Erleichterung sein, wenn der Betroffene offen darüber redet.
Es ist sicher nicht allgemein zu sagen, wann ich mich "oute" und wann nicht.
In meinem Umfeld habe ich die Erfahrung gemacht, dass es mir geholfen hat.
Ich brauche das "Versteckspiel" nicht mehr, ich erfahre Hilfe und Schutz.
Ich fühle mich befreiter.
Und weil ich weiß, dass es keine Willensschwäche ist sondern eine Krankheit, brauche ich mich nicht schämen dafür.
Andere schämen sich auch nicht für eine Krankheit, warum soll es beim Alkohol anders sein.
Es gibt viele Krankheiten. Aber nur, weil ein Mensch eine Krankheit hat, heißt es nicht, dass er im Selbstmitleid zerfließt und nicht glücklich und zufrieden leben kann.
Ich denke, wenn Menschen ihre Krankheit akzeptieren und annehmen, dass einige Dinge in ihrem Leben anders sind als bei anderen Menschen, können sie sehr gut damit leben.
Und hier meine ich nicht nur die Alkoholkrankheit....
Ich denke, es hat auch viel mit der Persönlichkeit eines Menschen zu tun, ob er nun fortwährend an die Krankheit denkt oder sein Leben mit der Akzeptanz und den notwendigen Änderungen durchaus "normal" , glücklich und zufrieden leben kann.
Liebe Grüße
Tabaluga
die den Meinungsaustausch sehr positiv findet und immer Neues dazu lernt! Winken
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Tabaluga hat zum Thema: Re: Mehr Selbstwertgefühl durch "Nichttrinker-Identität&quo geschrieben
britney
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 15.02.2006
Beiträge: 146
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 11.03.2006, 17:32    Titel: Re: Mehr Selbstwertgefühl durch "Nichttrinker-Identität&quo Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Frank,

ich glaube nicht, dass man als Alkoholiker gesund ist, nur wenn aufgehört hat zu Trinken.Was macht denn die Alkoholkrankheit aus? Es ist der Kontrollverlust, wir können die Trinkmenge nicht mehr kontrollieren und werden es auch nie wieder lernen.Deshalb werden wir immer krank bleiben, auch wenn die Krankheit durchs Nichttrinken zum Stillstand gekommen ist. Da diese Krankheit auch einen Namen hat, hat derjenige der diese Krankheit hat auch einen Namen, den man offen aussprechen kann.Ein Diabetiker ist ja auch sein Leben lang krank und kann mit Hilfe bestimmter Ernährung ganz gut mit der Krankeit leben, ohne dann automatisch gesund zu sein.

Ich denke aber, jeder sollte mit dieser Krankheit umgehen wie er will, soll sich nennen wie er will, Hauptsache er bleibt auf seinem Weg.

Ich selbst habe kein Problem damit, mich zu outen.Auch weil ich dann Diskussionen über Trinken oder Nichttrinken von vornerein ausschließen.Wenn ich sagen würde, ich bin Nichttrinker, könnte es nur für eine bestimmte Zeit sein und ich müßte mich immer wieder neu erklären.

Liebe Grüße von Britney am 17.Tag n.n.ZR
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britney hat zum Thema: Re: Mehr Selbstwertgefühl durch "Nichttrinker-Identität&quo geschrieben

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