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Mehr Selbstwertgefühl durch "Nichttrinker-Identität&quo

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Frank68
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 10.02.2006
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: 11.03.2006, 19:36    Titel: Re: Mehr Selbstwertgefühl durch "Nichttrinker-Identität&quo Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Tabaluga,
ich kann Deine Einstellung zum Outen verstehen. Wenn es schon viele gewusst haben, dann ist die Flucht nach vorn ein guter Weg. Wenn es aber tatsächlich gelungen ist - auch durch Coalkoholismus in der Familie - die Krankheit nach außen abzuschirmen, wenn es für andere eine Überraschung wäre, wenn man neue Beziehungen knüpft, sollte man sich überlegen, ob man sich als trockener Alkoholiker zu erkennen gibt. Bisher habe ich "outet" gesagt und meine das auch weiterhin so. Für die Teilnehmer in diesem Forum ist Alkoholismus inzwischen etwas Normales, für Außenstehende eine Sache mit vielen Fragezeichen, Voreingenommenheiten. Untersuchungen haben sogar erhebliche negative Vorurteile gegenüber Alkoholikern bei den Ärzten festgestellt. Es ist keine so "gewöhnliche" Krankheit wie eine Zuckerkrankheit o. ä., da man sich und seine Umgebung dramatisch als Alkoholiker schädigt und da zur Genesung oft viele tlw. katastrophale Rückfälle gehören. Viele schaffen es ja gar nicht, angeblich sollen sich nur 3% überhaupt in Behandlung begeben.
Wenn man - so wie ich - mehrere Jahre keinen Alkohol trinkt und für sich auf keine Rückfallgefahr erkennt, braucht man nicht auf eine frühere Krankheit hinzuweisen. Weiter siehe unten

Liebe Britney,
es ist richtig, dass Du allen Diskussionen zum Thema Alkohol entgehst, wenn Du auf Deinen früheren Alkoholismus hinweist. Vielleicht mag das auch für viele der richtige Weg sein, solchen Diskussionen aus dem Weg zu gehen.
Wer sich argumentativ gegen Alkoholkonsumkonsum ausspricht, muss damit jedoch nicht unbedingt anderen vor den Kopf stoßen - wenn er dem anderen die Entscheidung überlässt. Es geht ja nicht darum, den anderen zu bekehren, es geht darum, dass der andere akzeptiert, dass Nichttrinken auch etwas ganz Normales sein kann und dass er es tolerieren sollte.

Viele Grüße von Frank
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Frank68 hat zum Thema: Re: Mehr Selbstwertgefühl durch "Nichttrinker-Identität&quo geschrieben
Tabaluga
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 11.11.2005
Beiträge: 947

BeitragVerfasst am: 11.03.2006, 20:57    Titel: Re: Mehr Selbstwertgefühl durch "Nichttrinker-Identität&quo Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Frank!
Jeder trockene Alkoholiker ist nur ein Glas vom Rückfall entfernt.
Das lese ich hier ganz oft und ich habe vor kurzem von einem Mann erfahren, der nach sieben Jahren Trockenheit einen Rückfall hatte. Traurig

Und wenn ich eine neue "Beziehungen" knüpfe und nach einer Weile mit dem Thema Alkohol konfrontiert werde, muss ich mich erneut zu erkennen geben, ansonsten ist das Thema nicht vom Tisch, dass ich keinen Alkohol trinken möchte. Und das nicht möchte heißt nicht, weil ich ein Gegner von Alkohol bin, sondern weil es für mich sehr gefährlich wäre, ja sogar lebensgefährlich, wenn ich das erste Glas nicht stehen lassen. Und damit mein Gegenüber diese Dringlichkeit wahrnimmt und mir eher hilft, als einem "Nichttrinker" zu einem Glas überreden zu wollen, rede ich Klartext. Selbst auf die Gefahr, das der andere sich von mir abwendet!
Auch finde ich, dass ein Mensch, mit dem ich eine Beziehung eingehe, mich auch mögen sollte mit meiner "Krankheit".
Ansonsten ist es keine Beziehung!
Und warum bekommt man vom Versorgungsamt Prozente?
Wegen einer Krankheit, einer lebenslangen Behinderung.
Es ist nicht zu löschen aus meiner Vergangenheit!
Und ich habe mit Ärzten auch andere Erfahrungen gemacht! Winken

Auch wenn Du Britney angesprochen hast....
Ich spreche mich nicht gegen Alkoholkonsum aus!
Menschen um mich herum haben kein Problem mit dem Alkohol und trinken ihr Gläschen.
Nur werde ich keinen Alkohol mehr konsumieren! Winken
Damit stoße ich niemand vor den Kopf.
Ich versuche nicht zu "bekehren", ich erzähle von mir und das gibt vielleicht mal jemand zu denken Mit den Augen rollen
Liebe Grüße
Tabaluga
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Tabaluga hat zum Thema: Re: Mehr Selbstwertgefühl durch "Nichttrinker-Identität&quo geschrieben
britney
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 15.02.2006
Beiträge: 146
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 11.03.2006, 22:38    Titel: Re: Mehr Selbstwertgefühl durch "Nichttrinker-Identität&quo Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Frank,

ich gebe dir recht, dass der Alkoholismus in unserer Gesellschaft mit negativen Vorstellungen und Klischees verbunden ist, aber sieht man genauer hin, betrifft es alle Schichten in der Gesellschaft. Den typischen Alkoholiker gibt es doch garnicht. Wenn mein Gegenüber mich also in diese Schublade stecken will, bitte schön, aber dann ist es kein Partner für mich, denn es ist sehr oberflächlich und rührt aus einer gewissen Unwissenheit her.Interessiert sich aber jemand wirklich für mich, dann wird er die Krankheit hinterfragen und sich damit auseinandersetzen.

Zustimmen möchte dir teilweise, dass es im Berufsleben zu Problemen kommen kann, wenn man sich outet, aber das soll jeder für sich selbst entscheiden.Ich habe mich dafür entschieden mein neues Leben ohne Lügen zu leben, gelogen habe ich in der alten Zeit genug.

Zum Thema "die anderen zu bekehren" hast du mich nicht richtig verstanden.Natürlich werde ich niemanden gegen den Alkohol "aufhetzen", sollen sie trinken oder es lassen, in der Beziehung geht ganz allein um mich und darum, dass ich nicht Trinken möchte.

Liebe Grüße von Britney
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britney hat zum Thema: Re: Mehr Selbstwertgefühl durch "Nichttrinker-Identität&quo geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 32803
Alter: 49
Wohnort: Eberswalde

BeitragVerfasst am: 11.03.2006, 23:03    Titel: Re: Mehr Selbstwertgefühl durch "Nichttrinker-Identität&quo Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

ich möchte mal noch den Aspekt "Die Meinung von anderen Menschen" miteinbringen.
Warum sollte man sich Sorgen machen, was irgendwelche Menschen über einen denken. Mein Umfeld versteht meine Krankheit. Wer sie nicht versteht, gehört nicht zu meinem Umfeld.

Als ich gesoffen habe, habe ich mir auch keinen Kopf über Andere gemacht, als sechsmal die Woche in die gleiche Kaufhalle gegangen bin und mir Alkohol gekauft habe.
Jeder im Haus mich gemieden hat, in der U-Bahn niemand neben mir sitzen wolte.
Wenn man ständig Alkohol trinkt, riecht man am ganzen Körper nach dem Zeug. Man kann sich noch so viel Mühe geben, jeder sieht es einen an.

Manche behaupten ja, dass sie nie aufgefallen sind. Auch wenn man nicht direkt drauf angesprochen wird, man redet über jemanden, der jeden Tag trinkt.
Da hätte man sich schämen können. Jetzt wo man nichts mehr trinkt, hat man keinen Grund dazu.
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Karsten hat zum Thema: Re: Mehr Selbstwertgefühl durch "Nichttrinker-Identität&quo geschrieben
Joachim
Gast






BeitragVerfasst am: 12.03.2006, 00:18    Titel: Re: Mehr Selbstwertgefühl durch "Nichttrinker-Identität&quo Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

ich sehe das s.g. "Outen" nicht als Flucht an, auch nicht als Flucht nach vorne.
Für mich ist es Ehrlichkeit. Ehrlichkeit anderen gegenüber, aber vor allem mir selbst gegenüber. Ich hänge mir gewiss kein Schild um den Hals, wo drauf steht, dass ich alkoholkrank bin, aber die Menschen, die mir wichtig sind wissen davon und können damit umgehen.

Gut dem ein oder anderem gefällt es nicht, aber damit kann ich leben, das ist nicht mein Problem.
Und schämen tue ich mich schon mal gar nicht. Wofür auch ? Weil ich krank bin ??

Gruss Joachim
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Joachim hat zum Thema: Re: Mehr Selbstwertgefühl durch "Nichttrinker-Identität&quo geschrieben
Frank68
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 10.02.2006
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: 13.03.2006, 06:11    Titel: Re: Mehr Selbstwertgefühl durch "Nichttrinker-Identität&quo Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Tabaluga,
ich kann Deine Haltung und auch Dein Verhalten verstehen.
Ich bin inzwischen jedoch Gegner jeglichen Alkoholkonsums geworden und mir fällt es von Tag zu Tag schwerer zu ertragen, in welchem Maße bei uns Alkoholkonsum zur gesellschaftlichen Normalität geworden ist.
Wie mir ja auch schon von Karsten vorgeworfen wurde, habe ich eine „verkäuferische“ Art. Ich missioniere also wohl ganz gern – insbesondere auch für ein alkoholfreies Leben.
Bei jeder Diskussion über Alkoholkonsum übe ich wieder meine Argumente dagegen und bekräftige damit wieder meine Einstellung. Wenn mir wirklich mal ein neues Argument für Alkoholkonsum vorgetragen werden sollte, dann recherchiere ich, um mich wieder zu festigen. So war ich übrigens auf den Artikel in der Süddeutschen Zeitung gekommen, in dem stand, dass auch das angebliche positive tägliche Gläschen Rotwein eine Mär ist.
Grüße von Frank
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Frank68 hat zum Thema: Re: Mehr Selbstwertgefühl durch "Nichttrinker-Identität&quo geschrieben
Shakti
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 12.01.2006
Beiträge: 260

BeitragVerfasst am: 13.03.2006, 12:47    Titel: Re: Mehr Selbstwertgefühl durch "Nichttrinker-Identität&quo Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Frank,

Deine Antihaltung gegen Alkohol kann ich gut verstehen. Geht mir ähnlich, weil ich eine große Wut auf das Zeug habe, dass so viele Leben und Familien zerstört, das krank macht und oft gewalttätig, straffällig, andere(s) und sich selbst in so vielfältiger Weise kaputt macht.

Allerdings muss ich mich auch zur Räson bringen, weil es eben viele Menschen gibt, die mit Alkohol umgehen können und dies in Maßen konsumieren. (Bei Zigaretten bin ich rigoroser. Deren Vertrieb ist ein absoluter gesellschaftlicher Skandal, Alkohol kommt danach...)

Nur mal so meine spontanen Gedanken, v.a. finde ich es gut, dass Du auf den Blödsinn über die angeblich positive Wirkung geringfügiger Mengen Alkohol (Rotwein) hinweist. In meiner nassen Zeit habe ich diese Mär auch zum Anlass genommen, gerade an meinen "sophiosticated" Rotwein "festzuhalten". Zwei Gläschen in Ehren ... Ha ... die vielen weiteren "Gläschen" wurden unehrenhaft entlassen - und zwar abgeschoben in meinen armen Körper, der auf diese "Medizin" sehr gut verzichten konnte.

Es ist immer gut, Geschäftsstrategien der Wirtschaft aufzudecken bzw. gesellschaftliche Skandale, die wegen des Profits durch aggressive, dennoch fies subtile Werbung und Falschinformation vernebelt werden. Die Millionenzahlen der jährlichen Alkohol- und Nikotin-Todesopfer machen sich eben nicht so gut auf Plakaten und Zeitungsanzeigen. Den Toten fehlt eben das nötige Budget.

Tut mir leid, aber ein bisschen Polemik ist manchmal ganz entspannend.

Gerade sehr wütende aber an Euch Herzliche Grüße
Shakti
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Shakti hat zum Thema: Re: Mehr Selbstwertgefühl durch "Nichttrinker-Identität&quo geschrieben
MorningStar
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 07.01.2007
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 14.01.2007, 13:29    Titel: Re: Mehr Selbstwertgefühl durch "Nichttrinker-Identität&quo Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Frank,

mir hilft es mich selbst als einen Menschen mit "hoher Achtsamkeit" zu begreifen.
Das läßt mich nie vergessen, dass ich auf mich und mein Verhalten aufpassen muss, aber es ist positiv genug, um mir auch als Ziel bzw positive Lebensperspektive zu dienen.
Herzl.Grüße!
MornigStar
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MorningStar hat zum Thema: Re: Mehr Selbstwertgefühl durch "Nichttrinker-Identität&quo geschrieben

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