| Bitte um andere Meinungen • welche Hilfe bei Quartalstrinker? |
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dagmar007 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.05.2008 Beiträge: 2894
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Verfasst am: 11.04.2010, 09:05 Titel: Re: Blitzlichter beim Therapiegespräch - Nachsorge |
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Hallo, Ihr Lieben,
danke für Eure Feedbacks
Ja, liebe Doro - urplötzlich - ein "Flash" und alles ist "back". Genau das was mir widerfahren ist ohne Bezug zu der Person.
Nun, logisch, wenn ich dem Therapeuten richtig "folgen" kann, dann muss der damalige (gefühlte) Schmerz ebenfalls behandelt/erledigt/geheilt werden was nur über den Kopf nicht möglich ist. Somit also nochmals und wiederfühlen um dann daraus versuchen sich angenehmes "anzulernen".
Hatte ich im Prinzip auch gemacht aber nicht verstanden was da passiert ist. Und genau da beginnt es mit der Nachsorge. Warum ist irgendwas wirr. Wir sind einfach leider nicht die Fachleute. Und genau deshalb können eher neutrale Helfer uns oder einem Süchtigen helfen, niemals zu nahestehende, die ja einfach schon "vorbelastet" sind.
Du hast Recht Kaltblut, das, was mich früher überrollte und überdimensionale Gefühle auslöste, dem kann ich jetzt "gegenübertreten" es annehmen und ver- oder bearbeiten, oder einfach in die Wüste schicken wenn es zum jetzigen Zeitpunkt zu wirr ist.
Das aber musste ich erst verstehen, und verwunderte mich zu diesem sehr späten Zeitpunkt sehr.
Tja, was passiert, wenn man/frau sich trennt. Erstmal fühlte ich mich leer, sinnlos. Aber es gab so vieles was ich schön fand, was mich interessierte. Immer mehr Zeit und Liebe zu eben diesen schönen Dingen konnte ich mir nehmen. Es passierte automatisch weil ich nicht mehr abgelenkt war durch die Suchtproblematik.
Aber ich musste ganz viel auf und in mich hören um zu erfassen was will ich, was nicht, was kann ich und was nicht und wo benötige ich Hilfe - oder aber einfach was schiebe ich auf die Seite weil ich es heute nicht lösen kann. Geduld.... noch immer lerne ich sie. Früher hielt ich Probleme nicht aus und wollte sie lösen, aus der Welt schaffen, heute weiß ich dass manches seine Zeit benötigt und akzeptiere es.
Hm, Persönlichkeitsveränderung. Klar, ist der Partner nicht mehr der, in den man/frau sich verliebt hatte. Aber ob das wirklich der Alk gemacht hat?? Das muss ich einfach mal neutral stehen lassen, denn das würde tatsächlich bedeuten, dass der Abhängige die Realität nicht mehr wahrnimmt, und so quasi genau den § hat, auf Grund dessen das Gesetz von "geringerer Schuldfähigkeit" spricht, ... neben sich .... Ein Fremder in der eigenen Welt, bedenklich....
Lieben Gruß von Dagmar |
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| dagmar007 hat zum Thema: Re: Blitzlichter beim Therapiegespräch - Nachsorge geschrieben
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stella2010 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.03.2010 Beiträge: 1008 Alter: 40
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Verfasst am: 11.04.2010, 10:57 Titel: Re: Blitzlichter beim Therapiegespräch - Nachsorge |
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Hallo Dagmar,
du bist ja schon ein gutes Stück auf dem Weg zu dir gegangen.
Ich glaube schon, dass der Alkoholmissbrauch die Person, die man einmal liebte verändert. Allein schon durch die veränderte Realitätswahrnung im Suff.
Aber das möchte ich noch einmal klarstellen, das rechtfertigt keine verminderte Schuld. Niemand zwingt mich zu trinken. Niemand zwingt mich soviel zu trinken, dass ich nicht mehr weiß, was ich tue.
Ich bin es leid, mich kleinmachen zu lassen, mir für alles die Schuld geben zu lassen, weil der Partner/die Partnerin betrunken ist.
Und daher denke ich, dass es vielleicht noch schwieriger ist, nach einer Partnerschaft mit einem Alkoholiker, sich selber wieder zu finden. Ich habe mich ja lange der verzerrten Realität angepasst. Eine Überlebensstrategie entwickelt, um in dieser Partnerschaft zu verharren.
Der Weg zum eigenen ICH ist vielleicht noch weit, lohnt sich aber.
So viel, von mir
liebe Grüße |
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| stella2010 hat zum Thema: Re: Blitzlichter beim Therapiegespräch - Nachsorge geschrieben
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dagmar007 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.05.2008 Beiträge: 2894
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Verfasst am: 14.04.2010, 05:25 Titel: Re: Blitzlichter beim Therapiegespräch - Nachsorge |
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Hallo Ihr LIeben,
mich würde mal ganz dolle interessieren, wie es Doro jetzt geht, denn das war ja ganz ähnlich was sich bei Ihr/Dir aufgezeigt hat.
Für mich hat sich gezeigt, dass das ein ganz, ganz wichtiger - wenn auch schmerzvoller - weiterer Schritt war. Nachsorge ist also auch für uns das a und o! Zumindest bei mir....
Nachdem ich mit Freundin und Therapeuten und hier darüber geredet habe wurde die Stimmung langsam ruhiger. Diese bisher gehabten täglichen Gedanken, die zwar emotionslos sich mit der Beziehung beschäftigten und mit dem was geschah, sind abgestellt. Bis dato dachte ich abend für abend was da alles passierte und wie froh ich bin dem entgagnen zu sein.
Nunmehr bin ich einfach froh über mein Leben - ohne die Gegenüberstellung dessen wie schlimm, dieses Leben, eben zuvor war.
Ganz komisch war eine plötzliche - wenn auch wieder emotionslose - Neugierde was der Expartner wohl treibt oder ob er noch lebt. Rund eine Stunde spürte ich eine unsagbare Neugier. Klar, ich selber habe ja alle Kontaktversuche von ihm abgeblockt, dem Umfeld gesagt, ich will nicht wissen was er treibt, diese haben das begriffen und ich habe nunmehr bald ein Jahr keine Infos mehr darüber.
Diese Neugier war für mich (so hatte ich den Eindruck) der endgültige Durchblick in Sachen "es ist vorbei, er ist weg und geht Dich nichts mehr an". Komisch war diese Neugierde schon, denn vom Kopf her wollte und will ich auch nichts über den Menschen wissen.
Fakt ist: Alles quasi in Kurzform nochmal durchlebt: den Schmerz, das "wissen wollen" und das kleben an dem Thema.
Nunmehr ist aber alles leer was zuvor böse Erinnerungen waren. So als hätte ein Radierer durch den Schmerz ganze Arbeit geleistet. Das war wohl mein Schritt in die normale Realität mit dem Herzen und der Seele, die ich zuvor nur mit Körper und Alltagsbewältigung gegangen bin.
N a c h s o r g e ....
Ein Thema, von dem ich nicht gedacht hätte sie zu benötigen! Mir ging es auch zuvor gut und ich fühlte mich wohler in meinem Leben als je zuvor! Dennoch: es gibt Wunden und Verletzungen deren Heilvorgang ich nicht sehen und spüren kann. Da benötige ich neutrale Hilfe, mein Reden darüber und die neutrale Betrachtung von Freunden oder Fachleuten. Die normale Realität in meine Realtität einlassen und verschmelzen lassen.
Die Energie, die ich zur Ver- und Bearbeitung benötigte steht mir nun wieder selber zur Verfügung weil ich (zumindest jetzt und heute) keinerlei Gedanken in über oder zu der Beziehung mehr habe. Heute zumindest habe ich mehr Energien für Job, Haushalt und Hexenhaus.
Ich gehe davon aus, dass es auch in Zukunft den einen oder anderen Flashback geben wird, der dann auch aufgearbeitet werden muss bis ich irgendwann mal alles "los" habe.
Ich habe, was mich betrifft, den Eindruck es geht Schritt für Schritt, sobald dann Schmerz eintritt, kommt die nächste Stufe. Wie lange das geht und wieviele "Schmerzen" vor mir stehen weiß ich nicht. Aber keiner dieser Schmerzen ist nur halb so schlimm, wie die, die ich innerhalb der Beziehung erlitt!
Aber ... es zeigt wie lange mein Weg raus ist aus der Sucht ....
LIeben Gruß von Dagmar |
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| dagmar007 hat zum Thema: Re: Blitzlichter beim Therapiegespräch - Nachsorge geschrieben
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silberkralle sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.12.2009 Beiträge: 4059 Alter: 60 Wohnort: Wilkau-Haßlau
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Verfasst am: 19.04.2010, 12:49 Titel: Re: Blitzlichter beim Therapiegespräch - Nachsorge |
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glück auf dagmar
| dagmar007 hat Folgendes geschrieben: | | Ich gehe davon aus, dass es auch in Zukunft den einen oder anderen Flashback geben wird, der dann auch aufgearbeitet werden muss bis ich irgendwann mal alles "los" habe. | ich meine es wird nie ganz aufhören - s wird seltener + weniger heftig
| dagmar007 hat Folgendes geschrieben: | | Ich habe, was mich betrifft, den Eindruck es geht Schritt für Schritt, sobald dann Schmerz eintritt, kommt die nächste Stufe. Wie lange das geht und wieviele "Schmerzen" vor mir stehen weiß ich nicht. | mir hat geholfen alles schmerzhafte aufzuschreiben und das papier unter vergangenheit abzulegen - wenn der schmerz wiederkommt (hinterhältigerweise ganz unerwartet + oft zu den ungünstigsten augenblicken) weis ich das is vergangenheit - ich kanns heute nich mehr ändern - dann geht der schmerz meist schnell vorüber
schönen montagnachmittag
matthias |
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| silberkralle hat zum Thema: Re: Blitzlichter beim Therapiegespräch - Nachsorge geschrieben
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dagmar007 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.05.2008 Beiträge: 2894
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Verfasst am: 22.04.2010, 05:06 Titel: Re: Blitzlichter beim Therapiegespräch - Nachsorge |
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Absolut richtig, was Du sagst, lieber Matthias,
ich war damals geschockt ohne Ende, als plötzlich nach 1 1/2 Jahren just selbiges Gefühl den Magen zum Flattern brachte. Ohne Anlaß ohne Bezug zur Vergangenheit - einfach da ....
Ich hätte es mir selber nicht erklären können woher, warum und wieso das so ist. Das sind eben die Punkte für mich, wo mein Hirn einfach nicht reicht und wo neutrale Beobachter oder Menschen, die es selber erfahren haben sagen können: "Halt, ist ganz normal, läuft so und so".
Ich kann mir wie Du so schön schreibst, nämlich verdammt gut vorstellen, dass es einem stoffbezogenen Kranken ebenso geht und genau dann der Moment kommt "jetzt nehme ich wieder die Medizin, die früher half". Gar nicht bewußt, ebenso wenig bewußt, wie bei mir als nur Co der Schmerz da war, eben Abhilfe zu schaffen. Boahh, ich finde das erschreckend. Klar, auch eine Chance, wenn man/frau dann mal weiß was es ist und das es je "eigentlich" ein großer Schritt nach vorne ist.
Mir wurde mal von einem Betroffenen gesagt "da wo der Schmerz ist, da bist Du richtig" aber an diesen Schmerz hatte ich nicht gedacht, für mich war immer nur das aktuelle, jetzt geschehene präsent.
Erstaunlich nur, dass nun tatsächlich die anderen Anhängsel der vergangenen Monate weg sind. Nunmehr mache ich mir keine Gedanken mehr warum dies und das so war und ich so reagiert habe. Nunmehr ist es mir "egal" (zumindest heute und jetzt).
Auch Dir einen schönen Tag, lieber Matthias, bei uns soll es sonnig sein und ich vermisse fast den Regen, der meiner Botanik mal sooo gut tun würde. Nun ja, dann wird eben meine körperliche Betätigung mir gut tun....
Lieben Gruß von Dagmar |
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| dagmar007 hat zum Thema: Re: Blitzlichter beim Therapiegespräch - Nachsorge geschrieben
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