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ich finde er sollte verantwortung dafür übernehmen...

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Autor Nachricht
stella2010
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 25.03.2010
Beiträge: 1008
Alter: 41

BeitragVerfasst am: 08.04.2010, 21:57    Titel: Re: ich finde er sollte verantwortung dafür übernehmen... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Freyi,

ja, das sind schwere Entscheidungen, die du treffen musst. Nun, du hast ja schon einige Denkanstöße bekommen.

Wie geht es dir, wenn er trinkt? Wie geht er mit dir um, wertet er dich ab, macht er dich klein und für all seine Probleme verantwortlich. Oder wird er laut, schreit herum, bedroht dich, schlägt dich womöglich?

Nun du hast es richtig erkannt. Du bist für dich und auch für deine kleine Tochter verantwortlich. Du musst für dich und die Kleine versuchen, den Teufelskreis der Sucht (die ja auch schon dein Vater und jetzt dein Mann betrifft) zu durchbrechen. Für dich und für sie.

Was wirst du als nächstes tun?

Liebe Grüße
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stella2010 hat zum Thema: Re: ich finde er sollte verantwortung dafür übernehmen... geschrieben
Freyj
Gast






BeitragVerfasst am: 10.04.2010, 00:30    Titel: Re: ich finde er sollte verantwortung dafür übernehmen... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

heute morgen musste ich feststellen, dass unser Haustier über Nacht gestorben ist. Lag im Käfig Traurig Unser Reptil war uns sehr wichtig und wir haben sie heute begraben... zusammen. Ich habe zu ihm gesagt, dass wohl erst der Tod unseres Haustieres uns zeigen muss, was wir voneinander haben und wie wichtig unsere Beziehung ist. Das wir immer daran arbeiten müssen. Das wir Kompromisse schließen müssen und, dass wir aufeinander zu gehen müssen. Dass wir mit einander reden müssen und die Probleme nicht in uns fressen dürfen. Wir haben abgemacht, dass wir ein letztes Mal zusammen versuchen werden die Probleme im Griff zu bekommen, die Probleme in Angriff zu nehmen. Ich habe ihm gesagt, dass ich jetzt schon nicht mehr kann und, dass der Tod unseres Haustieres meine Psyche nicht gerade bessert. Er hatte heute nach dem Begräbnis noch versucht seinen Arzt in meiner Gegenwart anzurufen. Er wird einen Termin machen... mal schauen...

Wenn er trinkt, dann ist er zärtlicher und "lustiger". Er macht mich auch nicht für seine Probleme verantwortlich. Wenn er nüchtern ist, dann ist er sehr ruhig und in sich gekehrt. Redet wenig und lacht wenig. Ist einfach irgendwie emotionslos. Wenn er nüchtern ist, dann zeigt er kaum seine Gefühle auch nicht mir gegenüber, wie als wenn er trinkt. Das ist mein Problem.

Ich frage mich manchmal, ob er es mit mir nicht nüchtern aushält, ob er mich nur dann richtig liebt, wenn er etwas trinkt. Er versichert mir immer, dass dies einfach nicht der Fall ist. Das er zwar im betrunkenen Zustand mehr Emotionen zeigt, als im nüchternen. Er sagt, dass er mich über alles liebt und auch meinen Körper, er es aber im nüchternen Zustand es nicht so zeigen kann.

Wenn er trinkt, dann bin ich immer durcheinander. Z. B. sage ich ihm noch, dass ich es nicht gut finde und, dass es mich verletzt. Aber dann trinkt er wieder. Ich habe dann immer das Gefühl, als würde er auf meine Gefühle rum treten.

Es ist alles sehr schwer zu beschreiben und irgendwie durcheinander, verwirrend und kompliziert...

LG ICH
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Freyj hat zum Thema: Re: ich finde er sollte verantwortung dafür übernehmen... geschrieben
Elke1965
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 10.01.2010
Beiträge: 69
Alter: 47

BeitragVerfasst am: 10.04.2010, 08:31    Titel: Re: ich finde er sollte verantwortung dafür übernehmen... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo, Freyi,

"Ich frage mich manchmal, ob er es mit mir nicht nüchtern aushält"

Nein, er hält es mit sich nicht aus.

LG, Elke
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Elke1965 hat zum Thema: Re: ich finde er sollte verantwortung dafür übernehmen... geschrieben
Freyj
Gast






BeitragVerfasst am: 15.04.2010, 21:20    Titel: Re: ich finde er sollte verantwortung dafür übernehmen... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Er hat seither nichts mehr getrunken, mich nicht mehr gefragt ob er etwas trinken darf und heute hätte er die beste Gelegenheit gehabt und hat aber dankend abgelehnt.

Kann ich mir Hoffnungen machen?
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Freyj hat zum Thema: Re: ich finde er sollte verantwortung dafür übernehmen... geschrieben
silberkralle
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.12.2009
Beiträge: 4497
Alter: 60
Wohnort: Wilkau-Haßlau

BeitragVerfasst am: 16.04.2010, 06:44    Titel: Re: ich finde er sollte verantwortung dafür übernehmen... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

glück auf freyj
Freyj hat Folgendes geschrieben:
kann ich mir Hoffnungen machen?
hoffen darfst du immer - hat er sich hilfe gesucht? (ne beratunsstelle - n arzt - ne selbsthilfegruppe) hat er sich wenigstens hier im forum angemeldet?
hat er akzeptiert dasser alkoholiker is?

schönen freitag

Sehr glücklich
matthias
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silberkralle hat zum Thema: Re: ich finde er sollte verantwortung dafür übernehmen... geschrieben
Freyj
Gast






BeitragVerfasst am: 16.04.2010, 10:01    Titel: Re: ich finde er sollte verantwortung dafür übernehmen... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hi...

er hat einen Termin beim Arzt vereinbart und hat mich auch gefragt ob ich mitkommen würde. Ich habe ihm aber gesagt, dass er das erste Mal alleine gehen soll, da ich irgendwie nicht dazu bereit bin, da er mich ja schon öfters um Hilfe gebeten hat, es aber nie eingehalten hat. Wenn ich sehe, dass er wirklich nicht mehr vor hat zu trinken und Termine vereinbart, dann gehe ich mit ihm.

Aber im Moment habe ich noch Angst mir Hoffnungen zu machen...

Er hat auch gesagt, dass er ein Alk-Problem hat, aber das hat er schon mal vor langer Zeit zugegeben. Er hat es auch jetzt wieder gesagt.

Achso... ich habe vergessen zu erwähnen, dass er arbeitssuchend ist und es jetzt aber so aussieht, dass er eine Arbeit findet...

Ich denke, dass ich wirklich Hoffnung schöpfen kann. Wenn er diese Stelle bekommt und wirklich zum Arzt geht und wenn er sich mir jetzt besser öffnet (ich habe ihn darum gebeten, dass er erst mit mir über seine Gefühle reden soll bevor er zum Bier greift), dann denke ich, dass es wirklich klappen könnte???????????!!!!!!!!!!!!!!!
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Freyj hat zum Thema: Re: ich finde er sollte verantwortung dafür übernehmen... geschrieben
Freyj
Gast






BeitragVerfasst am: 17.07.2010, 20:50    Titel: Re: ich finde er sollte verantwortung dafür übernehmen... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hi, ich melde mich mal wieder zu Wort.

Momentan läuft es ganz gut. Er ist von seinem Alkohol noch immer nicht weggekommen und hat sich auch noch keine Hilfe geholt. Jedoch läuft es momentan gut. Wenn er etwas trinkt, dann nur noch höchstens einmal die Woche (bei dem warmen Wetter) im Biergarten ein Alster. Früher immer nur Bier und dann auch gleich so viel, dass er nach Hause schaukelt. Das Wetter war ihm früher auch egal und er hatte fast die ganze Woche getrunken. Wenn er zur Arbeit muss oder arbeiten war, dann trinkt er garnicht mehr. Früher hat er sich auch gerne zum Feierabend die Birne vollgekippt.

Er gibt mir das Gefühl, dass nicht der Alkohol wichtiger sei, sondern unsere Familie. Für die Familie lässt er mittlerweile auch mal das halbe Glas stehen. Beispiel: Wir waren bei über 30°C spazieren und sind dann noch zum Biergarten rein. Er hatte sein Alster bestellt und ich meine Schorle. Unsere Tochter jedoch wollte nach einer kurzen Zeit nicht mehr und hat genölt und geweint. Ich hatte Windeln vergessen und meinte, dass wir nach Hause müssen und schielte schon zu seinem Glas rüber. Er ist aufgestanden und hat gezahlt und meinte plötzlich, dass wir dann jetzt gehen. Ich habe mich gefreut und in mich hinein gelächelt und wir sind nach Hause. Solche Kleinigkeiten häufen sich nun und sind mir sehr wichtig. Es gibt mir das Gefühl, dass er doch an uns denkt und nicht nur an den Alkohol.

Es klingt natürlich, als wenn ich wieder ihn in Schutz nehme. Aber darf ich mir Hoffnungen machen, wo ich mich mit der Situation doch "wohl" fühle?

So wie es momentan läuft kommt es mir normal vor. So wie es sein sollte. Das man wirklich nur mal ein Alster im Biergarten bei schönem Wetter trinkt und nicht abends in der Bude sich vollsäuft.

Ich habe mir überlegt, dass ich ihn mit dem Thema erstmal kompl. in Ruhe lasse, auch die Vergangenheit bei Seite lasse. Ich werde sehen wie es läuft, aber wird es sich wieder verschlechtern muss ich etwas für mich und meine Tochter tun, auch wenn es dann weh tun wird.

Viele sagen, dass Frauen der alkoholabhängigen Männer nur bei denen wären, weil sie selbst abhängig vom Mann wären. Aber keiner kommt auch mal nur auf die Idee, dass man seinen Mann wirklich vom Herzen über jeden Regentropfen liebt und nicht willens ist ihn aufzugeben. Sei es für sich selbst oder für die Familie.

Ich sage mir, dass (auch wenn es schrecklich klingt) die meisten Partner von Alkoholabhängigen viel zu schnell aufgeben oder es einfach nicht richtig angehen.

Man sagt immer, dass man solch einem Mann nicht helfen könne und das man nur an sich selber denken solle. Aber wie hört sich das denn an? Ich bin ein Mensch der sehr familienbezogen ist und viel hilft und ich werde meinen Mann nicht einfach aufgeben nur weil die Situation mich ein wenig zermürbt und stresst. Dann müsste ich ja auch meine Tochter aufgeben, die alle drei Stunden gewindelt werden will und durch das zahnen dauerschreit.

Klar, kann man das nicht direkt vergleichen, aber ich möchte auch denen Mut machen, die sich hundertprozentig sicher sind, dass sie ihren Partner noch lieben und daran nie zweifeln.

Bevor ihr egoistisch seit und nur an euch selbst denkt, hört in euch rein und fragt euch, ob der Mensch, den ihr liebt das nicht Wert ist weiter zu machen.

Ich hoffe, dass ich einigen nochmal Mut geben konnte es weiter zu versuchen und seinen Partner nicht aufzugeben.

Ich werde so lange für meinen Partner da sein, wie es meine körperlichen und geistigen Kräfte erlauben. Ich werde erst aufhören, wenn ich wirklich und wahrhaftig nicht mehr fähig bin ihm zu helfen. Dafür gab es einfach auch zu viele schöne Zeiten und Erinnerungen, als diese einfach aufzugeben.

Schöne Grüße
ich
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Freyj hat zum Thema: Re: ich finde er sollte verantwortung dafür übernehmen... geschrieben
Diandra
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 26.03.2006
Beiträge: 2177
Wohnort: Düsseldorf

BeitragVerfasst am: 17.07.2010, 21:44    Titel: Re: ich finde er sollte verantwortung dafür übernehmen... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Naabend Freyj,

danke für das "Wort zum Sonntag" Geschockt

Ich freue mich sehr für Dich, wenn es bei Euch gut läuft und Dein Partner die Familie über den Alkohol stellt. Und ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass dies auch so bleibt.

Zitat:
Viele sagen, dass Frauen der alkoholabhängigen Männer nur bei denen wären, weil sie selbst abhängig vom Mann wären. Aber keiner kommt auch mal nur auf die Idee, dass man seinen Mann wirklich vom Herzen über jeden Regentropfen liebt und nicht willens ist ihn aufzugeben. Sei es für sich selbst oder für die Familie.


Oh doch, schau Dir alle die an, die Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat und Jahr für Jahr ihre Liebe in den Mann stecken, den sie "lieben", dem aber der Alkohol über alles geht. Der, der nicht sein halbes Glas im Biergarten stehen lässt, weil ein dringender Windelwechsel ansteht. Schau in ihre Gesichter, abgekämpft, resigniert, einsam. Das meine Liebe ist die andere Seite der Medaille.

Zitat:
Man sagt immer, dass man solch einem Mann nicht helfen könne und das man nur an sich selber denken solle. Aber wie hört sich das denn an? Ich bin ein Mensch der sehr familienbezogen ist und viel hilft und ich werde meinen Mann nicht einfach aufgeben nur weil die Situation mich ein wenig zermürbt und stresst. Dann müsste ich ja auch meine Tochter aufgeben, die alle drei Stunden gewindelt werden will und durch das zahnen dauerschreit.


Ganz schlechter Vergleich. Kinder sind hilflose kleine Menschen die uns und unsere Liebe brauchen. Der Mann ist erwachsen - er weiß was er tut - er sieht sogar, dass das was er grad macht schlecht ist - trotzdem säuft er weiter.
Ich bin auch sehr familienbezogen - es hat aber nicht geholfen ihm zu zeigen, wie schön es sein kann, in einem Familienverbund zu leben. Und das über viele Jahre.
Du kannst Deine Situation nicht auf andere projezieren !!!

Zitat:
Klar, kann man das nicht direkt vergleichen, aber ich möchte auch denen Mut machen, die sich hundertprozentig sicher sind, dass sie ihren Partner noch lieben und daran nie zweifeln.


Du kannst ruhig glauben, dass genau diese Aussage dazu führt, Hoffnungen auch da zu schüren, wo es vielleicht keine gibt ! Bis eine Co-abhängige anfängt zu zweifeln, passiert in der Regel über einen langen Zeitraum eine ganze Menge Mist.

Zitat:
Bevor ihr egoistisch seit und nur an euch selbst denkt, hört in euch rein und fragt euch, ob der Mensch, den ihr liebt das nicht Wert ist weiter zu machen.

Ich hoffe, dass ich einigen nochmal Mut geben konnte es weiter zu versuchen und seinen Partner nicht aufzugeben.


Und ich hoffe, dass diejenigen deren Partner ihre Sucht voll ausleben diesen Appell schnell wieder vergessen. Das sie ihre Augen öffnen und ihre individuelle Situation gut abwägen und für sich selber handeln. Das hat nichts mit Egoismus zu tun - sondern sollte ein gesunder Selbsterhaltungstrieb sein.

Zitat:
Ich werde so lange für meinen Partner da sein, wie es meine körperlichen und geistigen Kräfte erlauben. Ich werde erst aufhören, wenn ich wirklich und wahrhaftig nicht mehr fähig bin ihm zu helfen. Dafür gab es einfach auch zu viele schöne Zeiten und Erinnerungen, als diese einfach aufzugeben.


Ärzte und Psychologen werden Dir danken meine Liebe. Sicherst Du ihnen doch gerade ihre Existenz. Liebe heilt keine Sucht ! Und von schönen Erinnerungen an alte Zeiten kann niemand leben, wenn die restliche Zeit nur noch negativ geprägt ist durch saufen, wegfallenden Hemmungen, verbaler und körperlicher Gewalt.


Freyj ich hoffe sehr, dass Du die andere Seite der Medaille niemals kennenlernen wirst. Ich wünsche Dir alles Gute.

Du hast mit Deinem Partner einen stillschweigenden Kompromiss getroffen - aber ganz verzichtet er dann wohl doch nicht auf sein Bier. In einer gesunden Beziehung zum Alk gibt es Wochen oder gar Monate, wo kein Tropfen fließt, einfach, weil es nicht not tut. Ich wünsche Dir, dass Dein Partner auch da noch hinkommt. Viel Glück.

Grüßle
Diandra
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Diandra hat zum Thema: Re: ich finde er sollte verantwortung dafür übernehmen... geschrieben

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