| Ambulant oder stationär??? • Meine Geschichte - Sommersonne |
|
|
| Autor |
Nachricht |
|
|
maize1980 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.04.2010 Beiträge: 3 Alter: 32
|
Verfasst am: 07.04.2010, 21:50 Titel: Mein Mann trinkt ... |
|
|
Zu Ostern erhielt ich wiedermal das versprechen er würde ab Dienstag zu trinken aufhören - wir haben um 100 EUr gewettet - und ich habe leider gewonnen.
Was kann man tun damit ein Mensch begreift dass er ein Alkoholproblem hat?? Soll ich ihn verlassen? Wir haben zwei kleine Kinder? Ich kann ihm nicht vorwerfen er wäre ein schlechter Vater - aber er kommt von dem blöden Bier nicht weg. Zu einer Beratung will er nicht gehen denn "er hat ja kein problem" - nur dass er wackelt, lallt und nimma in a richtung schaun kann wenn er mal wieder 4 bis 6 Bier intus hat.
Er trinkt jeden Tag, seit 9 Jahren die wir nun zusammen sind - es gibt keinen Tag an dem er nicht trinkt.
In den letzten Jahren habe ich mich persönlich und auch intim von ihm zurückgezogen und dann bekomme ich so Aussagen von ihm zu hören "Wenn ich von dir keine Zärtlichkeiten mehr bekomme muss ich trinken damit ich das quasi aushalte"
Was ist richtig? Soll ich ihm Wärme entgegenbringen wenn ich das einfach nicht mehr packe wenn er betrunken ist. Ist das der richtige Weg? |
|
| Nach oben |
|
| maize1980 hat zum Thema: Mein Mann trinkt ... geschrieben
|
|
 |
Gotti sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.02.2008 Beiträge: 3354 Alter: 51 Wohnort: Bayern
|
Verfasst am: 08.04.2010, 06:02 Titel: Re: Mein Mann trinkt ... |
|
|
Hallo Maize!
Wenn du jetzt (!?) schon soweit bist, dich von ihm zu entfernen, keine Wärme mehr empfindest, was soll da noch besser werden?
Diese "Gefühle" hatte ich erst nach über 20 Jahren, die ich irgendwie ausgehalten habe. Besser geworden ist es aber erst, als mein Mann ernsthaft ans Trockenwerden ging.
Alles andere vorher war nur Hinhaltetaktik.
Und ich habe ausgehalten. Wegen der Kinder. Wegen dem Versprechen: "Bis dass ...". Wegen der Liebe (?). Wegen dem "Luxus" (???). .....
Zuletzt war in mir nur noch Kälte, Ekel, Hass, Wut, .... Enttäuschung, Scham.
Es ist sehr gut für dich, hierher gefunden zu haben! Lies dich durch und überdenke viele Antworten (die du sicher noch bekommst).
Helfen kann es dir auch, wenn du dir im realen Leben Hilfe suchst. Vlt. auch mal mit einem Arzt reden kannst. Es erleichtert Vieles, wenn man es nicht mehr alleine tragen muss.
Ich wünsche dir einen regen Austausch und viele Antworten auf deine Fragen!
Alles Gute und liebe Grüße, Gotti. |
|
| Nach oben |
|
| Gotti hat zum Thema: Re: Mein Mann trinkt ... geschrieben
|
|
 |
Aurora sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.05.2007 Beiträge: 5771 Alter: 53 Wohnort: Berlin
|
Verfasst am: 08.04.2010, 07:37 Titel: Re: Mein Mann trinkt ... |
|
|
Hallo Maize,
erstmal willkommen im Forum! Bestimmt hast du ja schon die eine oder andere Geschichte gelesen. Du wirst dich in vielen wiederfinden.
Die Versprechungen, ab dann oder dann nicht mehr zu trinken, kenne ich auch zur Genüge. Leider ist aber einem Alkoholabhängigen das garnicht möglich, wenn er es nicht tatsächlich und voller Überzeugung will. Und dazu braucht er auch professionelle Hilfe. Alles andere ist Hinhaltetaktik!
Trinkpausen machen oder so, das geht, damit du wieder friedlich wirst, denkst, er hat es ja doch geschafft. Und dann dieser Druck, der erzeugt wird, um dich schuldig, klein und wertlos zu fühlen zu lassen. Oh ja, den kenne ich... Auch damit sollst du ruhig gestellt werden, damit für den Alkoholiker alles so weiter läuft wie gewohnt und er in Ruhe trinken kann...
Diese Dinge habe ich sehr viele Jahre auch mitgemacht. Es war ein schleichender Prozess, im Laufe der Jahre musste mein Exmänne aber immer mehr trinken, immer exzessiver. Und der Druck auf mich wurde erhöht. Ich habe es ausgehalten, aus so ähnlichen Gründen, wie auch Gotti dir schon geschrieben hat. Schuldgefühle, Verantwortungsgefühle, Angst, alles mögliche kommt da zusammen. Und vor allem das Gefühl, ohne mich geht er ganz unter...
Das Druckmittel:weil du keinen S.e.x willst, muss ich ja trinken, kenne ich leider auch. Denn auch ich zog mich immer mehr zurück. Ich habe mich auch trotzdem dann oft "bereitgestellt", um's mal so zu sagen, weil ich mich tatsächlich schuldig deswegen fühlte, er sagte es mir ja dauernd . Aber dadurch hörte er ja nicht zu trinken auf, er hatte dann tausend andere Gründe, weswegen er saufen musste . So sieht's mal aus! Und ich hab mich noch schlechter gefühlt, weil ich mich benutzt gefühlt habe. Wurde ich ja irgendwie auch, oder? Ich hab es ja aber auch zugelassen...
Was ist der richtige Weg. Hm, es ist bei jedem ein wenig anders und trotzdem gleich. Abgrenzung, das ist wichtig. Grenzen setzen und konsequent einhalten. Ihn machen lassen, er macht ja sowieso, aber du brauchst dich daran nicht aufzureiben. Vom Trinken abbringen kannst du ihn eh nicht.
Du kannst eben deinen Weg gehen. Oft ist eine Trennung unumgänglich, zumindest eine räumliche erstmal. Denn die Sauferei wird immer schlimmer. Auch die Kinder merken es, bekommen mehr mit, als du denkst. Sie leiden darunter!
Denk mal in Ruhe darüber nach, wie deine Schritte aussehen könnten. Hol dir Informationen ein, es gibt Beratungsstellen, da kannst du viele Dinge erfragen. Informationen zu haben gibt viel Sicherheit! Es ist auch sehr gut, hier im Forum den Austausch zu haben! Auch das wird dir Sicherheit geben können und das Gefühl, dass du nicht alleine dastehst.
Ich wünsche dir einen guten Tag
Aurora |
|
| Nach oben |
|
| Aurora hat zum Thema: Re: Mein Mann trinkt ... geschrieben
|
|
 |
maize1980 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.04.2010 Beiträge: 3 Alter: 32
|
Verfasst am: 09.04.2010, 20:33 Titel: Re: Mein Mann trinkt ... |
|
|
ich danke euch für euer feedback! Die Entscheidung mit ihm zusammenzubleiben oder nicht ist für mich glaub ich momentan die schwierigste. Es gibt Tage da passt es und es gibt die Tage (und das ist die Mehrheit) wo es einfach nicht mehr passt.
Ich habe bereits einige Beiträge gelesen und bin eigentlich ganz fasziniert wie oft ich mich bei vielem wiederfinde und wievielen es doch ähnlich geht wie mir ... nur der definitive Schritt für mich ist noch etwas schwer da wir auch finanziell beide belastet sind und ich weiss wenn ich ihn verlasse dann bleiben mir unsere Schulden übrig. In zwei bis drei Jahren ist das ganze aber erledigt und dann kann ich ihm wegen dem Alkoholkonsum mal anständig Druck machen. Leider geht das halt momentan nicht weil ich ja auch an meine Kids denken muss. Und wahrscheinlich ist genau das der Grund warum ich oft so frustriert bin, weil ich halt nicht sofort was tun kann damit er kapiert dass das so nicht mehr gehen kann.
Wenn ich mir vorstelle was ich schon alles versucht habe um ihn vom Alk wegzubringen! Nix hat funktioniert. Ihr habt Recht wenn ihr sagt dass ich das sicher nicht schaffen kann sondern nur er alleine.
Bei mir ist das Interesse ja definitiv da mich zu informieren - aber er blockt ja ab. Meine neueste Idee war ja ein Buch "Endlich ohne Alkohol". Da aber nur ich selber gerne lese und er nicht ist die Chance auf Erfolg wohl relativ gering. Er hat mir gesagt er würde es mal lesen ... Keine Ahnung.
Ich bin sehr froh dass ich diese Seite gefunden habe ... das hilft mir sicher in der nächsten Zeit weiter! Danke nochmal!
sg
Maize |
|
| Nach oben |
|
| maize1980 hat zum Thema: Re: Mein Mann trinkt ... geschrieben
|
|
 |
Linde66 Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.10.2008 Beiträge: 14428 Alter: 46
|
Verfasst am: 09.04.2010, 20:58 Titel: Re: Mein Mann trinkt ... |
|
|
Hallo Maize,
willkommen hier im Forum.
Ich bin ein Erwachsenes Kind aus einer Alkoholikerfamilie. Ich habe von klein auf nicht viel anderes wie die Sauferei meiner Mutter und das Vertuschen, Wegschauen und sich selber Schönreden meines Vaters mitbekommen. Mein Bruder ist Alkoliker geworden, ich selber eß- und sonstwas-süchtig. Wir haben das Suchtmuster vorgelebt gekommen und verinnerlicht, von klein an.
Hier mal ein Link zur Co-Abhängigkeit.
Viele Grüße, Linde |
|
| Nach oben |
|
| Linde66 hat zum Thema: Re: Mein Mann trinkt ... geschrieben
|
|
 |