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Jetzt gehe ich es an....

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Linde66
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BeitragVerfasst am: 29.03.2010, 09:04    Titel: Re: Jetzt gehe ich es an.... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Annwo,

wenn, dann wird er nicht durch DEINEN Kampf trocken, sondern durch SEINE Kapitulation vor der Sucht und dadurch, daß er professionelle Hilfe annimmt und diese in seinem Alltag konsequent umsetzt.

Wenn du gerade alles für ihn tust, dann tust du im Moment nichts für dich.

Und statt deine Verantwortung für dein Leben zu leben, nimmst du ihm seine Verantwortung für sein Leben weg.

Alles unter dem Deckmantel der Liebe?


Heute ist Montag.


LG, Linde
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Linde66 hat zum Thema: Re: Jetzt gehe ich es an.... geschrieben
Annwo
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Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 20.03.2010
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 29.03.2010, 17:12    Titel: Re: Jetzt gehe ich es an.... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Linde,

vielleicht habe ich mich verkehrt ausgedrückt, ich wollte sagen, dass ich bereit bin, mit ihm den Kampf gegen die Sucht anzugehen, d.h. ich würde nach einer Entgiftungstherapie auch mit ihm zusammen in eine Therapie gehen, sei es in eine Gruppentherapie oder Paartherapie, wie auch immer. Aber nur solange wie er von sich darauf kommt. Er muß bereit sein, so eine Therapie machen zu wollen.

So lange werde ich mich aus vielen Angelegenheiten raushalten, nur aus allem kann ich mich nicht raushalten, das geht nicht, das würde auch nicht gehen, wenn ich mich trennen würde. Da steht zuviel dahinter, doch das gehört nicht hierhin.

Ich versuche also die Dinge schon ganz klar zu trennen, habe ihm klare Regeln aufgestellt, die ich für ihn nicht mehr machen werde. Ich nehme ihm nicht mehr die gesamte Verantwortung ab. Das mache ich nicht mehr und so langsam scheint er zu merken, dass es mir sehr Ernst ist und das ich durchaus bereit bin, einen Schritt noch weiter zu gehen.

Aber erst warte ich, bis etwas geschieht, vorher glaube ich erstmal an nichts.

Aber ich merke, dass es mir sehr gut tut, hier mal alles aufzuschreiben.

Lg Annwo
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Annwo hat zum Thema: Re: Jetzt gehe ich es an.... geschrieben
Annwo
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 20.03.2010
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 04.04.2010, 03:12    Titel: Re: Jetzt gehe ich es an.... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Seit meinen letzten Zeilen ist viel geschehen......

Wir waren in einer Klinik, doch leider war diese nicht die richtige für meinen Partner, doch man war dort sehr freundlich zu uns, man hat uns andere Kliniken empfohlen, die mehr auf meinem Partner zutreffen würde und der Therapeut hat sich wirklich Zeit genommen, meinem Mann zu zuhören. Als wir aus der Klinik rauskamen, wollte er eigentlich sofort in die andere Klinik fahren, doch es gibt halt Sprechzeiten..... Traurig

Mein Partner hat direkt im Anschluss dafür gesorgt, dass ich für die Zukunft alles erledigen kann und darf. Wie gesagt, wir haben Kinder und eine Firma, das wollte er schon erledigt wissen.

Dann überschlug es sich hier, er erlitt einen Anfall, ihm ging im vorher schon nicht sehr gut, hatte einige körperliche Beschwerden und keinen Appetit auf den Alkohol, trank viel Wasser, doch es wurde nicht besser, ich riet ihm (mir blieb keine andere Wahl, so auch die Aussagen der Ärzte) ein Bier zu trinken. Hat er auch gemacht, doch es war zu wenig..... schlimm, wie sich das anhört..... es war zu wenig, er kam ins Krankenhaus und es war kurz vor knapp, die Ärzte teilten mir mit, dass er kurz vorm Sterben war, sie haben ihn stabilisiert und im Moment kümmern sie darum, dass er, nach der Entgiftung, sofort in eine andere Klinik verlegt wird. Doch leider wird er Folgeschäden forttragen.....

Unsere Kinder sind natürlich im Moment sehr durcheinander und sie verstehen nicht, was gerade passiert, ich habe ihnen auf eine kindliche Art erklärt, dass der Papa krank, aber wenn alles gut läuft, dass er gesund wird, ich kann ihnen ja schlecht erklären, dass Papa ein großes Alkoholproblem hat, ich bin der Meinung, Kindern zwar alles zu erzählen und sie teilhaben zu lassen, aber sie müssen nicht alles wissen, sie sollen schon eine Problematik erkennen, aber nicht eben alles. Ich bin ehrlich zu meinen Kindern und sage ihnen auch, dass ich ihnen alles erkläre, aber dass ich mache Dinge für mich behalte, so sage ich es ihnen auch ehrlich, dass reicht ihnen auch.

Fragen beantworten – ja, aber nicht ins Detail gehen, und wenn auch ehrlich sagen: Darüber möchte ich jetzt nicht reden.

Das reicht ihnen im Moment, was die Zukunft bringt,..... mal abwarten.....

Die Ärzte in der Klinik sind sehr freundlich und hilfsbereit, sie sind sehr bemüht, ihn übergangsweise, sprich Entgiftung (in einem normalen KH) zu behandeln und danach sofort in eine Klink zu überweisen, so dass er sofort mit der Entwöhnung anfangen kann. Das wird geschehen, sobald sich seine Werte verbessert haben, so lange, kann er leider nicht sofort dahin, dafür ist sein Zustand zu akut, trotz Stabilität.

Tja, und nachdem er ins Krankenhaus kam, wurde ich aktiv, habe alles durchsucht, kein Alkohol gefunden.... das hat er nämlich mit mir vorher gemacht und dabei habe ihn oft genug erwischt und die letzten Tage, sagte er mir, dass er Hilfe brauche und mich nicht mehr belügen würde. Ich habe ihm gesagt, dass ich ihm erst mal nicht glaube, aber bereit bin, ihm zu helfen, wenn er es wolle. Ich habe keinen versteckten Alkohol gefunden, da hat er wirklich die Wahrheit gesagt, jedenfalls die letzen 2 Wochen, doch ich habe jede Menge anderes gefunden.

Dinge gefunden, die unsere Existenz bedeuten und ich habe mich gefragt, wie sehr kannte ich diesen Mann,,,, den Mann, den ich als liebevoll und verständnisvoll kennen und lieben gelernt habe, er ist nach wie vor, sehr liebevoll mit unseren Kinder, zwar streng, aber verständnisvoll, unser Ältester (kommt gerade in die Pubertät) geht zu ihm, wenn er Fragen hat, finde ich toll (Kinder brauchen einen weiblichen, sowie einen männlichen Part, meine Meinung) doch ....er hat mich viele Jahre belogen, ich habe immer nachgehackt, er hat mich immer beruhigt, dass er alles nachgeschaut und selber gemacht hat, ich habe ihm geglaubt, er gab mir auch nie einen Ansatz, daran zu zweifeln, habe auch nie Anrufe bekommen, weil die meisten er angenommen hatte.

Also das übliche ... Hätte ich.... Konnte ich ... wollte ich.... was habe ich verkehrt gemacht?????

aber nun gut, geht vielen anderen auch so, also muß man es angehen....

Ich führe jetzt ein Tagebuch, habe Hilfe von Familie und Freunden angenommen, rufe Leute an, die mir und meiner Familie helfen, wie gesagt, jetzt muss er von sich aus kommen, was seine Gesundheit anbelangt, der Weg ist geebnet, um alles kümmere ich mich jetzt. (Auch wenn einige hier sagen, da muss er durch, doch es gibt eine Verantwortung auch den Kindern gegenüber, die ich sehr Ernst nehme, sprich ich würde ihn als Person mittlerweile fallen lassen, aber nicht unser Umfeld)

Doch was für mich ganz schlimm ist, ist nicht das, was er versteckt hat oder verschweigt hat, ich erkenne, dass das für ihn eine Flucht war, er wollte raus, so nach dem Motto, was ich nicht sehr, tangiert mich nicht, doch trotzdem bin ich sauer, nein ich bin wütend, es ist die Art und Weise, wie er es mir mitgeteilt hat. Immer sehr konkret und plausibel.

Ich versuche, meine Wut zu unterscheiden.... meine Wut.... ich bin all die Zeit belogen worden, doch ich muss auch die Beweggründe kennen, warum ... wobei das nicht so sehr (mittlerweile) mein Problem ist, damit muß er sich auseinander, doch auch ich muss lernen zu unterscheiden, unterscheiden, was ist krank, was ist gewollt, was ist Fakt.....!!!

Er hat sich versteckt, versteckt, hinter seiner Furcht, seiner Angst, aber jetzt hat er seine Quittung, furchtbar, tut mir sehr weh und ich leide Höhlenqualen, doch ich sage mir, da muss er jetzt durch, ich werde ihm helfen, ich lasse ihn nicht hängen, doch er MUSS er wollen.

Doch ich fühle mich um Jahre betrogen, obwohl es sehr schöne Jahre waren, aber , was ich jetzt erfahren haben, bin ich betrogen worden, warum,.... weil er mir was ermöglichen wollte...er müsste mich doch besser kennen, weil er mich doch eigentlich kennen müsste... ich versuche, mal wieder Fehlersuche zu betreiben.... aber .... es ist müßig darüber zu diskutieren, die Vergangenheit muss aufgearbeitet werden, aber es muss klar sein, dass die Zukunft wichtiger ist.

Danke für das Lesen, ich weiß, langer Text....

Aber allen Frohe Ostern
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Annwo hat zum Thema: Re: Jetzt gehe ich es an.... geschrieben
Annwo
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Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 20.03.2010
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 06.04.2010, 00:23    Titel: Re: Jetzt gehe ich es an.... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Gestern war gar kein guter Tag, meinem Partner ging es sehr schlecht, auch die Ärzte waren sehr besorgt um ihm, sie haben seine Medikamente verändert und verringert, haben ihm ein Mittel gegeben, dass die Entgiftung noch ein wenig mehr fördert und als ich heute ins Krankenhaus fuhr und ihn sah, ging es ihm schon besser, besser, was man so nennen kann.

Leider kamen noch Komplikationen hinzu, so dass er noch länger in der Klinik bleiben muss, somit verzögert sich die Einweisung in die Suchtklinik, doch im Krankenhaus ist er z.zt. gut aufgehoben. Sie gehen dort sehr nett und fürsorglich mit ihm um. Auch ich habe dort sehr nette Ansprechpartner, mit denen ich mich gut unterhalten kann. Ein jeder bestätigt mir auch, dass ich ihn, auch wenn der Krankenhausaufenthalt nicht mehr nötig ist, ihn nicht mit nach Hause nehmen solle, nein, ich werde ihn NICHT mit nach Hause nehmen. Das habe ich den Ärzten ausdrücklich gesagt und ich habe die volle Unterstützung von ihnen.

Ich habe auch meinem Mann gesagt, wie es zur Zeit zu Hause läuft, das habe ich ihm zugesichert, dass ich ihn immer auf dem laufenden halte, doch ich mache ihm auch klar, dass seine Gesundheit jetzt wichtiger ist, und er teilte mir mit, dass er dies auch so wollte.

Doch ich habe ihm auch klar gemacht, dass es auch eine Zeit geben wird, wo er nichts gewahr wird, dass er sich dann auf sich konzentrieren müsse und er stimmte mir zu. Er sagte, dass er gesund werden möchte, für sich und unsere Familie, aber hauptsächlich für sich. Ich glaube ihm zwar erst diesen Zuspruch, wenn er ihn auch umsetzt, doch erst mal ein kleiner Schimmer, was mir auch Kraft und Mut für mich selber gibt.

Ich habe jetzt schon einiges in die Wege geleitet und bekomme viel Hilfe und Zuspruch, so dass ich wahrscheinlich nächste Woche für ein paar Tage einfach dem „Alltag“ entkommen werde. Ein paar Tage, ohne Kinder, ohne in die Klinik zu fahren und ohne an irgendwas zu denken...... Einfach den Kopf freimachen und dann wieder ran an das ganze Geschehen. Denn, ich glaube, man vergisst sich selber zu oft selber !!!

Ich habe für mich begriffen, dass ich aus dieser Co- Rolle raus muss und das strebe ich jetzt an. Doch ich bin bereit, gewisse Kompromisse einzugehen, ohne meinen Partner zu verlassen, solange er mitarbeitet. Das ist für jetzt und hier Voraussetzung, ohne diese läuft es nicht mehr.

Er sagte mir auch, dass es ihm mittlerweile egal ist, dass er gewisse Tage (wie z.B. runde Geburtstage) nicht mitmache, weil er da in der Klinik sein möchte. Das hat er schon lange nicht gesagt, sonst waren solche Tage (Weihnachten, Silvester und Geburtstage) immer eine Ausrede, danach fange ich an....... so seine Sprüche......

Ich merke, dass ich im Moment immer stärker werde, aber ich merke auch, dass ich dies nicht mehr anderen zeigen muss, ich bin ehrlich zu mir und anderen und sage auch, dass ich Hilfe brauche, ohne geht es nicht, das habe ich vorher nicht getan, habe immer gesagt: “Ach, das klappt schon!“ Nein, ich habe auch begriffen, dass ich jetzt nicht alles auf einmal schaffen werde, also werde ich es ruhig angehen und erst mal wichtiges von unwichtigen trennen.

Und vor allem, ich gebe mir nicht mehr die Schuld, ich habe zwar in einigen Dingen mitgemacht, doch jeder ist für selbst verantwortlich, das habe ich jetzt begriffen. Wird zwar in Zukunft schwer sein (weil ich jetzt schon weiß, dass von gewissen Leuten auf jeden Fall Vorwürfe mir gegenüber kommen werden) ich werde wahrscheinlich auch immer wieder ins Zweifeln kommen, aber ich muss mir immer wieder sagen, dass ich nicht Schuld am Trinkverhalten meines Mannes bin.

So, wieder ein langer Text, sorry, aber es tut einfach nur gut, alles aufzuschreiben.

Annwo
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Annwo hat zum Thema: Re: Jetzt gehe ich es an.... geschrieben

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