| Ich bitte um Hilfe • Neu hier und auf der Suche |
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Fox neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 07.03.2006 Beiträge: 33
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Verfasst am: 07.03.2006, 20:10 Titel: Ich war Alkoholiker |
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Hallo zusammen,
ich bin über verschiedene Goggle-Wege auf dieses Forum gestoßen und möchte anbei meine persönlichen Erfahrungen preis geben.
Kurz zu meiner Vorgeschichte:
Ich bin 35 jung bzw. alt und war bis letzte Woche Mittwoch Alkoholiker – ja ich schreibe bewusst WAR. Vor diesem Zeitpunkt hatte ich wohl alle Klischees bedient, die mit dieser Krankheit zu tun haben. Dabei spielte ich in der „Halbliterklasse-Pils“ und stemmte täglich über einen Zeitraum von ca. 10 Jahren täglich 7-10 Pullen. Durchgeführt wurde das ganze über verstecken, im Auto saufen, leere Flaschen mit Wasser auffüllen und mit einem vorsichtig geöffneten Bierkrondeckel wieder verschließen, usw. Alles damit meine Frau nichts mitbekommen sollte, wie viel ich am Tag wegputze. Dabei war der Motor des Trinkens, die eigene Angst davor ein Alkoholiker zu sein (eigentlich total paradox). Die Pfefferminzbonbon-Industrie wurde natürlich von mir hierdurch kräftig unterstützt. Diese Angst hatte mich so fest im Griff, dass ich keinen richtigen Weg aus dieser Situation sah und es auch keinen Sinn ergab aufzuhören. Zum Glück gab es keine direkten negativen Auswirkungen (Danke an meine Schutzengel) – ich verursachte keinen Unfall, verletzte keine Personen, habe meine Führerschein, habe einen Arbeitsplatz und eine tolle Familie. Doch nachdem ich im November letzten Jahres ein tolles Buch gelesen hatte, wurde mir nach und nach die Lösung für das Problem bewusst. Kurz beschrieben handelt es sich bei dem Buch um eine Anleitung für das Leben. In dieser Anleitung wird beschrieben, warum wir Dinge tun und wie wir Dinge ändern können – einfach nur Klasse! So testete ich diese Weisheiten in den verschiedensten Bereichen (Arbeit, Familie, Probleme, usw.) und es funktionierte. Und so beschloss ich im Februar nach meinem Geburtstag mein Alkoholproblem zu lösen und wählte den 1. März (Aschermittwoch) als Startpunkt. Dabei stellte ich mir bewusst vor, wie ich nichts mehr trinke und erzählte auch über mein Vorhaben in der Fastenzeit keinen Alkohol zu trinken. Zu diesem Zeitpunkt wurde mir bewusst, dass mein Umfeld sehr wohl über mein Problem bescheid wusste. Mit jedem Tag der näher an den 1. März rückte, verspürte ich weniger Zwang und später auch weniger Lust auf mein „ach so lecker Bierchen“, bis hin zur Freude mein Laster endlich abzulegen. Und es funktionierte! Ich habe dabei sehr wohl noch Bier in meinem Keller für Gäste und ging auch weiterhin in Kneipen und am Wochenende auch auf eine große Geburtstagsparty – und es rührte sich kein Verlangen. Am Anfang war es lediglich eine Umstellung für meinen Körper, da ich weniger Flüssigkeit zu mir nahm (vorher ca. 5 Liter – jetzt ca. die Hälfte). Dieses machte sich durch eine Gichtattacke bemerkbar, welche jetzt aber schon abgeklungen ist. Auch schlafe ich nachts endlich wieder durch.
Fazit: Mein Leben geht normal weiter – halt ohne Zwangsaufen.
Die Erklärung für diesen Umstand liegt darin, dass ich das Schreckgespenst von Angst abgelegt habe – und zwar komplett. Da Angst neben der Liebe die stärkste Energiequelle darstellt, ist mir auch verständlich, dass ich vorher aus dem Loch nicht herauskam. Denn wenn man sich der Angst zuneigt, wird auch genau das so eintreffen, vor dem man sich fürchtet – sprich ich wurde zum Alkoholiker.
Folglich habe ich einfach die Flasche, an der ich hing, losgelassen und ließ das Leben wieder seinen normalen Fluss nehmen. Würde ich jetzt jedoch weiterhin mit der Angst leben, einen sogenannten Rückfall zu bekommen, wäre es unumgänglich, dass dieser früher oder später auch eintrifft, da die Energie der Angst den Nährboden liefert. Daher auch meine anfängliche Aussage „ich war Alkoholiker“. Ich werde auch bestimmt wieder mal eine Flasche Bier trinken, jedoch ohne Angst und dadurch auch ohne Zwang.
Gemäß der Kernaussage von dem Buch „Gedanken und Worte sind nicht nur Wünsche, sondern Befehle an das Leben“ sind meine Gedanken bei allen hier und ich wünsche allen eine gute und angstfreie Zeit.
So long
Gruss Firefox |
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| Fox hat zum Thema: Ich war Alkoholiker geschrieben
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Tabaluga aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 11.11.2005 Beiträge: 947
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Verfasst am: 08.03.2006, 00:58 Titel: Re: Ich war Alkoholiker |
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Hallo Firefox!
Ich bin Alkoholikerin,
und obwohl 11 Wochen trocken, 77 "Heute", werde ich immer eine Alkoholikerin bleiben!
Eine, die sich irgendwann einmal "trockene Alkoholikerin" nennen kann.
Und ich möchte bestimmt NIE wieder ein Bier trinken!
Und setzte alles daran, dass ich es auch nicht tue!
Gute 24 Stunden
Liebe Grüße
Tabluga |
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| Tabaluga hat zum Thema: Re: Ich war Alkoholiker geschrieben
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maria44 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.03.2006 Beiträge: 2106 Alter: 48
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Verfasst am: 08.03.2006, 08:53 Titel: Re: Ich war Alkoholiker |
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Hallo Firefox!
Ich möchte mich Tabaluga anschließen.
Heute steht erst der 4 Tag ohne Alkohol von mir, den ich zu bewältigen habe.
Deine Aussage hat mich sehr beschäftigt.
Ich könnte doch jetzt auch wieder sagen ich war eine Alkoholikerin und jetzt kann ich ohne Zwang weiter trinken? :
Ich habe durch Alkohol fast mein und meiner Familie Leben zerstört.
Ich war Krankenhaus reif.
Und das will ich nicht, das Leben kann auch ohne Alkohol Spaß machen und egal wie gut mir das erste oder zweite Glas geschmeckt hat irgendwann wurde daraus Zwang.
Ich werde heute meinen Tag bewältigen und zwar ohne Alkohol aber Alkoholikerin werde ich wohl immer bleiben.
Viele Liebe Grüße
Maria |
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| maria44 hat zum Thema: Re: Ich war Alkoholiker geschrieben
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Annika sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.12.2005 Beiträge: 3847 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 08.03.2006, 11:17 Titel: Hallo |
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Hallo Firefox,
Herzlich willkommen im Forum,
ich bin Annika, Alkholikerin, alkoholkrank,
diese Krankheit ist nicht heilbar, sondern nur durch Abstinenz zum Stillstand zu bringen.
Und ich habe nicht vor diese Krankheit durch das ERSTE Glas wieder zum Ausbruch zu bringen.
Ich bin froh dass ich nicht mehr trinken brauche und mir ist bewußt das ich stets Alkoholikerin bleiben werde.
Annika, 3 Monate trocken |
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| Annika hat zum Thema: Hallo geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32803 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 08.03.2006, 11:42 Titel: Re: Ich war Alkoholiker |
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Hallo,
ich habe den Beitrag gestern schon gelesen und dachte dabei an meine ersten Versuche, nüchtern zu werden bzw. zu bleiben.
| Zitat: | | Ich bin 35 jung bzw. alt und war bis letzte Woche Mittwoch Alkoholiker – ja ich schreibe bewusst WAR. |
Daraus schließe ich mal, dass Du seit einer Woche keinen Alkohol mehr trinkst.
Es ist natürlich schön, dass Du so motiviert bist und nach so kurzer Trockenheit Deine Erfahrungen hier einbringst.
Nur stehst Du mit Deiner Meinung, wenn man die Angst besiegt hat, auch den Alkoholismus besiegt zu haben, wahrscheinlich allein da.
Sicher gibt es viele Wege, dem Alkoholismus entgegenzuwirken.
Nur ist auf allen diesen Weg eine Verhaltensänderung und eine Einstellungsveränderung notwendig.
Nur den Alkohol wegzulassen und dann "das Leben wieder seinen normalen Fluss nehmen " zu lassen, kann nicht zum Erfolg führen.
Ich habe Jahre meines Lebens versucht, der Stärkere zu sein. Der Alkohol hatte mein Leben bestimmt. Auch wenn ich immer wieder mal kurze Zeit die Oberhand gewann, also ein oder zwei Tage nur wenig trinken mußte, habe ich immer wieder verloren.
Ich konnte den Kampf nie gewinnen. Also gab ich meine Schwäche vor mir selbst zu. Ich war nicht der große, starke und immergewinnende Karsten, sondern eine Füssigkeit war stärker als ich.
Als ich das eingesehen habe, konnte ich damit auch leben.
Meiner Meinung willst Du Dir mit diesem Verhalten
| Zitat: |
Ich habe dabei sehr wohl noch Bier in meinem Keller für Gäste und ging auch weiterhin in Kneipen und am Wochenende auch auf eine große Geburtstagsparty – und es rührte sich kein Verlangen |
immer noch selbst beweisen, dass Du stärker bist als der Alkohol.
Vielleicht wäre es gut für Dich, wenn Du nicht versuchst, das Rad nicht ein zweites Mal erfinden, sondern aus den jahrzentelangen Erfarungen anderer trockener Alkoholiker versuchst zu lernen.
Auf die Aussage "Ich war Alkoholiker" möchte ich gar nicht erst eingehen. Wer diese Einstellung vertritt, hat meiner Meinung nach, noch viel zu lernen. |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Ich war Alkoholiker geschrieben
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Teufelchen Gast
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Verfasst am: 08.03.2006, 11:54 Titel: Re: Ich war Alkoholiker |
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Hallo Firefox,
willkommen hier im Forum.
Seit fast 7 Monate lebe ich abstinent, da es keine andere Möglichkeit gibt die gefährliche und heimtückische Krankheit die ich habe, in den Griff zu bekommen. Ich bin alkoholabhängig. Sehr froh bin ich, dass ich das akzeptieren konnte und mich somit nicht mehr selbst belügen muß.
lg
Simone, Alkohilikerin bis ans Ende ihres Lebens |
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| Teufelchen hat zum Thema: Re: Ich war Alkoholiker geschrieben
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Shakti neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 12.01.2006 Beiträge: 260
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Verfasst am: 08.03.2006, 13:29 Titel: Re: Ich war Alkoholiker |
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Hallo Firefox,
sicher ist es gut, dass Du die Ursachen hinter Deiner Alkoholsucht ermittelst und diese beim Schopf greifst. Ich denke, Du bist mit dieser offenbar gefühlten Offenbarung und Erkenntnis ein ganzes Stück weiter und auf einem guten Weg.
Doch dass Du - nach der erfolgreichen Bekämpfung Deiner Angst - jederzeit wieder kontrolliert Alkohol trinken kannst, ist ein Trugschluss. Wie schon gesagt wurde, handelt es sich bei Alkoholismus um einer unheilbare Krankheit, die allein durch absolute Abstinenz nur zum Stillstand gebracht werden kann. Das liegt u.a. daran, dass Alkoholismus nicht nur seelische Ursachen hat (wie z.B. Umgang mit Angst), sondern nach langem Missbrauch (den die meisten von uns hier betrieben haben und nach Deinen Aufzählungen auch Du) eine irreversible Stoffwechselveränderung im Gehirn vorliegt. Die Botschaft bzw. der Botenstoff "Jetzt ist`s genug!" wurde jahrelang ertränkt, so dass er sich bis an Dein Lebensende nicht mehr melden wird, weil er für immer (irreversibel) zerstört wurde. Vielleicht habe ich mich jetzt etwas laienhaft ausgedrückt, aber es heißt nichts anderes als das: Auch bei Einstellungsveränderungen KANNST Du nie mehr kontrolliert Alkohol trinken. (Auch wenn Du das glaubst, weil es eine Weile "gut gehen" kann, aber das ist das Tückische daran.)
Deshalb bleiben wir Alkoholiker. Wir können uns lediglich entscheiden, ob wir nasse oder trockene sind.
Herzliche Grüße
Shakti |
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| Shakti hat zum Thema: Re: Ich war Alkoholiker geschrieben
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schorni67 Gast
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Verfasst am: 08.03.2006, 17:05 Titel: Re: Ich war Alkoholiker |
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hallo firefox,
mir fällt dazu nicht allzu viel ein, außer mach mal noch ein paar runden.
ich kenne deine gedankengänge nur zu gut, ich habe sehr lange gebraucht um eine andere denkweise zu lernen.
ich habe diese runden gedreht, nicht desto trotz bist du hier jederzeit willkommen.
gruß schorni |
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| schorni67 hat zum Thema: Re: Ich war Alkoholiker geschrieben
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