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Alkoholiker

wie lange?

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Bin mit dem Nerven am Ende   •    Möchte mich öffentlich vorstellen :-)  
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Karsten
Administrator
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Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 32803
Alter: 49
Wohnort: Eberswalde

BeitragVerfasst am: 25.03.2010, 09:38    Titel: Re: wie lange? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Wolfgang,

überall wo man sich austauscht, kann man neue soziale Kontakte finden, was ja für unser neues Leben sehr wichtig ist.
Auch hier haben sich schon Freundschaften entwickelt und sogar einige Liebschaften Smilie

Gruß
Karsten
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Karsten hat zum Thema: Re: wie lange? geschrieben
kaltblut
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 20.06.2006
Beiträge: 4741
Alter: 53
Wohnort: beiM

BeitragVerfasst am: 25.03.2010, 09:51    Titel: Re: wie lange? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Karsten,

Du stellst Fragen. Da ich vor 4 Jahren wegen dem hier hin kam, was meine Frau in sich reinschüttete und da landete was bei mir raus kommt, habe ich noch einges vor mir.

Das was ich anfangs fand, aufnahm, lernte ist heute nicht mehr das Gleiche. Das verändert sich immer mehr. Ich verändere mich immer mehr.

Einiges von dem, was in der vergangenen Zeit passierte, darf ich heute leben, für den Rest brauche ich noch was Zeit und da nehme ich mir einfach so viel wie ich noch habe. Einiges ist vielleicht schon nicht mehr da oder ich weiß in dem Augenblick, wenn ich es brauche nicht mehr so genau wie ich es anwenden kann, da ist es besser nachzulesen oder die real zu fragen, die vielleicht gestern dort waren.

Ob ich immer hier im Forum sein kann, will, möchte und ob ich immer eine reale Selbsthlfegruppe besuchen kann, will, möchte ist überhaupt keine Frage, denn Millionen Menschen haben mit ihrem Leben bewiesen, dass es nicht darauf ankommt was gesagt, geschrieben und getan wird, sondern darauf, was mit den Menschen während des Zusammenseins passiert. Das Zusammensein kann real oder virtuell sein und da passiert einfach was.

Wenn es mich nicht stört was die Leute neben mir denken und das sollte es nicht, kann ich heute in fast jeder Ecke lesen und bin gut aufgehoben.


Ich darf für mich ganz einfach sagen: es hilft und ich würde mich gegen mich stemmen, würde ich es nicht mehr tun.

Ob es Dein Forum in 30 Jahren noch gibt, sehen wir mal.

LG Karl
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kaltblut hat zum Thema: Re: wie lange? geschrieben
dagmar007
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.05.2008
Beiträge: 2896

BeitragVerfasst am: 25.03.2010, 18:18    Titel: Re: wie lange? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Ihr Lieben,
als Co hat mich diese Frage ebenfalls mehrfach beschäftigt - sie birgt viele Antworten in sich.

Meine Co-Abhängigkeit wird mich (mehr oder minder mein Leben lang begleiten) somit ist/wäre es auch so lange erforderlich daran zu arbeiten.

Das Lesen vieler Threads im Co-Bereich von manchen Ringelrei(h)en zeigt mir wie richtig ich reagiert habe und wie wichtig das für mich war. Auch ein Punkt für die Beschäftigung mit dem Thema.

Dem entgegen steht der Punkt, dass in dem Moment wo ich reflektiere "war es bei mir auch so" "dachte ich auch so" unweigerlich Erinnerungen (wenn auch emotionslos) an die damalige Beziehung gibt.

Ob mir das nun gut tut oder nicht kann ich definitiv nicht beurteilen. So lange ich mich - wenn auch neutral - noch immer damit beschäftige was mal war, so tut mir das nicht gut weil die Zeit dann immer noch eingebrannt ist. Andererseits "verdrängen" ist auch nichts.....

Also bei dieser Thematik bin ich tatsächlich überfragt.....

Wäre wohl die Gegenfrage zu Alkoholkranken - ob sie sich durch Schilderungen von "Neuen" eher mit sich selber reflektieren oder nicht. Die Frage es/das gut tut....

Keine Probleme und interessiert an einem Austausch gegenüber denen, die eine Entwicklung gehen (egal ob Co oder Alkoholiker) war ich immer ineteressiert. Bei 120 Seiten Eiertanz im Co-Bereich frage ich mich aber dann auch wieder ... ähem, führt das irgendwann zu irgendwas. Wohl berücksichtigend dass jede-/r seine eigene Geschwindigkeit hat, auch Schneckentempo ist ja ein Tempo - aber einmal Rundlauf .... nun ja....

Lieben Gruß von Dagmar

Lieben Gruß von Dagmar
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dagmar007 hat zum Thema: Re: wie lange? geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 32803
Alter: 49
Wohnort: Eberswalde

BeitragVerfasst am: 25.03.2010, 18:30    Titel: Re: wie lange? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Dagmar,

was deine letzten Sätze betrifft, kann ich mich schon irgendwie anschließen, nur ist es bei der Coabhängigkeit schwieriger Handlungen zu erwarten, wie bei alkoholkranken Menschen.
Dort haben wir ja die Voraussetzung der Alkoholfreiheit, was ja bei Coabhängigen die Trennung bedeuten würde.
Das können und wollen wir aber natürlich nicht als Vorausetzung für die Forenteilnahme machen.

Auf der anderen Seite kann man hier in vielen Beiträgen und auch in den Grundbausteinen der Coabhängigkeit, dass es eben auch Handlungen erfordert und jeder für sich sein Leben ändern muss.
Positive Beispiele, wo es mit, aber auch ohne Trennung ging, haben wir ja auch viele.

Das heißt aber eben auch, dass es in der Theorie bekannt ist, aber wir können hier niemanden zwingen zu handeln.

Wer sich dann über 120 Seiten ( wie du schreibst ) im Kreis dreht, muss eben auch so mit seinen Leben zufrieden sein.
Niemand wird wohl erwarten können, dass er oder sie morgends aufsteht und die Welt ist in Ordnung.

Gruß
Karsten
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Karsten hat zum Thema: Re: wie lange? geschrieben
dagmar007
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.05.2008
Beiträge: 2896

BeitragVerfasst am: 25.03.2010, 21:15    Titel: Re: wie lange? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Deshalb, lieber Karsten, denke ich oft unsere "nicht-stoffliche" Sucht ist bald noch übler für uns selber und unser Umfeld als die stoffbezogene.

Auch mein Weg ging über ein paar Monate und oft kam ich daher mit dem Kopf unter dem Arm, zumindst fühlte ich mich so. Bei mir war es der Weg der Trennung (der es aber nicht hätte zwangsläufig sein müssen). Was aber hätte sein müssen ist tatsächlich (ich würde auch sagen bei mir war es so) zuhören ohne sich gleich aufzubäumen dass irgendjemand Unrecht hat. Auch mir haben viele Äußerungen nicht gefallen, mal waren sie richtig, mal waren sie falsch. Eines aber haben sie immer mit sich gebracht: ich musste über mich nachdenken.

Je mehr Abstand ich bekomme und je mehr ich reflektiere, desto mehr fällt mir auf, dass eine Suchtbeziehung immer ein Kampf ist - niemals sind beide gleich stark sondern immer hat einer die Oberhand und der andere fühlt sich unterlagen (so empfand ich es zumindest bei mir).

Wir Co's "verlangen" dass der Trinker aufhört mit seinem Rauhbau und selber empfinden wir es noch als normal Forderungen aufzustellen, die wir selber auch nicht ansatzweise bereit sind zu erfüllen. Wir verlangen, dass ein Trinkender die Flasche stehen lässt, wir aber scheinen oft nicht in der Lage zu sein diesen Menschen als erwachsen und voll verantwortlich für das eigene Handeln zu betrachten.

Wißt Ihr, jeder Mensch, der unfrei ist (abhängig von irgendwas) führt nicht sein Leben, belastet sich und andere und hat verdammt gute Chancen sich zu verlieren. Mal im Burnout, mal in der Sucht und mal einfach nur in der Depression.... Alles aber bedeutet den Verlust eines lebenswerten Lebens. Das schlimme ist, bevor es aufwärts geht müssen immer Schmerz, Entsagung und Kämpfe mit sich selber "gekämpft" werden. Entscheidungen müssen durchgehalten werden, evtl. Rückschläge verkraftet (was ja auch schon eine gewisse Bereitschaft zeigt sich auf sich selber einzulassen und sich selber zu verzeihen).

Nachdem ich mich kenne, meine Ausreden und meine Ängste habe ich ganz oft das Gefühl dass manche Zeilen einfach nur der Selbstberuhigung dienen und die Schreibenden sich wissentlich selber hinters Licht führen. Deren Sache, für mich natürlich irgendwo unverständlich.

Vor allem deshalb, weil es oftmals sehr souverän wirkende Frauen sind, die auf Kritik harsch reagieren können, sich aber gleichzeitig im nächsten Moment so "furchtbar" betrogen und belogen fühlen. Diese Harschigkeit, mit der teilweise auf Äußerungen von deutlichen, alten Hasen reagiert wird stellte mir oft die Frage sehen so Streitigkeiten in der Beziehung auch aus???

Kritik ist nicht einfach, nicht schön zu hören, aber eine Chance über und für sich zu lernen. Somit ist es notwendig sich mit anderen Menschen auszutauschen und sich auch mal "gerade rücken" zu lassen. Das gilt vermutlich für alle Menschen, die Defizite haben und dabei sind einen gesunden Lebensweg zu lernen.

Auch die Kreiseldreh-Beispiele anderer helfen mir sehr auf meinem Lernweg. Entdecke ich zuweilen doch meine eigenen Kreiselbewegungen oder aber das Glück den Kreisel angehalten zu haben.

In diesem Sinne,
auf eine lehrreiche Weiterntwicklung eines jeden von uns

Lieben Gruß von Dagmar
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dagmar007 hat zum Thema: Re: wie lange? geschrieben
Gotti
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.02.2008
Beiträge: 3354
Alter: 51
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 25.03.2010, 21:40    Titel: Re: wie lange? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Karsten!

Erst mal möchte ich Dagmar voll zustimmen, denn sie spricht mir aus der Seele!
Herumgeeiert habe ich ja lange genug, aber die "neue" Zeit hat mir gezeigt, dass es anders auch geht. Und viel besser.
Wie lange soll ich nun an mir weiterarbeiten?
Mein Suchtpotenzial - mein Mann - lebt ja neben mir. Ob nun nass oder trocken, egal. Ich muss für mich weitermachen. An MIR dranbleiben.
Das heisst für mich:
Hier weiterlesen, meine Erfahrungen weiterzugeben, vlt. mal kritisieren.
Meine SHG zu besuchen so oft ich kann und mich real austauschen mit bekannten Menschen.
Position beziehen. Mich zu outen, wenn nötig.
An meiner Selbstsicherheit arbeiten. (Ergibt sich eigentlich aus den ersten Punkten.)
An meinem Freiraum festhalten.
Mich lieben und mir Gutes Tun. Jeden Tag.
Das "Fürchterliche" als Vergangenheit sehen und abgeschlossen zu haben.

Es gibt sicher noch mehr, was ich aufzählen könnte.
Aber du siehst, es geht einfach weiter. Winken
Ich mach weiter.!

Liebe Grüße, Gotti.
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Gotti hat zum Thema: Re: wie lange? geschrieben

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