| Partnerin eines Co-Abhängigen • Wie fängt man denn an? |
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Dakini neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.03.2010 Beiträge: 23 Alter: 48 Wohnort: Hessen
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Verfasst am: 21.03.2010, 15:58 Titel: ...und plötzlich bin ich Co |
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Hallo zusammen,
lange habe ich überlegt, wie ich anfange, hier über mich selbst zu schreiben.
Eine ganze Weile bin ich nämlich schon "Gast-Leser".
Heute nun habe ich mich endlich getraut, mich anzumelden.
Und den Motivationsschub, den ich dadurch fühle, will ich jetzt gleich nutzen.
Also kein Aufhalten an Gedanken zu richtiger, verständlicher Formulierung und der gleichen mehr. Ich leg jetzt einfach los!
Ich bin 46 Jahre, verheiratet und habe 2 erwachsene Kinder.
Auslöser dafür, mich mit Co-Abhängigkeit auseinanderzusetzen, ist mein alkoholabhängiger Mann.
Das, was mit mir passiert, wenn er trinkt, hat schließlich dazu geführt, dass ich mir ein Buch über Co-Abhängigkeit gekauft habe.
Während des Lesens erlebt ich ein ständiges Wechselbad der Gefühle:
Ich war schockiert, wie sehr die beschriebenen Verhaltensweisen auf mich passten! Auf der anderen Seite las ich Verständnis für meinen Schmerz und meine Verzweiflung heraus.
Seit dem geht mir ein Gedanke nicht mehr aus dem Kopf:
"Es ist krank, wenn ich weiter so mit mir umgehen lasse."
Ich habe erkannt, dass ich mich selbst im Laufe der Zeit irgendwie verloren habe. Mein Selbstwertgefühl war nie sehr hoch, das war mir schon bewusst. Ich habe daran gearbeitet und geglaubt, mittlerweile gefestigter zu sein.
Doch in Wirklichkeit habe ich wohl nur bestimmte Symptome behandelt.
Nach wie vor hat Bestätigung von außen einen ganz großen Stellenwert für mein Selbstbewusstsein.
Und diese Bestätigung habe ich mir durch das Gefühl geholt, alles im Griff zu haben - perfekt organisieren zu können - für alles Verständnis zu haben... (ich könnte noch einiges hinzufügen, aber ich denke, die Richtung ist auch so klar)
Meine Grenzen habe ich dabei ignoriert. Ich wollte sie nicht sehen, denn auch die scheinbar grenzenlose Belastbarkeit gehört dazu, dass ich mich "wertvoll" fühle.
Wenn ich etwas mit mir machen lasse, obwohl ich so nicht richtig finde und darunter leide, ist da doch oft das kleine Männchen im Hinterkopf, das sagt: "Du bist doch stark. Du hältst das schon aus. Je öfter du so stark bist, um so mehr erkennen die Leute, was für ein wertvoller Mensch du bist."
Mal ehrlich: Selbstlos handeln zu können, ist eine tolle Sache. Aber dabei nicht wahrzunehmen, wenn man seine eigenen Grenzen überschreitet, ist überhaupt nicht gut.
Es ist kein Wunder, dass man dann leidet. Und das hilft niemandem.
Ich will nicht mehr leiden. Ich will mich von meiner Co-Abhängigkeit lösen, damit ich endlich wieder voller Freude sagen + fühlen kann: "Ich habe ein glückliches Leben!"
Meine Güte, jetzt habe ich doch gleich so viel geschrieben. Ich hoffe, ihr seht es mir nach, denn wenn man einmal den Mut gefasst hat, sich mitzuteilen, kommt so viel hoch. Ist wie ein Wasserfall
Ich freue mich auf den Austausch mit euch!
Dakini |
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Monty sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 11.11.2009 Beiträge: 3080 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 21.03.2010, 16:13 Titel: Re: ...und plötzlich bin ich Co |
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Hallo Dakini,
erst einmal herzlich Willkommen hier im Forum...ein erster Schritt um zu dir selber zu kommen...dir zu helfen.
Das was du gerade erlebst, haben wir alle erlebt...die Erkenntnis, dass man ein Co ist und es ist keine schöne Erkenntnis die man da auf einmal hat.
Doch es ist ein Anfang...ein Anfang in die richtige Richtung denn du fängst an dich mit dir selber auseinanderzusetzen und für dich einen neuen Weg zu finden.
Lies dich hier durch und du wirst feststellen, dass sich alle Geschichten hier ähneln.
Ich wünsche dir für einen neuen Weg in ein glücklicheres Leben viel Mut und Kraft.
Liebe Grüsse
Monty |
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| Monty hat zum Thema: Re: ...und plötzlich bin ich Co geschrieben
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Emilie_AllEin sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 15.08.2008 Beiträge: 1257 Alter: 31
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Verfasst am: 21.03.2010, 16:28 Titel: Re: ...und plötzlich bin ich Co |
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| Hallo Dakini. Auch von mir ein herzliches Willkommen. Es gibt nichts nachzusehen. Habe immer den Mut, hier zu schreiben. Das ist ein erster, zweiter oder dritter Schritt in deine Richtung. Ich war auch erst einmal geschockt, als ich mich erstmals mit dem Thema Co-Abhängigkeit auseinander setzte. Ich bin auch hier angekommen und habe begonnen meinem Weg zu gehen. Das wünsche ich dir auch. Einen guten Austausch, viele Erkenntnisse und weiterhin immer wieder viel Mut und Kraft für dich zu handeln, um (d)ein gesundes Leben zu finden. Alles Liebe Emilie. |
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| Emilie_AllEin hat zum Thema: Re: ...und plötzlich bin ich Co geschrieben
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Dakini neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.03.2010 Beiträge: 23 Alter: 48 Wohnort: Hessen
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Verfasst am: 21.03.2010, 17:27 Titel: Re: ...und plötzlich bin ich Co |
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Hallo Monty, hallo Emilie,
vielen Dank für eure nette Begrüßung!
Ja, Schritt für Schritt in die Richtung, die gut für mich ist, will ich jetzt auch aktiv gehen.
Einiges habe ich schon erkannt, vieles weiß ich - vom Kopf.
Leider stelle ich aber immer wieder fest, dass es gar nicht so einfach ist, die Theorie auch in die Praxis umzusetzen.
Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob ich Dinge so wahrnehme, wie sie wirklich sind - oder ob meine Sicht durch meine Persönlichkeitsprobleme eingefärbt ist.
Mein Mann ist sehr redegewand, kann sich gut und klar ausdrücken - eine Eigenschaft, die ich ansich toll an ihm finde.
Sie führt aber auch dazu, dass ich mich verunsichert fühle, wenn wir über seinen Umgang mit Alkohol und die Konsequenzen reden.
Ich frage mich dann, ob ich das vielleicht aufgrund meiner eigenen Geschichte (mein Vater ist trockener Alkoholiker) zu einem Problem mache.
Andererseits sehe ich deutlich, welche Veränderungen durch zu viel Alkohol bei ihm ablaufen. Und da ist einiges bei, was ich nicht toll finde.
Ich hoffe, dass ich irgendwann auch wirklich verinnerliche, dass es mein Recht ist zu sagen: "Ich finde das nicht in Ordnung. So stelle ich mir mein Leben nicht vor" ohne dabei mit unguten Gefühlen kämpfen zu müssen.
Der Weg dahin ist nicht einfach - aber ich bleibe dran
Lieben Gruß,
Dakini |
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| Dakini hat zum Thema: Re: ...und plötzlich bin ich Co geschrieben
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Morgenrot sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 29.02.2008 Beiträge: 9974 Alter: 52 Wohnort: Hessen
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Verfasst am: 22.03.2010, 13:25 Titel: Re: ...und plötzlich bin ich Co |
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Hallo Dakini,
herzlich willkommen bei uns, so von Hessin zu Hessin
| Zitat: | | Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob ich Dinge so wahrnehme, wie sie wirklich sind |
Das war anfangs auch ein großes Thema bei mir, meine Wahrnehmungen ernst zu nehmen.
Es ist nicht wichtig ob die Dinge richtig sind, wichtig sind deine Wahrnehmungen, deine Gefühle, denn die sind richtig und wichtig.
Unsere Wahrnehmungen wurden uns immer abgesprochen, das kenne ich sehr gut, und jeder nasser Alkoholiker beherrscht das in einem Maße, das man sich nur noch "falsch gepolt" vorkommt.
Wir glauben ihnen fast alles, weil wir es gerne glauben wollen, das alles gut werden kann. Das ging bei mir soweit, das ich ihm glaubte, wenn er sagte: "Ich trinke doch nichts, dabei hatte er die Pulle in der Hand.
Fang an, deinen Wahrnehmungen zu (ver)trauen. Das ist ein wichtiger Schritt.
Wird sicher nicht von heute auf morgen möglich sein, aber du wirst deine eigene Geschwindigkeit dabei finden.
lg Christiane |
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| Morgenrot hat zum Thema: Re: ...und plötzlich bin ich Co geschrieben
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Dakini neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.03.2010 Beiträge: 23 Alter: 48 Wohnort: Hessen
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Verfasst am: 22.03.2010, 17:22 Titel: Re: ...und plötzlich bin ich Co |
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Hallo Morgenrot,
Dankeschön für den hessischen Willkommensgruß!
"...wie falsch gepolt" ...ja, damit triffst du es ziemlich gut.
Besonders nachdenklich macht mich, dass dieses Gefühl, meinen Wahrnehmungen nicht mehr zu vertrauen, sich so schleichent entwickelt hat.
Eigentlich hatte ich nämlich immer eine gute Intuition und war in der Lage, Situationen schnell zu erfassen und entsprechend einzuschätzen.
Das übermäßige "glauben wollen" hat sicher dazu geführt, dass ich zu oft die Augen vor dem verschlossen habe, was tatsächlich abläuft.
Dadurch habe ich wohl auch selbst dafür gesorgt, dass ich das, was ich sah nicht mehr für wahr nahm...
Der eigenen Wahrnehmung wieder vertrauen - Da gibts keinen Zurück-in-den-Ausgangsmodus-Schalter für? *lach*
So gern ich den hätte, ich werd's wohl Stück für Stück wieder lernen müssen. Im Moment scheint es mir noch recht schwer. Aber immerhin weiß ich wenigstens, dass ich es schon mal konnte.
Lieben Gruß an Dich.
Dakini |
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| Dakini hat zum Thema: Re: ...und plötzlich bin ich Co geschrieben
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Morgenrot sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 29.02.2008 Beiträge: 9974 Alter: 52 Wohnort: Hessen
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Verfasst am: 22.03.2010, 23:53 Titel: Re: ...und plötzlich bin ich Co |
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Hallo Dakini,
| Zitat: | | Da gibts keinen Zurück-in-den-Ausgangsmodus-Schalter für? *lach* |
leider hab ich den noch nicht gefunden. Aber mit Schalter wäre es auch in die umgekehrte Richtung wieder einfach.
Wir haben doch Zeit zu üben. Sicher ist es nicht einfach, und es wird auch mal Rückschritte geben, aber davon lassen wir uns nicht entmutigen. Wir dürfen Fehler machen, die führen dazu, das wir in der nächsten Situation genauer hinschauen.
Mach dir keine Vorwürfe, das du ihm geglaubt hast. ich bin heute der Meinung ich konnte nicht anders, als es zu glauben.
Dazu habe ich einen Großteil beigetragen.
Wenn er sagte: "Ich schaff es nur mit dir", hab ich geglaubt, das ich ihm mit Liebe helfen kann, trocken zu werden.
Ich war nicht in der Lage, die dahinter steckende Manipulation zu erkennen. Sein abgeben der Verantwortung an mich.
Dadurch wurde ich zu einer Marionette, die nur noch das getan hat, was angeblich ihm nützt.
Mich habe ich dabei vergessen, denn er brauchte mich. Daraus habe ich mir meinen Wert abgeleitet. Ich wurde gebraucht, also war ich etwas wert.
Nur so konnte ich immer tiefer in die CO - Abhängigkeit rutschen.
Du wirst sicher immer mehr Punkte bei dir erkennen, und jetzt kannst du sie ändern, und ein neues Leben beginnen.
Ich jedenfalls fühle mich jetzt viel freier, und das gebe ich sicher nicht mehr auf.
lg Morgenrot |
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| Morgenrot hat zum Thema: Re: ...und plötzlich bin ich Co geschrieben
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Gotti sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.02.2008 Beiträge: 3354 Alter: 51 Wohnort: Bayern
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Verfasst am: 23.03.2010, 06:51 Titel: Re: ...und plötzlich bin ich Co |
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Guten Morgen !
Auch ein Herzliches Willkommen von mir hier im Forum!
Deine Zeilen könnten mich auch sehr gut beschreiben.
Trinkender Mann, redegewandt, findet immer etwas, das mein Selbstwertgefühl in den Boden schmeisst.
Ich, die stets und ständig darauf bedacht war, perfekt zu sein, für ihn und dann natürlich auch die anderen - mein Selbstwertgefühl zu retten.
Letztendlich total unsicher, wer hier verrückt - krank ist - er oder ich, denn der normale Mensch konnte schon erkennen, dass er ein Problem hat.
Bei mir hat es sehr lange gedauert, bis ich etwas änderte.
Damit änderte sich unser gemeinsames Leben, auch das der Restfamilie.
Jetzt, nach mehr als zwei Jahren, geht es uns allen besser.
Vor allem mir. Ich bin wieder ein Mensch. Mit Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen.
Dir einen guten Tag wünscht Gotti. |
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| Gotti hat zum Thema: Re: ...und plötzlich bin ich Co geschrieben
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