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Inseläffchen
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 02.03.2006
Beiträge: 2707
Alter: 46

BeitragVerfasst am: 06.03.2006, 11:56    Titel: Es ist so schwer. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Verlegen Hallo Ihr,
wollte heute eigentlich gar nicht schreiben....ich wollte euch eigentlich berichten, wie meine ersten 24 Trockenstunden waren....leider kann ich euch nichts darüber berichten, da ich's mal wieder nicht geschafft habe. Gestern war ich mit meinen Sohn bei einem Fussballspiel. Dort gab's auch Bier und Wein und die Versuchung war gross. Ich habe mir aber einen Kaffee geholt und habe auch Wasser getrunken. Na ja und abends habe ich mir dann doch wieder was geholt. Wieder mit dem Versprechen, dass ich MORGEN aufhören werde. Warum fällt es mir nur so schwer....ist wahrscheinlich eine doofe Frage, da ich mir diese sicherlich nur selbst beantworten kann Traurig
Habe auch noch eine Frage an Euch, was Entzugserscheinungen betrifft und Entziehung an sich. Also ich trinke nur schon ne ganze Weile....kann mich nicht mehr daran erinnern, wann ich mal nicht getrunken habe. Meist abends...so zwischen 3 und 5 Litern Bier Geschockt Habe eine innere Unruhe am Nachmittag und meine Gedanken kreisen halt ständig um den Alkohol...morgens ist mir manchmal auch schlecht. Ich war ja schonmal beim Arzt und dieser hatte mich zu so ner Therapeutin geschickt, die man aber nur alle 2 Wochen sehen kann und dann auch nur Mittags....und da ich ganztags arbeite ist es schlecht. Medikamente hatte er mir nicht verschrieben. Meine Frage: wenn ich es z. B. heute mal tatsächlich schaffen sollte nichts zu trinken...muss ich dann vor grösseren körperlichen Entzugserscheinungen Angst haben? Im Forum habe ich schon gelesen, dass es sogar lebensgefährlich sein könnte. Soll ich es einfach mal riskieren.....oder ist der Entzug ohne Medikamente zu gefährlich?
Vielen Dank und liebe Grüsse
Inseläffchen Mit den Augen rollen
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Inseläffchen hat zum Thema: Es ist so schwer. geschrieben
britney
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 15.02.2006
Beiträge: 146
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 06.03.2006, 20:18    Titel: Re: Es ist so schwer. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Inseläffchen,

auch wenn es dieses Wochenende nicht geklappt hat, laß den Kopf nicht hängen.Du bist auf dem richtigen Weg und wenn nicht heute, dann ist morgen dein erster Tag, du darfst nur das Ziel nicht aus den Augen verlieren

Zu den Entzugserscheinungen kann ich dir nur raten, gehe noch zu einem anderen Arzt.Ich weiß zwar nicht, wie das Gesundheitssystem in England ist, aber es wird sich ein Arzt finden, der dir vielleicht ein leichtes Beruhigungsmittel verschreiben kann.

Ich selbst habe kalt entzogen (habe ca. soviel getrunken wie du), aber mit einem Medikament im Schrank und dem Versprechen, wenn ich es garnicht aushalte, dann lieber ein Bier zu trinken.Ich habe es ohne alles geschafft, aber das muß nicht bei allen gutgehen. Sei lieber etwas vorsichtig.

Ich wünsche dir alles gute und würde mich freuen, wieder von dir zu hören.

Liebe Grüße von Britney am 12.Tag n.n.ZR(nach neuer Zeitrechnung)
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britney hat zum Thema: Re: Es ist so schwer. geschrieben
Joachim
Gast






BeitragVerfasst am: 06.03.2006, 21:03    Titel: Re: Es ist so schwer. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Inseläffchen,

die körperliche Entgiftung dauert so etwa 3-8 Tage.
Das ist von Mensch zu Mensch halt unterschiedlich.

Ich persönlich rate immer dazu, es wenigsten unter Betreuung eines Arztes zu machen. Ohne ärztliche Beobachtung kann ein kalter Entzug sehr gefährlich werden. Ja er kann lebensgefährlich werden. Ich will Dir sicher keine Angst machen, aber warum willst Du ein Risiko eingehen, dass Du nicht kalkulieren kannst.

Hat der Arzt Dich untersucht ? Weiss er genau, wieviel Du trinkst.
Ich kenn mich auch nicht aus, wie das in England ist, aber ich würd auch auf jeden Fall noch zu einem anderen Arzt gehen.

Pass auf Dich auf.

Gruss Joachim
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Joachim hat zum Thema: Re: Es ist so schwer. geschrieben
Inseläffchen
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 02.03.2006
Beiträge: 2707
Alter: 46

BeitragVerfasst am: 07.03.2006, 11:04    Titel: Re: Es ist so schwer. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Danke für Eure Antworten.
Also eigentlich ist mein Arzt ja ganz ok und wenn ich ihn nach einem leichten Beruhigungsmittel frage, würde er's mir vielleicht sogar verschreiben. Es ist nur immer schwer bei einem bestimmten Arzt einen Termin zu bekommen. Aber ich werde heute mal anrufen.
Ich habe gestern übrigens das erste Mal bei AA angerufen. Mich hat dann jemand aus meiner Gegend zurügerufen. Tja, ich muss sagen, so richtig happy war ich nicht. Sie hat viel von Gott und so geredet. Und das ist ja auch ok...aber ich will mich eigentlich nicht in die Religion stürzen, sondern nur vom Alk wegkommen. Sie sagte auch, dass ich akzeptieren müsste, dass ich allergisch gegen Alkohol bin. Mmmh...konnte ich auch nicht so richtig verstehen, da ich z. B. auch allergisch gegen Nüsse, Aepfel etc. bin und da ich weiss, dass ich eine allergische Reaktion erwarten kann, da lass ich halt die Finger davon und konsumiere diese Lebensmittel nicht übermässig, so wie ich's halt mit dem Alk mache. Sie hat auch ein paar gute Tipps gegeben...nicht an das 'nie wieder' denken und immer nur an heute. Aber so im ganzen kommt mir das schon sehr 'kirchlich' vor. Habt ihr Erfahrung mit der AA gemacht?
Ehrlich gesagt, hat mich das gestrige Gespräch ein bisschen abgeschreckt.
LG
Inseläffchen
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Inseläffchen hat zum Thema: Re: Es ist so schwer. geschrieben
Shakti
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 12.01.2006
Beiträge: 260

BeitragVerfasst am: 07.03.2006, 12:39    Titel: Re: Es ist so schwer. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Inseläffchen,

Deine Irritation bezüglich den AA's kann ich nachvollziehen. Ich habe allerdings nur über online die Erfahrungen mit ihnen gemacht. Grundsätzlich finde ich einen spirituellen Ansatz gut. Er kann Kraft, Halt, Bilder, Rituale etc. geben und die Leere auffüllen, die der verbannte Dämon, die zerstörte Götze Alkohol hinterlässt, und lädt in Dimensionen ein, die m.E. genauso real sind wie die Banane, die ich gerade esse. Aber das ist Ansichtssache. Die einen finden die "Metaebene" in einer vorgegebenen Religion, die anderen holen sich Teile aus allen möglichen, für sie brauchbaren Welt- und Geistesanschauungen, die nächsten übersetzen dies in ein ganz eigenes Konzept mit eigenen Begriffen und Ritualen etc. Letzteres habe ich auch online mit den AA's praktiziert. Auch wenn einige wenige, aber immer dieselben, ein für mich etwas überzogenes, salbungsvolles Sendungsbewusstsein an den Tag legten, war das eigentlich nicht der Grund, warum ich da wieder ausstieg. Es gab dort viele Menschen, mit denen ich mich austauschen konnte und die ihr eigenes Ding aus dem AA-Konzept machten. Und das ist ja auch m.E. der Sinn der Sache. Aber andere hier im Forum können hierzu sicherlich mehr sagen.

Das zweite, was ich sagen wollte, ist zu dem Vergleich mit der Allergie. Das fand ich recht interessant, weil ich mir mit diesem Bild auch manchmal behelfe. Allerdings denke ich dann weniger an allergische Reaktionen wie Hautausschlag (bei Alkohol dann in der Liga Kopfschmerzen, Kater, schlechtes Aussehen und ähnlich Aushaltbares), sondern eher an lebensgefährliche Reaktionen. Ein Verwandter von mir darf zum Beispiel keinen Weizen essen. Als Kleinkind wäre er beinahe daran erstickt. Seitdem ist Weizen völlig aus seinem Essensplan verbannt. Andernfalls: Exitus. Darüber gibt es keine Diskussion, kein mal mehr , mal weniger, kein kontrolliertes Weizen-essen, kein "erst morgen kein Weizen essen", kein nur zwei Körner Weizen, sondern null komma null, null, null, ab dem Tag, an dem festgestellt wurde, dass er dagegen allergisch ist und daran sterben wird. Irgendwann habe ich festgestellt, dass ich gegen Alkohol insofern allergisch bin, als dass ich ihn nicht vertrage, dass er in mir schädliche, gesundheitsgefährdende, lebensgefährliche Reaktionen auslöst, nach und nach mein Leben zerstört und zum Tode führt, wenn ich heute nur einen Tropfen trinken würde (zwar würde ich nicht sofort ersticken und verrecken, aber ich schnüre mir mit jedem Alkoholtag die Luft ab und sterbe in Raten - langsam und allmählich - gönne mir also noch eine Dauerfolter bis an mein Lebensende).

Diese Unmissverständlichkeit im Verhalten und den Konsequenzen hilft mir sehr beim Vergleich zwischen Allergie und Alkohol. Allergiker müssen sich einfach damit abfinden, dass sie bestimmte Dinge nicht vertragen bzw. daran sterben, und wenn sie leben wollen, müssen sie konsequent und sofort die Finger davon lassen. Wenn sie das Leben wählen, haben sie keine Wahl mehr in dem, was sie fortan tun, besser nicht tun dürfen. Habe ich erst einmal eingesehen, dass dies mit dem Alkohol tatsächlich genauso ist, dann sehe ich diesen Vergleich auch ein. Und dann finde ich es auch irgendwie erleichternd, dass es nur eine Entscheidung und eine Lösung gibt. Da muss ich nicht lange grübeln, pokern, kämpfen. Dann ist das eben so. Dann kämpfe ich nicht mit dem Stoff, der mir schadet, dann verbanne ich ihn aus dem Leben. Das nennen die AA's und viele andere dann Kapitulation.

Dazu gibt es natürlich noch viel mehr zu sagen, auch die Seite der Sucht, des unwiderstehlichen Drangs, den der Vergleich hinken lässt. Aber mir ging es eben um den beschriebenen Aspekt.

Also, Inseläffchen, geh doch einfach mal hin zu den AA's. Ich glaube, dieser Schritt wäre jetzt umheimlich wichtig, um für Dich eine grundsätzliche Hemmschwelle zu überwinden und Dir selbst zu zeigen, wie ernst es Dir ist, Dir selbst zu helfen und jede nur erdenkliche Hilfe aufzusuchen, die Du kriegen kannst, auch wenn sie erst einmal nicht perfekt ist. Ich bin sicher, Du wirst bestimmt auch dort Unterstützung finden, und langfrsitig kannst Du ja noch nach anderen Gruppen und Möglichkeiten Ausschau halten, die besser zu Dir passen.

Ich wünsche Dir viel Kraft und Mut.

Herzliche Grüße
Shakti
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Shakti hat zum Thema: Re: Es ist so schwer. geschrieben
Annika
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 05.12.2005
Beiträge: 3837
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 07.03.2006, 16:05    Titel: Hallo Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Inseläffchen,

auch von mir ein herzliches willkommen im Forum.

Du fragest Maria nach ihrem Konsum an alkoholfreien Getränken,

du solltest beim Enzug auf jeden Fall 3 Liter Wasser ohne Kohlensäure und oder Früchte oder Kräuter Tee trinken.

Dieses ist sehr wichtig für den Wasserhaushalt und den Kreislauf und hilft auch etwas gegen Saufdruck.

Ich habe in meiner ersten Zeit ein Antidepressiva verschrieben bekommen, das lindert die Entzugserscheinungen und die Unruhe sehr.

Lieber eine zeitlang diese Medikamente nehmen als weiter trinken, denke ich.

Mir hat es sehr gut geholfen, aber das entscheidet dein Arzt.

Nimm diese Hilfe in Anspruch, es ist dann nicht mehr so schwer.

Gruß Annika, 3 Monate trocken.
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Annika hat zum Thema: Hallo geschrieben

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