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Autor Nachricht
andromeda
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 16.03.2010
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 16.03.2010, 23:58    Titel: hilfe durch nichthilfe Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo zusammen,

ich, 30, lebe mit meinem alkoholkranken Freund zusammen. Vor ca. einem halben Jahr haben wir seine Krankheit "öffentlich" gemacht, d.h. mit Verwandten und Freunden gesprochen. Auslöser war ein Autounfall unter Alkoholeinfluss. Davor habe ich mich, wenn ich das richtig beurteile, co-abhängig verhalten. Geahnt habe ich die Krankheit schon lange, aber das tatsächliche Ausmaß war mir nicht bewusst. Er selbst beteuert seit diesem Ereignis, dass er unbedingt trocken werden will.

Komischerweise fiel es mir seitdem immer schwerer mit ihm und/oder der Situation zurecht zu kommen. Früher hat das ignorieren wunderbar geklapt, aber dann plötzlich nicht mehr. Ich erwische mich ständig dabei, dass ich seine sachen und die wohnung kontrolliere. Ich glaube ihm fast gar nichts mehr und denke ständig, dass er getrunken hat. Ich finde auch manchmal alte Flaschen oder rieche ab und an, dass er was getrunken hat. selbst wenn es sehr offensichtlich ist wird er nicht müde mir ins gesicht zu lügen. Diese Kränkungen treffen mich sehr tief, tiefer als ich anfangs gedacht hätte.

Vor ca. 2 Wochen habe ich eine Broschüre in die Finger bekommen mit dem Inhalt, dass man nur helfen kann, indem man nicht hilft. Seitdem versuche ich das auch. Also wieder mehr auf mich achten, Streitereien aus dem Weg gehen und vor allem nicht mehr kontrollieren. Heute habe ich dann aber doch wieder an ihm gerochen und festgestellt, dass er getrunken hat. An seinem Verhalten merkt man nichts. Wahrscheinlich (hoffentlich) war es nicht sooo viel...

Und jetzt auch endlich meine Frage an euch: Was tue ich jetzt? Ignoriere ich das, weil ich ja eh nichts machen kann und weiß, dass er nur selbst was tun kann? Oder spreche ich ihn darauf an? Natürlich in dem Wissen, dass er es abstreitet und wir uns wieder streiten werden. Er tut gekränkt weil ich ihm nicht traue und ich bin gekränkt, weil er mich wieder für bescheuert hält.
Und überhaupt: wie genau hilft man durch nichthelfen? Ich finde das in der Broschüre doch recht abstrakt.

Noch eine HG-Info: Er hat keinen klassischen Entzug hinter sich. Wir versuchen es momentan durch AA-Treffen und Therapie (wenn das nicht auch gelogen ist). Ich selbst habe noch keine Hilfe, bin aber dabei mich darum zu kümmern...

Vielen Dank für eure Hilfe!
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andromeda hat zum Thema: hilfe durch nichthilfe geschrieben
Spanijoggel
Moderatorin
Moderatorin


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 13.02.2008
Beiträge: 8589
Alter: 70
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 17.03.2010, 09:36    Titel: Re: hilfe durch nichthilfe Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Andromeda!

Willkommen im Forum! Du findest bestimmt Hilfe für Dich,bleib einfach dran!

Der wichtigste Satz in Deinem Post scheint mir der zu sein:

Zitat:
Ich selbst habe noch keine Hilfe, bin aber dabei mich darum zu kümmern...


Kümmere Dich um Dich! Ihm kannst Du ja wirklich nicht helfen,das geht aus Deinem Geschriebenen deutlich hervor.

Du gehörst zu den Co-Abhängigen.Hast Du die Grundbausteine für die Co-Abhängigen schon gelesen?

Machs gut!

Herzliche Grüsse
Yvonne
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Spanijoggel hat zum Thema: Re: hilfe durch nichthilfe geschrieben
kaltblut
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 20.06.2006
Beiträge: 4741
Alter: 53
Wohnort: beiM

BeitragVerfasst am: 17.03.2010, 09:49    Titel: Re: hilfe durch nichthilfe Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

andromeda hat Folgendes geschrieben:
Wir versuchen es momentan durch AA-Treffen und Therapie (wenn das nicht auch gelogen ist). Ich selbst habe noch keine Hilfe, bin aber dabei mich darum zu kümmern...


Hallo Andromeda,

herzlich willkommen. "Nichthilfe" teilt Dein wir. Nicht wir gehen zu Treffen, nicht wir werden trocken, sondern "ER".

andromeda hat Folgendes geschrieben:
Und überhaupt: wie genau hilft man durch nichthelfen? Ich finde das in der Broschüre doch recht abstrakt.


Das ist doch das Tolle. Es gibt kein an die Hand nehmen und alles ist wieder gut, es sei denn, Du fängst an Dich damit auf den Weg zu machen. Dann wird aus dem Abstrakten schnell etwas Farbenprächtiges.

LG Kaltblut
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kaltblut hat zum Thema: Re: hilfe durch nichthilfe geschrieben

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